Lust auf 100-Meter-Sprünge, Wheelies, Drifts und irre Stunts - und das Ganze auch noch bei wahnwitziger Geschwindigkeit? Dann herzlich willkommen im Midnight Club!
Schlappe 250 km/h auf der Autobahn sind eigentlich kein Grund zur Aufregung - es sei denn, man befindet sich auf der proppenvollen Pariser Stadtautobahn und schlängelt sich mit quietschenden Reifen durch LKW-Kolonnen und panisch ausweichende Autos. Aber wer Risiko scheut, der ist bei Midnight Club 2 ohnehin völlig fehl am Platze.
Hilfe, wo bin ich?
Ihr Weg vom untalentier-ten Anfänger bis an die Spitze der Straßenrennszene führt Sie durch drei Weltstädte: Den Anfang macht Los Angeles, wo Sie die Grundlagen kennen lernen und erste Herausforderungen meistern. Danach krempeln Sie Paris um, bis Sie im umfangreichsten und abschließenden Abschnitt Tokio unsicher machen. Stark: Alle drei Städte können Sie zu jeder Zeit komplett befahren, es gibt ähnlich wie in GTA Vice City keine störenden Ladezeiten. Entsprechend werden keine Runden gefahren, sondern Etappen, der Streckenverlauf wird durch Wegpunkte angezeigt. Leider sind die Markierungen in den Rennen zu Beginn der jeweiligen Stadt zu dicht gesteckt, das heißt, Sie haben kaum Gelegenheit, eine eigene Route von A nach B auszubaldowern. Erst gegen Ende der Abschnitte spielt Midnight Club 2 den Vorzug der freien Areale voll aus: Dann werden die Waypoints großflächiger verteilt, so dass meist nur eine grobe Richtung vorgegeben ist und man neben dem fordernden Renngeschehen auch noch häufig auf die Karte spechten muss. Dabei sind außerdem die unzähligen Sprünge und Schleichweg-Gassen von immenser Bedeutung. Beachten Sie dazu bitte auch den Extrakasten "So fährt es sich in L.A., Paris und Tokio".
Verkehrschaos
Wieder einmal großartig gelungen ist Rockstar der Kompromiss aus unkompliziertem Fahrverhalten und anspruchsvollen Rennen. Dabei spielt der dichte Verkehr eine nicht unwesentliche Rolle: Spektakuläre Drifts und Burnouts schafft in Midnight Club 2 jeder Zehnjährige. Außerdem gibt es ein sinnvoll vereinfachtes Schadensmodell, das heißt, sobald ein bestimmter Schadenslevel erreicht ist, explodiert das Auto, vorher wirken sich die Beschädigungen nicht aus. Um wirklich schnell zu sein, braucht es aber mehr: Ne- ben der Ortskenntnis sind vor allem Reaktionsschnelligkeit und Übersicht gefragt. Wenn man auf eine Kreuzung zurast und plötzlich einen 40-Tonner vor sich sieht, bleiben nur Bruchteile von Sekunden, um auszuweichen. Ähnlich flink reagieren muss man, wenn die Polizei anrückt. Die attackiert nämlich mit zunehmender Aggressivität und sorgt für den einen oder anderen Unfall.
Zwanzigmal Kino
Man bräuchte mindestens zwanzig Kinobesuche, um ähnlich lange unterhalten zu werden wie bei Midnight Club 2. Grund dafür ist wieder die offene Gestaltung der Städte: Mit dem integrierten Editor können unkompliziert und in Windeseile beliebig lange Rennen erstellt werden. Zwar beschränken sich die Aufgaben im eigentlichen Rennen auf "Fahr los und gewinne", "Häng die Cops ab" oder "Zerstör das gegnerische Auto", dafür darf man im Arcade-Modus auch witzige Capture-the-Flag-Matches austragen. Für Motivation sorgt zudem der riesige Fuhrpark; dabei stellt jeder zusätzliche Wagen, aufgrund des sich teilweise deutlich unterscheidenden Handlings, eine neue Herausforderung dar. Weniger berauschend ist die Optik: Zwar glänzt sie im wahrsten Sinne des Wortes durch Spiegeleffekte, allerdings sind weder Wagenmodelle noch Texturen oder Umgebungsgrafik annähernd zeitgemäß. Nichtsdestotrotz ist Midnight Club 2 definitiv das imposanteste Arcade-Rennspielfeuerwerk seit langer Zeit und sticht Mitbewerber wie Midtown Madness 2 problemlos aus.
Midnight Club 2 glänzt durch einfache Zugänglichkeit und auf Dauer fordernde Rennen.
Ich bin von Midnight Club 2 so angetan wie letztes Jahr von der Leistung der deutschen Nationalmannschaft bei der WM. Großartig aber es hätte noch besser sein können. Einige Details gibt es nämlich noch zu bemängeln: Warum wird nicht deutlich, ob der nächste Wegpunkt höher oder niedriger liegt? Es ist unglaublich nervenraubend, wenn man eine Abzweigung verpasst, weil man davon ausgegangen ist, dass sich der Waypoint auf derselben Ebene befindet. Danach kann man sich meist sämtliche Siegchancen abschminken, also hilft nur noch ein Neustart des Rennens. Außerdem fehlt es zwar nicht an Umfang, dafür aber an Spieltiefe im Karriere-Modus. Wozu werden die etlichen Fahrer mit detaillierten Charakterzügen eingeführt, wenn man doch immer nur zwei, maximal drei Rennen mit ihnen zu tun hat? Rockstar hätte ohne großen Aufwand eine Story einbauen können so fehlt den für sich genommen sehr gelungenen Wettbewerben leider das Drumherum. Da in einem Rennspiel allerdings nach wie vor der Fahrspaß an erster Stelle steht, ist Midnight Club 2 für Fans rasanter, actiongeladener Rennen auf jeden Fall eine Empfehlung wert.
am 15.08.03 um 15:38 schrieb WARIER: die bilder sehen echt geil aus :)~ hoffentlich stimmt die fahrphysik dann könnte es ein echt gutes Spiel werden...
Werden? Ist doch schon längst draussen. oder nicht??
Ja, es ist ein geiles Spiel und zwar ein wesentlich besseres als das elendige NFS6... Vorallem ist MC2 für ne spassige LANRunde bestens geeignet!
am 15.08.03 um 15:38 schrieb WARIER: die bilder sehen echt geil aus :)~ hoffentlich stimmt die fahrphysik dann könnte es ein echt gutes Spiel werden...
Werden? Ist doch schon längst draussen. oder nicht??