06.05.2004 15:19 Uhr
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Verstecken, verkleiden, Hintern versohlen: kurz nach dem TV-Start der zweiten Staffel kommt Alias auch auf den PC .
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Verstecken, verkleiden, Hintern versohlen: kurz nach dem TV-Start der zweiten Staffel kommt Alias auch auf den PC . Ein Schatten huscht an zwei schwer bewaffneten Sicherheitsmännern vorbei, die sich gerade über die weiblichen Eroberungen des Vorabends unterhalten. Pech gehabt. Wären die beiden aufmerksamer gewesen, hätten sie die flinke Gestalt im hautengen Tarnanzug vielleicht entdeckt, die sie jetzt mit zwei gezielten Tritten niederstreckt. Noch schnell eine wichtige Schlüsselkarte aus der Jackentasche eines der Muskelberge gefischt und schon geht es hinein in den vermeintlich so schwer bewachten Hochsicherheitstrakt. Nein, dies ist keine Beschreibung von Sam Fishers neuen Abenteuern - die Hauptrolle ist nicht einmal mit einem Mann besetzt. Stattdessen schleicht hier Doppelagentin Sydney Bristow ihrem schattenparkenden Kollegen mit viel Sexappeal und überraschender Schlagkraft davon. Gute Spiele für gute Lizenzen Lizenzspiele haben einen schlechten Ruf und einen noch schlechteren Stand - spätestens seit Enter the Matrix dürfte jeder besonders prominente Titel argwöhnisch beäugt werden, bevor er den Weg über die Ladentheke auf heimische Festplatten findet. Und nun beweist ausgerechnet das Spiel zu einer TV-Serie, wie man es besser macht. Das fängt bei der adretten Grafik an. Die macht mit groben Texturen zwar keinen Hehl aus ihrer Konsolenherkunft, wartet dafür jedoch mit geschmeidigen Animationen sowie stilvollen Dekorationen auf und fängt so gekonnt das Flair der Vorlage ein wie zuletzt Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft. Das setzt sich fort bei der professionellen Synchronisation, für die alle Originalsprecher der Serie verpflichtet werden konnten, und endet schließlich im überraschend durchdachten Spieldesign, das sich bei berühmten Vorbildern wie Metal Gear Solid oder eben Splinter Cell bedient. Handgreiflichkeiten erwünscht Alias steht allerdings trotz unverkennbarer Anleihen auf eigenen Beinen und ist keine dreiste Kopie des erfolgreichen Schleicher-Thrillers. Anders als Sam Fisher hat Sydney beispielsweise nicht gleich verloren, sobald sie entdeckt wird. Zwar macht sie sich auch hier das Leben einfacher, indem sie sich bevorzugt in dunklen Ecken aufhält, doch spektakuläre Martial-Arts-Kämpfe gehören für die flinke Agentin ebenso zum Tagesgeschäft. Dementsprechend schicken die Designer sie wesentlich öfter in unvermeidliche Konfrontationen, als dies bei Splinter Cell der Fall war. Mit geschmeidig animierten Schlägen und Tritten setzt die Agentin ihre Widersacher schachmatt oder entwaffnet sie. Ähnlich wie in Enter the Matrix kommt das zugängliche Kampfsystem dabei mit wenigen Tasten aus; wer flinke Finger besitzt, kann jedoch mit sim- plen Tastenkombinationen diverse Spezialangriffe auslösen und stößt die Prügelknaben gegen Wände oder bürstet mit ihren Gesichtern über so manche Kneipentheke. Blick in die Handtasche Ebenfalls auf Knopfdruck möglich: der Wechsel von Sydneys Outfit. Wie in der TV-Serie schleicht sich die Agentin auch im Spiel in unzähligen Verkleidungen hinter feindliche Linien - an einem Tag spielt sie die Kellnerin in einem Edel-Club, am nächsten ist sie im kleinen Schwarzen zu Gast auf einem Botschaftsempfang. Die Outfits sind zwar mehr Gimmick als spielerisch wichtig, tragen jedoch zur seriennahen Atmosphäre bei. Anders verhält es sich mit den zahlreichen Gadgets vom Richtmikrofon bis zum DNA-Scanner, mit denen Sie kleinere Rätsel lösen. So gilt es beispielsweise des Öfteren, Schlösser mithilfe eines Dietrichs zu knacken - Splinter Cell lässt grüßen. Akute Spoilergefahr Getreu der Serienvorlage dringen Sie auf diese Art und Weise in geheime Stützpunkte ein oder schalten Zielpersonen aus. Immer auf der Suche nach dem geheimnisvollen Rambaldi-Kult, der - wie sollte es anders sein - Weltherrschaftsambitionen hegt. Die Autoren der TV-Serie sorgten dafür, dass die spannende Verschwörungsstory nicht langweilig wird und mit den Handlungssträngen der Serie konform geht. Doch Vorsicht: Die Geschichte des Spiels ist mitten in der zweiten Staffel angesiedelt, die im deutschen Fernsehen gerade erst auf Pro Sieben gestartet ist. Wer sich den Fernsehspaß nicht verderben lassen möchte, sollte mit dem Kauf des Spiels also noch einige Zeit warten, da hier diverse Wendungen vorweggenommen werden.
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(David Bergmann)
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Die bis jetzt spielbaren Levels von Alias versprechen ein ähnlich gelungenes Lizenzspiel wie Electronic Arts' Rückkehr des Königs. Zwar mit weniger Bombast, dafür mit mehr spielerischem Tiefgang. Wie gut Sam Fishers Kollegin wirklich ist, erfahren Sie bereits in der nächsten Ausgabe.
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