Testbericht

07.03.2001 15:51 Uhr

Die Würfel sind gefallen

Star-Trek-Spiele: ein unendliches Drama. Doch endlich scheint ein Hersteller auf Qualität anstatt nur auf einen Namen zu setzen.

PC Games-
Spielspaß-Wertung
80%
Durchschnittliche
Lesertestwertung:
        
75 %

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Echtzeitstrategie im Weltall - seit Sierras 3D-Overkill Homeworld verursacht diese Vorstellung bei so manchem Spieler Schweißausbrüche. Wie gut man auf die dritte Dimension verzichten kann, beweist eines der ersten hochwertigen Star Trek-Spiele.
Das Weltall. Unendliche Weiten. Viel Platz für Machtgelüste, Intrigen und fulminante Raumschiffschlachten. All dies findet sich in Star Trek: Armada, einem in der Das-nächste-Jahrhundert-Staffel angesiedelten Echtzeitstrategiespiel. Da gibt es machtbesessene Klingonen, die sich offen gegen ihr eigenes Reich stellen, dubiosen Besuch aus der Zukunft, eine Offensive der Borg, verunsicherte Romulaner und etliches mehr. Die Hintergrundgeschichte, welche die einzelnen Missionen zusammenhält, ist derart umfangreich, dass Paramount Pictures damit etliche Folgen der TV-Serie hätte füllen können. Bei Star Trek: Armada reichte das Material gerade einmal für 20 Missionen - die haben es dafür in sich. Zunächst leitet man die Geschicke diverser Raumschiffe und Außenposten der Föderation und wird dabei in die Handlung eingeführt: Die Borg planen angeblich einen verheerenden Angriff auf die Föderation und haben erste Sektoren bereits in Schutt und Asche gelegt. Nur gemeinsam mit teils feindlichen Rassen besteht die Chance, den Vorstoß der Borg abzuwehren. Die Klingonen sind jedoch anderweitig beschäftigt: Wieder einmal möchte sich einer der ihren durch einen Putsch an die Spitze des Reichs setzen. In den zweiten fünf Missionen ist man daher damit beschäftigt, den Abtrünnigen und seine Gefolgschaft zu bekämpfen und die Einheit des Reichs wiederherzustellen. In den folgenden Missionen Übernimmt man die Leitung der Romulaner, die an einem wichtigen Waffensystem forschen. In den letzten fünf Missionen befindet man sich schließlich auf Seiten der Borg, was für so manche Überraschung sorgt.
Natürlich handelt es sich bei Star Trek: Armada in erster Linie um ein Echtzeitstrategiespiel und die Hintergrundgeschichte ist Nebensache. Die Missionen finden im Weltall statt, dennoch spielt man auf einer Ebene - auf verwirrende Schlachten im dreidimensionalen Raum, die beispielsweise bei Sierras Homeworld so manchen Spieler zur Verzweiflung gebracht haben, wurde verzichtet. Ein typisches Spiel läuft folgendermaßen ab: Zunächst baut man mit einem von Beginn an vorhandenen Konstruktionsschiff eine Raumstation und beamt etliche Tausend Crew-Mitglieder sowie einige Hundert Offiziere an Bord. Anschließend muss man für Baumaterial sorgen, das von Monden abgebaut werden kann. Dazu benötigt man eine Dilithium-Fabrik, die möglichst in der Nähe eines Mondes gebaut werden sollte. Die Gewinnung des Rohstoffs geschieht fortan automatisch. Sobald die Grundversorgung sichergestellt ist, gibt es zahllose Möglichkeiten, die Lager wieder zu leeren: Abhängig von der Rasse, für die man gerade spielt, können bis zu zwölf Gebäude- und bis zu 20 Raumschifftypen gebaut werden. Damit man nicht in Versuchung kommt, die Sektoren mit riesigen Raumschiffflotten zu füllen, hat sich Activision ein interessantes Limitierungssystem einfallen lassen. Jedes Raumschiff und jede Raumstation kostet nicht nur gehörig Dilithium (das nur in endlicher Menge vorhanden ist), sondern muss mit Crew-Mitgliedern und Offizieren bemannt werden. Vor allem die Offiziere schränken die Anzahl der Bauten ein, da jeder von ihnen auf einem eigenen Apartment in der Raumstation besteht und diese nur geringe Kapazitäten hat.
Also macht man mit kleinen Verbänden StreifzÜge durch den Sektor, deckt den Nebel des Krieges auf und trifft dabei auf feindliche Schiffe. Diese werden sofort von den eigenen angegriffen, was der in sämtlichen Star-Trek-Filmen vermittelten Grundhaltung, den Kampf als die Ultima Ratio zu sehen, widerspricht. Es gibt weder Verhandlungen noch die Möglichkeit des Rückzugs, der Spieler kann lediglich den Einsatz von Spezialwaffen (Gravitätsminen, Assimilationsstrahlen etc. ) bestimmen. Die friedlichste Möglichkeit, einen Gegner zu bezwingen, ist die interessanteste und gleichzeitig die schwierigste: Sobald die Schilde des feindlichen Schiffs wirkungslos geworden sind, kann man die eigene Besatzung an Bord des beschädigten Schiffes beamen. Von dem dort entstehenden Kampf bekommt man nicht viel mit, irgendwann hat aber eine Partei keine Crew mehr und ein Schiff weniger. Leider stellen die eigenen Schiffe nicht automatisch das Feuer auf das umkämpfe Objekt ein, so dass man unter Umständen Hunderte der eigenen Leute tötet.
Landschaften gibt es im Weltall natürlich nicht, dennoch haben es die Programmierer geschafft, einigermaßen abwechslungsreiche Missionen zu gestalten. Meteoritenfelder, Wurmlöcher und unterschiedlichste Nebel wurden zu optisch eintönigen, spielerisch aber recht interessanten Raumsektoren kombiniert. Vor allem letztere lassen sich auch taktisch nutzen: grüne Nebel beschleunigen beispielsweise die Reparatur der Schiffe, blaue legen hingegen die Elektronik lahm. Besonders sinnvoll lässt sich dies in den Missionen einsetzen, in denen man keine Basis hat oder ein einzelnes Raumschiff unbeschadet durch einen Sektor führen muss. Damit erschöpfen sich bereits die spielerischen Besonderheiten, die Star Trek: Armada zu bieten hat. Im Vergleich zu herkömmlichen Echtzeitstrategiespielen hat man kleinere Basen und weniger abwechslungsreiche Landschaften, dafür aber anspruchsvollere Missionen. Die Bedienung hält sich weitestgehend an die genreÜblichen Standards und auch die Grafik unterscheidet sich nicht wesentlich von derjenigen der Konkurrenz. Der wirklich große Unterschied zu all den anderen Echtzeitstrategiespielen und auch zu den meisten Star Trek-Titeln ist die authentische Atmosphäre, die das Programm erzeugt. Die hohe Anzahl an Videosequenzen, die vor, während und nach der Missionen gehörig für Stimmung sorgen, lassen den Spieler immer im Mittelpunkt des Geschehens stehen und erzählen eine Überaus kurzweilige Episode aus dem Star Trek-Universum.
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1 Kommentarezum Artikel

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sibby - 05.10.2006 23:27
rofl der artikel ist so geil. homeworld war um einiges besser als das billig-game armada.. das war echtzeit auf warcraf 1 niveau. homeworld dagegen hat akzente gesetzt...

die einzige person die bei homeworld schweiß und blut geschwitzt hat war vermutlich der autor harald wagner bei dem kläglichen versuch 3dimensional denken zu lernen.. hahaahaha
SYSTEM - 05.10.2006 23:27
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Allgemeine Infos

Name Star Trek: Armada
Genre Strategie
Webseite http://www.activision.de
Hersteller Activision Deutschland GmbH (DE)
Anbieter Activision Deutschland GmbH (DE)
VÖ-Termin 01.04.2000 - zu diesem Produkt einen Lesertest schreiben!
Preis nicht bekannt
Plattformen: pc.gif
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