Söldner und Seeschlachten halten Einzug in Ataris High Tech-Krieg, gehen aber gleich wieder baden.
Jefferson ist tot! - Diese Bildschirmmeldung bekommen Sie mehr als ein Mal zu Gesicht, wenn Sie sich in die 34 Missionen umfassende neue Kampagne zu Act of War stürzen. Der heldenhafte Anführer aus dem Hauptspiel ist wieder mit dabei und bekommt diesmal Unterstützung von einem Unteroffizier namens Oz. Zaubern kann der aber auch nicht und so müssen Sie schon in der ersten Aufbaumission zeigen, was Sie strategisch draufhaben. Eine sanfte Einführung oder gar ein Tutorial gibt es nicht - typisch Add-on eben.
Alles da, aber ...
Dafür gibt es jede Menge netter Neuerungen: Seeschlachten mit Kreuzern und U-Booten, Söldner, die Sie anheuern können und die dann permanent etwas von Ihrem Konto verbraten, sowie Verbesserungen bei der Steuerung, wie beispielsweise die Schnellheilung. Dazu kommen schön gestaltete Schauplätze - Stadtmissionen wechseln sich mit Dschungel- und Ozeanszenarien ab.
Eigentlich sind alle Zutaten vorhanden, ein schönes Strategie-Fest zu veranstalten. Was jedoch mehr als gehörig den Spaß verdirbt, sind die wirr angehäuften Missionsziele in einer undurchsichtigen Story und vor allem der Schwierigkeitsgrad, der selbst auf der leichtesten Stufe in der Testversion für Frust sorgt. Der Computergegner ist gnadenlos übervorteilt und ehe Ihr Geld zu fließen beginnt, müssen Sie sich permanenter und übermächtiger Angriffe erwehren.
Dadurch bleibt wenig Zeit, sich über hübsche Details zu freuen. Infanteristen, die sich in Häusern verschanzen, sehen Sie an den Fenstern postiert, Geschütztürme an Panzern drehen sich und die Bewegungen der Einheiten wirken recht geschmeidig. Die Strategie bleibt meist auf der Strecke, denn es geht im Prinzip darum, möglichst schnell viele verschiedene Einheiten zu bauen und damit den Gegner zurückzudrängen, bis man die Hauptziele einer Mission erfüllt hat.
Ein wenig Trost spendet der Mehrspielermodus: Wenn Sie mit menschlichen Mitspielern Schlachten schlagen, geht es in der Regel wenigstens fair zu.
So wie das Hauptspiel zu leicht war, ist das Add-on jetzt zu schwer.
Tja, es hätte so schön sein können - das Add-on High Treason ist hübsch anzuschauen und besitzt eine Vielzahl unterschiedlicher Einheiten, sodass man sich eigentlich herzlich auf dem Schlachtfeld austoben kann. Warum einem dann allerdings die Missionsdesigner das Spiel derart vermiesen, ist mir schleierhaft. Mag ja sein, dass das Hauptspiel zu leicht gewesen ist, im Add-on schlägts jetzt jedenfalls kräftig in die andere Richtung aus, und das frustet auf Dauer. Zu oft haben wir den Helden und damit die Mission verloren, weil der Gegner wieder mal von der ersten Minute an unsere gerade im Aufbau befindliche Basis überrennt. Dazu nerven die ständigen Audiodialoge, die versuchen, die Missionsziele oder spielerischen Neuerungen zu erläutern: Dumm, dass man angesichts der Hektik absolut keine Zeit hat, sich mit diesen Dialogen zu befassen.