Shadow Warrior 2: Test mit Wertung und Video-Review - Als hätten das neue Doom und Borderlands ein Kind gezeugt
Shadow Warrior 2 ist zwar bei weitem nicht der beste Ego-Shooter des Jahres, aber in kleinen Dosen ein äußerst spaßiger Zeitvertreib - besonders im Koop-Modus für bis zu vier Spieler! Der ausführliche Test mit Video-Review und Grafikvergleich am PC zeigt Stärken und Schwächen der Katana-Metzelei mit Borderlans-Anstrich auf.
Lo Wang ist zurück! Der pöbelnde Ninja mit dem Alkoholproblem ist auch in Shadow Warrior 2 wieder ein Quell dumpfbackiger Sprüche und anstößiger Pimmelwitze. Die feuert er in einer ebenso hohen Frequenz ab wie seine unzähligen Schusswaffen - über 70 gibt es davon in Shadow Warrior 2, wir haben im Test fast alle ausprobiert.
Die meisten Schießeisen und Schwerter liegen wortwörtlich auf der Straße herum: Als Beute für das erfolgreiche Schnetzeln wahrer Hundertschaften grob texturierter Monster und wahnsinniger Yakuza-Assassinen. Denn Shadow Warrior 2 wildert nach dem linearen Serienauftakt aus dem Jahre 2013 in Borderlands-Jagdgründen: Aus dem reinrassigen Retro-Shooter ist ein Hack & Slay mit Ego-Perspektive geworden, inklusive Waffenattribute, Upgrades, Quests, einsetzbarer Juwelen und aufsteigender Schadenszahlen. Und weil das virtuelle Jagen und Sammeln schon bei den Genre-Vertretern Diablo und Borderlands in der Gruppe am meisten Spaß gemacht hat, gibt es einen Koop-Modus für vier Spieler oben drauf.
Shadow Warrior 2-Testvideo
Shadow Warrior 2-Review: Leveldesign aus der Zufallshölle
Die Story-Kampagne lässt sich alleine oder zu viert bestreiten; ein New-Game-Plus-Modus inklusive aller erspielten Waffen und Fähigkeiten steht nach dem einmaligen Durchspielen zur Verfügung, das dauert gut zwölf Stunden. In dieser Zeit einberechnet sind neben den Hauptmissionen auch über 25 Nebenaufträge. Die haben spielerisch so gut wie keine Besonderheiten, stets müsst ihr einen Gegenstand beschaffen oder einen Widersacher erledigen. Dabei kommt es schon nach kurzer Zeit zu Wiederholungen, zumal auch die Levels keinerlei Abwechslung bieten.
Quelle: PC Games
Shadow Warrior 2 langweilt im Test mit beliebig wirkendem Zufalls-Leveldesign.
Shadow Warrior 2 setzt auf zum Teil zufallsgenerierte Umgebungen. Die können einzig und allein mit ihrer Größe punkten, ansonsten enttäuscht das Leveldesign jedoch auf ganzer Linie. Weil alles aus dem Zufallsgenerator stammt, gibt es keine Höhepunkte oder taktisch interessanten Situationen. Stattdessen werden die Karten einfach großzügig mit Monstergruppen und Loot-Kisten zugepflastert. Unverständlich: Die Nebenmissionen führen einen immer wieder an bereits besuchte Orte zurück - warum springt da nicht die Zufallsmechanik in die Bresche und sorgt dafür, dass sich diese Abstecher auch beim x-ten Mal frisch anfühlen?
Klasse Spielgefühl
Egal, das Ballern und Schnetzeln an sich macht in Shadow Warrior 2 tierischen Spaß und lässt einen solche Kritikpunkte schnell vergessen. Auch wenn sich die vielen vorgefertigten Waffen auf acht Kategorien verteilen und sich alle Katanas, Schrotflinten oder Raketenwerfer grundsätzlich ähnlich verhalten, macht der Waffenwechsel tierischen Spaß. Dazu kommt die hohe Mobilität des Protagonisten: Per Ausweichtaste hastet ihr schnell in eine von vier Richtungen und umkreist so Gegner oder bewegt euch in einem Affenzahn durch die Levels. Dazu gibt's von Anfang an einen Doppelsprung. So gelangt ihr nicht nur an versteckte Secrets, sondern könnt beispielsweise in einer asiatischen Siedlung auch auf Dächer klettern - dorthin verfolgen euch auch die ebenso flinken KI-Gegner von Shadow Warrior 2.
Quelle: PC Games
Shadow Warrior 2 im Test: Der Gewaltgrad ist hoch, Widersacher lassen sich in Einzelteile zerlegen - das klappt auch bei Menschen!
Das Treffer-Feedback ist ausgezeichnet, unter anderem weil der Gewaltgrad sehr hoch ist. Feinde zerspratzen förmlich unter Beschuss, mit der Kettensäge lassen sich einzelne Teile aus den Körpern schnitzen - das geht auch bei den menschlichen Widersachern! Shadow Warrior 2 gehört damit definitiv nicht in Kinderhände. Auch die ständigen, ausschließlich englischen (und sich nach kurzer Zeit wiederholenden) Kommentare von Held Wang sind garantiert nicht jugendfrei.
Der infantile, zuweilen aber auch aufrichtig lustige Humor des Spiels zieht sich durch die gesamte Story. Hier hat Entwickler Flying Wild Hog aus der Kritik am Vorgänger gelernt; die Inszenierung ist dieses Mal flotter und bei allem Ernst bleibt auch immer Zeit für ein Augenzwinkern. Letztendlich ist die erzählte Geschichte jedoch belanglos und endet noch dazu mit einem fiesen Cliffhanger. Wer mit bis zu drei Freunden oder fremden Spielern online unterwegs ist, wird schon bald die Möglichkeit zu schätzen wissen, alle Zwischensequenzen mit einem Tastendruck zu überspringen.
Quelle: PC Games
Den einen großen Bossgegner des Spiels lässt Entwickler Flying Wild Hog gleich drei Mal auftreten.
Die gute, alte Item-Sucht
Vier Schwierigkeitsgrade stehen zur Auswahl, Solospieler bekommen auf der normalen Stufe gerade ausreichend ins Schwitzen. Eine manuelle Speicherfunktion fehlt, dafür werdet ihr nach dem virtuellen Ableben bei sehr fair gesetzten Checkpoints wiederbelebt. Bei Durchgängen auf höheren Stufen werfen Widersacher besseren Loot ab. Das sind neben neuen Knarren vor allem Juwelen in allen Formen und Farben. Mit bis zu drei dieser Steinen verbessert ihr eure Stech- und Schussinstrumente, gebt ihnen etwa Elementarschaden oder verpasst ihnen einen neuen Feuermodus. Zudem gibt es noch Juwelen für Wangs Rüstung und Fähigkeiten. Das ist in Verbindung mit regelmäßigen Levelaufstiegen und der Vergabe von Skillpunkten äußerst motivierend und tröstet gerade im Koop-Modus über so manche Schwäche wie etwa das wenig komfortable Juwelen-Menü hinweg!
Denn mit zunehemender Spielzeit sammeln sich immer mehr magische Steine in eurem Inventar an, das in schnöde, unübersichtliche Listen aufgeteilt ist. So fällt es schwer, beim Einsetzen von Juwelen die Effekte miteinander zu vergleichen, zumal die Sortierungsfunktionen ungenügend sind. Ebenfalls ärgerlich: Zwar lassen sich nicht mehr benötigte Juwelen als Abfall markieren und diese werden beim anschließenden Besuch im Laden dann auch in einem separaten Verkaufsmenü aufgelistet. Doch statt mit einem Klick all den alten Tand auf einmal zu verhökern, müssen wir trotzdem jeden Stein einzeln in bare Münze umwandeln.
Quelle: PC Games
In Shadow Warrior 2 gibt es automatisch regenerierende Lebensenergie nur mit dem richtigen Skill; vorher seid ihr auf herumliegende Medipacks und Lo Wangs Heilzauber angewiesen.
Übersichtlicher ist das Upgrade-System, bei dem ihr in fünf Kategorien nach Levelaufstiegen Skills verbessert. Neue Fähigkeiten gibt es nicht nur beim Händler, sie werden auch von besiegten Gegnern fallen gelassen. In fünf Kategorien könnt ihr euch euren Lo Wang der Träume zurechtstutzen - nur sein loses Mundwerk lässt sich leider nicht optimieren. Neben passiven Verbesserungen wie automatischer Lebensregeneration, mehr Elementarschaden oder einer größeren Munitionstasche gibt es auch fünf aktive Fähigkeiten.
Zwei davon kennt man bereits aus Shadow Warrior: Lo Wang stößt auf Knopfdruck Feinde mit einer Energiewelle nach hinten oder heilt sich auf Kosten seines Manas (hier Chi genannt). Dazu kommen in Shadow Warrior 2 Unsichtbarkeit, ein Zeitlupenmodus mit erhöhtem Schaden und die Fähigkeit, Gegner kurzzeitig auf aus dem Boden schießenden Speeren festzuhalten. Die Kombination aus Waffen und Skills sorgt für launige Gefechte.
Quelle: PC Games
Nicht nur eure Waffen rüstet ihr in Shadow Warrior 2 mit Juwelen aus, auch Rüstung und Fähigkeiten bekommen durch die Steine Boni.
Ein Hauch Taktik kommt mit der Einführung von Gegner-Attributen ins Spiel. Widersacher besitzen jetzt genau wie in Diablo bestimmte Resistenzen, sind gegen Lo Wangs Spezialfähigkeiten immun oder reagieren besonders allergisch auf eine Art von Elementarschaden. Dazu gibt es Elite-Varianten von bekannten Feindtypen. Das ist schön und gut, allerdings lässt Shadow Warrior 2 bei der eher behelfsmäßigen Gegner-KI der Marke Kamikaze Potenzial ungenutzt. Feinde legen nur selten ein bestimmtes Angriffsmuster an den Tag oder verfügen über spezielle Attacken. Am forderndsten sind in dieser Beziehung noch die gerade mal drei Bosskämpfe, bei denen der Spieler clever ausweichen muss.
Shadow Warrior 2-Test: PC-Performance & Technik
Quelle: PC Games
Licht- und Partikeleffekte gehören zu den Stärken der Shadow Warrior 2-Engine.
Grafisch kann es Shadow Warrior 2 nicht mit Doom oder gar Battlefield 1 aufnehmen. Die Technik ist solide mit hübschen, in Echtzeit berechneten Lichteffekten, aber gerade die Gegner-Texturen wirken im Detail matschig. Besonders hässlich sind zudem die NPC-Gesichter menschlicher Charaktere; ausgerechnet eine der ersten Zwischensequenzen zeigt zwei der häufigsten Gesprächspartner im Spiel von sehr unvorteilhafter Seite. Dazu kamen in unserer Vorab-Testversion gelegentliche Grafik-Glitches mit flackernden Schatten und - in einem Fall - grotesk verzerrten Texturen. Die Verkaufsversion scheint jedoch nach bisherigem Kenntnisstand frei von solchen Problemen zu sein.
Quelle: PC Games
Die NPC-Gesichter sind in Shadow Warrior 2 teilweise ausgenommen hässlich geraten. Grafisch ist der Titel kein Meilenstein.
Zudem läuft Shadow Warrior 2 am PC sehr flüssig, die Performance ist ausgezeichnet. Das umfangreiche Grafikmenü erlaubt tiefgehende Einstellungen an der Grafikqualität. Doch selbst mit Ultra-Details war die Action auf einem Core i5 4690 mit 3,5 GHz, 8 GB RAM und Geforce GTX 970 stets butterweich. Lobenswert zu erwähnen sind auch die ganzen anderen Anpassungsmöglichkeiten der PC-Version: So könnt ihr die von Gegnern aufsteigenden Schadenszahlen bei Treffern etwa komplett abschalten, das Field of View (FoV) variieren oder Grafikeffekte wie Chromatic Aberration und Bewegungsunschärfe deaktivieren. Darüber hinaus gibt es in Shadow Warrior 2 einen Fotomodus zum Erstellen eigener Screenshots.Auch die PC-Steuerung gefiel uns im Test prima, alle Tasten lassen sich frei belegen. Im Nahkampf mixt ihr die beiden Maustasten mit den Richtungstasten für Spezialangriffe, das fühlt sich ähnlich gut wie im Vorgänger an. Dazu kommt ein starker Soundtrack; besonders die beiden gesungenen Musikstücke am Ende haben uns nachhaltig beeindruckt. Die restliche Geräuschkulisse wirkt dagegen schwachbrünstig, wie erwähnt nerven die immer gleichen Sprüche von Lo Wang schon bald.
Shadow Warrior 2 gibt es auf Steam zu kaufen - und ohne DRM bei GOG.com. Preis: ca. 37 Euro. Der PS4-Release und die Xbox-One-Version sind für Anfang 2017 angekündigt.

Aliens Colonial Marines wurde damals auch nur mit einem recht zahmen 70er bewertet, da auch dieses Spiel - tja wie solls anders sein vom Lügner Randy Pitchford gehypt, mit falschen Previews beworben 100mal outgesourced wurde nur um am Ende die Schuld für einen totalen Rohrkrepierer bei allen zu suchen nur nicht bei Mister Rapy Pitchfork selbst. Wieso immer diese zahmen Bewertungen. Ich erinnere mich an Zeiten, da habt Ihr Spiele wie z.b. Power Drive auf dem PC mit sagenhaften 35% abgestraft. Aber an großen Namen wird immer nur zahm genagt. Wenn ich Redakteur wäre würde es manchen Publishern schwarz vor Augen werden, wenn ich mal niederschreiben dürfte was ich von dem Spiel halte. Die Wahrheit ist manchmal kein Honigkuchenpferd was dich anlacht. Meine Kritiken wären da mal knallhart. Das vermisse ich ein bisschen bei euren Tests, was ich an der PCAction so gemocht habe.
Die 90% von GS halte ich dabei allerdings für vollkommen übertrieben.
Zu Shadow Warrior fällt mir nur ein, dass der Entwickler hier noch mehr bunt, nochmehr Blut, nochmehr Waffen etc. einbauen wollte und mit den prozedual generierten Levels den Eisbecher mit dem Sahnehäubchen abliefern bzw. servieren wollte, wir Sahne aber gar nicht mögen.
Mir pers. unverständlich wie ein Spiel was keine beachtliche Story, keine gut designten Spielabschnitte, durch die Nebenmissionen gestreckte Spielzeit und repetitives Gameplay fast ne 80er Wertung "absahnen" konnte.
Warhammer: End of Times Vermintide hat sogar als technischer Totalversager 82% bekommen.
Gothic 3 wurde aber damals zu Recht abgestraft... Wieso straft Ihr Spiele, die technische wie auch spielerische Mängel aufweisen nicht mit Abzügen in der Endwertung ab?
Wenn ich mittlerweile über 50 EUR für einen Vollpreis Titel auf den Tisch legen muss, möchte keinen typischen "City Interactive" Shooter wie Wolfschanze 2, Alcatraz, Terrorist Takedown 3, Code of Honor 3, oder Battlestrike geliefert bekommen. Aber genau das sind die Kritikpunkte, die jedes dieser City Interactive Machwerke und auch Shadow Warrior 2 zur Last gelegt werden.