Testbericht

22.06.2003 13:00 Uhr

Rallye-König zum dritten Mal auf PC

Innovativ, packend, realistisch - ist Colin McRae 3 der erwartete Meilenstein, der die Messlatte für Rallye-Spiele erneut höher setzt?

PC Games-
Spielspaß-Wertung
(Ausgabe 07/2003)
85%
Durchschnittliche
Lesertestwertung:
        
61 %

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Es fühlt sich an wie auf den Schienen einer Achterbahn. Ich dachte, Colin wäre als Fahrer wahrscheinlich zwei-, dreimal so gut wie ein normaler Mensch. Aber in Wahrheit ist es das Hundertfache, einfach unglaublich." Der Mann, der das sagt, heißt Guy Wilday, ist Produzent der Colin McRae-Serie und genießt es offenbar, auf dem Beifahrersitz des ehemaligen Weltmeisters Platz zu nehmen.

Dabei handelt es sich übrigens nicht um einen reinen Vergnügungstrip, sondern um Recherche beim Ford-Rallyeteam, schließlich legt Codemasters im dritten Teil mehr Wert auf eine authentische und vollständige Präsentation der Rallyewochenenden. Dazu gehört auch, dass man in der Meisterschaft nicht mehr Subaru, Citroen oder MG fahren darf, sondern die gesamte Saison im Ford Focus von Colin McRae, Ihrem Alter Ego, bestreitet.

Außerdem wurden die Rallyes neu gegliedert: Vor jedem Rennen gibt es einen Probefahrt-Tag, an dem Sie auf einem kurzen Abschnitt der Strecke ein Gefühl für Untergrund und Witterung bekommen können. Wie in der Realität haben Sie als Fahrer dann die Möglichkeit, anhand von Telemetriedaten Ihrer besten drei Probe-Durchgänge das Setup des Wagens einzustellen - Bremsen, Motor, Getriebe, Lenkung, Aufhängung in drei bis vier Abstufungen; verbesserte Teile, die man durch Erfolge freischaltet, sind zusätzlich nachrüstbar. Das eigentliche Rennen findet in drei Abschnitten statt:

Zunächst stehen drei Sonderwertungsprüfungen auf dem Plan, dann werden bei einem kurzen Besuch im Wartungsbereich grobe Schäden ausgebessert, nun werden wieder drei Etappen gefahren. Übrigens: Beschädigungen an Ihrem Fahrzeug werden nur bei diesen Stopps beseitigt, unnötiges Risiko sollten Sie daher vermeiden.

Nach einem zweiten Wartungsaufenthalt steht die abschließende "Spezial-Herausforderung" an. Spezial deshalb, weil sie im Gegensatz zu den anderen Rennteilen nicht von A nach B, sondern auf einem Stadion-Rundkurs stattfindet. Außerdem ist erstmalig ein direktes Duell mit Gegnern erlaubt - wie im realen Rallye-Geschehen auch.

Misslicher Modi-Mangel

Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Einzelspieler-Meisterschaft, dennoch hätte man nach dem vielfältigen Vorgänger in puncto Spielmodi deutlich mehr erwartet: Man darf nämlich lediglich mit bis zu vier Spielern Einzelrennen auf den bereits in der Meisterschaft gespielten Etappen fahren. Nach dem Durchspielen der Karriere (das schafft man bequem in 15 Stunden) fällt man sozusagen in ein Loch: Allein das Ausprobieren der freigespielten Autos bleibt.

Und obwohl sich darunter einige mit sehr anspruchsvollem Fahrverhalten finden (Metro 6R4, Mitsubishi Lancer Evo VII RS II), beschäftigt man sich kaum länger als zwei bis drei Stunden damit - die Strecken sind schließlich altbekannt, Aufgaben gibt es nicht zu erfüllen, so dass Ihre Motivation weiterzuspielen einzig darin besteht, die eigenen Bestzeiten zu unterbieten. Dazu kommt, dass auf einen Netzwerk-Modus verzichtet wurde: Die Einzelrennen sind gleichzeitig das einzige Mehrspieler-Format. Wir vermissen schmerzlich innovative, erfrischende Modi. Das Rallye-Geschehen ist beispielsweise geradezu für einen Stunt- oder Drift-Wettbewerb prädestiniert.

Geniestreich Gameplay

Während die Ausstattung also gemischte Gefühle hinterlässt, überzeugt das Fahrgefühl vollends. Es schliddert sich jetzt insgesamt einen Hauch arcademäßiger als im Vorgänger, was dem Spielspaß allerdings dank immer noch anspruchsvollem Fahrmodell keinen Abbruch tut. Die Originalstrecken erfordern mit zahllosen Kurven häufig wechselnder Schwierigkeit ein hohes Maß an Konzentration. Wenn man auf Matsch in eine lange, weite Rechtskurve fährt, die sich plötzlich stark verengt, nach links biegt, sich wieder öffnet und schließlich in eine Haarnadel mündet, kommt auch der versierteste Pilot buchstäblich ins Rotieren - schon kleinere Fehler würden einen heftigen Abflug nach sich ziehen. Wie üblich helfen beim Manvörieren die präzisen Navigator-Ansagen der Kategorie "50, lange Fünf-Rechts, über Hügel zu Drei-Links, öffnet". Auf diese Weise erhält man verlässliche Infos zu Aspekten wie Entfernung, Schärfe, Richtung und Verlauf der Kehre.

Keine Umwelt-sungen

Einer der Hauptkritikpunkte der ersten beiden Teile bleibt leider bestehen: Die Darstellung der Umwelt ist wieder nur Durchschnitt. Wenigstens wirken die Strecken jetzt aufgrund der wuchernden Flora weniger leblos und steril wie in Rallisport Challenge und dem zweiten Colin-Teil; dennoch stört, dass etwa Laub sehr grob modelliert oder die Steck-Baumstämme wenig natürlich aussehen.

Ganz anders die mit Blick fürs Detail nachgebauten Rallyewagen: Die strotzen vor Details - genannt seien nur die sich im Fahrtwind biegenden Antennen und glühende Bremsscheiben. Gleiches gilt für die Auto-Texturen: Mit Environment Mapping werden dezente Spiegeleffekte erzeugt - großartig. Das optische Highlight sind aber zweifelsohne die Auswirkungen des Schadensmodells. Bei einem leidenschaftlichen Stoßstangen-Kuss mit der hölzernen Streckenrand-Vegetation bersten Windschutzscheibe und Scheinwerfer, die Motorhaube springt aus dem Schloss und weist erste Beulen auf.

Realitätsgetreu fängt man sich einen Platten ein, sobald man zu häufig und heftig über Kantsteine brettert. Braust man dennoch weiter, wickelt sich die Ummantelung recht bald ab, kurz danach fährt man reichlich funkenschlagend auf der Felge (siehe Extrakasten "Wie gewonnen, so zerronnen").

Im Gegensatz zur Rallisport-Konkurrenz wirkt sich das Schadensmodell bei Colin3 aber auch auf die Fahrbarkeit aus. Erleichtert man sich beispielsweise wie beschrieben um ein Rad, ist das Vorwärtskommen fast unmöglich. Aber auch kleinere Crashs beeinträchtigen je nach Schadenszone Lenkung oder etwa die Motorleistung.

Apropos Lenkung: Am komfortabelsten ist die Steuerung mit einem Gamepad oder Joystick, Lenkräder reagieren teilweise zu empfindlich. Wichtig ist allemal ein analoges Eingabegerät, speziell auf rutschigem Untergrund sollte gefühlvolles Bremsen und Beschleunigen zum Standardrepertoire gehören.
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Justin Stolzenberg

Technik ist mir persönlich ziemlich egal, solange die Spielbarkeit stimmt, und das ist definitiv der Fall

Colin 3 ist knapp an einem Platz in meiner persönlichen Lieblingsrennspiel-Vitrine vorbeigeschliddert. Schuld sind nicht etwa die furchtbar eintönigen Streckeneinfassungen (Bäume, Zuschauer etc.) - die Technik ist mir persönlich nämlich ziemlich egal, solange die Spielbarkeit stimmt, und das ist definitiv der Fall. Was mich wirklich stört: dass dermaßen beim Umfang geknausert wurde. Der neue Meisterschafts-Modus gefällt zwar, weil das Renngeschehen mitsamt dem Drumherum kompletter wirkt, allerdings ist der sehr schnell durchgespielt. Und danach? Wo sind herausfordernde Modi, wo ist die Netzwerkfähigkeit? Es fehlen die umwälzenden Verbesserungen, Codemasters hat sich größtenteils auf Feintuning beschränkt. Aber Colin 4 ist ja schon angekündigt - alles wird gut, das heißt noch besser.
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9 Kommentarezum Artikel

Alle Kommentare lesen
Jared - 24.06.2003 19:53

2. Welche Spielmodi braucht man denn noch mehr? Mir reicht die Karriere vollkommen aus.

3. Rallye-Schule? Sowas braucht man, bitte schön, mal gar nciht. Es macht ja wohl am meisten Spass, die Ideallinie auf den Etappen zu finden. Und wie man driftet, slidet und mit der Handbremse um die Kurven kommt, das lernt man wohl ziemlich schnell.

4. Das Setup finde ich persönlich absolut ausreichend. Ich brauche nicht massenhaft Veränderungsmöglichkeiten, wie bsw. in Grand Prix, wo ich eine Stunde lang tüfteln muss. Immerhin will ich Rallye fahren. Und da reicht mir das, wenn ich, je nach Strecke den Wagen länger oder kürzer übersetze, die Höhe und den Antrieb verstellen kann. Das macht immerhin gute 5-6 Sekunden aus.


zu 2. Eigentlich schon, aber in dem einen hab ich nur ein Auto und in dem anderen kein Setup --> Käse.
Außerdem fand ich den Arcade-Modus bei CMR2 spitze für mal zwischendurch. Leider gabs auch da schon kein Setup.

zu 3. Für Einsteige isses nicht schlcht und man bekomt doch nochmal n bissl was erklärt. Ich müsst grad nochmal nach kucken wo das schon mal bei war (bei CMR1 oder 2, oder beiden) , aber da fand ichs nich schlecht.

zu 4.
Ein zu zumfangreiches Setup mag ich auch nicht, aber das ist zu mager. Ich fahr CMR zum Beispiel am liebsten, wenn das Antriebsverhältnis leicht auf die Vorderachse und das Bremsverhältnis leicht auf der Hinterachse liegt. Im CM§ kann man aber nur "vorne", "mittel" und "hinten" oder so einstellen. Bei den einen fährt ers sich wie ein Fronttriebler, bei dem anderen wie ein Hecktriebler, beides viel zu krass. Ähnliches gild für die Bremsen. Sorry, aber das is mir echt zu dünn, besonders für den eintigen Genreprimus.

Jared - 24.06.2003 19:46

[...] ich), es ist verbuggt, die Menus sind zum Kotzen ABER...

ich find die Replays sehen absolut KLASSE aus!!!

Nachdem DTM überhaupt keine hatte guck ich jetzt gern wieder zu.

P.S. Nicht so ganz ernst nehmen  


Die Replay sehen klasse aus????? Du hast wohl CMR2 nich gespielt oder? Jetzt wo du's sagst ist das Punkt 6 auf meiner Liste! Das Replay besteht zu mindestens 60% aus Sequenzen aus dem Innenraum oder der Motorhaubenansicht. Im Replay will ich das Auto aber von außen sehen, weil ich's von inne auch während der Fahrt sehen kann. Die Replay-Kamera war bei CMR2 jedenfalls auch um längen besser!

Blackknight - 24.06.2003 17:27
am 24.06.03 um 15:58 schrieb Vykos69:
am 24.06.03 um 15:50 schrieb Blackknight:
Also der CMR 3 Test ist wieder so ein Beispiel wo man denken kann das von Codemasters Geld kam für eine gute Wertung.

Ein Rennspiel das sich mit Keyboard besser steuern lässt als mit Lenkrad kann man doch nicht so gut bewerten.


Daaaanke!!! man, wurd mal Zeit, dass das noch jemand anderem auffällt. Mal ganz abgesehen davon, dass das Spiel unter XP abschmiert, wenn man sein Lenkrad einstellen will...

Dann der fehlende MP Mode
Bugs - siehe Codemasters Forum
Nach der Meisterschaft keine Motivation mehr zum weiterpielen.
Keine speicherbaren, editierbaren Replays
In den Replays keine auswahl der Kameras.
Deutscher Co Pilot schon wie in CMR 2 zu langsam.
Cheats nur per 0190 Nummer

Also jeder der sich das Spiel kauft gehört verhaftet, wenn Ihr das Spiel kauft denkt sich Codemasters das alles gut ist und verbessert bei CMR 4 nichts.

Ich gebe dem Spiel nur 30% Spielspass.


Yo, wie gesagt, meine Rede! Ich finde, das Spiel gehört zurück zum Entwickler für mind. ein halbes Jahr beta-Testing..... Von dem übertriebenen Test der PCGames mal ganz zu schweigen.

Grüße,

jo


Leider hat auch die GameStar das Spiel super bewertet. Und auch online habe ich noch keinen schlechten Test gesehen. Können die alle nicht mehr vernünftig Testen?
Vykos69 - 24.06.2003 15:58
am 24.06.03 um 15:50 schrieb Blackknight:
Also der CMR 3 Test ist wieder so ein Beispiel wo man denken kann das von Codemasters Geld kam für eine gute Wertung.

Ein Rennspiel das sich mit Keyboard besser steuern lässt als mit Lenkrad kann man doch nicht so gut bewerten.


Daaaanke!!! man, wurd mal Zeit, dass das noch jemand anderem auffällt. Mal ganz abgesehen davon, dass das Spiel unter XP abschmiert, wenn man sein Lenkrad einstellen will...

Dann der fehlende MP Mode
Bugs - siehe Codemasters Forum
Nach der Meisterschaft keine Motivation mehr zum weiterpielen.
Keine speicherbaren, editierbaren Replays
In den Replays keine auswahl der Kameras.
Deutscher Co Pilot schon wie in CMR 2 zu langsam.
Cheats nur per 0190 Nummer

Also jeder der sich das Spiel kauft gehört verhaftet, wenn Ihr das Spiel kauft denkt sich Codemasters das alles gut ist und verbessert bei CMR 4 nichts.

Ich gebe dem Spiel nur 30% Spielspass.


Yo, wie gesagt, meine Rede! Ich finde, das Spiel gehört zurück zum Entwickler für mind. ein halbes Jahr beta-Testing..... Von dem übertriebenen Test der PCGames mal ganz zu schweigen.

Grüße,

jo
Blackknight - 24.06.2003 15:50
am 24.06.03 um 12:52 schrieb Vordack:
am 23.06.03 um 22:13 schrieb Padi01:
Enttäuschend !

Schaut Euch mal auf dem Forum bei Codemasters -> CM3 um !
Probleme, Probleme, Probleme...
Spiel startet nicht, Crasht auf den Desktop usw. - Dabei habe auch
ich so ziemlich alle Updates gefahren.
Ausserdem startet DTM Race Driver seit der Installation von CM3
nicht mehr !
45 Euro fürs Betatesten !!! (Dabei ist es auch noch wirklich eine Beta
mit sehr, sehr vielen Bugs) Immerhin hatte Codemaster ca. 1 Jahr Zeit
das Spiel von PS2 auf PC zu portieren.

Weiteres Feature: Kein Netzwerkspiel möglich.

Jetzt aber kommt erst der Gipfel der Frechheit:
Bereits jetzt schon ist für den Herbst 2003 die Version
Colin McRae 4 angekündigt !!!

Überlege mir schon, ob ich Codemasters nicht 2 x Jährlich einfach
so 50 Euro überweise - für nichts !!!

CM3 und CMx != NIE NIE WIEDER !!!



Okee, die Rennen sind langweilig wegen mangelnden Gegnern (find ich), es ist verbuggt, die Menus sind zum Kotzen ABER...

ich find die Replays sehen absolut KLASSE aus!!!

Nachdem DTM überhaupt keine hatte guck ich jetzt gern wieder zu.

P.S. Nicht so ganz ernst nehmen  


Also der CMR 3 Test ist wieder so ein Beispiel wo man denken kann das von Codemasters Geld kam für eine gute Wertung.

Ein Rennspiel das sich mit Keyboard besser steuern lässt als mit Lenkrad kann man doch nicht so gut bewerten.
Dann der fehlende MP Mode
Bugs - siehe Codemasters Forum
Nach der Meisterschaft keine Motivation mehr zum weiterpielen.
Keine speicherbaren, editierbaren Replays
In den Replays keine auswahl der Kameras.
Deutscher Co Pilot schon wie in CMR 2 zu langsam.
Cheats nur per 0190 Nummer

Also jeder der sich das Spiel kauft gehört verhaftet, wenn Ihr das Spiel kauft denkt sich Codemasters das alles gut ist und verbessert bei CMR 4 nichts.

Ich gebe dem Spiel nur 30% Spielspass.
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Allgemeine Infos

Name Colin McRae Rally 3.0
Genre Rennspiel
Webseite http://www.codemasters.co...
Hersteller Codemasters
Anbieter Codemasters
VÖ-Termin 13.06.2003 - zu diesem Produkt einen Lesertest schreiben!
Preis nicht bekannt
Plattformen: pc.gif
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