Login
Passwort vergessen?
Registrieren
Test

Age of Empires 3: The Warchiefs


Oliver Haake
Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Wir überraschen eine Gruppe US-Soldaten mit schnellen Reitern und einigen Speerkriegern. In der Prärie ist Kavallerie von Vorteil. Quelle: Microsoft/Relic Entertainment

Wer hätte das gedacht? Die Ensemble Studios schießen ein Add-on mit spannender und historisch halbwegs korrekter Story nach.

Wir überraschen eine Gruppe US-Soldaten mit schnellen Reitern und einigen Speerkriegern. In der Prärie ist Kavallerie von Vorteil. Wir überraschen eine Gruppe US-Soldaten mit schnellen Reitern und einigen Speerkriegern. In der Prärie ist Kavallerie von Vorteil. Genau ein Jahr ist es her, dass Teil 3 der Age of Empires-Serie erschienen ist. Bombastgrafik, ein wie immer gelungenes Flair und einen Soundtrack mit Ohrwurmqualität warfen die Ensemble Studios in die Waagschale. An einem Punkt haperte es jedoch: die Kampagne. Offenbar vom Erfolg des fantasiereichen Age of Mythology inspiriert, bastelten Bruce Shelley und seine Mannen eine historisch unhaltbare Geschichte rund um einen Geheimbund und einen Jungbrunnen.

Indianerkrieg? Fehlanzeige. Kämpfe gegen Rotröcke im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg? Fehlen ebenfalls. Dazu sind viele Missionen derart uninspiriert, dass selbst eingefleischte Age-Fans während der Kampagne von Durststrecken geplagt wurden. Gott sei Dank haben sich die Ensemble Studios die Kritik zu Herzen genommen und liefern mit dem Add-on The Warchiefs genau die Art von Gameplay, die die Age-Serie bedeutend gemacht hat.

Der Spieler nimmt in zwei Akten am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775 bis 1783) und an der Eroberung des Wilden Westens ein Jahrhundert später teil. Wie im Hauptspiel stammen die Protagonisten aus der Familie Black. Nathaniel Black zieht es wider Willen in den aufflammenden Konflikt zwischen amerikanischen Kolonisten und Briten hinein, als sein Vater von Rotröcken getötet und seine Mutter entführt wird. Als guter Patriot schlägt er sich auf die Seite der Kolonisten und hilft Revoluzzer George Washington höchstpersönlich.

Na endlich

Die Belagerung Yorktowns ist der Höhepunkt des ersten Akts. Schlagen Sie die Briten endgültig! Die Belagerung Yorktowns ist der Höhepunkt des ersten Akts. Schlagen Sie die Briten endgültig! Von der ersten Mission an machen die Entwickler klar, dass im Add-on ein anderer Wind weht. Die Aufgaben sind etwas schwerer, abwechslungsreicher und vor allem ist es mit dem Jungbrunnen-Gesülz endlich vorbei. In der historisch begründeten Valley-Forge-Mission zum Beispiel retten Sie Washingtons Armee vor den Briten, der Kälte und dem Hungertod! Dabei haben Sie zu Beginn nicht einen einzigen Siedler zur Verfügung. Die lebenswichtigen Ressourcen müssen Sie Stück für Stück mit Ihren beiden Helden - Nathaniel Black und George Washington - auf der Karte finden und erobern.

Erst später erhalten Sie Nachschub, um Ihre Armee und Basis auszubauen und die englischen Truppen zu schlagen. Neben arroganten Briten ziehen auch hessische Söldner plündernd durch die neue Welt. Der deutsche Oberst Küchler mimt den klassischen Oberfiesling. Auch Lord Charles Cornwallis fehlt nicht, hierzulande durch Mel Gibsons Hollywood-Schinken Der Patriot bekannt. Den britischen Meisterstrategen dürfen Sie in der Schlacht von Yorktown mit Hilfe der Franzosen schlagen. Ein gelungenes Ende eines spannenden Aktes.

Indianer!

Die französische Flotte geht Ihnen zur Hand. Englische Küstenstellungen halten dem Angriff nicht stand. Die französische Flotte geht Ihnen zur Hand. Englische Küstenstellungen halten dem Angriff nicht stand. Wann aber kommen die Rothäute ins Spiel? Nathaniel, Held des ersten Aktes, ist selbst ein Halbblut und so wird er tatkräftig von seinem Stamm - den Irokesen - unterstützt. In jeder Mission stehen Ihnen neben Musketieren auch Tomahawk-Krieger bei. Dazu wurden viele Gebäude optisch überarbeitet und erweitert. Auf Farmen wächst in The Warchiefs nicht nur Korn, Sie können hier auch Schlachtvieh züchten.

Zudem sind vormals nur auf dem Marktplatz verfügbare Nahrungs-Upgrades jetzt direkt über die Bauernhöfe zu erforschen. Brandneu ist die Feuergrube, um die herum bis zu 25 Indianer um göttlichen Beistand beten. So richten - je nach Gebet - Bogenschützen mehr Schaden an oder Einheiten werden schneller ausgebildet. Es gibt natürlich auch neue Heimatstädte. Die von Weißen bevölkerten Metropolen versorgen Siedler und Ureinwohner mit Nachschubkarten. So verflechten die Ensemble Studios geschickt europäische Einwanderer mit amerikanischen Ureinwohnern.

Im zweiten Akt der Kampagne geht es sogar noch indianischer zu. Sie schlüpfen in die Rolle des Enkels Chayton Black, der an der Spitze der Falcon Company den Wilden Westen erschließt. Unversöhnliche Stammesmitglieder der Sioux und einige Desperados wollen das jedoch verhindern.

Technisch konkurrenzfähig?

Im Valley Forge treffen Sie auf George Washington. Im Valley Forge treffen Sie auf George Washington. Vor einem Jahr war Age of Empires 3 technisch das Echtzeit-Strategiespiel überhaupt. Mittlerweile haben Company of Heroes und Paraworld die Messlatte etwas angehoben. Trotzdem überzeugt uns die Optik von The Warchiefs. Spielwelt, Figuren und Animationen besitzen immer noch reichlich Charme. Musikalisch braucht sich die Erweiterung auch nicht zu verstecken. Die orchestrale Untermalung ist zwar fast eins zu eins vom Hauptspiel übernommen, das macht aber angesichts der zeitlosen Musik nichts. Die Soundeffekte und Sprachausgaben sind gewohnt atmosphärisch.

Bildergalerie

Age of Empires 3: The War Chiefs (PC)

Wertung:

9.0/10
Pro & Contra
Gelungene Kampagne in zwei AktenDrei neue und interessante VölkerVölkersymbiose aus Siedlern und IndianernWirtschaftskreislauf wurde optimiert
Nur etwa zwölf Stunden Spielzeit
Meinung
  • Avatar Oliver Haake Mitglied Das Add-on ist so geworden, wie ich es mir erhoffte: historisch genauer und spannend. Warum haben die Ensemble Studios nicht schon für Age of Empires 3 so eine schöne Kampagne entworfen? Gut, sie haben der Versuchung nachgegeben, mal etwas anderes auszuprobieren und diese Jungbrunnen-Geschichte gezeichnet. Aber das wollen Age of Empires-Fans wie ich nicht! Wenigstens das Add-on fällt so aus, wie ich es mir vorgestellt habe. Eine auf historischen Fakten basierende Story, selbst wenn nicht alles derart exakt abläuft, wie es in den Geschichtsbüchern steht. Aber das ist eben Age-Tradition. Wen interessiert schon der Kirschbaum von George Washingtons Vater? Dazu gefällt mir die Symbiose aus Indianerstämmen und Siedlern äußerst gut. Nur die Spielzeit könnte etwas länger sein. Für die insgesamt 15 Missionen haben wir lediglich zwölf Stunden gebraucht.

Artikel teilen

Reddit

Facebook

WhatsApp

b_pcg_ArticlePage_Default