Hellforces (dt.)
Hölle, Hölle, Hölle! Wenn man Wolfgang Petry schon nicht stoppen kann, um die Welt zu retten, dann wenigstens einen anderen Fürsten der Finsternis.
Hier sehen Sie einen von mehreren Levelbossen. Er ist relativ einfach zu bezwingen.
Es soll Menschen geben, die täglich Talkshows im Fernsehen gucken und sich daran erfreuen. Es muss ja nicht immer superanspruchsvoll sein, oder? Insofern haben auch Standard-Ego-Shooter eine Daseinsberechtigung, und das meinen wir jetzt wirklich nicht zynisch. Hellforces ist ein solches Standardwerk. Der Spieler bewegt sich von A nach B, sucht gegebenenfalls eine Schlüsselkarte und nietet vor allem alles um, was sich bewegt. Warum macht er das? Damit er die Menschheit retten, sich wenigstens virtuell als Held und damit gut fühlen kann.
Im vorliegenden Spiel tun Sie das in der Rolle des Ex-Soldaten Stephen Geist. Und zwar deshalb, weil Ihre Ex-Freundin Linn Brodman verschwunden ist, eine erste Spur zu einer satanischen Bruderschaft führt und plötzlich Zombies durch die Stadt schlappen. In der Folgezeit helfen Sie zunächst den lebenden Leichen endgültig über den Jordan und bekommen es später mit Mutanten und menschlichen Vertretern der Sekte zu tun.
Letztlich stellt sich heraus, dass hinter all dem ein mächtiger Dämon steckt, der sich die Welt unter die Nägel reißen möchte. Spärlich gesäte, unspektakuläre Zwischensequenzen spinnen die Hintergrundgeschichte fort. Aufregender sind da schon die vielen, eindrucksvoll aussehenden Levelbosse, die der Spieler bezwingen muss - wenngleich diese relativ einfach, also ohne ausgefeilte Taktiken zu erledigen sind. Beackert werden wollen in 30 Levels unter anderem Stadtgebiete, riesige futuristische Gebäude und ein Dschungelgebiet in Peru.
Am Schluss landen Sie sogar direkt in der Hölle. Blöd: Wegen der langen Ladezeiten zwischen den Levels können Sie locker den einen oder anderen Pulli stricken. Wenigstens die Schnellspeicher- und Schnellladefunktion tragen ihre Bezeichnungen zu Recht. Unschön ist, dass sich die Gegner ähnlich intelligent verhalten wie ausgestopfte Lemminge. Manchmal blockieren sie Türen, weil sie diese nicht öffnen können und es traten sogar Fälle auf, bei denen Typen nur herumstanden und erst reagierten, als sie den ersten Treffer abbekamen.
Feindliche Soldaten vollführen wenigstens alibimäßig ein paar Seitwärtsrollen, als wollten sie es einem tatsächlich schwer machen. Zum Glück treten die Schießbudenfiguren meist in Gruppen auf und die Action lenkt etwas von den KI-Problemen ab. Damit Stephen mit dem Geschmeiß fertig wird, trägt er bis zu 18 Waffen mit sich herum.
Atemberaubend ist das Arsenal nicht wirklich. Hieb- und Stichwaffen wie Eisenrohr, Fleischerbeil, Baseballschläger und Machete brauchen Sie höchstens am Anfang. Später sind Maschinenpistole und Raketenwerfer erste Wahl. Da tut es gut, dass in den Levels 19 Artefakte versteckt sind, die etwas Abwechslung bringen.
Plastik-Optik
Im Dschungel von Peru bekommen Sie es mit zahlreichen dieser Söldner zu tun.
Technisch präsentiert sich Hellforces rundum durchschnittlich. An Sound bekommt der Spieler die üblichen Knallereien und Schreie aufs Ohr. Jeder Level bietet nur ein Musikstück, was auf Dauer an den Nerven zehrt. Die Grafik ist trotz der künstlichen Plastik-Optik ebenfalls okay, geizt aber mit Details und neigt zu Darstellungsfehlern.
