Guild Wars leistet ja vieles, doch kann es auch eine spannende Geschichte erzählen? Nightfall versucht es jedenfalls - und schlägt sich tapfer!
Wer bislang noch nichts von Guild Wars gehört hat, besitzt entweder eine Abneigung gegen Online-Rollenspiele oder verbringt ganz einfach zu viel Zeit in World of Warcraft. Zu welcher Gruppe Sie sich auch zählen: Nightfall wird Ihnen Spaß machen. Nicht weil es besser oder gar das Gleiche ist wie Blizzards Online-Platzhirsch, sondern weil Arena Net mit dem dritten Kapitel der Guild Wars-Reihe abermals neue Akzente setzt und dabei dem beliebten Grundkonzept so treu bleibt, dass es Neueinsteiger genau wie alte Hasen zufriedenstellt.
Kein WoW für Arme!
Eines vorweg: Wo Guild Wars draufsteht, ist auch wirklich kein World of Warcraft drin. Nightfall lässt das Prinzip der Reihe unangetastet und bietet wieder eine riesige Welt zum Erkunden, die jedoch - bis auf Städte und Außenposten - komplett instanziert ist. Das bedeutet, Sie begegnen in der Wildnis keiner Menschenseele, sind nur mit einer Party aus computergesteuerten Begleitern oder Mitspielern unterwegs.
Auch typische Rollenspielelemente wie komplexe Charakterentwicklung, die Jagd nach wertvoller Beute oder Handwerksberufe sind in Guild Wars nur rudimentär ausgebildet. Es geht eher um das Absolvieren kooperativer Missionen und das Erbeuten neuer Fertigkeiten - Ihre wichtigsten Werkzeuge in den Spieler-gegen-Spieler-Duellen (PvP), die derart gut ausbalanciert und professionell spielbar sind, dass jährlich eine hochdotierte Weltmeisterschaft stattfindet.
Was macht Nightfall besser?
Anders als in Factions steht diesmal die Rollenspielkampagne im Mittelpunkt. Es soll eine Geschichte erzählt werden, die man auch ohne andere Mitspieler genießen kann, ohne vor lauter Einsamkeit in Richtung Azeroth zu schielen. Die Handlung in groben Zügen: Sie spielen einen Rekruten der sogenannten Sonnenspeere, einer militärischen Truppe auf der Insel Istan. Vom Festland Elona, dem riesigen, orientalisch-afrikanisch gestalteten Kontinent in Nightfall, droht Gefahr aus dem Hause Kourna. Die dortige Kriegsherrin Varesh ist ein Bündnis mit Dämonen eingegangen, um den bösen Gott Abaddon zu befreien. Es kommt zum offenen Krieg zwischen den Völkern - und Sie sind mittendrin.
Was abgedroschen klingt, wird immerhin ordentlich erzählt, zumindest wenn man die Storypräsentation mit der von Factions und Prophecies vergleicht: Charaktere bewegen endlich ihre Lippen, die deutschen Synchronstimmen klingen nicht so hölzern und regelrecht albern wie in den anderen Teilen und Zwischensequenzen kommen häufiger zum Einsatz. Dennoch: Nightfall ist kein Ersatz für Rollenspiel-Schwergewichte vom Schlage eines Neverwinter Nights 2, denn die Handlung kommt nur langsam in Fahrt und wird die meiste Zeit über in teils winzigen Textfenstern erzählt, die man sich kaum durchlesen mag.
Missionen und Quests sind dafür interessanter als in Prophecies. Gelegentlich muss man sich zwischen zwei Begleitern entscheiden oder man schleicht sich im Feindeskostüm in eine gegnerische Festung ein. Hin und wieder gibt es sogar witzige Nebenaufgaben, auf einem Fest etwa, bei dem man sich mit Wettrinken oder Tanzen vergnügen darf. Das alles ist nicht aufregend neu und entlockt gerade Guild Wars-Veteranen kaum mehr als ein müdes Lächeln, gleichwohl nutzt Nightfall die beschränkten Möglichkeiten der grundlegenden Spielmechanik ganz, um zumindest stellenweise kurzes Rollenspielfeeling aufflackern zu lassen.
Sinnvoll nachgebessert
Um dem sogenannten "Rushen" durch Missionen entgegenzuwirken, muss man sich nun erst durch Quests und Kämpfe gewisse Ränge verdienen, bevor man die nächsten Aufträge beginnen kann. Ferner lassen sich manche Waffen neuerdings mit Inschriften versehen, um deren Eigenschaften zu verbessern, und das Wiederverwertungswerkzeug erhält eine Abfrage, welches Element man zuerst aus einem Gegenstand gewinnen möchte, beispielsweise die neuen Fokus-Kerne. Super: Endlich lassen sich Fertigkeitenlisten und ganze Skillungen, sogenannte "Builds", als Vorlage abspeichern. Das umständliche "Umskillen" zwischen Missionen oder PvP-Kämpfen hat damit ein Ende.
Dieses Feature ist besonders wichtig, wenn es um Helden geht, die wichtigste und beste spielerische Neuerung von Nightfall: Ähnlich wie Ihre altbekannten Gefolgsleute begleiten Sie diese durch die Handlung, allerdings mit dem großen Unterschied, dass Sie Helden gezielt ausrüsten, umskillen und rumkommandieren dürfen! Bis zu drei solcher Begleiter dürfen Sie gleichzeitig in Ihrer Gruppe haben. Wer sich noch einen weiteren Mitspieler sucht, hat somit bereits eine Party zusammen, die wesentlich effektiver agiert als noch in Factions.
Neue Gesichter
Auch Nightfall bringt zwei zusätzliche Klassen ins Spiel: den sensenschwingenden Derwisch und den speerwerfenden Paragon. Ersterer ist ein schwach gepanzerter Nahkämpfer, der mehrere Feinde gleichzeitig schädigt, während der Paragon eher im Hintergrund steht und die Gruppe mit Kampfschreien motiviert. Während unseres Tests kamen beide zum Einsatz, wobei uns der Derwisch mit seinen geschmeidigen Animationen und der actionbetonten Spielweise etwas besser gefällt. Die zwei Klassen sind fair ausbalanciert, was vor allem im PvP entscheidend ist. Hier bietet Nightfall lediglich Heldenkämpfe als Neuerung, in denen ein Spieler mit jeweils drei Helden gegen einen anderen Spieler antritt. Die meist kurzen Partien sind spaßig und taktisch, fallen aber - und das war klar - gegenüber dem üppigen PvP-Angebot aus Factions ab.
Trotz weniger Neuerungen wieder ein unverwüstlich gutes Online-Rollenspiel!
Nightfall ist ein wunderbarer Spielplatz für Neueinsteiger. Gerade dank der Helden bin ich noch unabhängiger von anderen Spielern und kann mich theoretisch durch die riesige Kampagne schnetzeln, ohne auch nur ein Wort mit jemandem zu wechseln. Keine schlechte Sache, wenn man bedenkt, dass Arena Net es immer noch nicht hinbekommen hat, ein vernünftiges Tool für die Gruppensuche zu entwickeln. Punktabzug! Wer sich mit Guild Wars aber bereits auskennt oder großen Wert auf PvP-Kämpfe legt, sollte sich den Kauf vielleicht noch mal überlegen. Nightfall hat zwar eine schöne Kampagne, doch erwarten Sie keine Wunder: Sie werden sich keine Fingernägel abkauen und auch nicht den Tod eines Nichtspielercharakters beweinen. Hin und wieder kommt zwar Tempo auf, aber keine echte Dramatik. Das Spiel ist daher kein Meilenstein der Reihe und bringt weniger Innovationen mit als Factions - braucht sich aber dennoch nicht hinter seinen Vorgängern zu verstecken. Und da keine monatlichen Gebühren anfallen, dürfen auch Impulskäufer ruhigen Gewissens zugreifen.
Der Vergleich mit WoW kommt daher zustande, dass extrem viele Menschen eben genau dieses Spiel spielen - und wir immer wieder gefragt werden, ob Guild Wars genauso ist. Die Wertung ergibt sich jedoch einzig und allein aus der Motivationskurve - und nicht etwa aus einem Vergleich mit WoW. Genausowenig bewerten wir, ob monatliche Gebühren anfallen oder nicht - für den Spielspaß ist das völlig unerheblich.
Felix PC Games
Oh eine Redaktionsantwort
also ich finde es schon ein Argument für die Bewertung ob das Spiel monatliche Gebühren hat oder nicht
Ausserdem geht das Spiel mit allen Einstellungen auf max auf einen 1,0 Ghz mit einer Geforce 4 ( mein Altes System mit dem ich teil 1 und 2 gespielt habe )was in meinen Augen auch irgendwie in die Bewertung gehört (was man warscheinlich nicht kann) und bugfrei ist es auch ......
wegen der Motivation mich motiviert nightfall mehr wie oblivion, gotic 3 hab ich noch nicht gespielt (will alles sehen und alle quest machen
finde einfach eine 90 wäre schon super für das Game
Ich hätte auch gerne das Batmobil in NFS Carbon, gibt es aber nicht darum 10 Punkte weniger beim gameplay
DAS SPIEL IST SUPER SPIELE ES SCHOM ÜBER EIN JAHR (ALLE 3 TEILE) UND VOR ALLEM ES FALLEN KEINE GEBÜHREN AN DAS IST DAS GEILSTE
aber es geht ja nicht um WOW schon klar und darum muß es schlecht bewertet werden
Der Vergleich mit WoW kommt daher zustande, dass extrem viele Menschen eben genau dieses Spiel spielen - und wir immer wieder gefragt werden, ob Guild Wars genauso ist. Die Wertung ergibt sich jedoch einzig und allein aus der Motivationskurve - und nicht etwa aus einem Vergleich mit WoW. Genausowenig bewerten wir, ob monatliche Gebühren anfallen oder nicht - für den Spielspaß ist das völlig unerheblich.