City Life
Die moderne Städtesimulation wartet mit den bis dato wohl schönsten Metropolen auf und simuliert eine bunte Gesellschaft. Genug für eine neue Referenz?
Der gekenterte Öltanker ist pures Gift für die Tourismusbranche.
Wow! Die vorab von City Life veröffentlichten Bildschirmfotos machten schon phänomenal was her. Und tatsächlich fallen die Städte sehr ansehnlich aus, die Kamera lässt sich von der Landschaftsübersicht bis hin zur Fußgängerperspektive einstellen und in den Straßen steppt der Bär.
Über 200 verschiedene Gebäude, originalgetreu nachgebildete Autos und hunderte herumwuselnde Menschlein sind eine Schau für sich. Auf Dauer kann die Pracht dennoch nicht verschleiern, dass die Spielinhalte nicht ganz auf so brillantem Niveau liegen.
Sie landen gleich im kalten Wasser - eine Einführung ins Spiel gibt es nur in schriftlicher Form. Entweder starten Sie im Szenario- oder im Freien-Modus, die sich durch die vorhandenen respektive fehlenden Siegbedingungen unterscheiden; entsprechend Ihren Leistungen erhalten Sie verschiedene Medaillen.
In fünf Landschaftszonen stehen 22 Karten bereit, die unterschiedlich schwer zu meistern sind. Die Entwickler haben einige interessante Hindernisse eingebaut, etwa einen gekenterter Öltanker, der Touristen fernhält, oder zerklüftete Gebirgslandschaften, in denen Sie nur sehr schwer Wohngebiete und Straßenbau planen können.
Buntes Völkchen
Ein Yachthafen im Viertel der Reichen und Schönen.
In den Städten tummeln sich verschiedene Bevölkerungsgruppen. Sie platzieren lediglich drei unterschiedlich große Wohnhäuser. Wer dort einzieht, bestimmen die vorherrschenden Verhältnisse, die Sie entsprechend zuschneiden. Ein unbedacht angelegter Park kann zum Beispiel dazu führen, dass sich das Tagelöhnerviertel unvermittelt zur Hippiezone wandelt und Ihnen die Arbeiter fehlen.
Mit wachsender Stadtgröße sind weitere Gebäude verfügbar, die Oberschicht von Schlipsträgern, Reichen und Trendsettern gesellt sich ebenfalls erst im fortgeschrittenen Ausbaustadium hinzu. So motiviert das Spiel Sie, ständig zu erweitern. Neben den Bedürfnissen der Bewohner kümmern Sie sich um Strom, Abfallentsorgung und bessere Verkehrsanbindungen und sorgen für Geld in der Kasse.
Sehr fein: Haben Sie sich übernommen, überbrücken Sie die Flaute mit einem Kredit - wie in der Realität. Doch es droht auch Ungemach. Falls zu gegensätzliche Leute aufeinandertreffen, gibt es Krawalle - Paris lässt grüßen. Komplett voneinander getrennt können Sie die Leute nicht existieren lassen, da Betriebe bis zu drei unterschiedliche Arten Angestellte beschäftigen. Zum Glück vermitteln friedensstiftende Einrichtungen ... Darüber hinaus kämpfen Sie mit Bränden und Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur.
Ein Wirtschaftsstudium ...
... brauchen Sie auf keinen Fall. Sicherlich sind Statistiken am Start, damit Sie erkennen, warum sich das Stadtsäckel leert. Diese Funktionen sind allerdings leicht verdaulich und ebenso wie die Bedienelemente logisch und übersichtlich gestaltet. Auf Wunsch bekommen Sie auf dem Spielfeld farblich angezeigt, wo Mängel bestehen.
Ein kompliziertes Steuersystem fehlt. Die Wirtschaft ist allerdings nur begrenzt logisch. Warum fahren Supermärkte und Einkaufszentren ausschließlich herbe Verluste ein, machen ausgelastete Opernhäuser mehr Gewinn als Autohersteller? Unendlich viele gleiche Fertigungsbetriebe fahren Kohle ein, solange genug Angestellte vorhanden sind. Realistischer ist es um Hotels und Freizeiteinrichtungen bestellt, die nur bei positiver Marktlage rentabel sind
