Testbericht

11.11.2003 14:45 Uhr

Fahrkarten bitte!

Nach fünf Jahren Stillstand rollt der Railroad Tycoon wieder - ebenso einsteigerfreundlich und komplex wie eh und je.

PC Games-
Spielspaß-Wertung
(Ausgabe 12/2003)
87%
Durchschnittliche
Lesertestwertung:
        
80 %

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Wer glaubt, Museumsbesuche seien langweilige Zeitverschwendung, der wird vom dritten Teil der bekannten Wirtschaftssimulations-Reihe eines Besseren belehrt. Die 16 Einzelspielerszenarien werden Ihnen als Museum präsentiert, in dem Sie ein kundiger Sprecher durch beinahe zwei Jahrhunderte Eisenbahngeschichte führt. Diese beginnt 1840 mit der ersten transkontinentalen Eisenbahn Amerikas und endet 2050 mit einer fiktiven Umweltkatastrophe, durch die Kalifornien beinahe auf dem Grund einer Erdspalte landet.

Dreidimensionales Sehvermögen

Railroad Tycoon 3 spielt sich grundsätzlich wie der Vorgänger: Als aufstrebender Eisenbahnmogul landen Sie auf einem bereits besiedelten Landstrich, vernetzen Städte mit Schienensträngen und versuchen, sich mit Personen- und Gütertransporten eine goldene Nase zu verdienen. Die auffälligste Neuerung findet sich daher zweifellos im grafischen Bereich: Das Spiel findet nun komplett in 3D statt. Die Optik überzeugt einerseits mit hübschen Gebäuden und Eisenbahnen sowie spiegelndem Wasser, enttäuscht aber auch mit trist-grünem Leveldesign und Städten, die lediglich aus einer Hand voll auf Gras gebauten Häusern bestehen. Dafür läuft Railroad Tycoon 3 angenehm flüssig. Und das, obwohl der Übergang zwischen Übersichtskarte und Spielbildschirm in Railroad Tyoon 3 fließend ist: Wenn Sie die Ansicht herauszoomen, schweben Sie in luftiger Höhe über den großen Spielfeldern, während Sie einige Mausradumdrehungen später bereits das Räderwerk Ihrer Dampfloks bewundern können.

What you see is what you get

Überhaupt hat sich das Entwicklerteam von Poptop Software wie bereits bei beiden Tropico-Teilen auf eine äußerst eingängige Form der Benutzerführung verstanden. Alle wichtigen Daten werden direkt auf dem Spielfeld dargestellt. Via Mausklick sehen Sie so beispielsweise anhand von farblichen Markierungen, in welchen Städten bestimmte Waren wie Eisen, Holz oder Weizen besonders gut zu verkaufen sind und wo Sie garantiert auf Ihrer Lieferung sitzen bleiben. Auf die gleiche Weise erkennen Sie binnen Sekunden, welche Züge lukrative Handelsrouten abfahren. Bereits das Erstellen ebendieser Routen ist wesentlich einfacher als im Konkurrenten Railroad Pioneer. Auf einer Übersichtskarte markieren Sie mindestens zwei Bahnhöfe, die auf der Route angefahren werden sollen, kaufen die gewünschte Lok (nicht jedes Feuerross taugt für alle Frachtgüter oder steigungsbedingte Widrigkeiten) und sind bereits fertig. Die Beladung jeder Tour übernimmt der Computer für Sie und sorgt dafür, dass beinahe alle Fahrten zumindest etwas Geld abwerfen - Sie stöbern lediglich Anbieter und Abnehmer auf. Auch vor Zusammenstößen müssen Sie sich nicht fürchten - Railroad Tycoon kommt auch im dritten Anlauf ohne Signale oder Weichen aus.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

So lassen sich die ersten Missionen überstehen und Einsteiger finden dadurch leicht ins Spiel. Echte Tabellenkalkulierer beginnen dagegen bereits am Anfang damit, was im späteren Spielverlauf unausweichlich wird: Sie nutzen die zahlreichen Wege zur perfekten Wirtschaft, die unter der greenhornfreundlichen Oberfläche schlummern. Dann werden Handelsrouten per Hand optimiert, da der Computer nie den optimalen Profit herauskitzelt, die vorhandenen Städte erweitert, um mit Hotels oder Restaurants zusätzliche Kohle zu verdienen, oder gegnerische Eisenbahngesellschaften durch geschickte Börsenspekulationen torpediert. Wer erfolgreich handelt, fördert Firmengründungen in größeren Städten. Mit den dann entstehenden Spielzeugfabriken oder Brauereien lässt sich nicht nur prima handeln - die mitunter höchst lukrativen Unternehmen lassen sich bei ausreichend Bargeld auch ins eigene Imperium integrieren. Alternativ können Sie zusätzliche Produktionsstätten selbst errichten - die nötige Portokasse vorausgesetzt.
(David Bergmann)
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David Bergmann

Eine WiSim, die Einsteigern das Leben nicht unnötig schwer macht, Profis jedoch mehr als genug Raum lässt, an allen möglichen Wirtschaftsschrauben zu drehen.

Railroad Tycoon 3 erfüllt gleich zwei Wünsche auf einmal. So wurde der Vorgänger konsequent weiterentwickelt und Hobby-Eisenbahner dürfen endlich Tunnel oder Brücken bauen und selbst Fabriken aus dem Boden stampfen. Außerdem ist der Tycoon auch für sich eine rundum gelungene Wirtschaftssimulation, die Einsteigern das Leben nicht unnötig schwer macht, Profis jedoch mehr als genug Raum lässt, an allen möglichen Wirtschaftsschrauben zu drehen, bis das Feintuning sitzt. Karteneditor, Mehrspielermodus und eine Benutzeroberfläche, die dem Spieler ganz ohne Tabellenwust alle wichtigen Informationen offenbart, runden das durchdachte Konzept ab. Doch auch Railroad Tycoon 3 ist nicht perfekt. So gibt es kleine Unstimmigkeiten beim Schienenbau, da die automatische Ausrichtung oftmals so gar nicht das tut, was der Spieler erwartet, und man mühsam jeden Meter einzeln legen muss. Außerdem bietet die dritte Auflage nur wenige echte Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger, auch wenn viele Features den letzten Feinschliff bekommen haben.
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6 Kommentarezum Artikel

Alle Kommentare lesen
Straly - 16.11.2003 13:04
Ich hab bis jetzt nur die Demo gezockt und muss leider sagen, das Spiel enttäuscht. Da hat mich RRT2 mehr gefesselt (auch die Demo). Bei RRT3 kann man wohl beruhigt warten bis es das als Budget Titel gibt.
Deidi - 16.11.2003 04:11
Hallo erstmal. Ich habe das Spiel zwar noch nicht aber ich möchte es mir unbedingt kaufen.Nun meine Frage: Gibt es in diesem Spiel auch einen Endlosmodus?
BD250027 - 12.11.2003 12:44
Im Einzelspieler-Modus stimme ich zu : Ein tolles Spiel.

Wenn da der Multiplayer-Modus nicht wäre...

Im Multiplayer-Modus liegt so einiges im Argen :

1. Während des Spiels erscheinen beim Spieler der sich einem LAN-Spiel angeschlossen hat imaginäre Züge des Gegenspielers. Diese Züge haben zum einen Loks, die zu diesem Zeitpunkt des Spiels noch gar nicht verfügbar sind (z.B.: E-Loks noch vor 1900 !). Zum anderen erscheinen diese Züge, die eigentlich dem Host-Spieler gehören sollen (von diesem aber nie gebaut wurden) nicht in dessen Zugliste. Der Hostspieler kann sie so nicht entfernen und der angeschlossene Spieler sowieso nicht, da sie ihm ja nicht gehören ! Es gab übrigens keine Gleisanbindung zwischen den beiden Bahnlinien ! Dieser Effekt trat nach einiger Laufzeit in jedem LAN-Spiel (4-5 Spiele ausprobiert) auf. Mal sind diese imaginären Züge nur so zwischen Sationen leer hin und her gefahren, aber teilweise auch mit vollen Waggons die sie dem angeschlossenen Spieler aus dessen Bahnhöfen "entnommen" hatten !

2. In einem Spiel haben der Host-Spieler und der angeschlossene Spieler praktisch gleiczeitig zwei Bahnhöfe gebaut. Beide Bahnlinien hatten bis dahin keine Verbindung des Schienennetzes. Der Host-Spieler hat seinen Bahnhof im Osten Deutschlands gebaut, der angeschlossene Spieler seinen Bahnhof im Nordwesten. Als die Bahnhöfe gebaut wurde, wurde wie von Geisterhand geschaffen eine Gleisverbindung zwischen diesen beiden Bahnhöfen geschaffen, die keiner der beiden Spieler in Auftrag gegeben hatte. Bei beiden Spielern wurde die Gleisverbindung als eine "gegnerische" Strecke angezeigt. Computergegner waren im Spiel nicht vorhanden. Die Strecke konnte auch tatsächlich befahren werden (wurde ausprobiert).

Hat da schon Jemand die gleichen Erfahrungen gemacht ?

Gruss
BD250027


Manowar79 - 11.11.2003 23:39
am 11.11.03 um 22:20 schrieb Herbboy:
am 11.11.03 um 22:17 schrieb Manowar79:
Ein gutes Spiel, allerdings finde ich wurde die dt. Version sehr schlecht umgesetzt. Jede Menge Schreibfehler und die Texte passen nicht vernünftig auf die Menü-Buttons. So was wirkt schluderig und wie dahingeklatscht. Ist das eigentlich nur mir, oder noch jemanden aufgefallen ?!


ich hab nur die demo und bin bitter entäuscht... dass ich zZT. leider nciht genug kohle für dei vollversion hab  

aber was ist schon an übersetzung wichtig bei so nem spiel? nenn mal ein beispiel.



Naja sind halt so kleine Details die mich irgendwie stören. So steht in dem "Gleis legen" Menü sehr viel schlecht abgekürztes wie z.B: Brück... / Überfüh... / Elektrische... ! Ist zwar nach einer Minute zocken klar wat gemeint ist, allerdings stört es mich optisch. Hätte man die Schriftgrösse verkleinert, hätte man auch die kompletten Wörter dahin schreiben können. Bei der Zeitung die ab und an im Spiel erscheint, passten wohl einige der eingedeutschten Schlagzeilen nicht komplett hin, weswegen sie somit unvollständig sind und teilweise mitten in einem Satz aufhören. Das ist in der englischen Version nicht der Fall *grmpfl* Schreibfehler kommen auch vor, sind weniger tragisch. Aber naja, ansonsten wiegesagt nen klasse Spiel   Bin halt nen ewiger Nörgler *g*
Herbboy - 11.11.2003 22:20
am 11.11.03 um 22:17 schrieb Manowar79:
Ein gutes Spiel, allerdings finde ich wurde die dt. Version sehr schlecht umgesetzt. Jede Menge Schreibfehler und die Texte passen nicht vernünftig auf die Menü-Buttons. So was wirkt schluderig und wie dahingeklatscht. Ist das eigentlich nur mir, oder noch jemanden aufgefallen ?!


ich hab nur die demo und bin bitter entäuscht... dass ich zZT. leider nciht genug kohle für dei vollversion hab  

aber was ist schon an übersetzung wichtig bei so nem spiel? nenn mal ein beispiel.

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Allgemeine Infos

Name Railroad Tycoon 3
Genre Wirtschafts-Simulation
Webseite http://www.railroadtycoon...
Hersteller PopTop Software
Anbieter Take-Two Interactive GmbH (DE)
VÖ-Termin 24.10.2003 - zu diesem Produkt einen Lesertest schreiben!
Preis nicht bekannt
Plattformen: pc.gif
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