Das Add-on bietet mehr als nur neues Zubehör und Karten. Als gut ausstaffierter Elitesoldat spielt sich der Shooter ein ganzes Stück anders.
Ende November, rund vier Monate nach der Veröffentlichung des zweiten Battlefield-Teils, stand das Add-on in den Startlöchern. Der einfache Grund, dass wir es erst jetzt testen: Ohne entsprechend viele Mitspieler und Server konnten wir das Spiel schlichtweg nicht bewerten, Einzelspielerpartien mit Bots reichen definitiv nicht aus. Also warteten auch wir geduldig, bis das Spiel im Laden erhältlich war.
Frisch ausstaffiert
Der Untertitel kommt natürlich nicht von ungefähr. Was in der DVD-Packung steckt, widmet sich fünf Spezialeinheiten wie dem britischen SAS, den russischen Speznas oder den amerikanischen Navy SEALS. Entsprechend verfügen die Kämpfer über feinste Ausrüstung, die dem einfachen Lanzer verwehrt bliebe. Zur Grundausstattung zählen neue Waffen. Neben je zwei Varianten des deutschen G36 und des belgischen SCAR steht die kleine MP7 Maschinenpistole, das mächtige MG36 und das F2000 Sturmgewehr im Waffenschrank.
Allerdings dürfen nur die Briten und US-Kräfte mit geänderten Standardwaffen ins Feld ziehen, bei den anderen Armeen gibt es neue Waffen lediglich zum Freischalten. Zudem steckt bei jedem eine Gasmaske im Gepäck. Bei unseren Testspielen erspähten wir allerdings sehr selten Gasgranaten in Aktion, obwohl sie ganzen Kompanien die Orientierung rauben. Dafür muss man die Mitspieler jedoch regelrecht überraschen, hat doch jeder die Maske per Tastendruck sofort aufgesetzt.
Häufiger anzutreffen sind die Blendgranaten, gegen die kein Kraut gewachsen ist. Fühlen Sie sich nicht allzu sicher, wenn Sie das nächste Mal in ein Gebäude flüchten - gewöhnlich kullert alsbald eines dieser Eier durch die Tür. Die verheerende Wirkung entfaltet sich durch diverse Hindernisse, woraufhin Sie nur noch lautes Pfeifen vernehmen und der Bildschirm komplett in Weiß erstrahlt. Kurzum, die Dinger können ganz schön nerven.
Räuberleiter
Wesentlich zum Spiel trägt die hinzugekommene Kletterausrüstung bei. Mit Wurfhaken hieven sich Sturm- und Panzerabwehrsoldaten auf Dächer und überwinden mit Leichtigkeit Mauern. Scharfschützen sowie Spec-Ops tragen dagegen Armbrüste, an deren verschossenen Pfeilen Stricke hängen. An denen gleiten die Jungs wie bei einer Seilbahn in die Tiefe. Findigen Spielern eröffnen die Utensilien immer wieder neue Möglichkeiten, den Gegner auszutricksen. Wollen Sie allerdings überall nach oben und dann wieder unbeschadet heruntergelangen, arrangieren Sie sich zwangsläufig mit anderen Klassen.
Spielwiese
Auf acht Karten dürfen sich wie gehabt maximal 64 Kämpfer austoben. Am auffälligsten sind die drei stockfinsteren Nachteinsätze. Damit Sie überhaupt etwas sehen, schnallen Sie sich den ebenfalls im Rucksack befindlichen Restlichtverstärker vor die Augen. Optimal ist die Sicht indes nicht, nicht nur wegen des eingeschränkten Sichtfelds: Die kleinste Lichtquelle resultiert in einem großen hellen Fleck, der die Umgebung überdeckt. So werden viele Spieler den Verstärker wohl ständig an- und ausschalten.
In den beengten Verhältnissen der zwei Stadtkarten sind die Spezialeinheiten am besten aufgehoben. Am innovativsten und auch besonders fordernd ist der Level "Iron Gator", der in und um einen Hubschrauberträger auf dem Meer spielt. Die Angreifer besitzen eine Flagge und gelangen nur durch die Heckklappe oder direkt über das Flugdeck ins Innere. Allen Szenarien gemein sind viele begehbare Räumlichkeiten und spezielle Orte wie ein U-Boot-Bunker oder Flughafen mit Flugzeug.
Dabei können Sie Geräte in Ihrer Umgebung benutzen. So fahren Sie im Add-on mit Aufzügen, senken eine Klappbrücke oder aktivieren die Hebebühne, die Sie aufs Flugdeck bringt. Unterwegs sind die Eliteeinheiten in neuen Fahrzeugen: Quirlige Jetskis und Quads düsen blitzschnell durch die Gegnerreihen, sind aber sonst wehrlos. Zivilautos mit MGs sind nicht ganz so harmlos. Ebensowenig der BMP 3 Schützenpanzer. Die gefährlichsten Geräte sind aber die Hubschrauber Hind und Apache. Jets fehlen.
Alte Macken
Für 25 Euro liefert Special Forces eine sehr solide Vorstellung. Drei Punkte sind aber wie schon beim Hauptprogramm indiskutabel: Beim schlecht zu bedienenden und reichlich langsamen Gamebrowser ist alles beim Alten geblieben. Manchmal reagiert er längere Zeit nicht, zeigt keine Serverliste oder aktualisiert einfach die geänderten Filtereinstellungen nicht. Genauso ist es um die immensen Ladezeiten und den nach wie vor nicht vorhandenen Koop-Modus bestellt.
Nicht mal der Trick, Mitspieler über den Einzelspielermodus ins Spiel zu holen, wollte funktionieren. Ebenfalls unerfreulich: Es wird wohl niemand vor Begeisterung in die Hände klatschen, einen mit 280 Megabyte nicht gerade kleinen Patch auf die Version 1.12 herunterladen zu müssen. Der ist unverständlicherweise nicht mit auf der DVD, die Version 1.1 installiert. Wer diese Hürde nimmt, den belohnt Entwickler Dice mit einer überzeugenden Erweiterung des immer noch besten Mehrspieler-Shooters.