Wenn Prominenz wichtiger ist, als das Vorbild: Biopic-Stars in optischer Fehlbesetzung
"Nach einer wahren Begebenheit" - diese vier Wörtchen haben schon so manchen Film zur Popularität verholfen. Tritt für die Hauptrolle auch noch ein bekannter Schauspieler auf, ist der Erfolg schon fast zum Greifen nah. Nach diesem Prinzip scheinen viele Filmschaffende zu gehen. Vor allem Filmografien, sogenannte Biopics über berühmte Personen der Zeitgeschichte erleben ihr Hollywood-Comeback. Beispielsweise mit "Jackie" oder "Hacksaw Ridge" verwursten Filmemacher Persönlichkeiten aus der Vergangenheit zu einem emotionalen und massentauglichen Blockbuster, der sich für die Dramatik noch einiges Hinzuzudichten erlaubt.
Was ist ein Biopic?
Biopic, oder Filmografie ist ein sehr weitläufiger Begriff. Allgemein bezeichnet dieser eine filmische Erzählung in fiktionaler Form über das Leben einer geschichtlich belegbaren Figur mit gesellschaftlicher Relevanz. Als Begriff tauchte dieses bereits 1951 im US-Fachblatt Variety auf. In Abgrenzung zum Doku-Drama, das dokumentarisches Material mit Fiktion vermischt, muss das Biopic nicht die Lebensgeschichte einer realen Person von Geburt bis zum Tod erzählt werden. Entweder es wird nur ein wichtiger Abschnitt des Lebens herausgepickt, oder aber die einzelnen Lebensabschnitte dramaturgisch zu einem filmischen Ganzen verknüpft werden. Die meisten Biopics wurden übrigens über Hitler, Luther und Napoleon gedreht.
Beliebtes Gesicht über historische Korrektheit
Ein Beispiel dafür, dass Regisseure sich nicht nur geschichtlich viel Freiheiten lassen, ist unter anderem auch Fälle des "Whitewashing" in Biopics. So spielt bereits 1954 der weiße John Wayne den Mongolen-König Dschingis Khan in "Der Eroberer" in dem man ihn mit Farbe anmalte. Ein Grund dafür war sicherlich seine Bekanntheit beim Publikum, die sich bis in die heutige Zeit und den heutigen Stars der Leinwände fortsetzt. Es ist kaum zu bestreiten, dass von Zuschauern geliebte Künstler und Schauspielgrößen wie Anthony Hopkins und Co. mehr zu klingenden Kinokassen führt - aber eben auch dazu, dass die zumindest optische Konformität der zu verkörpernden historischen Persönlichkeit unter den erfolgreichsten Schauspieler gestellt wird.
In diesem Artikel
Casts, die in die Hose gingen
Völlig abgesehen davon, wie gut die Filme sind, wie gut die jeweiligen Schauspieler ihren Charakter spielten oder wie viel Wahrheitsgehalt tatsächlich in diesen "Biografien" steckt - Mit diesen Stars hat sich die Regie rein vom Aussehen her nicht viel um Übereinstimmung geschert sondern eher um das prominente Gesicht. Um fair zu bleiben, nehmen wir hier nur geschichtliche Persönlichkeiten in die Liste auf, von denen ein Foto und nicht nur eine Zeichnung besteht (Siehe Dschingis Khan ect.). Außerdem haben wir auf der nächsten Seite auch positive Beispiele für Biopic-Stars zusammengetragen.
Auf dieser Seite
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Casts, die in die Hose gingen
- 1.1 Benedict Cumberbatch als Alan Turing
- 1.2 Robert Pattison als Salvador Dali
- 1.3 Anthony Hopkins als Richard Nixon
- 1.4 Michael Fassbinder als Steve Jobs
- 1.5 Natalie Portman als Jaqueline Kennedy
- 1.6 Tom Hanks als Walter Disney
- 1.7 Joseph Gordon-Levitt als Edward Snowden
- 1.8 Helen Mirren als Queen Elisabeth II.
- 1.9 Sämtliche Präsidenten aus "Der Butler"
Benedict Cumberbatch als Alan Turing
Quelle: Wikimedia Commons; SquareOne
Benedict Cumberbatch als Alan Turing in "The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben"
Ohne Zweifel verkörpert Benedict Cumberbatch Rollen wie den hochintelligenten Sonderling Alan Turing in "The Imitation Game" ganz großartig. Da sehen Regisseure eben gerne mal über Äußerlichkeiten hinweg.
Robert Pattison als Salvador Dali
Quelle: Wikimedia Commons; KSM
Robert Pattison als Salvador Dali in "Little Ashes"
Nach seiner Rolle als Edward Cullen in der "Twilight"-Reihe wurde Robert Pattison berühmt - in "Little Ashes" spielte er dann die Hauptrolle des spanischen Malers Salvador Dali.
Anthony Hopkins als Richard Nixon
Quelle: Wikimedia Commons; Buena Vista
Anthony Hopkins als Richard Nixon in "Nixon - Der Untergang des Präsidenten"
Großartig düsteres Drama, der seinen Film Originalaufnahmen und Schwarz-Weiß-Fotos hinzumischt. Dass dort ein komplett anderer Mann zu sehen ist, war Regisseur Oliver Stone wohl egal.
Michael Fassbinder als Steve Jobs
Quelle: Wikimedia Commons; Universal
Michael Fassbinder als Steve Jobs in "Steve Jobs"
Meint Hollywood denn, ein schwarzer Rollkragenpulli und eine runde Brille reichen, um den Apple-Gründer ausreichend darzustellen? Anscheinend ja.
Natalie Portman als Jaqueline Kennedy
Quelle: Wikimedia Commons; Tobis
Natalie Portman als Jaqueline Kennedy in "Jackie"
Ein bewegendes Biopic-Drama über die First Lady nach dem Attentat auf John F. Kennedy. Nur Ähnlichkeiten haben die beiden leider überhaupt nicht.
Tom Hanks als Walter Disney
Quelle: Disney
Tom Hanks als Walt Disney in "Saving Mr. Banks"
Wiederum ein klassischer Fall von Star-Kult. Tom Hanks ist ein wunderbarer Schauspieler, aber was hat er mit Walt Disney gemein außer dem Schnauzbart?
Joseph Gordon-Levitt als Edward Snowden
Quelle: Wikimedia Commons; Universal
Josepf Gordon-Levitt als Edward Snowden in "Snowden"
Joseph Gordon-Levitt bekam für seine Rolle als NSA-Whisleblowers Snowden noch nicht einmal blonde Haare oder gar die richtige Frisur verpasst...
Helen Mirren als Queen Elisabeth II.
Quelle: BBC One; Concorde
Helen Mirren als Queen Elisabeth II. in "Die Queen"
In "Die Queen" spielt Helen Mirren Königin Elisabeth II., kurz vor und nach dem Tod von Lady Diana. Aber entgegen ihrer herausragenden Schauspielerleistung, ist Helen Mirren viel zu schmal - auch mit etwaigen Stress im Amt.
Sämtliche Präsidenten aus "Der Butler"
Quelle: Wikimedia Commons; Prokino
Robin Williams als Dwight D. Eisenhower, James Marsden als John F. Kennedy; Liev Schreiber als Lyndon B. Johnson; John Cusack als Richard Nixon und Alan Rickman als Ronald Reagan in "Der Butler"
Mit ihren Präsidenten haben es die Amerikaner wohl nicht besonders mit Nähe zur Realität. Höchstens das Lächeln des letztes Jahr verstorbenen Alan Rickman könnte ein wenig an das seines Vorbildes erinnern.
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Und damit hat sich dieser ganze Beitrag schon erledigt.
Alles was dieser Beitrag ist "Mimimi, der Darsteller sieht nicht so aus wie die echte Person".
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Die Szene startet ab 3:30 min
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Um mal drei zu zeigen.