Road to Fame
Ein Spiel mit Ecken und Kanten - der leistungsschwachen Grafik-Engine sei Dank.
Schon ein Blick auf die Verpackungsrückseite verheißt wenig Gutes. Dort ist die Rede von einer Story, die in "heimeliger Atmosphäre spielt". Eventuelle Bedenken, dass man mit Road to Fame gerade die x-te Kopie von Need for Speed Underground 2 in den Händen halten könnte, werden wie Fliegendreck von der Windschutzscheibe gewischt, schließlich ist "das Spiel voll wunderschöner, handgemalter Erzählungen in bester Comic-Manier".
Und "an die Mädels" wurde "ebenfalls gedacht und von jedem Auto eine Girlie-Version gemacht". Da kann ja eigentlich gar nichts mehr schief gehen - oder vielleicht doch? Die Ernüchterung folgt spätestens nach dem gänzlich unwitzigen Intro-Comic: Zur Wahl steht ein Minifuhrpark mit fiktiven Rennsemmeln, darunter Modelle wie "Karell GOT" oder "Petit 406". Die Autos kosten zwischen 200 und 100.000 Euro.
Da Sie Ihre Streetracer-Karriere mit läppischen 10.000 Euro beginnen, ist zunächst nur ein konkurrenzlos mieses Vehikel drin und das billigste der sündhaft teuren No-Name-Tuning-Pakete. Denn um an einem Rennen teilzunehmen, ist eine Startgebühr fällig. Da Sie es bei den Wettbewerben stets mit sehr viel besser motorisierten Gegnern zu tun bekommen, sind Ihre Chancen auf den fürs Weiterkommen nötigen Sieg gleich null.
Dankenswerterweise gibt es jedoch auch für den zweiten und dritten Platz eine (zu) kleine Siegprämie. Ergo fahren Sie jedes Rennen bis zu zehn Mal, um genug Geld für die nächste Tuning-Stufe zusammenzubekommen.
Damit gelingt dann auch der vorher unmögliche Sieg und das nächste Rennen ist freigeschaltet. Das bringt meist eine höhere Startgebühr und noch schnellere Gegner mit sich, sodass sich oben beschriebenes Spielchen wiederholt. Dadurch ziehen sich die auf acht Strecken ausgetragenen 30 Wettbewerbe ins Unerträgliche.
Unerträglich auch, weil die Grafik detailärmer als beim vier Jahre alten Need for Speed: Porsche und die Steuerung entsetzlich träge ist. Ein Schadensmodell sucht man vergebens und die Fahrphysik enttäuscht ebenfalls: Bei Kurvenfahrten jenseits der 120 km/h sollten auch bei einem Arcade-Renner die Fahrzeuge ausbrechen. Wenigstens tragen die Computergegner ihren Namen zu Recht und treten erfreulich offensiv aufs Gaspedal.
