Mit Taktik in die Prohibition - die Desperados-Macher schicken Sie auf Eroberungsfeldzug durch Chicago.
Nachdem Spellbound bereits mit Desperados und Robin Hood bewies, dass Echtzeit-Taktik nicht nur in Zweiter-Weltkrieg-Szenarien funktioniert, wagt sich das deutsch-französische Entwicklerstudio diesmal in die Zeit der Prohibition.
In zwei Kampagnen mit jeweils zehn Missionen kämpfen Sie aufseiten der Mafia oder der Polizei um Macht und Ordnung in Chicago. Die beiden Parteien spielen sich dabei sehr individuell. Während Sie als Mafioso durchaus fest zupacken und regen Gebrauch von Schusswaffen machen, sollten Sie sich als Gesetzeshüter stets an die Regeln halten: Widersacher werden vorzugsweise ordnungsgemäß verhaftet und die Dienstwaffe dürfen Sie bestenfalls zücken, wenn auf Ihre Männer geschossen wird.
In einer typischen Polizei-Mission führen Sie deshalb viele Gespräche, sammeln Indizien und lösen sogar das eine oder andere Rätsel - so gilt es beispielsweise, ein ohnmächtiges Dienstmädchen wieder zu Bewusstsein zu bringen. Besonders hilfreich sind Augenzeugen, die Sie ausquetschen können. Im Dienste des Don sollten Sie diese lästigen Plaudertaschen dagegen so schnell wie möglich zum Schweigen bringen, indem Sie ihnen blaue Bohnen servieren oder ein Bündel Geldscheine zustecken.
Altes und Neues
Generell bleibt Chicago 1930 der Spielweise seiner Taktik-Kollegen aber treu. Vor jedem Einsatz statten Sie Ihr fünfköpfiges Team mit Granaten, automatischen Gewehren, Schlagringen und anderen nützlichen Utensilien aus und ziehen in die Schlacht. Dort überblicken Sie das comicartig inszenierte Geschehen aus einer weder dreh- noch schwenkbaren Vogelperspektive. Spellbound setzt nach wie vor auf eine klassische, aber dafür übersichtliche und detailverliebte 2D-Optik, die vom dreckigen Hinterhof über einen Schrottplatz bis hin zur dekadenten Bude des Staatsanwalts alle Schauplätze stimmig in Szene setzt. Dass Sie dann Ihre Truppe kommandieren, Feinden möglichst unbemerkt eins überbraten und die bewusstlosen Kerle fesseln, ist aus anderen Echtzeit-Taktikspielen bekannt. Neu dagegen ist die Slowmotion-Funktion. Sollte Ihnen ein Feuergefecht zu heiß werden, dürfen Sie die Zeit für eine Minute verlangsamt ablaufen lassen und haben dann ausreichend Zeit, gegnerischen Salven auszuweichen und Angriffsorder zu erteilen.
Ein klassisches Taktikelement fiel während der Entwicklung allerdings dem Rotstift zum Opfer: die Sichtkegel. Das macht Chicago 1930 noch eine Spur actionreicher und spannender. Ebenfalls zur Spannung tragen die so genannten Blips bei - kleine, rote Punkte, die erscheinen, sobald Ihre Männer einen Gegner hören, aber nicht sehen können. Und warum das so spannend ist, führt Ihnen Spieldesigner Martin Kuppe im Exklusiv-Interview auf der DVD am besten persönlich vor.
Wichtig und nicht hoch genug zu loben ist der Mut und der Entschluß von Spellbound, nicht dem allgemeinen 3D-Wahn nachzugeben und einen absolut genialen, detailreichen 2D-Hintergrund zu machen ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! !
Ich will nicht sagen, daß 3D generell schlecht ist, im Gegenteil, wo es gebraucht wird (bei FlugSims, RennSims, Shootern etc.), soll es auch verwendet werden. Der gegenwärtige Hype allerdings zwängt §D-Grafik überall rein und stempelt andere Grafiken einfach als 'veraltet' ab, obwohl sie lediglich anders sind und genauso wenig veraltet, wie es die Schwarzweißfotografie gegenüber der Farbfotografie ist. Wo sie hinpaßt, ist sie immer noch sehr sinnvol (und ausdrucksvoller). Z.Bsp. zu sagen, daß Gothik besser aussieht und detaillierter aussieht als Lionheart, kann man so einfach nicht sagen. Man mag die Lionheartgrafik düster finden, aber sie ist immer noch um Längen detailreicher als die von Gothic, so daß man wohl sagen kann, daß dessen zweiter Teil viel besser aussieht als Teil 1 (der auch schon bemerkenswert war), aber an den Detailreichtum von Desperados, RobinHood oder Chicago kommt all das nicht heran.
Deshalb hoffe ich, daß die Jungs noch lange dieser Entscheidung treu bleiben und auch Desperados 2 und den London-Titel noch in 2D herausbringen!
Also mir gefällts auch, bin nur mal gespannt wie es sich ohne Sichtkegel spielen lässt. Außerdem ist z.B. Robin Hood vom Spielgefühl her schon ein bischen anders als Desperados, also finde ich den Vorwurf, dass hier eine Endlosspieleserie, wo ein Spiel dem anderen gleicht, ziehmlich unangebracht! Und das die Spiele innovativer als die Commandos Reihe sind stimmt auch.
am 09.09.03 um 11:47 schrieb Marscel: Wieso? Solange das Spiel gut ist, ist mir der "Fortsetzungswahn" egal.
Stimmt den mit der Prohibition hat Spellbound meiner Meinung nach ein Setting gefunden, dass perfekt zu Echtzeit-Taktik-Spielen passt. Da sollte man lieber über die Pyro Studios lästern, deren Commandos Reihe vom ersten bis zum letzten Teil inhaltlich total gleich ist, es keine richtige Atmosphäre gibt, das Spiel total umständlich ist(keine Quick Action) und man es nicht einmal geschafft hat ein paar Innovationen einzubauen. Spellbound erfand die Quick Action(wenn ich mich jetzt nicht täusche) und den Slow-Motion Modus für RTTs und was hat Pyro gemacht? RTTs gab es vor Commandos ja auch schon.