Eine Geschichte, wie wir sie aus anderen Titeln kennen: Dunkle Elfen, finstere Ritter und weitere mies gelaunte Kreaturen wollen sich die Fantasy-Welt Exigo unter den Nagel reißen. Dazu schicken sie ihre Armeen auf die Erdoberfläche und legen auf ihrem Feldzug ganze Dörfer in Schutt und Asche. Nichts, was den Bewohnern von Exigo den Abschluss einer Altersvorsorge sinnvoll erschienen ließe - Grund genug, dem blutrünstigen Feind entgegenzutreten. Besonders originell klingt diese Geschichte nicht, schließlich haben wir Ähnliches schon in Warcraft gesehen. Doch die Art der Erzählung begeistert aufs Neue. Eine grandiose Schlacht eröffnet das Spiel, Tausende von Menschen und Orks donnern schreiend aufeinander zu, eingefangen von dramatischen Kameraeinstellungen. Das Klirren der Schwerter zerschneidet die Stille der Nacht, die Orks brüllen ihren hasserfüllten Angriffsruf aus und ein strahlender Held geht in die Knie, vom feindlichen Pfeil getroffen. Stimmungsvolle Musik untermalt das Chaos - Szenen, die selbst die Zwischensequenzen von Warcraft 3 in den Schatten stellen, produziert von Grafikern, die bereits Terminator 3-Spezial-effekte inszeniert haben. Die op-tische Pracht erstreckt sich auf das gesamte Spiel. Die detaillierte 3D-Grafik stellt nebst hübschen Charakteranimationen auch überzeugende Licht-undSchatten-Spiele dar und auch die Partikeleffekte wie Explosionen begeistern auf ganzer Linie.
Doppeltes Vergnügen?
Eine echte Neuerung stellt die Teilung der Spielwelt in zwei Ebenen dar. Ihre Streitkräfte kämpfen sowohl über als auch unter der Erde. Sobald Sie einen Eingang zu den Tunnelsystemen gefunden haben, schicken Sie die Truppen nach unten, um Monster auszuräuchern oder Schätze zu sammeln. Damit nicht genug: Beispielsweise machen Sie mit etwas Geschick die gegnerische Basis ausfindig und tauchen hinter den feindlichen Linien auf. Eine zweite Karte zeigt dabei stets Ihre Position in Gewölben und Sie können jederzeit per Knopfdruck zwischen den beiden Welten wechseln. Diese Teilung verdoppelt mal eben den strategischen Planungsaufwand, denn die beiden Ebenen sind direkt miteinander verknüpft. So locken Sie die Angreifer in den Tunnel und überfluten diesen kurzerhand, um daraufhin den geschwächten Kontrahenten mit Ihrer Armee zu überrennen. Doch keine falsche Vorfreude: Was Ihr Heer anrichtet, kann der Feind ebenso. Nicht schlecht staunten wir, als die Orks plötzlich in unserer Basis auftauchten und sich unsere Arbeiter vorknöpften. Zum Glück informiert Sie die Karte über jede Auseinandersetzung, sodass Sie im Notfall Maßnahmen ergreifen können.
Kunst? Intelligenz!
Obwohl Armies of Exigo Sie auch unter die Erde entführt, spielt es sich wie ein klassischer Echtzeit-Strategietitel. Die Geschichte enthält weder neue Erkenntnisse, noch glänzt sie mit überraschenden Wendungen. Lediglich die herausragende Qualität der Videosequenzen überzeugt. Im direkten Vergleich mit Warcraft 3 fällt auf, dass die Rollenspiel-Elemente weniger relevant sind. Auch die Auftragsvielfalt lässt zu wünschen übrig. Dafür haben die Entwickler bei der KI gute Arbeit geleistet. Unsere Truppen greifen Feinde selbstständig an, der Heiler hält sich im Hintergrund und muntert verletzte Einheiten auf und die Soldaten behindern sich nur selten gegenseitig. Selbst in den dunklen Gängen der engen, unterirdischen Gewölbe bleiben sie nicht hängen. All diejenigen, die in die Jahre gekommene Warcraft 3-Optik nicht mehr begeistert, sollten einen Blick auf Armies of Exigo werfen.
Armies of Exigo setzt auf Altbewährtes. Damit kann ich gut leben.
Für mich als großer Star- und Warcraft-Fan ist Armies of Exigo willkommener Nachschub. Nach dem kurzen Tutorial kann ich sofort loslegen und meine Basis aufbauen, Rohstoffe sammeln und die monströsen Widersacher in ihre Höhle zurückschicken. Die Aufteilung in zwei Ebenen reicht mir als Alleinstellungsmerkmal vollkommen. Die damit entstehenden taktischen Möglichkeiten kann ich wunderbar ausnutzen, um meinen Feinden kräftig in den Hintern zu treten. Lediglich die Story kommt mir sehr bekannt vor - allerdings wird sie dank der stimmungsvollen Rendersequenzen hervorragend erzählt.