Port Royale 2
Handel und Navigation spielen sich komplett auf der Weltkarte ab. Die Symbole bei den Städtenamen zeigen beispielsweise an, welche Waren dort heiß begehrt sind.
In der Karibik des 17. Jahrhunderts ist eine Seefahrt nicht lustig, sondern vor allem eines: ein einträgliches Geschäft. Ob das Ziel der nächste Hafen ist oder der Kahn eines unvorsichtigen Kaufmanns, das bestimmen Sie! Action-Spiele wie GTA Vice City erwecken eine Stadt zum Leben, Epen wie Gothic gar ein ganzes Fantasy-Reich. Was Port Royale 2 schafft, bringt Hobby-Händlern Wochen und Monate Spielspaß: ein abgeschlossener, umfassender Wirtschafts- und Warenkreislauf in der Karibik des 17. Jahrhunderts, eine Handelswelt, die sich auch ohne Zutun des Spielers dreht.
Von Angebot und Nachfrage
Als aufstrebender englischer, französischer, holländischer oder spanischer Geschäftsmann beginnen Sie mit einem kleinen, aber seetüchtigen Schiff und einem hübschen Sümmchen Gold in einer der zahlreichen Inselstädte oder Häfen der noch jungen Kolonien in Nord- und Südamerika. In der Neuen Welt winken Ruhm und Reichtum, der Weg dorthin ist jedoch steinig. Grundsätzlich stehen Ihnen zwei Laufbahnen offen: die eines ehrbaren Händlers und die eines ruchlosen Piraten. Letztere erweist sich als nicht mehr ganz so lukrativ wie im Vorgänger von 2002, doch dazu später mehr. Für Kaufmänner lautet die Erfolgsformel schlicht, Waren billig ein- und teuer zu verkaufen. Weil das Preisgefüge in der Spielwelt aber nicht statisch, sondern hoch dynamisch ist, für ein und dieselbe Ware also je nach Angebot und Nachfrage stark schwankende Preise bezahlt werden, ist das Ausspähen gewinnbringender Routen eine echte Kunst.
Tabak aus Kuba
Beim Kampf gegen große Verbände kommt es darauf an, sich bloß nicht in die Zange nehmen zu lassen.
Glücklicherweise geben Ihnen die Programmierer eine Reihe von Hilfen an die Hand, die Ihnen das Kapitalistenleben enorm erleichtern. Dazu gehören auch die umfangreichen Tutorials, auch wenn diese wieder, wie schon beim Original, einen der wenigen großen Kritikpunkte darstellen - allzu trocken gerät die Einführung mittels Textbotschaften. Zumindest gewähren die Tutorials einen recht umfassenden Einblick in die komplexe Materie. Das wichtigste Handwerkszeug für Jungunternehmer ist allerdings die der Packung beiliegende schmucke Farbkarte der Karibik. Sie listet akribisch auf, welche Stadt welche Waren herstellt und welcher Nation sie angehört. So sind auf Kuba die spanischen Siedlungen Santiago, Trinidad und Gibara für ihre Tabakplantagen berühmt, in den französischen Kolonien an der Südküste Nordamerikas wird Baumwolle angebaut, Zuckerrohr und Hanf findet sich im heutigen Mexiko. Handelsrouten zwischen solchen Produktionsgebieten versprechen besonders hohe Erträge; das Verschachern von Kolonialwaren in den Gouverneursstädten ist ebenfalls ein beinahe todsicheres Geschäft. Dank des überarbeiteten Handelsbildschirms ist immer sofort ersichtlich, welche Fuhre wie viel Gewinn einbringt und von welchem Deal man eher die Finger lassen sollte.
Aufstieg eines Imperiums
Die Chronik verzeichnet wichtige geschichtliche Ereignisse. Clevere Händler nutzen die Gelegenheit gewinnbringend.
Wer richtig groß ins Geschäft einsteigen will, der verschifft nicht nur Güter von A nach B, sondern wird selbst Fabrikant. Auf Farmen werden Mais, Kaffee und andere Feldfrüchte gezüchtet, Produktionsstätten verarbeiten die Rohstoffe zu Seilen, Kleidung oder Rum weiter - alles in allem können Sie 16 der 20 Güter selbst herstellen; die restlichen vier werden aus Europa importiert. Die Herausforderung liegt darin, sowohl die Plantagen als auch die Veredelungsbetriebe zu kontrollieren - die finden nämlich nie in den gleichen Siedlungen Platz. Will heißen: Wenn Sie in Margarita Seile herstellen, müssen Sie die Hanffasern dafür beispielsweise aus der Nachbarstadt Puerto Santo einschiffen oder sie zu überhöhten Preisen am örtlichen Markt erwerben - was wiederum den Gewinn der Seilerei schmälert. Knifflig: Anfangs dürfen Sie nur in Ihrem Heimatdorf Betriebe errichten, in allen anderen benötigen Sie eine teure Baulizenz. Die kriegen Sie aber wiederum nur, wenn Sie zuvor mit der Stadt eifrig Handel getrieben haben und ein hohes Ansehen genießen. Sie merken schon, einen allumspannenden Mischkonzern aufzubauen kann eine Weile dauern ...

Allein in der Demo hänge ich immer auf der Seekarte fest und wechsel nur ganz selten in die "was auch immer" Perspektive - ach ja, Stadtansicht :-D
Das Spiel macht dann richtig Spaß, sobald man anfängt richtig Kohle zu scheffeln.
Ich frage mich: wer seinen Finger wohl nicht auf der 'Leertaste' behält! :-)
Früher Patrizier - heute Port Royale (2) Die Zeiten ändern sich...
Viel Spaß