Drehort Berlin - Die Deutsche Hauptstadt in internationalen Filmen
Übermorgen enden die alljährlichen internationalen Filmfestspiele in Berlin. Neben denen von Cannes und Venedig gelten sie zu den wichtigsten Filmfestivals und als eines der bedeutendsten Ereignisse der Filmbranche mit Staraufgebot aus aller Welt. Auch das Studio Babelsberg in Potsdam, als größtes Filmstudio Europas, lockt zahlreiche Regisseure verschiedener Ländern nach Deutschland. Berlin steht dabei als Drehort mit an oberster Stelle.
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Seit einigen Jahren scheint sich Deutschland als beliebter Drehort heranzumausern. Neben Hamburg oder Görlitz stehen besonders in und um Berlin die ausländischen Kameras kaum still.
Die Filmemacher nutzen die Vielfalt der Orginalschauplätze von Berlin - doch nicht nur das:
Berlin als geschichtlicher Schauplatz
Quelle: UIP
Roger Moore als James Bond vor einem altbekannten Wahrzeichen von Berlin.
Sicher, für viele Deutsche hängt das Thema drittes Reich vermutlich zum Halse raus. Auch scheinen einige Länder uns filmtechnisch nur auf die NS-Zeit zu reduzieren. Aber was würden beispielsweise die Amerikaner tun, ohne ein paar fiesen Nazis in der Hinterhand, denen Captain America, Hellboy oder Indiana Jones so richtig die Hölle heiß machen? Außerdem gibt es nicht nur Nazifilme, die unter anderem in Berlin spielen.
Neben "Inglorious Bastards", "Operaton Walküre - Das Stauffenberg-Attentat", "Schindlers Liste", oder dem berühmten US-Film-Musical "Cabaret", die alle (neben anderen deutschen Orten, wie Görlitz) in Berlin abgedreht wurden, besuchte auch James Bond alias 007 den Checkpoint Charly kurz vor dem Mauerfall in Berlin ("James Bond 007: Octopussy"). Die Screwball-Comedy "Eins, zwei, drei" spielt ebenfalls die Berliner Mauer an, allerdings vor dem Bau im Ost-West-Konflikt.
Auch die Nachkriegszeit wird thematisiert in Form vom italienischen Neorealismus-Film "Deutschland im Jahre Null", gedreht im Sommer 1947 im zerbombten Berlin.
Berlin als moderner Großstadtdschungel
Quelle: Studiocnal
Die vielgezeigte Oberbaum Brücke in Berlin aus "Unknown Identity".
Ein modernes Berlin und das was es ist: Mit 3,5 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste und mit 892 Quadratkilometern die flächengrößte Stadt Deutschlands. Heißt natürlich auch jede Menge Platz, jede Menge verschiedene Orte auf relativ kleinem Raum und den Flair und die Anonymität einer Großstadt. In Action-Thriller wie "The International", in dem Clive Owen durch den Berliner Hauptbahnhof spaziert, natürlich Ideal. Steven Spielbergs "Bridge of Spies" mit Tom Hanks bezieht sich sogar namentlich auf die Berliner Glienicker Brücke, deren Geschichte für die Grundlage der Filmhandlung verantwortlich ist.
In "Unknown Identity" stürzt ein Taxi ebenfalls von einem berühmten Berliner Flussübergang mit Namen Oberbaumbrücke, während Liam Neeson und Diane Kruger durch Berliner Bahnhöfe, Straßen oder vor dem Hotel Adlon herumstolpern.
Selbst die fünfte Staffel der Golden Globe und Emmy prämierten Serie "Homeland" spielt in Berlin.
Berlin als Architektur-Palette
Quelle: Studiocanal
Im ersten Teil von "Tribute von Panem - Mockingjay" fliehen Katniss Everdeen und ihr Team durch den Berliner U-Bahn-Haltestelle Messedamm.
Wer sich gefragt hatte, wo Jason Bourne bleibt, hier ist er: "Die Bourne Verschwörung" passte sich so schön an Berlin und seine Vielfalt an, dass Regisseur Paul Greengrass unter anderen den Alexanderplatz kurzerhand zu Moskau machte, indem er ein Taxi neu bekleben ließ. Eieiei.
Auch die neueste Slapstik-Verfilmung von Jules Vernes "in 80 Tagen um die Welt" flunkerten die Filmemacher mit dem Ort. Für die Kulisse des London im 19. Jahrhundert stellte man kurzerhand gewaltige Säulen neben dem Französischen Dom auf dem Berliner Gendarmenmarkt.
Berlins ungewöhnliche Orte verschafften der Hauptstadt auch Starauftritte in "Die Tribute von Panem: Mockingjay" (Messegelände und Flughafen Tempelhof sowie die U-Bahn-Szene Messedamm) oder "V wie Vendetta", bei dem die Ähnlichkeit des Regimes zum Dritten Reich für die Filmemacher, die auch "Matrix" produziert haben, wohl Grund genug für einige deutsche Drehorte war.
Sogar "Resident Evil" und "Aeon Flux" nutzen für ihre apokalyptischen Kulissen, den unfertigen U-Bahnhof Bundestag der Berliner U-Bahnlinie 55 diente als Kulisse für den Zugang zum Laborkomplex von geheimen Forschungslabor Hive. Die meisten Szenen um den Regierungskomplex von "Aon Flux" entstanden im Berliner Tierheim Falkenberg oder den Wasserbetrieben.
Falsche Hasen
Quelle: Walt Disney
Die Muppets auf ihrer vermeitlichen Tour durch Berlin - stehen aber in Großbritannien. Etwa verfahren?
Nein, wir haben "Indiana Jones - Der letzte Kreuzzug" nicht erwähnt und dann vergessen. Denn zusammen mit "Mission: Impossible 3", "Der Junge im gestreiften Pijama" und "Muppets Most Wanted" hat dieser Film nur sogetan, als wäre er in Berlin gedreht worden.
Denn als Kulisse für den Abflug des Zeppelins mit Indie und seinem Vater diente nicht, wie oft irrtümlich angenommen, der Flughafen Berlin-Tempelhof, sondern das Treasure Island Museum auf Treasure Island (Kalifornien) in der Bucht von San Francisco.
Die dritte "Mission: Impossible" hatte zwar unter anderem Drehs im Bundestag geplant, durch einen Regisseur-Wechsel wurde dies aber verworfen. Das Drama "Der Junge im gestreiften Pijama" wurde fast einheitlich in Budapest gedreht und die "Muppets Most Wanted"-Welttournee stoppte überhaupt nicht in Berlin, sondern spielte Bilder vom Bahnhof Alexanderplatz erst nachträglich ein.

Aber Okay, ich bade mich jetzt in Schande. :-(
Davon ab hat Berlin in Die Bourne Verschwörung für halb Europa gestanden und nicht nur für Moskau.
Davon ab hat Berlin in Die Bourne Verschwörung für halb Europa gestanden und nicht nur für Moskau.