Mit dem Rollenspiel-Klassiker aus den 80ern teilt The Bard's Tale nur noch den Namen. Die rundenbasierten Kämpfe sind Vergangenheit, die Standbilder auch. Stattdessen gibt es Echtzeit-Klickereien und 3D-Grafik, wie es sich für ein Action-Rollenspiel gehört. Doch weder Optik noch Gefechte machen großartig was her, das Beste am Spiel ist der Hauptdarsteller: Keine andere Figur definiert den Begriff Antiheld so treffend wie der Barde.
Der ist eigentlich ein ziemliches Ekelpaket: Prinzessinnen rettet er nur, wenn sie mindestens Körbchengröße D und ein ebenso dickes Bankkonto haben. Man schließt ihn trotzdem ins Herz, weil er etwas von jener Lausbubenmentalität hat, die man von Han Solo her kennt - ein Schlawiner zum Liebhaben.
Außerdem gilt bei ihm der Spruch: "Harte Schale, weicher Kern!" Wie wenig Selbstbewusstsein der Barde trotz seiner fiesen Sprüche hat, wird deutlich, wenn er herumstehende Fässer mit dem Schwert zerschlägt und sich danach selber auf die Schulter klopft: "Wie stark ich doch bin!"
Rattenfängerkarriere
Das Spiel beginnt mit einem Intro, das so verschwommen aussieht, als würde man es durch Milchglas betrachten. Gut, dass ein Erzähler das Geschehen kommentiert: Böse Männer in Kutten und Gänsehaut erzeugender Stimme verfolgen den Barden, das Warum soll eine Rückblende erklären. Und die spielen Sie nach. Sie haben zum ersten Mal die Kontrolle über die Figur, da sollen Sie im Keller der örtlichen Taverne ein Rattenproblem lösen. Dass besagtes Problem die Größe eines Wohnwagens hat: huch.
Im richtigen Moment taucht ein mysteriöser Mann auf und bringt dem Barden ein magisches Liedchen bei: Ein bisschen auf der Harfe herumzupfen, schon entsteht eine Art Irrlicht, das flimmernd durch die Gegend schwirrt und Monster elektrisiert - Ihre Kammerjäger-Mission wird zum Kinderspiel. Solche Heldentaten vollbringend, ziehen Sie von Dorf zu Dorf, bis die Hauptaufgabe Konturen annimmt: Eine Prinzessin, reich und schön, hockt in einem Turm fest. Testosteron lässt den Barden einen Rettungsversuch starten.
Kämpfe mit Musik
The Bard's Tale ist kein Diablo, auch wenn's so aussieht: Zwar lenkt man den Barden aus der Vogelperspektive übers Terrain und klickt Monster mit der Maus tot, aber Sammelsucht und Levelwahn bleiben aus. Woran liegt's? Die Beute der Feinde verwandelt sich beim Aufheben sofort in Kleingeld, das Sie in der Stadt in eine überschaubare Anzahl an Waffen investieren: Dolch, Schlegel, Zweihänder und Bogen - das war's auch schon.
Wie eine Einbahnstraße verläuft die Charakterentwicklung: Nach Stufenanstieg verteilen Sie Ihre Punkte zwangsläufig auf Stärke und Rhythmus (Magie), der Rest ist sinnlos.
Die Kämpfe hätten dieselbe Anziehungskraft wie die Fernsehwiederholung eines Golfturniers, gäbe es da nicht die Zaubersprüche in Form von Musik. Über ein Menü, dessen Layout stark an ein Konsolen-Interface erinnert, wählen Sie via Tastenkombination ein Lied aus, das Mitstreiter herbeizaubert. Je besser Ihre Harfe, desto mehr Team-Kameraden können gleichzeitig aktiv sein. Für jede Situation gibt es passende Gehilfen: In Höhlen macht das Glühwürmchen Licht, im Kampf gegen eine Übermacht erweist sich die Heilerin (eine Kreuzung aus Hella von Sinnen und Shrek-Oger) als wertvolle Verbündete.
So cool diese Beschwörungsformeln sind, bei der Umsetzung hätten sich die Entwickler mehr Mühe geben können. Während der Barde die Harfe spielt, ist er Angriffen schutzlos ausgeliefert. Man rennt oft sekundenlang wie ein aufgescheuchtes Huhn vor Gegnern davon - ein nerviger Eiertanz.
Oliver Kalkofe ist der Barde
Vielleicht gehören Sie ja zu jenen Rollenspielern, die es satt haben, den Guten zu spielen. Dann ist The Bard's Tale Ihr Spiel: Nirgendwo sonst (Knights of the Old Republic ausgenommen) dürfen Sie egoistischer sein als hier.
In den Gesprächen haben Sie oft die Wahl zwischen guter und böser Antwort, doch selbst die gute würde sich kein normaler Held zu geben trauen, so viel Sarkasmus steckt drin. Welche Antwort Sie wählen, beeinflusst gelegentlich den Spielverlauf: Wer eine Figur beleidigt, muss später mit ihrer Rache rechnen. Das heißt nicht, dass Sie stets brav sein sollen; bei manchen Gesprächspartnern helfen Drohungen mehr als Süßholzraspeln.
Ob Sie die Sprachausgabe der deutschen Version gut finden, hängt davon ab, ob Sie sich Oliver Kalkofe als den Barden vorstellen können: Der vertont die zynischen Sprüche zwar treffend, doch sein eigenartig dünnes Stimmvolumen ist Geschmackssache.
Die restlichen Sprecher machen ihren Job einwandfrei; die Sprachausgabe gehört zu den Highlights. Leider ging der Wortwitz der englischen Version in der Übersetzung verloren; so fehlt der ausgeprägte schottische Dialekt der Figuren. Doch ärgern Sie sich nicht zu früh: Wenn Sie das Spiel lieber im Original genießen wollen, können Sie die Sprache im Setup-Bildschirm umstellen.
Zum Mitmeißeln: Wenn Sie Hightech-Grafik und Kämpfe mit Diablo-Sucht erwarten, erwarten Sie weiter. Zum Lachmuskelaufbau ist The Bard's Tale aber perfekt.
Was The Bard´s Tale an Spiel fehlt, macht es durch seinen Humor wieder wett.
Normalerweise drücke ich die Sprachausgabe ungeduldig weg. Aber in The Bard´s Tale sind die Dialoge und Sprecher so gut, dass ich jedes Wort genieße. Die Kämpfe gefallen mir noch am wenigsten: Einen Mitstreiter beschwören, etwas auf der Maus herumklicken, Beute einsammeln - das mache ich nur, um zur nächsten Story-Sequenz vorzustoßen. Gäbe es so viele Gegenstände wie bei Diablo oder Sacred und dazu noch eine fordernde Charakterentwicklung, The Bard´s Tale wäre ein Meisterwerk. Hoffentlich findet Inxile-Boss Brian Fargo (Fallout) beim nächsten Projekt ein besseres Gleichgewicht zwischen Spiel und Humor.
So ich muss sagen ihr habt das Spiel genau richtig bewertet. Ich habe mir mal die Zeit genommen und es gespielt und lege meine persöhnliche und kurze Bewertung hier dar.
Also:
Grafik Ist an sich sehr gut jedoch das man die Kamera nicht sonderlich verstellen kann ist doof.
Deshalb nur 70 %
Ton Das alles deutschsprachig wiedergegeben wird ist ein +. Kleines Mango in manchen Städten und Szenen ( er sagt was falsche -> Untertitel richtig)
85 %
Steuerung und Spielspaß Gesteuert wird es Einfach und die Quests sind eindeutig! Eine große Karte mit einträgen ist auch vorhanden ( wie bei Sacred). Großes plus ist die radikale Sprache vom Barden. Noch ein großes Plus sind die guten und witzigen Einfälle z.b. das Maleur mit Both ( wer es nicht kennt sollte es spielen )
90 %
Insgesamt ist es ein Kontrastspiel zu allen "otto normal Rollenspielen". -> Spielenswert !
Ich tu mir ja so einiges an, aber nicht den Kalkofe wenn's net unbedingt sein muss In diesem Fall muss es nicht sein Hat mir gereicht als GIGA Games B.T. vorgestellt hat..
Man kann während der Installation auch die Originalsprache wählen.
Zitat: (Original von Nali_WarCow am 07.07.2005 15:51)
Zitat: (Original von kolboom am 07.07.2005 15:17)
Wenn man sich den Test so durchliest, hat das Spiel nicht mehr als 50% verdient ! Wieso zum Geier gibt's dann dennoch satte 79% ? Habt ihr keinen Mut zu schlechten Bewertungen ?
Spiel es doch selber erst mal, bevor du niedrige Wertungen forderst.
Ich tu mir ja so einiges an, aber nicht den Kalkofe wenn's net unbedingt sein muss In diesem Fall muss es nicht sein Hat mir gereicht als GIGA Games B.T. vorgestellt hat..
Wenn man sich den Test so durchliest, hat das Spiel nicht mehr als 50% verdient ! Wieso zum Geier gibt's dann dennoch satte 79% ? Habt ihr keinen Mut zu schlechten Bewertungen ?
Spiel es doch selber erst mal, bevor du niedrige Wertungen forderst.
Wenn man sich den Test so durchliest, hat das Spiel nicht mehr als 50% verdient ! Wieso zum Geier gibt's dann dennoch satte 79% ? Habt ihr keinen Mut zu schlechten Bewertungen ?
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