Dieses Spiel ist wie ein Monumentalfilm aus den 60ern. Es geht um große Reiche, große Herrscher, große Armeen. Und um verdammt große Schlachten!
Kommen wir gleich auf den Punkt: Medieval 2: Total War hat nichts, aber auch gar nichts mit Popcorn-Strategie à la Command & Conquer oder Age of Empires gemein. Man gewinnt hier nicht, weil man in 60 Sekunden 300 Kommandos per Tastaturkürzel rausfeuert oder mit einem überzüchteten Testosteron-Helden alles niedermäht. Man gewinnt, weil man im Vorfeld die richtige Strategie gewählt hat: Gelände, Wind und Wetter zu seinem Vorteil nutzt, die Stärken des Gegners und die eigenen Schwächen kennt. Und weil man warten kann. Warten auf den richtigen Moment, in dem die eigene Kavallerie wie die Faust eines Boxers in die Flanke des Feindes rauscht und Schilder, Rüstungen, Schwerter, Knochen und die Siegesträume des Gegners zerbrechen lässt wie morsches Holz.
Hollywood interaktiv
Medieval 2: Total War (jetzt kaufen 49,95 € ) ist genau wie seine Vorgänger Medieval und Rome ein Mix aus Runden-Strategie und Echtzeit-Schlachten, wobei der Strategieteil bei fortschreitender Spieldauer klar überwiegt. Anders als in Schlacht um Mittelerde 2 können Sie in den Echtzeit-Kämpfen keinerlei Gebäude bauen und weitere Einheiten produzieren, sondern müssen mit den Truppen klarkommen, die Sie mit in die Schlacht genommen haben.
Das Ganze spielt sich ein bisschen so, als würde man zusammen mit Freunden eine Runde Risiko daddeln, während nebenbei im Fernseher Braveheart oder Troja läuft: Jeder grübelt konzentriert über seinen nächsten Zug, aber sobald die grandiosen Schlachtszenen laufen, schauen alle für ein paar Minuten fasziniert in die Flimmerkiste.
Geschichte, ja bitte!
Die Solokampagne von Medieval 2 startet im Jahr 1080 und endet 1530, umfasst also die Epoche des Hochmittelalters. Zur Wahl stehen zunächst fünf Völker: Engländer, Franzosen, Spanier, Portugiesen und das Heilige Römische Reich, sprich die Deutschen. Je nach Volk und Länge der Kampagne sind die Ziele unterschiedlich: Für die "große" Kampagne sind 45 Länder sowie besondere Städte wie Jerusalem oder Rom einzunehmen. Damit allein ist man mindestens 50 Stunden beschäftigt. Für die "kleine" Tour reichen 15 Länder - das schaffen Profis in knapp 20 Stunden. Hat man erst mal eine Kampagne erfolgreich abgeschlossen, darf man auch auf Seiten der Schotten, Türken oder Byzantiner spielen - macht insgesamt 17 Völker.
Der Schwierigkeitsgrad lässt sich separat für Runden-Strategie- und Echtzeit-Modus einstellen; Total War-Veteranen sollten gleich den allerhöchsten Schwierigkeitsgrad wählen, sonst droht akute Unterforderung. Neben den Kampagnen bietet Medieval 2 noch die Möglichkeit, historische Schlachten wie jene um Hastings im Jahr 1066 nachzuspielen oder sich eigene Gefechte anhand von Parametern wie Volk, Gelände, Jahreszeit, Wetter und technologische Ausbaustufe zusammenzustellen. Ungeduldige drücken auf die Option "Schnelle Schlacht" und überlassen alles dem Zufall. Alle drei Möglichkeiten beschränken sich freilich nur auf den Echtzeit-Kampf, eine Planungsphase wie im Runden-Strategie-Modus der Kampagne entfällt.
Von langer Hand geplant
Die meisten spielerischen Neuerungen gegenüber den Vorgängern haben die Entwickler am Strategie-Modus vorgenommen. Die wahrscheinlich wichtigste Änderung neben dem mittelalterlichen Szenario sind die beiden unterschiedlichen Siedlungstypen: In Rome: Total War waren Städte sowohl für wirtschaftliche als auch militärische Belange zuständig. In Medieval 2 übernehmen Burgen nun größtenteils die Ausbildung und Aufwertung der Truppen.
Die neuen Festungen besitzen auch eine wichtige strategische Bedeutung: Weil sie schwer zu erobern sind, muss man sich genau überlegen, in welchem Land man eine Burg oder eine Stadt platziert. Zwar lassen sich Burgen jederzeit in Städte verwandeln, diese allerdings nur bis zur Ausbaustufe "Stadt" zurück in eine Burg. Ob Sie aus dem kleinen Fischerdorf an der französischen Mittelmeerküste eine blühende Handelsmetropole oder einen militärischen Stützpunkt mit Hafen für zukünftige Eroberungsfeldzüge machen, ist daher nur eine der zahlreichen strategischen Entscheidungen, die sich erheblich auf den Verlauf der Kampagne auswirken.
Simpel, aber gut
Burgen wie Städte lassen sich stets auf die gleiche Weise ausbauen: Man wählt aus einer Liste Gebäude wie Kirchen, Bordelle oder Kasernen aus, und je nach Typ ziert das Bauwerk ein paar Runden später die Siedlung. Das war's. Forschung im Stil von Civilization gibt es nicht, alle Parteien im Spiel können bis auf ein paar wenige Ausnahmen dieselben oder zumindest vergleichbare Gebäude errichten. Die technologische Stufe - Städte besitzen sechs, Burgen bringen es auf fünf - bestimmt, welche Art von Gebäuden Sie errichten dürfen.
Diese ist wiederum nur davon abhängig, wie viele Menschen in einer Siedlung leben. Sie merken schon, der Aufbauteil von Medieval 2 ist wirklich simpel. Trotzdem hält er einen auf Trab; selbst wenn man im Laufe einer Kampagne sämtliche Gebäude aus der Bauliste errichtet, freut man sich doch jedes Mal aufs neue über stärkere Festungsmauern, größere Häfen oder bessere Ausbildungsstätten für die eigenen Soldaten.
Dennoch gibt es Gebäude, die in Städten unbedingt als Erste auf die Bauliste wandern sollten, um Unruhen und Aufstände zu vermeiden. Beispielsweise Kirchen oder Moscheen, wichtige Instrumente im Kampf gegen Ketzerei oder falschen Glauben. Denn die Zufriedenheit der Menschen hängt stark davon ab, welcher Religion sie anhängen und ob gerade ein schäbiger Ketzer oder eine knorrige alte Hexe durch die Lande streift und die Menschen aufwiegelt.
Hier kommen die eigenen Agenten ins Spiel: Eine Vielzahl unterschiedlicher Spielfiguren sorgt dafür, dass die diplomatische Seite von Medieval 2 nicht zu kurz kommt. Attentäter können beispielsweise andere unliebsame feindliche Agenten wie Diplomaten, Generäle oder Spione ausschalten, für religiöse Übeltäter wie den eingangs erwähnten Ketzer ist auch ein Priester geeignet. Über Prinzessinnen und Diplomaten verhandelt man mit anderen Völkern, Spione besorgen wichtige Informationen und besitzen die Chance, die Tore feindlicher Siedlungen im Falle einer Belagerung zu öffnen, wenn man sie vorher dort einschmuggelt.
Bete oder brenne!
Über allem Irdischen thront in Medieval 2 der Papst. Politisch ist er die mächtigste Institution im Spiel und als guter Christ sollte man darauf bedacht sein, den Pontifex nicht zu verärgern. Sonst schickt er Inquisitoren, die den Aggregatzustand der eigenen Agenten per Scheiterhaufen von fest in gasförmig verwandeln. Allerdings wacht der Papst auch aufmerksam über seine Schäfchen: Sobald sich zwei christliche Staaten zu sehr in die Haare kriegen, meldet er sich zu Wort und untersagt alle kriegerischen Aktionen für einen bestimmten Zeitraum.
Wer sich darüber hinwegsetzt, wird exkommuniziert und somit zum Freiwild für andere christliche Landesfürsten. Die ultimative Bestrafung in Form eines Kreuzzuges droht übrigens nicht nur heidnischen Turbanträgern aus dem Fernen Osten, sondern im Falle einer Exkommunikation auch dem Spieler. Überlegen Sie es sich daher genau, den Heiligen Vater über Gebühr zu provozieren.
So schaut's aus
Nach sechs Seiten mit atemberaubend schönen Screenshots noch große Worte über die Grafik zu verlieren, wäre Platzverschwendung. Dass die Entwickler Großartiges geleistet haben und das Spiel angesichts der Menge an Soldaten und dem umwerfenden Detailgrad noch einigermaßen flüssig auf Mittelklasse-PCs läuft, verdient Respekt. Und einen Award. Genauso wie Musik und Sound. Die orchestrale Untermalung der Schlachten passt sich stellenweise an das jeweilige Land und die Situation in der Schlacht an, beispielsweise klappern in spanischen Ländereien Kastagnetten um die Wette.
Überhaupt hat es was Cineastisches, den Schlachten in Medieval 2 zuzuschauen. Kämpfer blocken, schlagen, parieren, weichen zurück oder sacken getroffen zusammen, Mauern zerbröseln krachend, genau wie der versehentlich getroffene Kirchturm im Innern einer Festung. Rüstungen schimmern in der Abendsonne, Brandgeschosse tauchen Nachtgefechte in ein unheilvolles Licht ... aber gut, wir wollten ja nicht mehr über die Grafik schreiben.
Dafür über das, was nicht so gelungen ist. KI-Aussetzer beispielsweise, die manche Gefechte zu taktischen Nullnummern degradieren, weil sich die Gegner nicht ordentlich zur Wehr setzen. Und die neuen Zufalls-Missionen, welche sich schon nach ein paar Runden eher als lästig herausstellen, weil die Belohnung oft nicht der Mühe lohnt. Doch mal ehrlich: Wer bei diesem Spiel nicht die Lust hat, die Geschichte selbst neu zu schreiben, sondern eine lineare 08/15-Story nachspielen will, sollte bei den Popcorn-Titeln bleiben.

Schade!
Ärgerlich!
Super!
Eine "super" grund-idee, eigentlich genau das was ich gerne ganze wochenenden lang spielen würde!
Aber "ärgerlicherweise" wird durch die miserable ki das ganze spiel zerstört! Die unachvollziehbare wegfindung auf der übersichts karte ist schon schlimm genug, aber wenn man schlachten verliert weil die truppen sich schlicht weigern die befehle auszuführen und lieber hin und her laufen, oder im kreis, oder auf halben weg stoppen, oder sich gar nicht bewegen...dann ist dieses spiel einfach nicht spielbar!!!
Und das ist, wenn man sich das theoretisch mögliche ansieht, "schade" sehr, sehr, sehr, sehr, sehr "SCHADE"!!!
Also ich spiele das Spiel seit ner Woche (du hast es nicht zufällig aus der Computer-Bild-Spiele, oder? *g*) und habe bisher keinen deiner Punkte miterlebt. Bei mir stoppen die Einheiten nach ner Zeit bei längeren Wegen auch, aber nur, wenn eine gegnerische Einheit sie blockiert (Blockaden sind mehr oder weniger ein wichtiger Teil des Spiels). Bei den Schlachten muss ich sagen: Ich lasse die immer automatisch entscheiden, weil ich mich das Mittelalter nur als Strategie-Szenario fasziniert. Für richtige Kämpfe ziehe ich dann etwas modernes vor, Codename: Panzers z.B. Aber gestern habe ich eine Schlacht aus Spaß mal geschlagen, weil ich vom HRR angegriffen wurde, kurz nachdem ich denen Frankfurt abgekauft hatte. Zack standen die Jungs vor meiner Tür und wollten die Stadt zurückerobern, obwohl ich ihnen zehn runden 2000 Gulden Tribut zahlen wollte ... na ja, dachte ich mir, kein Thema. Hab ich dann ordentlich Einheiten noch gebaut, sollten noch 7 Runden bis zur Kapitulation sein. Eine Runde später (!) greifen die mich an, Armeeverhältnis 1:1, nach 5 maligem Neuladen immer eine klare Niederlage (die KI hatte da vorher 3 Katapulte und 1 Balliste gebaut ... also als noch das HRR da regiert hat). Dann habe ich aus Spaß mal die Schlacht so geschlagen und hab auch herausgefunden, was das Problem war ... die KI hatte dort vorher keine Bogenschützen rekrutiert. Die Positionierung der Einheiten jedoch ist etwas merkwürdig. Ich wollte die Katapulte umstellen und erst nach 5 Sekunden werden sie wirklich umgestellt.
An für sich finde ich das Spiel hammergeil, erinnert mich daran, demnächst nochmal Europa Universalis zu installieren. Das einzige Problem, was ich habe, ist die dämliche Kamerasteuerung wenn man dann doch mal eine Schlacht schlagen möchte. Da steuer ich inzwischen mit den Pfeiltasten besser als mit der Maus ...
Schade!
Ärgerlich!
Super!
Eine "super" grund-idee, eigentlich genau das was ich gerne ganze wochenenden lang spielen würde!
Aber "ärgerlicherweise" wird durch die miserable ki das ganze spiel zerstört! Die unachvollziehbare wegfindung auf der übersichts karte ist schon schlimm genug, aber wenn man schlachten verliert weil die truppen sich schlicht weigern die befehle auszuführen und lieber hin und her laufen, oder im kreis, oder auf halben weg stoppen, oder sich gar nicht bewegen...dann ist dieses spiel einfach nicht spielbar!!!
Und das ist, wenn man sich das theoretisch mögliche ansieht, "schade" sehr, sehr, sehr, sehr, sehr "SCHADE"!!!
mich überzeugt Medieval nicht so wirklich, obwohl ich auch wieder sagen muss das es schon ein gutes Spiel ist nur es fesselt mich einfach nicht an den PC ich freue mich nicht wenn ich aus der Schule komme und im Bus sitze gleich zuhause eine runde medieval 2 zu spielen und genau so etwas muss ein klasse spiel schon bringen sonst gehört es nicht zu meiner favouriten liste