Kolumne: Filme zu Lieblingsspielen
Man kann zu Filmen Computerspiele machen, die beim Spielen keine Qualen bereiten. Denken Sie an Schlacht um Mittelerde, Chronicles of Riddick oder die Jedi-Knight-Serie. Man kann auch den umgekehrten Weg gehen und zu Computerspielen Filme machen. Doch das ist meistens eine Idee, die unter die Kategorie "keine gute" fällt.
Schlechte Aussichten
Wenn ich mir ins Bewusstsein rufe, was auf mich zukommt in den nächsten Monaten und Jahren - Filme zu Doom, Halo und Hitman -, dann kommt mir noch etwas anderes: das kalte Grausen nämlich. Ich möchte keinen der genannten Titel auf Anhieb Qualität absprechen, ohne sie gesehen zu haben, aber ich tue mich verdammt hart mit der Zuversicht. Was daran liegt, dass ich noch immer traumatisiert bin von fürchterlich schlechten Filmen zu Tomb Raider, Dungeons & Dragons oder Alone in the Dark. Zum Letztgenannten hat sich ein Kritiker auf imdb.com so treffend geäußert, dass ich es hier als Zitat wiedergeben möchte: "Wenn Sie diesen Film sehen wollen, tun Sie sich selbst einen Gefallen und warten Sie, bis er im Sonderpreisregal Ihrer Videothek steht. Wenn es in der Filmbranche eine Gerechtigkeit gibt, dann wird einer der Schauspieler anwesend sein, um Sie zu bedienen."
Alles soll auf die Leinwand
Uwe Boll, der Regisseur von Alone in the Dark, hat keine Gnade mit dem Publikum. Ununterbrochen kauft er Lizenzen zu Spielen, zu Fear Effect, zu Far Cry, zu Hunter: The Reckoning - alles soll auf die Leinwand, irgendwie. Auch aus Dungeon Siege will er einen Film machen. Und Sie wissen ja, wie es um die Story im Spiel steht: Es gibt fast keine. Drehbuchautor ist übrigens David Freeman, der Computerspielern bereits mit seiner Geschichte zu C&C Generäle mitteilte, dass er absolut nichts zu sagen hat. Uwe Boll gibt indessen den Pragmatiker. Über sein House of the Dead äußerte er sich so: "Es ist kein wirklich guter Fun-Film, aber es wäre mit Dialogen auch noch ein langweiliger Fun-Film." Er sagte auch, dass man bei Computerspiel-Verfilmungen keine guten Kritiken erwarten dürfe.
Diese Ehrlichkeit machte mir den Mann sympathisch, ich wollte mehr über ihn erfahren. Doch der investigative Besuch auf uweboll.com lief anders ab als erwartet. Dort steht, schwarz auf weiß, nur ein Satz: "Please stop making movies."

Warum wird bei Spiele-Verfilmungen also nicht erstmal an etwas leichter zu realisierende Stoffe gegangen? Ein Baphomets Fluch Kino Film wäre für wenig Geld machbar, ein guter GTA Film wäre für 30-40 Mio locker drin, ebenso wie Max Payne (Robert Rodriguez hat mit Sin City ja gerade erst gezeigt, dass man so etwas in grandioser Optik mit Top Stars für nur 40 Mio hinkriegt). Aber aus mir unerfindlichen Gründen fangen sie immer gleich mit den wildesten Sci-fi und Fantasy-Szenarien an, die auf Hollywood-Niveau (von seltenen Ausnahmen wie Dark City, Equilibrium oder Matrix 1 abgesehen) 100 Mio und weit drüber kosten. So können nur 2.klassige Effekte und schlechte Ausstattung bei rumkommen. Von der Qualität der Drehbücher will ich gar nicht erst anfangen.
Auf meiner Wunsch-Liste würde da eher zwei Animationsfilme stehen. Mit CGi könnte man einen großartigen Sam & Max Film machen. Ebenfalls mit Computer oder vielleicht sogar mit genialer Knet-Technik (wie Wallace & Grommit, Nightmare before Christmas oder demnächst Corpse Bride) wäre Grim Fandango ideal für die Leinwand.
Oder Donkey Kong; das wird sicher toll... :ugly: