Ein Kölner Softwarehaus arbeitet an einer ungewöhnlichen Kombination aus klassischem Adventure und Rollenspiel.
Die Tugenden der klassischen PC-Spielegenres wieder zu erwecken und gleichzeitig den Staub der Geschichte zu vermeiden, ist kein leichtes Unterfangen. Gerade im Adventure- und Rollenspielbereich ändert die Spielergemeinde ständig ihren Geschmack. Verpixelte Spielfiguren auf starren Hintergründen waren lange Zeit der Standard der Adventurespiele. Erst mit der Verbreitung von 3D-Karten wuchsen die Ansprüche der Spieler an die Technik ihrer Abenteuer. Mittlerweile hat es sich aber herumgesprochen, dass 3D-Spiele zwar besser aussehen, aber oftmals weniger Übersicht bieten und spielerisch auch nicht unbedingt überlegen sind. Und so kann man dem Erstlingswerk von Westka durchaus mit Freude entgegenblicken: Eine ausgewachsene Stadt sowie ein tiefer Wald stellen die Schauplätze eines hinterhältigen Diebstahls dar, mit dem der Schwarze Lord Hahl Ganon seine Machtgelüste verfolgt. Mit vielen hundert vorberechneten Standbildern wird die Landschaft dargestellt, die Spielobjekte sind - perspektivisch korrekt und kaum als Fremdkörper erkennbar - darüber gelegt. Ein Klick auf einen solchen Gegenstand beziehungsweise eine Spielfigur öffnet ein kleines Menü mit den Aktions-Möglichkeiten. Ein Mausklick auf den Boden lässt die aktive Figur zu diesem Punkt laufen oder den Bildschirm verlassen, woraufhin das nächste Hintergrundbild geladen wird. Durch das Lösen von Rätseln, durch Kämpfe mit allerlei Fantasy-Geschöpfen und durch Unterhaltungen mit der Stadtbevölkerung soll der Spieler Hahl Ganon auf die Schliche kommen und seinem Treiben ein Ende setzen. Die Handlungen funktionieren im klassischen Adventurestil, die "Verwaltung" der eigenen Spielfigur wurde dem Rollenspielgenre entliehen. So hat man schwankende Gesundheitspunkte, ausbaufähige Begabungen und etliche Attribute mehr. Einer der wesentlichen Unterschiede zu klassischen Adventure- und Rollenspielen besteht darin, dass man nicht nur für einen Helden verantwortlich ist, sondern bis zu vier Mönche, Diebe oder Kämpfer völlig unabhängig voneinander steuert. Auf Wunsch können die Teammitglieder auch in einzelnen Gruppen organisiert werden. Abhängig von den Taten des Spielers, vom Zufall und etlichen anderen Faktoren wird Arcatera den Fortgang der Geschichte noch während des Spiels berechnen. Da sich auch die Einstellung jedes einzelnen Stadtbewohners zu den vier Gruppenmitgliedern abhängig von dessen jeweiligem Verhalten verändert, wird sich Arcatera bei jedem Neubeginn anders präsentieren. Die Schlüsselobjekte können an anderer Stelle liegen, die Hinweise darauf ebenso. Dank zahlreicher Lösungswege wird das Adventure dennoch stets lösbar sein - und sollte der Spieler einmal überhaupt keine Ahnung mehr haben, wie es weiter geht, kann er sich an den Druiden wenden. Dieser hat die Rolle eines Spielleiters und versorgt den Spieler (natürlich gegen einen angemessenen Obolus) mit wertvollen Hinweisen auf das sinnvolle weitere Vorgehen.