Chicago 1930
Commandos 3
In einem Restaurant treffen sich Mafiosi, um übers Geschäft zu reden. Sie sollen das Gespräch unbemerkt belauschen
schockte Echtzeit-Taktik-Fans mit Action-Einlagen. Auch Chicago 1930 wagt Experimente und schießt damit ein bisschen übers Ziel hinaus: Wenn Sie bis zu fünf selbst ausgerüstete Mafiosi oder Polizisten - zu Beginn entscheiden Sie sich für eine Seite - über die 20 liebevoll gestalteten 2D-Karten schicken, dann entscheidet weniger gute Planung über Erfolg, sondern vielmehr wie viele mps (Meter pro Sekunde) Sie mit der Maus zurücklegen können. Weil wichtige Hotkeys fehlen, müssen Sie kleine Icons, etwa die Pistole oder den Baseball-Schläger, erst umständlich im Inventar anklicken - beim Schießen korrigieren Sie sogar den Waffenrückstoß in Form eines hüpfenden Cursors. Chicago 1930 ist das erste Echtzeit-Taktikspiel mit Bullet Time. Die Leertaste verwandelt das Bild in eine altmodische Filmrolle. Alle Bewegungen laufen währenddessen im Schneckentempo ab und Sie haben theoretisch genug Zeit, um den Angriff vorzubereiten. Leider wirkt sich die Slowmotion auch auf die Bewegungen der eigenen Figuren aus, was bedeutet: Die Charaktere reagieren träge (schießen) bis extrem träge (Waffe ziehen), wodurch sich Aktionen nur schlecht abschätzen lassen. Dadurch gelangt eine Hektik in den Spielablauf, die eigentlich nicht sein müsste - ein traditioneller Pausemodus wäre die bessere Lösung gewesen.
