Wenn pickelige Führerscheinneulinge an der Aral-Tanke um die Ecke ihren aufgemotzten GTI zwischen Waschanlage und Münzstaubsauger im Neonlicht der Neptun-Pils-Reklame präsentieren, huscht Ihnen da nicht ein Lächeln über die Lippen? Autos mit eingebauter Rücksitzbank und ohne Bassreflexröhre im Kofferraum sind was für Langweiler? Rotierende Felgenaufsätze sind Ihnen wichtiger als eine Klimaanlage und Ihr Auspuff muss wenigstens Ofenrohrformat haben? Dann dürften Sie auf den Nachfolger der als Rennspiel getarnten Tuning-Si-mu-lation Need for Speed Underground garantiert abfahren.
Riesige Spielwelt
Auch Teil 2 entführt Sie in die aufregende Welt der Tuning-Szene und illegalen Straßenrennen zu nachtschlafender Zeit. Schauplatz des Spiels und genialste Neuerung zugleich ist die völlig frei befahrbare Stadt Bayview. Die fiktive Metropole ist in fünf riesige Bezirke unterteilt, die Sie im Herzstück des Spiels - dem knapp 25 Stunden umfassenden Karriere-Modus - nach und nach freispielen. Klickten Sie sich beim Vorgänger noch in einem öden Menü von Rennen zu Rennen, sind Sie nun ständig auf der Straße und cruisen mit Ihrer PS-Schleuder frei nach Schnauze über den Asphalt. In welcher Reihenfolge Sie die Rennen ansteuern, bleibt Ihnen überlassen. Wo welche Events steigen, verrät Ihnen die stets eingeblendete Übersichtskarte. Das neue Navigationssystem führt Sie auf Wunsch ans Ziel. Wie im echten Leben allerdings nicht immer auf dem schnellsten Weg, was mitunter ganz schön nervig sein kann. Vor allem dann, wenn es darum geht, in weniger als zwei Minuten einen Fotografen am anderen Ende der Stadt zu treffen, um Ihr Auto für das Cover eines Tuning-Magazins ablichten zu lassen. Neu sind die Outrun-Races: Brausen Sie in der Nähe eines anderen Hobby-Rennfahrers, piepst Ihr Handy. Nehmen Sie die Herausforderung an, liefern Sie sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Außerdem informieren Sie eingehende SMS über neue Rennen oder Sonderangebote in den Hinterhof-Tuningwerkstätten.
Pimp my Ride
Die einzelnen Renntypen machen eine Menge Laune, sind dank des dreistufigen Schwierigkeitsgrads für Anfänger und Profis weder zu leicht noch zu schwer und überzeugen durch ein sehr abwechslungsreiches Streckendesign - dienen aber eigentlich nur als Mittel zum Zweck. Genauer gesagt: zum Geldverdienen. Denn davon brauchen Sie eine Menge, um Ihre Karre ordentlich aufzumotzen. Das Angebot an Tuning-Zubehör ist gigantisch und stellt die vergleichsweise mickrigen Frisieroptionen des Vorgängers doppelt und dreifach in den Schatten. Pulsierende Neonleuchten, teilbare Motorhauben, Lowrider-Hydraulik, Auspuffblenden, Felgen, Nitro-Entlüftungen, Pearl-Lackierungen oder fette Hi-Fi-Anlagen sind nur einige wenige der knapp 300 lizenzierten Zubehörteile. Je aufpolierter der Wagen, desto höher ist das Ansehen in der Szene - was Ihnen wiederum lukrative Sponsorenverträge einbringt.
Angst vorm bösen Golf?
Der Fuhrpark besteht aus 30 authentischen Vehikeln bekannter Fahrzeugbauer. Im Laufe des Spiels schalten Sie unter anderem den Audi TT, Toyota Celica, Cadillac Escalade oder Golf GTI frei. Das ordentliche und arcadelastige Fahrmodell entspricht genau wie die direkte Steuerung dem Vorgänger, die KI der Compu-tergegner ist sogar noch besser geworden. Die PC-Raser drängeln, überholen und schubsen ohne Rücksicht auf Verluste - was angesichts des nach wie vor fehlenden Schadensmodells kein Problem ist. Aber auch ohne verbeulte Kotflügel und Lackkratzer sieht Need for Speed Un-derground 2 einfach gigantisch aus. Die Sportflitzer ähneln ihren realen Vorbildern bis ins kleinste Detail, und wenn der Werbeslogan "The City never sleeps" für eine Stadt kreiert wurde, muss das Bayview sein. Kunterbunt funkelnde Casinos im Las-Vegas--Stil, glitzernde Einkaufsmeilen, hell beleuchtete Bürokomplexe, über die Straßen gespannte Lichterketten, von greller Neonwerbung flankierte Stadtautobahnen und viel Verkehr sorgen mit dem coolen Soundtrack für reichlich Atmo-sphäre. Die übertriebenen, aber op-tisch beeindruckenden Spiegel--effekte gibt es nach wie vor: Sowohl auf Ihrem Auto als auch auf dem Asphalt glänzt und blitzt es, als hätte Meister Proper höchstper-sönlich das Erdpech blank gewienert. Verstärkt wird dieser Effekt durch den bildschönen Regen, der für schlechte Sicht und rutschige Straßen sorgt. Dank Motion Blur werden auch wahnwitzige Geschwindigkeiten jenseits der 300 Stundenkilometer glaubwürdig simuliert. Enttäuschend ist hingegen die erneut platte und im öden Comicstil erzählte Story ausgefallen. Kurios: Die wenigen animierten Zwischensequenzen sehen schlech-ter aus, als die In-game-Grafik in Wirklichkeit ist.
Zitat: (Original von The_Linux_Pinguin am 26.12.2004 16:16)
Die einzigsten Kritikpunkte die ich an NFSU2 habe ist die Langzeitmotivation, die bei Teil 1 auch schon zum Schluß hin immer weniger wurde und die nicht so tolle Musik
also das sehe ich andersrum! An NFSU 2 habe ich bestimmt über 50 Std. verbracht! außerdem: Warum hörst du nicht deine eigenen MP3's? Dann stellst du die Musik bei NFSU 2 runter!
Also ich bin bei NFS:U2 auch ziemlich weit. Ich habe 100% aller Autoteile freigespielt aber trotzdem keine Verbreiterung. Dafür hab ich über 105% der Rennen im ersten Abschnitt gefahren. Im Prozentrechnen scheint man bei EA aber nicht so ganz fit zu sein. Was die Langzeitmotivation angeht muss ich meinen Vorrednern Recht geben. Irgendwann hat man einfach keinen Bock mehr weiterzumachen. Der nächste Teil muss unbedingt wieder ein "richtiges" NFS sein, das aber auch eine Sarnierung des Spielkonzeptes nötig hätte. Hier mal einige Punkte, die mir an NFS:U2 nicht so gefallen haben: - Schwierigkeitsgrad: erst fährt man 9/10 des Rennens erhaben an der Spitze, dann macht man einen klitzekleinen Patzer und findet sich auf einem der hinteren Ränge wieder. So macht es ECHT KEINEN SPASS. - Spurtreue bei Drag Races: Wie oft bin ich an den Güterwaggons einer Dragstrecke hängen geblieben, weil mein Auto nur auf festgelegten Spuren fahren kann... Die Reaktion des Fahrzeugs ist da viel zu träge - Leistungsverhältnis der Fahrzeuge: Es kann nicht sein, dass ich mit ´nem voll aufgemachten Skyline Probleme hab einen Peugeot 106 zu überholen... - keine Hupe: Die vermisse ich immer noch. Sie muss keinen Sinn haben, Hauptsache ich kann sie benutzen wenn mich was nervt - verschiedene Versionen: warum muss ich mitm Corsa Vorlieb nehmen, wenn ich auch ´nen Honda Civic hätte haben können? - keine BMWs: Ich hab ja so drauf gehofft, dass im 2. NFS:U endlich wenigstens ein BMW dabei ist, aber es war wieder nix. Bevor das Geschrei kommt die werden nicht getunt: Guckt mal im Zeitschriftenhandel oder auf BMW-Treffen, wie viele getunte da dabei sind. EA muss halt mal bisschen Kohle für die Lizenz springen lassen Ich hoffe nur, dass World Racing 2 wenigstens ein paar BMWs hat, sonst dreh ich echt noch am Rad... - Tuningteile: Ich hab ja gehofft, dass man in NFS:U2 endlich davon verschont wird, absolut hässliche Plastikteile ans Auto zu tackern um genügend Style-Punkte zu bekommen, aber es gibt wieder diese Fischmäuler und Konsorten. Wenigstens kann man sich mit Carbon auch Stylepunke sichern, aber das kann man im Spiel ja leider net lackieren... - Türenumbauten: Schön, dass jemand auf die Idee kam das umzusetzen, aber dann hätte es nicht so halbherzig sein dürfen. Gerade mal Lambotüren und Suicide Doors (hinten angeschlagen) gibts. Die Suicide Doors hab ich bis jetzt nur ein einziges Mal gesehen. Viel weiter verbreitet sind die schräg öffnenden Türen wie z.B. beim McLaren F1. Die hätten da auch noch rein müssen. Oder schräg nach oben öffnende wie die LSD Doors (siehe http://www.lsd-doors.de/)... - Felgenauswahl: Da hat man soooo viele Felgen im Spiel, aber die Klassiker fehlen einfach: BBS RS2, O.Z: Futura und bei den Herstellern überhaupt WRD und Butnik sind nicht vorhanden. - Polizei: Ja wo isse denn? Ich baller mit über 300 über die Stadtautobahn aber es interessiert keinen. Das hätte echt noch ins Spiel rein müssen! - Stadtatmosphäre: So schön bunt und schillernd Bayview auch ist, irgendwie fühle ich mich in der Stadt immer fremd. Sie wirkt irgendwie leblos. Ein haufen Lichter und ein paar Autos auf den Straßen machen halt noch kein richtiges Stadtleben aus. Da fehlt irgendwas. Vielleicht liegts auch daran, dass so viele Teile durch Leitplanken und Hindernisse versperrt sind. Ich hab vielleicht zu viel GTA gespielt und der Forscherdrang is mit mir durchgegangen... Vielleicht liegts auch nur daran, dass es in der Stadt einfach immer Nacht ist? Meine liebste Zeit ist eh die Morgendämmerung, wenns ganz oben noch stockfinster ist und am Horizont die Farbe von hellblau bis leicht orange/rosa geht
So, ich glaub das wars "schon". Ich hab halt einfach mal alle Sachen niedergschrieben, die mir NICHT gefallen haben. Natürlich hat das Spiel auch schöne Momente und macht auch Spass, aber ich hab mich halt nur auf die verbesserungswürdigen Sachen beschränkt Falls es jemals einen dritten Teil der Underground-Reihe geben sollte, sollte EA vielleicht ein paar "Scouts" auf Autotreffen usw. schicken, um abzuklären welche Sachen wirklich angesagt sind *gg* Das Problem wird nur sein, dass sich NFS:U2 wie geschnitten Brot verkauft hat und deswegen kein Grund für Überlegungen seitens EA da sein wird was man großartig noch verbessern/ verändern muss.
Zitat: (Original von ripitall am 26.12.2004 20:53)
Zitat: (Original von Butterbemme am 26.12.2004 20:28)
Kann mir das mal einer mit den Unique Items erklären. Gibt es die wirklich ausschließlich in den Spontan-Rennen gegen andere Autos auf den Straßen (Outrun?)? Lohnen die sich? Ich hab die Rennen überhaupt nicht gefahren und erst gestern gehört daß es die Items überhaupt gibt.
Hi, ja, die Uniques gibt es nur bei Spontan-Rennen, und ja, es lohnt sich.
Danke für den Link. Da hab ich wohl Pech gehabt, denn das Spiel hab ich schon durch, so schnell spiel ich die Karriere sicher nicht nochmal...
Um mal zum Thema zu kommen: Die Musik fand ich beim ersten teil besser und gegen Ende hat die Motivation abgenommen. Da hab ich nur noch auf easy gespielt weil ich keine Lust hatte die ewig langen Rundrennen mehrmals zu fahren.
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