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22.12.2006 13:51 Uhr

Interview mit Günther Beckstein

Bei den Kollegen von gamaXX.de ist heute ein Interview mit dem umstrittenen Innenminister Bayerns, Günther Beckstein erschienen. Rechtsanwalt und Chef von gamaXX.de Andreas Lober führte das Interview mit Beckstein und stellt Fragen, die der Politiker in vielen Fällen geschickt zu umgehen weiß.

Ein Auszug:
gamaXX:
Herr Minister Beckstein, Sie haben in der öffentlichen Diskussion so genannte "Killerspiele" auf eine Ebene mit Kinderpornos gestellt. Wenn Sie nun beispielsweise mit Herrn Zeitner von Electronic Arts diskutieren, der einige dieser Spiele vertreibt - fühlen Sie sich in dieser Gesellschaft wohl?

Dr. Günther Beckstein:
Ich hatte mit Herrn Zeitner von Electronic Arts ein interessantes und offenes Gespräch. Weder ihm, noch anderen Firmenvertretern, mache ich persönliche Vorwürfe, solange sie sich in ihrer Geschäftstätigkeit in einem Bereich bewegen, der strafrechtlich nicht verboten ist. Ein strafbewehrtes gesetzliches Verbot menschenverachtender Computerspiele halte ich aber für notwendig. Auf den Einwand, ein Verbot lasse sich wegen der Verbreitung solcher Killerspiele via Internet nicht durchsetzen, habe ich darauf hingewiesen, dass wir mit Cyber-Cops ja auch die Verbreitung von Kinderpornographie via Internet zurückdrängen. Wieso sollte das also bei Killerspielen nicht funktionieren?
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37 Kommentarezum Artikel

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undedy06 - 25.12.2006 10:05
Es ist das selbe wie damals in Erfurt! Nur wurde da die Schuld auf den Heavy Metal geschoben, was ich übrigens selber höre. Ebenso spiele ich sogenannte "Killerspiele" und muss sagen, ich habe noch nicht den Drang jemanden einfach sinnlos zu töten. Vielleicht sollte man sich mal mit dem sozialen Umfeld der Amokläufer beschäftigen und mal da nachforschen, ob nicht auch von dort ein Auslöser für eine solche Tat zu finden ist.
Es wird einfach viel zu schnell die Schuld auf andere (Musikszene, Spieleszene, Filme) abgewälzt.  
Unsere Regierung sollte auch mal bei sich selbst die Schuld suchen, denn die ist auch nicht ganz unschuldig an solchen Taten. Meisst ist es nur die Verzweiflung, die diese Leute dazu treibt, was aber nicht die Tatsache rechtfertigt, auch andere zu verletzen und zu töten.
B44L - 24.12.2006 23:14
Zitat: (Original von Phade am 23.12.2006 14:32)
@SoSchautsAus:  



Dennoch: nach dem Interview denke ich wenigstens nicht mehr, dass der Mann völlig verblödet ist. Er will einfach nur Karriere machen.


  ... bin ganz deiner Meinung  
Mogelheini - 24.12.2006 03:42
und der will was zu sagen haben?!?!?

der kann ja (genau wie die meisten Politiker) nichtmal auf einfachste Fragen präzise antworten....  


muss man noch mehr sagen??
Phade - 23.12.2006 14:32
@SoSchautsAus:  

Aber ich sehe es etwas anders. Auch wenn der gute Mann mir ein Dorn im Auge ist - m.E. ist das ein sehr stimmiges Interview und von einer "Vermeidungstaktik" des Herrn Beckstein kann ich auch nichts erkennen.

Entgegen meiner bisherigen Eindrücke scheint er durchaus in der Lage zu sein zu differenzieren und ist jedenfalls rudimentär mit dem Thema vertraut.
Es gibt eigentlich "nur" 2 Argumente, die seiner Forderungen zur Makulatur werden lassen:
1. ist seit Jahren unumstritten, dass so ungefähr jede (nicht gesetzgeberische) Maßnahme deutlich effektiver ist als gesetzliche Verbote. Ginge es ihm tatsächlich um die Sache, nämlich um den Schutz der Opfer von Amokläufen - würde er andere Maßnahmen in den Vordergrund stellen. Diese jedoch erwähnt er allenfalls am Rande und nur ganz pauschal. Für mich bleibt da der Eindruck zurück: da möchte sich jemand um jeden Preis produzieren und ist an der Lösung eines zweifellos vorhandenen Problems nicht interessiert.

2. Wie schon richtig bemerkt wurde: in Deutschland existiert nach meinem Kenntnisstand nicht ein einziges frei verkäufliches Spiel in dem die vielzitierten Körperteile umherfliegen. Was also soll ein Verbot - das schon besteht - bewirken? Beckstein meint:
Es gibt in der Praxis bislang außerordentlich wenige Anwendungsfälle [des § 131 StGB] auf Killerspiele.

Auch hier drängt sich die Frage auf: sollte sich dem vernunftbegabten Wesen nicht aufdrängen, dass diese menschenverachtenden Spiele einersteits in Deutschland nicht existieren? Und sollte man auch hier nicht weiterdenken und sich fragen, wie man stattdessen solche Taten verhindern kann?

Dennoch: nach dem Interview denke ich wenigstens nicht mehr, dass der Mann völlig verblödet ist. Er will einfach nur Karriere machen.
cd32freak - 23.12.2006 14:28
Killerspiele, und dann noch im Zusammenhang mit Kinderpornographie... Diese Aussage von Herrn Beckstein ist Verleumdung an JEDEM User, der nen Shooter oder sonst ein anderes Spiel zockt!!.. Das Wort ´Killerspiel´ kotzt mich genauso an, wie `Kampfhund´! Nur weil die Politik wieder mal keine Ausrede parat hat, oder Hilfe für Auffällige Jugendliche nicht gegeben ist (die meisten Lehrer sind doch völlig überfordert!) wirds auf die Spiele geschoben. (Oder auf die Hunde, allerdings sollte man sich in diesem Fall die Hundehalter und/oder Züchter vornehmen!!) Völlig Bescheuert!! Ich selbst höre seit ich denken kann Heavy Metal, und was war damals in den Neunzigern?? Zwei völlig bekloppte, zugekiffte Teenies schiessen sich im Rausch mit Papas Flinte die Rübe weg... die Polizei kommt, findet das Elend und was passiert: Oh mein Gott, die haben ja Heavy Metal gehört, auch noch Judas Priest... und Priest hat die Jungs zum Selbstmord getrieben... Man hatte die Band sogar verklagt !! (Jedenfalls versucht   Den zwei Idioten hätte vielleicht mal jemand sagen sollen, das zuviel Kiffen und Pillen schmeißen die Birne weich macht... Und genauso läuft es jetzt mit den Spielen. Ich zocke seit 18 Jahren (bin jetzt 28!) und kam noch nie auf die Idee, Spiel und Realität verschmelzen zu lassen. Für Shooter und solche Games bin ich zu ungeschickt, bin eher so der Lemming und Siedler Wuseler, aber meine Freundin hat bspw. Prey an vier Abenden durchgehabt. Muß ich mir jetzt Sorgen machen, das sie mir in der nächsten Nacht das Licht auspustet?? Hirnkrank Herr Beckstein, mehr fällt mir dazu nicht ein!! Und ich lasse mich von Ihnen nicht mit irgendwelchen Kranken Typen, die auf Kinderpornos stehen, auf eine Stufe stellen... genausowenig, wie alle anderen User in diesem Forum!! cd32freak
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small button News - 02.22 Uhr - Freitag 18.12.2009

Potsdamer Forscher: "Kein Zusammenhang zwischen Gewalttaten und Computerspielen"

Infinity Wards Modern Warfare 2 sei "Dank", steht das leidige Thema "Killerspiele" momentan wieder ganz oben auf der Agenda diverser, nicht nur branchenfremder Publikationen. So auch bei der in Potsdam ansässigen Märkischen Allgemeinen (MAZ), [url=http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11684384/64289/In-der-digitalen-Welt-gelten-andere-Gesetze-als.html]die in einem aktuellen Artikel zum Thema[/url] allerdings nicht nur die altbekannten, klischeebehafteten Argumente der Computerspiele-Kritiker wiederkäut, sondern eine wirkliche Kompetenz auf dem Gebiet zu Wort kommen lässt: Dr. Stephan Günzel vom [url=http://www.digarec.org/]Potsdamer Zentrum für Computerspielforschung[/url] (Digarec).[IMG=1231944]Der studierte Philosoph vertritt dann auch eine eher differenzierte Sicht der Dinge und sieht keinen Zusammenhang zwischen der Begehung von Gewalttaten und dem Spielen gewalthaltiger Computerspiele. Viel eher sei es sogar so, dass vorhandene Gewaltphantasien im Spiel ausgelebt werden könnten. [br] [br]Auch den sorglosen Umgang mit dem populistischen Begriff des "Killerspiels" sieht Günzel kritisch, da sinnlose Anwendung von Gewalt fast nie Inhalt von Computerspielen sei. Die Rahmenhandlung eines Spiels liefere in fast allen Fällen eine, wie auch immer geartete Legitimation, für das Geschehen auf dem Bildschirm. [br] [br]Befragt zum Thema Suchtgefahr von Computerspielen (laut einer Studie des [url=http://www.kfn.de/home.htm]Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen[/url] sind 3% der männlichen Neuntklässler betroffen), antwortet er, dass insbesondere Online-Rollenspielen wie World of Warcraft, durchaus eine solche bergen würden. Es existierten durchaus Fälle, in denen Spieler die virtuellen Welten bereits dem -neudeutsch- "Real Life" vorziehen würden. Grund sei, dass im Spiel, im Gegensatz zur Wirklichkeit, meist nur das Treffen von äußerst simplen Entscheidungen gefragt sei ("Schiessen? - Ja./Nein."). [br] [br][ivwgallery]

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