07.03.2001 15:51 Uhr
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Die Simulation einer durch und durch verkommenen Stadt bietet eine riesige Spielwiese für Hobby-Kriminologen.
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Erinnern Sie sich noch an Metro-Police? Das Action-Adventure, das eine ganze Stadt mit individuellen Einwohnern sowie eine kaum vorgezeichnete Krimi-Handlung versprach und das alles nicht einhielt? Urban Chaos scheint das Spiel zu werden, das all dies bieten kann. In einer kleinen Stadt herrscht das Böse. Die Straßengangs, die bislang von der Polizei in Schach gehalten werden konnten, haben sich einer mysteriösen Sekte angeschlossen und beginnen langsam aber sicher, die Stadt ins Chaos zu stürzen. In der Erwartung des bevorstehenden Armageddon begehen die Banden zahllose Diebstähle, Erpressungen und Morde. Als Darcy Stern, eine frisch gebackene Streifenpolizistin, hat der Spieler in dieser Situation die Aufgabe, nach dem Rechten zu sehen. Um die Bevölkerung zu beruhigen, bekommt sie von ihrem Vorgesetzten zunächst den Auftrag, das eine oder andere Bandenmitglied zu verhaften und einen Verkehrsunfall zu regeln. Wer nun Dienst nach Vorschrift macht, kommt nicht weit. In den verdreckten Gassen abseits der Hauptstraßen finden sich Zeugen, potenzielle Informanten oder gar neue Verbrechen. Nur wer in diesem Schmutz stochert, wird letztendlich die Stadt vor dem Untergang bewahren können. Mit Urban Chaos hofft das neue Entwicklerteam Mucky Foot, das Genre der Action-Adventures neu zu definieren. Obwohl das Spiel in einzelne Missionen aufgeteilt sein wird, läuft die (bis dato noch streng geheime) Handlung keineswegs linear ab. Welche Aufträge zu erledigen sind, wird der Spieler durch seine Entdeckungen selbst bestimmen. Auch die Wahl der Ermittlungspraktiken wird nicht vom Programm bestimmt, der Einsatz von Gewalt und illegalen Methoden ist ebenso gestattet wie ein streng vorschriftsmäßiges Handeln. Ermöglicht wird dies unter anderem durch mehrere Spielfiguren. In späteren Missionen hat der Spieler die Wahl, Darcy Stern im Polizeirevier zu lassen und den erfahrenen, etwas brutalen Roper McIntyre für die Verbrechensbekämpfung einzusetzen. Seine Verhörmethoden machen die Polizei bei der Bevölkerung zwar nicht gerade beliebt, letztendlich ist es aber der Erfolg, der zählt. Das Team von Mucky Foot besteht aus erfahrenen Programmierern, die mit den Bullfrog-Titeln Syndicate, Magic Carpet und Theme Park ihre Sporen verdient haben. Die Erwartungen an ihr Erstlingswerk sind entsprechend hoch, doch das Team um Mike Diskett lässt sich davon nicht beirren. Mit der selbst erstellten Spiel-Engine kann Mucky Foot jedenfalls Zeichen setzen. So wird Herbstlaub von vorbeifahrenden Autos aufgewirbelt, in Pfützen spiegelt sich eine verzerrte Umgebung und die Verkehrsteilnehmer befolgen sämtliche Verkehrsregeln. Beispielsweise halten die Fahrzeuge vor einem Zebrastreifen, sobald ein Passant die Straße überqueren möchte. Man sollte sich aber gut umschauen, wenn man an einer anderen Stelle die Straßenseite wechseln möchte: Während eines kurzen Spiels wurde Darcy Stern bei einem unvermittelten Schwenk auf die Fahrbahn überfahren - von einem Krankenwagen.
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