Noch eine Tuning-Simulation? Darauf können Sie wetten! Was es damit auf sich hat und wieso bei Juiced alles eine Frage des Respekts ist, verrät unser Test.
Auch bei Juiced dreht sich vor allem eins: der Schraubenschlüssel in der Tuning-Werkstatt. Bekannte Sportwagen namhafter Hersteller lassen sich bis ins kleinste Detail aufmotzen. Wer was von sich hält, knattert mit einem Auspuff im Ofenrohr-Format durch die Gegend, hat unter der Karosse eine Neonröhre angebracht und erfreut sich an überdimensionalen Front- und Heckspoilern. Wichtiger als eine Perlglanzlackierung oder ein basslastiges Soundsystem sind allerdings die inneren Werte Ihrer Karre. Egal ob Sportfahrwerk, griffigere Reifen, stärkere Bremsen, schnellere Übersetzung oder ein Turbolader - hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Und das nötige Kleingeld für all die schönen Sachen verdienen Sie sich bei ausnahmsweise legalen Straßenrennen gegen andere Streetracer. Im Gegensatz zu Need for Speed: Underground 2 geben Sie bei Juiced nämlich auf abgesperrten Strecken ohne Gegenverkehr Gas. Und zwar gegen Fahrer acht verschiedener Gangs. Dabei verdienen Sie sich nicht nur ordentlich Kohle, wenn Sie auf einem der vorderen Plätze über die Ziellinie rollen, sondern auch Respekt. Klingt bekannt und ist dank exzellenter Umsetzung eines der herausragenden Merkmale von Juiced.
Respekt!
Während eines Rennens verrät Ihnen eine Anzeige, wie viel Respekt Sie bereits gewonnen oder aber auch verloren haben. Denn so wie es für wendige Kurvenfahrten und Überholmanöver Bonuspunkte gibt, schrumpft Ihr Respekt-Konto nach peinlichen Drehern, wenn Gegner an Ihnen vorbeirauschen oder - ganz böse - wenn Sie Wagen der Konkurrenz demolieren. Nach jedem Rennen landen Sie auf dem Crew-Bildschirm. Dort erklären Ihnen die Anführer in einer sehr rauschigen Sprachausgabe, was gar nicht gut war ("Dein Fuhrpark ist arm!") und was ihnen gefallen hat ("Dein Talent für Wetten ist echt krass!"). Talent für Wetten? Richtig, denn bei Juiced können Sie - ein pralles Bankkonto vo-rausgesetzt - einen Haufen Kohle auf oder gegen einen bestimmten Fahrer setzen. Ob Sie Erster oder Fünfter werden, ist dabei völlig egal, Hauptsache Sie landen vor Ihrem Wettpartner. Gelingt das, streichen Sie das zu Rennbeginn ausgemachte Sümmchen ein - und verdienen sich mit dieser oberkrassen Aktion noch eine Extra-Schippe Respekt. Und das ist wie eingangs erwähnt von großer Bedeutung für den weiteren Spielverlauf. Zwar können Sie die Bosse anderer Crews jederzeit mit Ihrem stylischen Handy von dem öden Menü aus anbimmeln, respektieren die Sie aber nicht, ist das Gespräch ratzfatz beendet. Haben sie dagegen die nötige Achtung, dürfen Sie an speziellen Crew-Challenges teilnehmen und Duelle um den schnöden Mammon oder gar den eigenen Wagen bestreiten oder bei einem Respekt-Wettbewerb mit 360-Grad-Drehungen sowie Extremtempo-Fahrten Eindruck schinden. Den machen Sie auch auf mehr oder weniger fähige Fahrer, die noch keiner Crew angehören und Sie regelmäßig anrufen, um in Ihrem Team mitfahren zu dürfen.
Echter Mehr-Wehrt
Mehrere Fahrer in der eigenen Crew zu haben, hat massive Vorteile. So können Sie einerseits Piloten nach Ihren Fähigkeiten bestimmten Rennen zuteilen und wie ein Formel-1-Teamchef beobachten, wie sich Ihre Schützlinge schlagen, sowie konkrete Anweisungen bezüglich des Fahrstils geben. Andererseits öffnet Ihnen ein mindestens dreiköpfiges Team die Tür zu neuen Events, bei dem von jeder Crew zwei oder drei Fahrer starten müssen. Gewonnen hat die Crew, die zuerst alle Autos im Ziel hat. Wenn Sie Ihren Crew-Mitgliedern befehlen, äußerst aggressiv über die Strecken zu heizen, werden diese zwar rasch an der Spitze mitfahren, neigen aber auch leicht zu Fehlern. Schuld daran ist der Stress-Level, der die starken KI-Piloten einen Tick menschlicher macht. Ist durch eine Wette oder eine exorbitant hohe Siegprämie viel Geld im Spiel, steigt die Anspannung bei gegnerischen und eigenen Piloten - und damit die Wahrscheinlichkeit, Fehler zu machen. Im Rennen signalisiert ein Ausrufzeichen über dem jeweiligen Wagen, dass dessen Fahrer gerade zum Nervenbündel auf vier Rädern mutiert.
Keine frei befahrbare Stadt
Im Gegensatz zu Need for Speed: Underground 2 ist Angels City, die Spielwelt von Juiced nicht frei befahrbar. Wie bei Need for Speed: Underground wählen Sie einzelne Events über einen Kalender aus und finden sich anschließend auf einer der 99 Strecken wieder. Deren Design kommt allerdings nicht an die Vielfalt von EAs Genre-Referenz heran. Nervig vor allem, dass viele der Kurse vor- und rückwärts sowie gespiegelt gefahren werden. Die meisten Rennen finden in der Stadt mit engen Kurven und teils mäßigen Überholmöglichkeiten statt. Einige wenige auch in ländlicheren Regionen sowie auf klassischen Rennstrecken. Praktisch: Jede Crew hat einen eigenen Kurs, der für Probefahrten und eigene Events zur Verfügung steht. Neben den bereits erwähnten Rundrennen gegen andere Fahrer oder die Uhr sowie den Respekt-Challenges bietet Juiced ferner Sprint-Rennen à la Need for Speed: Underground, bei denen Sie manuell schaltend und turbozündend um den ersten Platz kämpfen.
Corvette ist fett!
Im Spielverlauf bekommen Sie es mit 50 authentischen Fahrzeugen bekannter Hersteller zu tun, die in acht unterschiedliche Wagenklassen von 0 bis 1.000 Pferdestärken eingeteilt sind. Für jede Wagenklasse gibt es separate Rennen, um ein Aufeinandertreffen einer PS-Gurke wie dem Fiat Punto und einer Corvette Z 06 (907 PS) zu vermeiden. Juiced bietet kein Schadensmodell; Crashs bleiben somit folgenlos. Dafür ist die Fahrphysik der einzelnen Fahrzeuge erstklassig und extrem realistisch. Jeder Wagen lenkt sich anders und Modifikationen in der Werkstatt machen sich anschließend im Rennen bemerkbar. Die Steuerung geht zwar auch mit Tastatur und Gamepad zufriedenstellend von der Hand, in den vollen Renngenuss kommt man allerdings erst mit einem Lenkrad.
Durchschnittliche Optik
Leider merkt man auch Juiced seine Konsolenherkunft an. Die Grafik ist mitunter etwas kantig und Streckenrandobjekte wirken leicht verschwommen. Eine Cockpit-Perspektive fehlt genauso wie die Möglichkeit, diverse Instrumente während der Rennen auszublenden. Außerdem enttäuschen die platten Fahrzeugmodelle - Need for Speed: Underground 2 sieht um Längen besser aus und bietet zusätzlich noch den cooleren Soundtrack. Dafür rasen Sie bei Juiced nicht nur zu nachtschlafender Zeit, sondern auch tagsüber durch die Stadt und treten sogar bei Regen auf gefährlich rutschigen Fahrbahnen an. Wem die motivierende Karriere zu langatmig ist, der kann sich in kurzweiligen Arcade-Rennen vergnügen und abwechslungsreiche Meisterschaften freischalten. Rasant geht es auch im Mehrspieler-Modus zu, bei dem bis zu sechs Spieler via Netzwerk oder Internet gleichzeitig an den Start gehen.
Zitat: (Original von Stargunner am 04.06.2005 13:32)
Wieder ein Arcade- Racer der alles sein will. Diese fuselige Herumtunerei ist in so einen Game völlig fehl am Platze. Dazu noch eine nicht frei befahrbare Stadt und die beschissene Konsolen- Kotz- Grafik...das braucht doch echt keiner !
Tja, dann erklär mir mal warum so viele Leute NFSU gekauft haben, und auch auf NFSU2 reingefallen sind. Spielerisch bieten diese Titel auch nichts weiter als das typische Rerumgebastel an Autos und klischeehafte Straßenprollatmosphäre gepaart mit bunter LSD-Grafik. Hier halte ich Juiced zumindest zu Gute dass man auch mal das Tageslicht sieht, und nicht nur nachts durch eine mäßig aussehende Stadt kurvt.
Wieder ein Arcade- Racer der alles sein will. Diese fuselige Herumtunerei ist in so einen Game völlig fehl am Platze. Dazu noch eine nicht frei befahrbare Stadt und die beschissene Konsolen- Kotz- Grafik...das braucht doch echt keiner !