Restricted Area
Nur Charaktere mit Schwertkampf- oder Cyberklauen-Fähigkeiten sollten
Monster auf Tuchfühlung herankommen lassen. Kenjii geht hier mit dem Katana zu Werke.
Restricted Area spielt in einer Endzeitwelt: Im Jahr 2083 hat sich die Erde in eine Einöde verwandelt. Nachdem Millionen von Menschen aufgrund einer Umweltkatastrophe umgekommen sind, haben sich die Überlebenden in riesigen Megacitys zu-sammengerottet. Zwar wurde eine globale Regierung ausge-rufen, doch in Wahrheit wird die Welt im 21. Jahrhundert durch sieben Konzerne nach dem Prinzip des Faustrechts kontrolliert. Der Spieler platzt nun mitten ins futuristische Intrigenspiel hinein und übernimmt die Rolle eines von vier wählbaren Charakteren. Aus einer altmodischen, aber grafisch äußerst stimmungsvoll inszenierten zweidimensionalen Iso-Perspektive dirigiert man seinen Protagonisten durch schaurige Verliese, verfallene Fabrikanlagen oder verstrahlte Wüstenei.
Helden mit Charakter
Waffen und Cyberimplantate werden bei Händlern im Rahmen eines simplen Inventarsystems nicht nur erworben, sondern auch erheblich aufgewertet.
Die Wahl des Recken hat währenddessen direkten Einfluss auf den Spielverlauf sowie die Handlung: Greift man zum bärbeißigen Ex-Soldaten Johnson, bläst man in der Regel per Schusswaffe daherkommenden Unholden bereits aus der Entfernung das Lebenslicht aus. Yakuza-Allrounder Kenjii schlägt dagegen sowohl per Katana als auch per Pumpgun eine Schneise der Verwüstung durch umhertappende Monster. Psionikerin Vicoria Williams zieht indessen mit mentalen Kräften zu Felde, während Jessica Parker als IT-Spezialistin von einer Drohne begleitet wird und sich als einzige in den Cyberspace hacken kann. Entsprechend den Charakterfähigkeiten ändert sich die Spielhandlung je nach gewähltem Helden. Die Umweltkatastrophe lässt derweil den Launen der Natur freie Hand. Furchterregende Kreaturen wie sechsbeinige Creeper, bizarre Tentakelwesen oder verstrahlte Wüstenbewohner steuern alle Nase lang guttural grunzend auf den Helden zu. Die Charaktere entwickeln sich rollenspieltypisch weiter: Erfahrungspunkte können sowohl auf Attribute wie auch auf Spezialfähigkeiten verteilt werden. Spielerisch orientiert sich Restricted Area an bewährten Konzepten: Fast meint man, eine futuristische Version von Diablo vor sich zu haben - Scharmützel reiht sich an Scharmützel und beflügelt die Sammelleidenschaft. Kurzweilig ist das Spiel dennoch. Über ein effizientes Reisesystem werden stundenlange Wanderungen durchs Gelände, wie sie beispielsweise bei Sacred üblich waren, elegant vermieden.
Pauschalreise zur Prügelei
Gleiterpilot Jason chauffiert unseren Helden von Scharmützel zu Scharmützel - gegen saftiges Entgelt, versteht sich.
Der Held des Action-Rollenspiels reist nämlich per Raumgleiter von Schauplatz zu Schauplatz. Im späteren Verlauf des Titels trifft man dann auf die vorher nicht ausgewählten Helden, die nun als Nichtspieler-Charaktere auftauchen und Einfluss auf den Spielverlauf nehmen. Kenjii muss beispielsweise die von einem Konzern entführte Jessica Parker retten, auf deren Betreiben sich der Spieler entscheiden muss, ob man über die Fabrikdächer oder durch die Kanalisation flieht. Die Benutzeroberfläche ist währenddessen auf simple Bedienung ausgelegt: Aktionen, die nicht zum Gameplay beitragen, werden schlicht ausgeblendet. So fließt Bares für erlegte Monster automatisch in die Börse des Helden; Munitionsmanagement und das Nachladen von Schusswaffen fallen weg. Die erworbenen Credits können recht vielfältig investiert werden. Neben dem Kauf von Waffen, die zusätzlich auch noch beim Händler aufgewertet werden können, bietet ein zwielichtiger Heil-kundiger außerdem Cyberimplantate feil, die die Leistungen und Abwehrkräfte der Protagonisten verbessern.
