Testbericht

26.09.2005 15:22 Uhr

Fable: The Lost Chapters

Peter Molyneux hat ein seltsames Action-Rollenspiel geschaffen. Es ist interessant, gut aussehend und nur im Ansatz fabelhaft.

PC Games-
Spielspaß-Wertung
(Ausgabe 11/2005)
80%
Durchschnittliche
Lesertestwertung:
        
76 %

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Wunderschöne, fantasievolle Grafik Schwierigkeitsgrad fordert nur Einsteiger
Wahl zwischen Gut und Böse Abstürze und schlechte Speicherfunktion
Hervorragende, humorvolle Sprachausgabe  

Der kleine Junge starrt, sein Blick ein großes, blaues Nichts. Er schweigt, als ihm seine Schwester von ihren Träumen erzählt, die die Zukunft zeigen. Dann kommen Banditen ins Dorf, brüllend und brandschatzend, und alles ist wie in der Prophezeiung. Sie verschleppen die Schwester, versklaven die Mutter, töten den Vater. Hinterher, das Dorf knistert im Feuer und Leichen säumen den Weg, erscheint ein Magier in auffälliger Robe. Er nimmt den kleinen Jungen in seine Obhut und ermöglicht ihm die Ausbildung in einer Kämpfergilde. Der Junge ist inzwischen nicht mehr klein, es sind ein paar Jahre vergangen. Er sagt immer noch nichts, er stiert nur. Manchmal kratzt er sich in einer putzigen Animation am Kopf, als wäre er zurückgeblieben. Es verstreicht viel, viel Zeit, und am Ende ist der einstige Junge ein alter Mann, der sein Leben lang keinen Pieps gemacht hat.

Wenn Sie vermuten, dass Sie diese Person sind, dann liegen Sie richtig. Die Entwickler haben dem Helden ein Schweigegelübde auferlegt, damit Sie sich keinem vorgefertigten Charakter unterwerfen müssen. Einem Charakter, der womöglich Dinge sagt, die Ihnen nicht passen. Fable ist ein Spiel der Identifikation: Was Sie tun, wie Sie aussehen - alles soll Ihre Sache sein. Soweit die Theorie. Aber man braucht schon die Phantasie und die Ausdauer eines überzeugten Rollenspielers, um sich in die Figur gebührend hineinzudenken. Die meisten werden mit dem wortkargen Helden soviel anfangen können wie mit einem Rechner ohne Monitor.

Anspruchslose Klick-Kämpfe

In der Gilde, Sie sind ungefähr zwölf Jahre alt, gibt es die erste Prügelei: Unter den Augen Ihres Lehrmeisters treten Sie mit einem Holzstecken gegen eine Strohpuppe an. Mit der Leertaste das Ziel anvisieren, mit der mittleren Maustaste Seitwärtsrollen durchführen und abblocken, das weckt eine Vorfreude auf taktische Kämpfe. Später stellt sich heraus, dass die Gefechte auch in einem Action-Spiel nicht fehl am Platze wären: Wie im Blutrausch drückt man auf die Maustaste, strategische Überlegungen beschränken sich auf die Benutzung übermächtiger Zaubersprüche.

Tatsächlich ist die Magie so stark, dass man sich fragt, ob Fable überhaupt einen Beta-Test zum Balancing durchlaufen hat. Man kann die Zeit verlangsamen und den Angriffen in aller Ruhe ausweichen, man kann Kettenblitze verschießen, die bis zu vier Gegner lähmen, man kann Kreaturen beschwören, die einem die Drecksarbeit abnehmen, kurz: Man kann ganz unbesorgt sein.

Selbst anspruchsvollere Gegner, riesige Steingolems etwa, sind mit einer irritierenden Leichtigkeit zu besiegen. Dabei spricht zuerst alles für eine heikle Auseinandersetzung: Das Monster türmt sich scheppernd auf, es wirft mit Felsen, und kommt man ihm zu nahe, holt es zum Rundumschlag aus. Kaum ist man auf den Beinen, landet man auch schon wieder, von Steinbrocken getroffen, auf dem Allerwertesten. Doch schnell lassen sich die Bewegungsabläufe durchschauen, bald weiß man: Diese Animation geht jener Attacke voraus. Der Sieg ist sicher, der Weg dahin lang. Viele Feinde vertragen so viele Treffer, dass der Klick-Finger erlahmt.

Und sollte doch mal die Lebens- oder Zauberenergie knapp sein, wird eben ein Elixier getrunken. Solche Tränke sind bei Händlern in hohen Mengen für lau zu haben: Volle Energiebalken per Knopfdruck, es gibt sicherlich spannendere Dinge. Die Kämpfe gehören nicht zu den Glanzseiten von Fable, was ungünstig ist. Denn die meiste Zeit verbringt man ringend mit Monstern.

Heldenaufbau durch Quests

Von den Erfahrungspunkten - je länger Sie ohne Schramme kämpfen, desto mehr gibt es - kaufen Sie sich größere Muskeln, stärkere Zaubersprüche oder Geschick im Umgang mit Pfeil und Bogen. Die Entwicklung schlägt sich nicht nur in den Charakterwerten nieder, auch das Erscheinungsbild passt sich an: Kämpfer kriegen Schultern mit einem Durchmesser von zwei Metern, dazu Narben, als wäre die Haut ein Acker.

Zauberer bleiben schmal und im Gesicht deutlich zarter. Es ist eine Freude, dieser Entwicklung beizuwohnen.
Der Heldenalltag schaut so aus: Im Gildenhaus den Quest-Tisch anklicken, aus einer Text-Übersicht eine Aufgabe auswählen, selbige lösen. Mit einem Teleporter reisen Sie schnell von Ort zu Ort, längere Laufwege entfallen. Das hat ein bisschen was von einer Wirtschaftssimulation.

Die Lust am Erkunden jedenfalls fehlt. Wenn Sie strikt dem roten Faden folgen, können Sie Fable innerhalb von etwa zehn Stunden durchspielen. Das Lösen sämtlicher Nebenaufgaben würde weitaus länger dauern, aber die meisten Missionsziele sind so langweilig, dass man die Beschreibung kaum ohne Müdigkeitsgefühle zu lesen imstande ist.

Das größte Problem liegt darin: Die optionalen Quests spielen sich auf Gebieten ab, die man in- und auswendig kennt, weil sie so klein, so begrenzt sind. Dafür, dass Fable viele Freiheiten im Verhalten lässt, ist die Spielwelt überraschend eng geschnürt worden: Weite Felder gibt es nirgendwo, immer führen schmale Wege durch die Wildnis. Wenige Schritte reichen, bis man die anschließenden Areale erreicht, voneinander getrennt mit einem Ladebildschirm.

Molyneux'sche Innovation

Das Interessante, das Erfrischende an Fable ist, wie es gängige Rollenspiel-Konventionen ignoriert und stattdessen Elemente aus Die Sims bezieht. Ihre Geschichte beginnt als kleiner Junge, der nach dem Tutorial das Erwachsenenalter erreicht und sich schließlich aufmacht, seine Familie zu retten und zu rächen. Die Story ist bewusst simpel gehalten, sie ist wie die Essenz eines Märchens: Unschuldiger entwickelt sich aus schicksalhaftem Antrieb heraus zum Held.

Ihr Charakter altert zwar sichtbar, doch viele Jahre spult Fable nach Schlüsselsequenzen im Zeitraffer ab. Unscharfe und unspektakuläre Zwischensequenzen informieren dann über den Fortgang der Geschehnisse. Ebenso wenig Beiwerk schmückt den Antagonisten: Jack of Blades, ein maskierter Zauberer mit hauchender Stimme, verblüfft durch seine pure Anwesenheit. Das Spiel macht sich nicht ansatzweise die Mühe, seine Beweggründe auszuleuchten, er ist einfach vorhanden und abgrundtief böse.

Die Interaktion mit anderen Figuren funktioniert nicht über Dialoge, sondern mittels Gestik. Um Dorfbewohnern zu imponieren, können Sie per Tastendruck die Muskeln spielen lassen - man wird Ihnen zujubeln, wenn Sie bereits durch Ihre guten Taten aufgefallen sind. Es gibt noch andere Aktionen, etwa Hohn, Dank oder Flirt. Fürs Letztgenannte sind besonders jene empfänglich, die ein Herz-Icon über dem Kopf tragen. Je größer das Symbol, desto wahrscheinlicher eine gemeinsame Zukunft.

Ist der oder die Angebetete unschlüssig, helfen Rosen, Pralinen oder - in schweren Fällen - teurer Schmuck bei der Entscheidungsfindung. Die Heirat erfolgt nach der Übergabe eines Ringes. Herzlichen Glückwunsch, es winken Hochzeitsgeschenke.

Die Möglichkeiten des Geldverdienens sind vielfältig. Kaufen Sie sich ein Haus im Dorf, um selbiges zu vermieten. Je mehr Gold Sie für die Renovierung ausgeben, desto mehr Miete fällt ab. Sie können auch, die Schaufel im Gepäck, auf Schatzsuche gehen. Oder in der Kneipe das Glücksspiel versuchen. Die Liste ließe sich fortsetzen. Angesichts des ohnehin meist prall gefüllten Geldbeutels fällt es aber schwer, die sich aufdrängende Frage abzuwürgen: Wozu das alles? Der spielerische Wert der optionalen Inhalte ist zweifelhaft.

Zwischen Gut und Böse

Mit Ihrem Vorhaben, eine lebendige Welt zu schaffen, haben es die Entwickler offensichtlich ernst gemeint. Der Tag- und Nachtwechsel vollzieht sich rasch, die wandelnden Lichtverhältnisse sind zum Anbeten schön: Es legt sich das Blau der Abenddämmerung übers Land, wenig später ist es stockdunkel. Die Wachen der Stadt gehen dann durch die Gassen und zünden die Laternen am Wegesrand an.

Später macht sich das kalte Licht des Morgens breit, alles wirkt kühl und frisch, bis allmählich die Sonne durch die Wolken guckt und ihre leuchtenden Farben auf die Landschaft wirft. Die wundervolle Grafik und das Eigenleben der NPCs wecken die Illusion eines atmenden Umfelds: Ist die Nacht vorbei, machen die Händler ihre Geschäfte auf und verkünden, dass der Tag begonnen hat.

Alle Einwohner reagieren auf Ihre Anwesenheit. Von Ihrem Ruf hängt ab, ob man Ihnen Beifall spendet. Im Vorbeigehen schnappen Sie Gesprächsfetzen auf: "Wie der Held in der Arena gekämpft hat, einfach wunderbar!" Sind Sie vor allem durch Ihre Grausamkeit aufgefallen, dann tuscheln die Menschen voller Furcht. Fieslinge erkennt man an ihren rötlichen Augen, Gutmenschen tragen einen Heiligenschein.

In Fable haben Sie die Wahl, als Retter in die Geschichte einzugehen oder als Bösewicht. Im richtigen Leben werden Sie alle Mühe haben, die Fassung zu bewahren, wenn Sie einmal die entsetzliche Inventar-Navigation erleben oder besser: ertragen mussten. Alle Gegenstände sind in einem vielfach verzweigten Textmenü (!) untergebracht, auf dem sich der Mauscursor so träge bewegt, als würde er mit Leim am Bildschirm pappen. Ein komisches Spiel, dieses Fable.
  Aktuelle Durchschnittswertung:
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Thomas Weiß

Fable ist mehr Schein als Sein. Aber es blendet gut.

Dass der ganze Freiheitsfirlefanz bloß heiße Luft ist, weil er spielerisch nichts bringt als Ärger mit der Steuerung - ich hab´s erst zum Schluss begriffen, als ich schon zehn Stunden fasziniert war von diesem eigenartigen Rollenspiel. Die Handschrift von Molyneux steckt wahrlich in jeder Programmzeile: Man stapft mit offenem Mund durch die Welt, probiert Dinge aus, beobachtet gebannt die Auswirkungen des eigenen Charakters - und vergisst über all dem Glanz, wie erschreckend simpel dieses Action-Rollenspiel gestrickt ist. Den eigentlichen Spielablauf, ein kontextloses Monsterklopfen, könnte ich nämlich auch auf einem Bierdeckel erklären ...
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2 Kommentarezum Artikel

Alle Kommentare lesen
DarK79 - 14.05.2008 18:47
Also ich fand das spiel geil

hoffentlich erscheint der 2te teil auch für den pc
Nixup - 27.02.2006 02:36
Nicht das Spiel ist grausam, sondern dieser Bericht!

Hatte da der Autor wohl einen schlechten Tag? Trotz dieses miesen Tests so eine hohe Wertung? Sehr verwunderlich! Das Spiel ist definitiv besser als hier dargestellt und es lohnen sich eher die Lesertests... die scheinen das Spiel nicht nach 5 minuten bewertet zu haben  
SYSTEM - 27.02.2006 02:36
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Allgemeine Infos

Name Fable: The Lost Chapters
Genre Rollenspiel
Webseite http://www.lionhead.com
Hersteller Lionhead
Anbieter Microsoft GmbH (DE)
VÖ-Termin 23.09.2005 - zu diesem Produkt einen Lesertest schreiben!
Preis nicht bekannt
Plattformen: pc.gif
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small button Special - 05.51 Uhr - 24.04.2009

Von Age of Empires 4 bis MechWarrior 5: Wo bleiben die Spiele von Microsoft?

Im Bereich der Anwender-Software hat Microsoft seit Jahren die Nase vorne. Windows-Betriebssysteme, Office-Pakete und Serverlösungen stoßen sowohl bei Firmen als auch bei Privatkunden auf Anklang. Im Bereich Computerspiele konzentrierte sich das Unternehmen bisher aber - im Vergleich zu "reinen" Spiele-Publishern - auf recht wenige Titel und Serien. Auch das Microsoft'sche Online-System Games for Windows Live unterstützt bisher nicht mal 20 Spiele. Bei aktuellen Titeln wie Warhammer 40.000: Dawn of War 2 (THQ) oder Grand Theft Auto 4 (Take Two) beschwerten sich zudem viele Käufer über Probleme im Zusammenhang mit jenem Internet-Service.

Ferner musste Anfang des Jahres Chris Early, Chef der Games for Windows-Sparte, seinen Posten an Ron Pessner abgeben, den bisherigen Leiter der "Entertainment & Devices"-Abteilung. Zudem schloss Microsoft zwei hauseigene Entwicklerstudios. Im September 2008 machte man die Age of Empires-Macher Ensemble dicht, im Januar 2009 erhielten rund 100 Mitarbeiter von Aces (Flight Simulator- und Train Simulator-Reihen) eine Kündigung. Auffällig: Beide Teams entwickelten ausschließlich für den PC, Konsolenumsetzungen ihrer Titel waren nicht geplant. Dennoch kündigte Microsoft an, weiterhin eigene Spiele für den PC zu veröffentlichen. Auf der diesjährigen Unterhaltungsmesse Electronic Entertainment Expo (vom 2. bis 4. Juni) will Microsoft seine Produktpalette für dieses Jahr ankündigen. Wir werfen indes schon jetzt einen Blick auf die bisher bekannten Spiele und spekulieren ein bisschen über ihren derzeitigen Entwicklungsstand.



AGE OF EMPIRES 4
Hinweise auf Teil 4 sind rar. So lag der Collector's Edition des dritten Teils ein Artwork-Buch mit einer geheimnisvollen Anzeige bei. Diese listete nacheinander fünf Artworks aus der Age of Empires-Reihe auf, durchgezählt mit römischen Zahlen. Das erste Bild zeigte einen Legionär, das zweite einen Ritter, das dritte einen Soldaten aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. So weit, so gut, denn die ersten drei Teile spielten sich auch jeweils vor dem Aufstieg Roms, im Mittelalter sowie zu Zeiten des Bürgerkriegs in Amerika. Das vierte Artwork zeigte indes einen modernen Soldaten. Hinweis auf den zweiten Weltkrieg? Oder auf die Konflikte der Gegenwart? Doch es geht weiter: Ein Söldner im futuristischen Nano-Anzug zierte das Bild über der Zahl "V". Hier sollte wohl das Szenario in der Zukunft ansiedeln ... Nach der Schließung von Ensemble Studios stehen die Zeichen auf eine (geschweige denn zwei) Fortsetzung(en) der Echtzeit-Strategie-Reihe nicht besonders gut. 2007 erschien The Asian Dynasties (82% im PC Games-Test), die zweite Erweiterung zu Age of Empires 3. Nach der Veröffentlichung von Halo Wars für die Xbox 360 machte der Entwickler dicht. Viel Raum für Hoffnung bleibt den Fans also nicht ... Zum Glück gibt es gute Strategie-Alternativen wie das in März erschienene (und überragende) Empire: Total War, Civilization 4 oder aber noch für dieses Jahr angekündigte Anno 1404.



ALAN WAKE
Beim diesem Psycho-Thriller für Erwachsene stehen die Chancen wesentlich besser: Alan Wake erscheint definitiv. Zumindest die erste Episode, denn die Macher wollen die Geschichte ähnlich wie in einer Serie auf mehrere "Folgen" aufteilen. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist nach wie vor unklar. Das Spiel dreht sich um den namensgebenden Schriftsteller, der in ein kreatives Loch gefallen ist und deshalb seit über zwei Jahren nichts mehr geschrieben hat. Als er in dem Städtchen Bright Falls Erholung sucht, verschwindet seine Frau Alice spurlos. Und Wake findet sich scheinbar in seinem eigenen Thriller wieder - an dessen Entstehung er sich aber nicht erinnern kann. Die ähnlich düstere Handlung wie in der Silent Hill-Serie entsprang der Feder des Entwicklers Remedy, der bereits mit der Max Payne-Reihe zwei spannende Geschichten erzählt hat. Wir rechnen mit einer Veröffentlichung von Alan Wake noch Ende dieses Jahres.



FLIGHT SIMULATOR XI / COMBAT FLIGHT SIMULATOR 4
Nach der Schließung der Entwickler Aces haben die Fans der legendären Flugsimulationsreihen nur wenig Hoffnung auf Nachfolgertitel. Microsoft beteuerte indes, auch weiterhin in Flugspiele für den PC zu investieren. Was solche offiziellen Meldungen letztendlich aussagen, steht natürlich unter einem Fragezeichen. Einerseits könnte es heißen, dass Microsoft die beiden Serien tatsächlich fortführt. Andererseits wären auch "nur" kleine Aktualisierungen von Flight Simulator X (dem aktuellen Teil der Flight Simulator-Reihe) denkbar, etwa Anpassungen für das kommende Windows 7 oder Direct X 11-Patches. Ende 2007 brachte Microsoft Service Pack 2 für FSX mit der Unterstützung von Direct X 10 heraus.



DUNGEON SIEGE 3
Das erste Hauptspiel, dessen Erweiterung sowie das zweite Abenteuer brachte Microsoft unters Volk. Das Add-on für Teil 2 veröffentlichte indes 2K Games. Vom Nachfolger fehlte bis zur Mitte des vergangenen Jahres jede Spur, bis Chris Taylor, Gründer der Entwickler Gas Powered Games, in einem Interview erklärte, man würde sich beim dritten Teil stärker auf den einzelnen Helden konzentrieren. Nur kurze Zeit später ließ er die Hoffnungen der Fans im Keime ersticken: Eine Dungeon Siege-Fortsetzung sei nicht angekündigt, geschweige denn geplant. Überhaupt werde es noch bis Teil 3 einige Zeit vergehen. Wir rechnen deshalb auch nicht mit einer Veröffentlichung in den kommenden zwei Jahren. Fans der Reihe und interessierte Spieler sollten zwischenzeitlich Diablo 3 im Auge behalten - nach unserer Schätzung dürfte das Action-Rollenspiel von Blizzard Anfang 2010 erscheinen.



FABLE 2
2004 erschien die Xbox-Fassung, ein Jahr später folgte die PC-Version mit zusätzlichen Aufgaben, Gegenständen und sogar einem virtuellen Bordell! Ende des vergangenen Jahres erschien die Fortsetzung - allerdings nur für Xbox 360. Eine Portierung für den PC sei nicht in Arbeit, hieß es aufseiten des Herstellers Lionhead im Januar. Aufgrund des Erfolges der Konsolenvariante rechnen wir aber fest mit einer PC-Version - und zwar noch Ende dieses bzw. zu Beginn des kommenden Jahres. Übrigens: Ein englischer Fernsehmoderator verplapperte sich in seinem Twitter-Beitrag. Man hätte ihn auf einer Preisverleihung gefragt, ob er einem Charakter aus Fable 3 seine Stimme leihen würde. Ein deutlicher Hinweis auf die Entwicklung des Nachfolgers? Mag sein, bestätigt hat das Spiel aber weder der Entwickler Lionhead noch der Herausgeber Microsoft.



HALO 3
Der erste Teil erschien 2001 für die Xbox und 2003 für PC. Halo 2 flimmerte anno 2004 über die Fernseher und 2007 über die Monitore. Da es auf dem PC zu den ersten Direct X 10-Titeln gehörte, die Optik aber im Großen und Ganzen der Xbox-Fassung (der ersten Xbox!) glich, erntete die PC-Variante nur mäßige Kritiken. Das dritte Spiel der Reihe landete ebenfalls 2007 in den Händlerregalen, allerdings nur die Xbox360-Version. Die räumte jedoch richtig ab und erzielte binnen eines Tages 170 Millionen US-Dollar Umsatz. Angesichts solcher Zahlen dürfte sogar das Milliarden-Unternehmen Microsoft über eine PC-Umsetzung nachdenken, auch wenn das Spiel für den PC nach wie vor nicht angekündigt ist. Sicher ist hingegen die Veröffentlichung einer selbständig lauffähigen Erweiterung im Herbst dieses Jahres. Das mit Halo: ODST (Orbital Drop Shock Troopers) betitelte Add-on kündigten die Redmonder bisher aber - Überraschung! - auch nur für die Xbox360 an.



HALO WARS
Kurz nach der Veröffentlichung des Echtzeit-Strategiespiels Halo Wars für die Xbox360 machten die Entwickler Ensemble Studios dicht (s. Age of Empires-Abschnitt). Für eine PC-Version spräche die Tatsache, dass das Spiel fertig ist und eine Portierung von der hardwaretechnisch recht computernahen Konsole auf den PC nicht sooo aufwändig wäre und dass diesen Job prinzipiell ein anderer Entwickler in die Hände nehmen könnte. Dagegen spricht jedoch die besondere Machart des Titels. Ensemble programmierte das Spiel von Grund auf für die Xbox360-Hardware - Steuerung durch deren (aus der PC-Spieler-Sicht recht limitierten) Controller inklusive. Eine Umsetzung für den PC dürfte daher doch viel schwerer als bei anderen Portierungen ausfallen. Ferner gibt es auf dem PC genug herausragende Strategietitel, die von ihrer Komplexität Halo Wars wie ein Gelegenheitsspielchen aussehen lassen. Für eine Veröffentlichung spräche allerdings wiederum die etablierte Marke. Die Handlung von Halo Wars spielt sich nach wie vor im Halo-Universum, 20 Jahre vor den Ereignissen von Halo: Kampf um die Zukunft. Natürlich gab es auch hier Gerüchte um die PC-Variante samt dem kooperativen Modus des Originals als auch Mehrspielerpartien gegen die Besitzer der Xbox360-Version, diese kommentierte Microsoft jedoch mit einem klaren Nein. Redaktionsintern streiten wir uns darüber, ob jemals eine PC-Version erscheint.



MECHWARRIOR 5
2003 kaufte Microsoft den Entwickler FASA Interactive auf, um das Studio vier Jahre später wegen finanzieller Flops wie Shadowrun zu schließen. Alle Arbeiten an MechWarrior 5 wurden eingestellt. Vier Jahre lang gab es vom Nachfolger der legendären Mech-Reihe nichts zu hören. Ende 2007 gab es dann doch einen Lichtblick: Smith & Tinker, ein weiteres vom FASA-Gründer gestartetes Unternehmen, kaufte die Rechte und Lizenzen zu MechWarrior, Shadowrun und Crimson Skies von Microsoft zurück. Konkrete Pläne bezüglich einzelner Spiele hält man der Öffentlichkeit jedoch bis heute vor. Wir rechnen auf jeden Fall weitere Mech-Titeln - entweder mit einer Konsolenversion von MechAssault 3 (Teil 1 und 2 erschienen exklusiv für die Xbox) oder mit MechWarrior 5 - in beiden Fällen aber nicht vor 2011.



NINJA BLADE
Das Action-Gemetzel im virtuellen Tokio kam Anfang April heraus und sahnte bei unseren Kollegen von der X3 satte 81 Wertungspunkte ab. Das Spiel erschien Xbox360-eklusiv, eine Ankündigung für den PC steht deshalb aus. Aber möglicherweise wird Microsoft diesen Titel auch für den PC herausbringen, wie es bereits bei Halo 1 und 2 der Fall war. Mehr erfahren wir (oder auch nicht) auf der diesjährigen E3.



SOLITÄR
Dieses Spiel wird definitiv erscheinen, sogar für den PC. Allerdings wohl nicht mehr 2009, sondern voraussichtlich 2010, sprich: sobald Windows 7, der Nachfolger von Windows Vista, in den Handel kommt. Ob die darin traditionell enthaltene Version von Solitär die Schnittstelle Direct X 11 unterstützt, ist nicht bekannt. Nach Beschwerden über Cheats in der Windows XP-Version (mit der Tastenkombination "ALT+SHIFT+2" gewinnt man das Spiel) könnte man mit einer Verzögerung von gesamtem Windows 7 rechnen. :-)


Über andere Spiele des Software-Riesen ist indes noch weniger bekannt. Was ist mit den (PC-)Fortsetzungen zu familienfreundlichen Titeln wie Viva Piñata, zu weniger erfolgreichen Ablegern wie der Strategiereihe Age of Mythology, zu Perlen wie MechCommander oder Motocross Madness? Oder zu Nischenprodukten wie Train Simulator? Gerade der zuletzt genannte Titel könnte sich allein aufgrund seines Namens wie geschnitten Brot verkaufen. Spiele mit dem Zusatz "Simulator" im Namen erleben zurzeit scheinbar eine Konjunktur ... Wie auch immer, in etwa einem Monat erfahren wir voraussichtlich mehr ...


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