Das Kampfsystem - Fluch und Segen zugleich
Das Kampfsystem ist gleichzeitig Stärke und Schwäche von Path of Neo. Je mehr Widersacher sich an einem Kampf beteiligen, desto schneller geht jegliche Übersicht verloren. Wie ein Berserker teilt Neo Schläge und Tritte in alle Richtungen aus, ohne ein präzises Ziel; der Spieler verliert sich in ein Mausklickstakkato, das Durchhaltevermögen statt Konzentration fordert.
Andererseits gehen spektakuläre Kombos und Attacken erfreulich leicht Kombos von der Hand. Drei Tasten (Schlag, Griff, Fokus) genügen; das Spiel interpretiert die Eingaben je nach Position von Gegnern und Spielfigur recht zuverlässig. Schnell kommt man in den Genuss atemberaubender Kampfszenen.
Als ehemaliger Mr. Anderson beherrschen Sie schon bald nach Spielbeginn erstaunliche Manöver. Ihre Figur kann beispielsweise mit drei Schritten den Körper eines Feindes wie eine Wand hoch laufen, um auf Kopfhöhe einen wuchtigen Tritt zu platzieren. Oder er greift gleichzeitig zwei Gegner und wirbelt sie gegen eine Säule, die vom Aufprall zerschmettert wird. Später entwickelt Neo noch weitere Fähigkeiten - er kann durch die Oberfläche der Matrix sehen; Kugeln und andere Objekte bewegen sich Kraft seiner Gedanken entgegen den Regeln der Physik.
Dass der Auserwählte persönlich die Hauptrolle in Path of Neo spielt, ist übrigens ein entscheidender Vorteil gegenüber Shinys erster Filmadaption Enter the Matrix. Denn seinerzeit fehlte vor allem, abseits der Schwächen von Steuerung und Spielgrafik, ein außergewöhnlicher Held - wer Neos wahnwitzige Kampffertigkeiten in den Filmen gesehen hat, war vom Alibi-Kung-Fu von Niobe und Ghost, den Enter-the-Matrix-Protagonisten, wenig angetan.

Naja...ich war nicht unbedingt begeistert von der Steuerung in PoN...sehe es aber auch als sehr einfach zugängliches Spiel an.