Hat sich die viermonatige Wartezeit auf die deutsche Version von Psychonauts gelohnt? PC Games gibt die Antwort!
Deutsche Versionen sind oftmals ein zweischneidiges Schwert. Zensurmaßnahmen nehmen einem Spiel wie Soldier of Fortune 2 (dt.) die Glaubwürdigkeit, und lieblose Synchronisation lässt Zwischensequenzen immer wieder zur Tortur werden. In Unreal 2 beispielsweise war die eingedeutschte Sprachausgabe kaum zu ertragen. Doch wie ist es bei Psychonauts? In Ausgabe 11/2005 unterzogen wir bereits die US-Version einem kritischen Test - und waren hellauf begeistert.
Allerdings stellten wir damals fest: Psychonauts lebt von den ironischen Dialogen. Ob es THQ gelingt, den Wortwitz im Deutschen zu erhalten? Doch zunächst zur Story: In Person des jungen Razputin nehmen Sie an einem geheimen Ausbildungsprogramm für Psychonauten teil - Agenten, die in die Gehirne ihrer Gegner eindringen und gegen deren Unterbewusstsein kämpfen, um drohendes Unheil abzuwenden. In der kranken Gedankenwelt verschiedener Persönlichkeiten meistern Sie genretypische Hüpfeinlagen, bekriegen abgefahrene Endgegner wie einen ekligen Riesenfisch oder einen fetten Beamten und sammeln Gegenstände, mit denen Sie Ihre PSI-Fähigkeiten ausbauen.
So sind Sie beispielsweise in der Lage, Feinde durch bloßes Ansehen anzuzünden oder Objekte per Telekinese durch die Gegend zu schleudern. Abgesehen vom etwas schleppenden Spielstart und ein paar künstlich in die Länge gestreckten Levels ist Psychonauts ein fantastisches Action-Adventure. Und das auch auf Deutsch! THQ gab sich bei der Übersetzung größte Mühe und übertrug witzige Wortspiele nicht krampfhaft in unsere Muttersprache.
So schmunzelt man beispielsweise auch hierzulande über den Begriff "Basic Braining", also die Gehirn-Grundausbildung. Ein glückliches Händchen bewieß THQ bei der Sprecherwahl. Die Stimmen sind Spieldesigner Tim Schafers (Grim Fandango) abgedrehten Charakteren perfekt auf den Leib geschnitten und machen Psychonauts zu einem hörenswerten Abenteuer. Allen voran Razputin: Aus seiner Kehle schallt Bart-Simpson-Sprecherin Sandra Schwittaus unverkennbares, kratziges Organ.