Halb Mensch, halb Vampir, ganz Rassefrau: Auch in der Welt der Blutsauger haben jetzt Damen die Hosen an.
ährend Hauptdarstellerin Rayne bislang in den Dreißigerjahren auf Nazijagd ging, sucht sie diesmal in der Gegenwart nach ihrem Vater Kagan. Dessen Jünger verehren den Vampirfürsten abgöttisch, sogar die Menschheit wollen sie für Kagan unterjochen. Rayne, die nicht nur seine Tochter, sondern zudem halb Mensch und halb Vampir ist, setzt dem Treiben natürlich ein Ende.
Wobei der Weg bis zum Happy End ein steiniger ist. Durch acht riesige Levels, die in mehrere Abschnitte unterteilt sind, prügelt, ballert, schlitzt und turnt sich die Gute. Weil die Speicherpunkte hin und wieder etwas ungeschickt platziert sind, fühlt man sich nicht selten unfair behandelt. Genau wie die Freunde von rotem Pixelsaft: THQs Bloodrayne 2 kommt nämlich hier zu Lande in einer stark geschnittenen Fassung auf den Markt. Ihre Spielfigur bleibt trotzdem ein wahres Allround-Talent.
Mit Handfeuerwaffen geht sie ebenso virtuos um wie mit scharfen Klingen. Spektakuläre Kick-Kombos zeugen außerdem von einer ordentlichen Martial-Arts-Ausbildung. Rund 30 verschiedene Kombo- und Spezial-Manöver hat Rayne in petto, viele davon schalten Sie erst nach und nach frei. Kombos lassen sich mit 14 "Finishing Moves" beenden. Das sind besonders eindrucksvolle Angriffe, die den Gegner sofort kalt stellen.
Da Rayne eine Halb-Vampirin ist, muss sie hin und wieder in arme Gegner beißen. So füllt die Schöne verlorene Lebensenergie wieder auf. Raynes Ballermänner werden übrigens auch mit Blut "geladen". Im Spiel gibt es auch eine Wut-Leiste. Von dieser zehren Spezialfähigkeiten, wie etwa eine Art Bullet-Time, und der so genannte Blutrausch, der Angriffs- und Verteidigungswerte temporär erhöht.
Unser Favorit ist ganz klar Raynes Harpunenkette, mit der sich Gegner aufspießen, heranziehen oder durch die Gegend schleudern lassen. So kann es schon mal vorkommen, dass man einige Feinde auf diese Art in eine Müllpresse befördern soll, um voranschreiten zu können. Für zwischendurch spendierten die Entwickler noch ein paar wirklich motivierende Akrobatikeinlagen, wie man sie etwa aus Prince of Persia kennt.
In rund zwölf Stunden hatten wir Bloodrayne 2 durch. In der Zeit ärgerten wir uns über viele Wiederholungen, doofe Gegner, fiese Speicherpunkte, eine unübersichliche Kamera und die Steuerung, welche weder per Joypad noch mit Maus und Tastatur so richtig gut ist. Hat man sich vor allem an das letztgenannte Problem gewöhnt, macht THQs Bloodrayne 2 trotz einiger Durchhänger Laune, was vor allem an den spektakulären Kampfszenen, der Harpunenkette und der Attraktivität der Protagonistin liegt.
Die empfindlichen Einschnitte gehen schon zu Lasten des Spielspaßes.
Es gibt Spiele, die hier zu Lande erst gar nicht erscheinen - und trotzdem auf dem Index landen. Damit es Bloodrayne 2 nicht ebenso ergeht, entfernte THQ jeden Tropfen Blut, jedes herumfliegende Körperteil und somit auch ein bisschen Spaß aus dem Spiel. Es ist schlichtweg nicht gut ersichtlich, ob Sie einen Gegner getroffen haben oder nicht. Außerdem dient es nicht der Atmosphäre, wenn in einem Vampirspiel überhaupt kein Blut zu sehen ist. Von diesem Manko abgesehen, haben Sie es mit einem unterhaltsamen Mix aus Baller-, Prügel- und Akrobatik-Sequenzen zu tun. Erstaunlich ist die Anzahl der Angriffsmanöver, die Sie im Laufe des Spiels erlernen. Auf die Dauer schleicht sich trotzdem das Gefühl der Eintönigkeit ein, weil sich die meisten Spielelemente zu oft wiederholen. Die Kamera reagiert zudem etwas störrisch, was der Übersicht schadet.