D-Day
Brücken können von Pionieren gesprengt werden - ideal, um Attacken zu stoppen.
Veteranen von Afrika Korps atmen erleichtert auf: Der Sand ist weg! In D-Day dominiert lebendiges Grün statt totem Beige, allerdings durchsetzt von roten Feuerbällen und schwarzen Rauchschwaden brennender Panzerwracks. Der Szenariowechsel ist die augenscheinlichste Neuerung des Echtzeit-Taktikspiels von Digital Reality. An den Missionen und am Kampagnensystem haben die Ungarn ebenfalls gebastelt. Nur der Spielablauf ist der gleiche geblieben: Mit einer überschaubaren Streitmacht aus Fußsoldaten, Kanonen und Kampffahrzeugen lösen Schreibtisch-Kommandanten knifflige Taktik-Aufgaben, indem sie vorausschauend planen und vorsichtig vorrücken. Truppenproduktion und Rohstoffabbau bleiben genretypisch außen vor.
Historisch verbrieft
Ein amerikanischer Konvoi gerät ins Kreuzfeuer.
Während Afrika Korps vs. Desert Rats ähnlich wie Panzers fiktive Heldenstorys vor historischem Hintergrund erzählte, begegnet D-Day dem Thema wesentlich ernsthafter. Die zwölf Abschnitte des Solo-Feldzugs orientieren sich an tatsächlichen Ereignissen, von der Landung in der Normandie am 6. Juni 1944 bis zu den berühmten Schlachten um St. Lô und den Kessel von Falaise am 20. August. Spielen anfangs Fallschirmjäger und Kommandotrupps die Hauptrolle, so sind es später vor allem Panzerabteilungen. Beispielsweise soll eine Kampfgruppe der 6. Britischen Luftlandedivision, die in der Nacht vor der Seeinvasion als erste alliierte Einheit französischen Boden betritt, eine wichtige Brücke beim Dorf Bénouville einnehmen und gegen den deutschen Gegenangriff halten. Ende Juli wagen Amerikaner und Briten dann im Zuge der Operation Cobra mithilfe von Sherman- und Churchill-Tanks den Ausbruch aus der Normandie. Die Deutschen kommen nur im Mehrspieler-Modus zum Zug.
Veteranen bleiben draußen
Gekaperte Panzer werden mit Fahnen markiert.
Die historischen Anleihen bringen einige Neuerungen im Spielablauf. Die wichtigste: Anders als in Afrika Korps vs. Desert Rats wählen Sie bei D-Day nicht selbst aus, mit welchen Truppen Sie ins Feld ziehen wollen, sondern müssen mit den gestellten Streitkräften vorlieb nehmen. Überlebende dürfen Sie nicht mit in die nächste Mission übernehmen. Das coole Upgrade- und Erfahrungssystem des Vorgängers fällt also weg - und damit leider einer der großen Motivationspunkte. Eine verbindende Story oder schmückende Videos finden sich ebenso wenig, stattdessen leiten dröge Textbotschaften und schlecht aufbereitete Hintergrundinformationen die Kämpfe ein, gelegentlich spult die Spiel-Engine vordefinierte Zwischensequenzen in Sepia-Tönen ab - reichlich unspektakulär. Ein wenig Flair vermitteln einzig und allein eine Hand voll gefilmte Interviews mit Zeitzeugen, die allerdings nicht in den Spielablauf eingebunden sind. Dritter Problemfall ist der Schwierigkeitsgrad. Der war schon bei Afrika Korps recht happig. Bei D-Day steigt er allerdings nicht kontinuierlich an, sondern schwankt je nach Einsatzziel. In der Tat sind einige der ersten Levels aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse wie geskripteten Konterattacken haariger als die abschließenden Panzerschlachten - trotz vier wählbarer Schwierigkeitsgrade.

wer es nicht glaubt sollte mal die demos zocken!