Aufbauhelden sind knuffig, arbeitsam und redlich, egal ob sie zu den Siedlern, Cultures oder den Völkern zählen. Aufbauhelden motzen über ihren Arbeitgeber, saufen sich abends einen Rausch an, und wenn man nicht aufpasst, vermehren sie sich wie die Karnickel - wenn sie Wiggles heißen. Die Zipfelmützenträger aus dem Erstlingswerk der Berliner Entwickler von SEK sind die ersten Genrevertreter mit Persönlichkeit. Und das im doppelten Sinne. Denn Ihre Schützlinge gewinnen beim Buddeln, Transportieren und Pilzefällen Erfahrungspunkte - wie in einem Rollenspiel. Die launische Fee Elke zeigt Ihnen, wie Sie Tunnel planen, die Arbeitszeiten einteilen, Gebäude in Auftrag geben und die Kamera bedienen. Die Spielwelt ist komplett dreidimensional, auch wenn Sie die Höhlensysteme ähnlich wie in einem Ameisenterrarium nur im Querschnitt sehen. Statt anonymer Massen wie bei Die Siedler gebieten Sie in Wiggles nur über einige Dutzend Figuren, die dafür ein Eigenleben haben. Ihre Zwergenweibchen und Männchen nehmen ihren Schönheitsschlaf, schlagen sich den Bauch voll oder halten sich mit Seilhüpfen und Liegestütze fit. Bevor Sie sich also ins Abenteuer stürzen, müssen Sie erst für Wohnraum und Futter sorgen. Per Mausklick wählen Sie den Platz für Zelt und Feuerstelle aus, den Rest - Pilze fällen, Steine klopfen, Bauwerk errichten - übernehmen die Wiggles automatisch. Allerdings können Sie ihnen auch jederzeit gezielt Jobs zuweisen. Das macht durchaus Sinn, denn je öfter die Jungs und Mädels eine Aufgabe trainieren, desto besser werden sie darin. Egal ob sie nun Bier brauen oder sich als Umzugspacker verdingen. Sie haben es in der Hand, ob Sie Allroundtalente oder lieber Experten ausbilden wollen, die in ein, zwei Bereichen besonders fingerfertig ist. Zwischen einem Bergbau-Spezialisten und einem Jungzwerg liegen Welten: In der Zeit, die ein Azubi für zwei Meter Stollen braucht, buddelt der erfahrene Kumpel ganze Höhlensysteme. Keine Angst: Die Neugeborenen fangen nicht bei Null an, sondern erben teilweise die besten Eigenschaften ihrer Eltern. Weiteres Wissen büffeln sie in der Schule oder Lehrbüchern, die in Schatzkisten versteckt auf der ganzen Karte verteilt sind.
Auch wenn Sie mit den Siedlern & Co. bislang nichts anfangen konnten, sollten Sie den Wiggles eine Chance geben.
Arvid hat Hunger, Iris miese Laune und Dagmara ist schon wieder schwanger. In den gigantischen Siedlungen wuselt es wie in einem Ameisenhaufen. Ständig gibt es neue Stollen zu graben, neue Geräte zu erfinden, neue Zwerge zu begrüßen. Vor allem die Rollenspielkomponente hat es mir angetan. Es ist unheimlich motivierend, seine Schützlinge zu hegen, zu pflegen und zu trainieren. Dazu kommen die köstlichen Dialoge und Zwischensequenzen, die abwechslungsreichen Mini-Aufgaben und der mehr als umfangreiche Tech-Tree. Dabei sieht Wiggles so gut aus, dass selbst die Aufbau-Verweigerer der Redaktion den ein oder anderen Blick riskiert haben. Das Einzige, womit ich nicht ganz einverstanden bin, ist die Levelaufteilung. Kleinere, dafür mehr Missionen in unterschiedlichen Welten, wären nicht nur hardwareschonender, sondern auch der Übersicht zuträglich. Die geht nämlich schon in der zweiten Ebene manchmal flöten.
- Wiggles ist echt genial. Mal was neues, auch wen es etwas an Dungeon Keeper erinnert und im späteren Spielverlauf etwas unübersichtlich wird. - -
Ja aber die Funktion von Dungeon Keeper fehlt, die mit der Hand, womit man die "Kleinen" schlagen konnte. Wäre bei Wiggles ziemlich nütztlich, das sind so Hohlroller. Hoffe beim Patch bekommen sie wenigstens ein bischen KI ab.