Pariah
Manche Gegner sind mit einem Flammenwerfer bewaffnet, der, genügend
Beschuss vorausgesetzt, irgendwann das Zischeln anfängt, um zu explodieren.
Dafür dass hier angeblich ein Virus wütet, schaut es ziemlich gemütlich aus: Die Sonne guckt strahlend durchs Wolkendach, ein Windhauch trägt Blätter durch die Luft und zwischen Felswänden plätschert ein Bach. Doch dann fallen die ersten Schüsse. Dr. Mason, frisch auf diesen Planeten namens Erde abgestürzt, ist die Zielscheibe. Auf den hippokratischen Eid pfeifend, greift Mason zu den Waffen. Und Sie werden ihn 18 Levels lang steuern. Wenn Pariah nicht Ihr erster Ego-Shooter ist, sehen Sie die Endsequenz in rund zehn Stunden.
Wie kommt es, dass ein Arzt nicht mehr Leben rettet, sondern auslöscht? Pariah erklärt das im Vorspann, dessen Drehbuch so gut ist, dass er eine gewaltige Erwartungshaltung schafft. Gezeigt wird, wie ein Routineflug schief geht: Eine Rakete schlägt ein, das Raumschiff stürzt ab, nur eine Hand voll Leute überleben. Darunter Dr. Mason und Karina, die Patientin, deren Transport er hätte überwachen sollen. In einer meisterhaften Szene infiziert sich Mason mit dem Virus, den Karina bereits in sich trägt. Dann kommen Männer in Rüstungen und schießen scharf - Mason schießt zurück. Die Ausgangssituation ist Adrenalin: zwei Infizierte unter Hunderten von Jägern.
Im Freien auf Gegner
In einigen Levels steuern Sie die Vehikel, fahren und schießen gleichzeitig. Manchmal übernimmt Karina das Steuer, während Sie den Geschützturm bedienen.
Die Unreal-Engine ist der Grafik-Antrieb von Pariah, und weil die Unreal-Engine am besten mit Außenarealen zurechtkommt, spielen Sie die meiste Zeit in eben solchen. Berge dienen als Levelbegrenzung, der Weg ist stark vorgeschrieben: Wie auf Schienen bewegt man sich durchs Paradies, links und rechts mit dem Schnellfeuergewehr auf Gegner schießend.
Diese verhalten sich schlau wie eine trainierte Spezialeinheit, indem sie Deckung suchen, Sperrfeuer geben oder sich von hinten heranschleichen. Einerseits. Andererseits gibt es auch Feinde, deren IQ nur ein Minuswert sein kann. Feinde, die auch unter Beschuss dastehen, als wären sie zur Salzsäule erstarrt. Oder welche, die sich hinter Fässern verkriechen, um dort alt zu werden.
KI-Aussetzer sind verzeihbar, kein Computerspiel ist davon gefeit. Unentschuldbar ist aber, dass einen Pariah dauernd dieselben gesichtslosen Gegner vorsetzt: Vermummte Männer mit Granat- und Raketenwerfern, Schnellfeuer- und Plasmagewehren. Manche davon tragen Schilde, enden aber trotzdem als Kanonenfutter.
Einmal gut, einmal schlecht
Der erste Level gehört zu den schönsten: Sie kämpfen sich einen Hügel hinauf, bis Sie allmählich im Gebiet des Gegners landen. Dort stehen Wachtürme, die spektakulär in sich zusammenfallen, wenn man mit dem Schnellfeuergewehr draufhält. Wie das physikalisch sein kann, dass ein paar Projektile einen tonnenschweren Verteidigungsturm einstürzen lassen, fragt man sich dann gar nicht mehr, von der bombastischen Action abgelenkt. Später agieren Sie innerhalb der Basis, deren Decke von Betonsäulen gehalten wird. Auch diese Pfeiler zerbröckeln so aufwendig im Kugelhagel, dass es eine Freude ist.
Gelegentlich bewegen Sie sich auf ein blinkendes Kontrollpult zu, drücken "E" für Benutzen und öffnen Schranken oder deaktivieren Geschütztürme. Doch nie stehen Sie vor großen Rätselhürden; wenn Sie nicht weiterkommen, dann wegen des manchmal verwirrenden Level-designs. Ein Schauplatz gleicht einer futuristischen Fabrikhalle, Eisengeländer und Fahrstühle überall, dazu etliche Tore, von denen aber immer nur eines aufgeht. Welcher Durchgang der richtige ist, finden Sie heraus, nachdem Sie zu viele Sackgassen gesehen haben.

Wer noch mehr lesen möchte, hier gehts zu meinem Lesertest von Pariah. Bitte auch fleissig bewerten. :-D
Ach ja, gut geschrieben war der Bericht von Thomas Weiss natürlich auch. ;-)
SoSchautsAus
Pariah ist "nur" ein guter, unterhaltsamer Shooter. Ich habe damit mehr Spass gehabt, als bei Doom3 oder HL2. Vielleicht, weil ich von Pariah nichts großartiges erwartet habe und dann angenehm von der Qualität des Titels überrascht war.
Das Problem ist nicht, daß Pariah nix Neues bietet, sondern alles schon deutlich besser gemacht wurde von andern Games.
Aber ansonsten hört sich das Game echt ned toll an...hab aber auch nie damit gerechnet dass die ne ordentliche Story hinbekommen.....
Pariah ist "nur" ein guter, unterhaltsamer Shooter. Ich habe damit mehr Spass gehabt, als bei Doom3 oder HL2. Vielleicht, weil ich von Pariah nichts großartiges erwartet habe und dann angenehm von der Qualität des Titels überrascht war.