Sherlock Holmes: The Devil's Daughter im Test: Eine Verjüngungskur mit fragwürdigen Designentscheidungen

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Test Andreas Bertits - Autor Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Sherlock Holmes: The Devil's Daughter im Test: Eine Verjüngungskur mit fragwürdigen Designentscheidungen
Quelle: PC Games

Neuer Look, alte Probleme: Der Meisterdetektiv Sherlock Holmes bekommt eine Verjüngungskur verpasst, die im Test aber nicht über die vielen spielerischen Mängel hinwegtröstet, die das neue Abenteuer von Frogwares plagen. Wer auf spannende Fälle und knackige Puzzles hoffte, wird enttäuscht - nervige Actioneinlagen und ungelenke Minispiele stehen diesmal an der Tagesordnung.

Der Metallzylinder, der durch das Fenster in die Wohnung von Sherlock Holmes geworfen wurde tickt. Es ist eine Bombe! Geistesgegenwärtig schraubt der Detektiv vorsichtig den Deckel des Behälters ab und erkennt den Mechanismus. Noch zwei Minuten, dann ist von dem berühmten Pfeiferaucher nur noch ein Häufchen Asche übrig. Also schneidet er präzise und schnell die Kabel durch, ohne die Bombe zu einer vorzeitigen Detonation zu bringen.Doch wer trachtet dem Detektiv nach dem Leben? Das nervige Gewinsel von Schauspieler Oscar Wilde, der Holmes derzeit besucht, um seine Ausdrucksweise für ein Theaterstück zu proben, hilft nicht weiter. Der ungeschickte Mann zerstörte zudem Holmes' Tisch mit dem Forschungsapparaten, über welche man nun nach Hinweisen hätte suchen können. Steckt Wilde etwa mit in diesem Komplott? Hinweise führen den Privatschnüffler zu einer Taverne, in die er sich allerdings nur verkleidet wagen kann, um dort weitere Details in Erfahrung zu bringen. Doch es kommt dennoch zu einer Schlägerei...

The Devil's Daughter im Test: Knobeleien mit dem berühmten Detektiv

Sherlock Holmes: The Devil's Daughter setzt die bekannte Adventure-Reihe fort und nutzt viele der daraus bekannten Spielmechaniken, welche allerdings um einige neue Elemente erweitert wurden. Nach wie vor steuert man den Detektiv aus der Verfolger- oder der Egosicht durch verschiedene Schauplätze wie Lagerhäuser, die Straßen von London oder über einen Friedhof, um dort nach Spuren und Hinweisen zu suchen. Diese werden in der Regel direkt über Hotspots angezeigt, sodass man sie nur anzuklicken braucht. Schon untersucht man Leichen und gefundene Gegenstände oder spricht mit Zeugen.Mit einem speziellen Detektivblick werden versteckte Spuren sichtbar. Die gefundenen Hinweise notiert Holmes automatisch in einem Tagebuch, um daraus später Schlussfolgerungen zu ziehen. Dabei verbindet man Synapsen im Gehirn des Helden, indem man entscheidet, wie die entdeckten Spuren zu deuten sind. Dies führt zu weiteren Ergebnissen, bei denen man schlussendlich die Entscheidung treffen muss, wer der Täter ist. Dabei besteht durchaus die Möglichkeit, falsche Schlussfolgerungen zu ziehen und einen Unschuldigen hinter Gitter zu bringen.Insgesamt knobelt man sich in Sherlock Holmes: The Devil's Daughter auf diese Weise durch fünf Fälle, die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben. Bedürftige Personen verschwinden von den Straßen Londons, nach einem Bowls-Turnier kommt es zu einem Mord oder es kommt zu einem Bombenanschlag in der Stadt. Dennoch existiert eine Rahmenhandlung, welche die Abenteuer thematisch zusammenhält und welche mit Holmes Adoptivtochter zusammenhängt. Was es damit auf sich hat, erfährt man allerdings erst am Ende des Spiels.

The Devil's Daughter im Test: Eine nicht ganz geglückte Verjüngungskur

Wer die anderen Teile der Reihe kennt, wird sich vielleicht über den Protagonisten wundern. Sherlock Holmes sieht nicht nur jünger aus, er verhält sich zudem anders, als man das von ihm kennt. Er erscheint hitzköpfiger und lässt sich teilweise von anderen Personen an die Wand spielen. Dies wird seinem Charakter aus den Büchern nicht gerecht und oft fragt man sich, was diese Person noch mit dem bekannten Privatdetektiv zu tun hat.Die "Verjüngungskur" setzt sich zudem im Spiel fort. Immer wieder müssen Minispiele absolviert werden, welche die Action im Abenteuer darstellen. Maus und Tastatur muss man in einem Kreis halten, schnell nach Gegenständen greifen, die Maustasten in schneller Reihenfolge klicken... So balanciert Holmes über Abgründe, schlägt Gegnern eine Flasche über den Kopf und hilft einem unter einem Wagen eingeklemmten Opfer eines Bombenanschlags.

Die Minispiele kommen recht häufig vor und fallen mit der Zeit gehörig auf die Nerven. Denn ein falscher Klick und schon ist Holmes tot und man beginnt von vorne. Hinzu kommt eine ungenaue Steuerung, die vor allem bei Verfolgungsjagden zu Frust führt. Holmes wird beispielsweise durch einen Wald gejagt und muss sich regelmäßig verstecken. Doch er bleibt immer wieder an Hindernissen hängen oder trifft nicht genau den Punkt, an dem er sich hinter einem Felsen verstecken kann.Manche Rätsel sind überdies sehr umständlich, etwa, wenn man in der Gießerei versuchen muss, sich einen Zugang zu einem Fenster zu bauen. Glücklicherweise lassen sich diese Minispiele überspringen, wodurch man aber einen Teil des Spiels verpasst und dann plötzlich mit einer Situation konfrontiert werden kann, die man nicht versteht.

The Devil's Daughter im Test: Spannung für Fans

Sherlock Holmes: The Devil's Daughter bietet nach wie vor spannende Kriminalfälle mit mehr oder weniger interessanten Charakteren. Der Geschichte jedes Falls zu folgen und hinter die Zusammenhänge zu kommen macht den Großteil des Spielspaßes aus. Allerdings sind die Rätsel zum Teil anspruchslos, da man einen Hotspot nach dem anderen abklappert. Die Minispiele nerven und die Action-Sequenzen führen zu Frust - im höheren von beiden Schwierigkeitsgraden noch mehr, da man dann unter erhöhtem Zeitdruck steht. Hinzu kommt der veränderte Charakter von Sherlock Holmes und ein Doktor Watson, der nichts weiter als ein Statist ist.

Grafisch kann The Devil's Daughter durchaus überzeugen, die Orte sind detailreich, was dazu führt, dass man sie gerne erkunden will. Die erstmals deutsche Sprachausgabe kommt nicht ganz so professionell herüber, denn mache Figuren wie Holmes Tochter wirken geradezu lächerlich. Zudem ist nicht alles übersetzt. Bei der Verfolgungsjagd durch den Wald etwa hört man die Verfolger immer wieder auf Englisch Drohungen aussprechen. Trotz allem ist der neueste Teil noch immer für Fans zu empfehlen, doch die Verjüngungskur hat nicht in allen Bereichen den gewünschten Erfolg gebracht.

The Devil's Daughter im Test: Meinung und Wertung

Meinungen

Wertung zu Sherlock Holmes: The Devil's Daughter (PC)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Spannendes Knobeln im Deduktionssystem, um die Fälle zu lösenSchön designte und abwechslungsreiche OrteDie Fälle werden durch eine Rahmenhandlung zusammengehaltenGeschichten werden ganz gut erzähltEinsteigerfreundlich
Nervige MinispieleZu anspruchslose Rätsel, da man nur Hotspots abklappertUngenaue Steuerung, die zu Frust führen kannKeine Dynamik zwischen Holmes und WatsonSprachausgabe teilweise unpassendManche Rätsel sind zu umständlich

Bildergalerie

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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von BlauerGrobi Spiele-Novize/Novizin
        Ich habe das Spiel gerade durch und kann die Kritikpunkte leider nur bestätigen. Manche Quick Time Events passen ganz gut und manche sind einfach überflüssig zb. das Balancieren. Watson wirkt zu jung, aber das ist im großen und ganzen nicht wirklich schlimm. Was richtig genervt hat waren die Action Sequenzen Jagd und Maya Tempel die viel zu lang waren. Die Fälle zu lösen hat aber richtig Spaß gemacht und ich musste mich öfter Zwingen eine Pause zu machen. Allerdings hätte dem Spiel 2-3 Fälle mehr ganz gut getan. Die Spielzeit ist mit 10 h doch recht kurz. Für C+P habe ich noch 14 Stunden gebraucht.
      • Von BlauerGrobi Spiele-Novize/Novizin
        Ich habe das Spiel gerade durch und kann die Kritikpunkte leider nur bestätigen. Manche Quick Time Events passen ganz gut und manche sind einfach überflüssig zb. das Balancieren. Watson wirkt zu jung, aber das ist im großen und ganzen nicht wirklich schlimm. Was richtig genervt hat waren die Action Sequenzen Jagd und Maya Tempel die viel zu lang waren. Die Fälle zu lösen hat aber richtig Spaß gemacht und ich musste mich öfter Zwingen eine Pause zu machen. Allerdings hätte dem Spiel 2-3 Fälle mehr ganz gut getan. Die Spielzeit ist mit 10 h doch recht kurz. Für C+P habe ich noch 14 Stunden gebraucht.
      • Von bundesgerd Mitglied
        Das Sherlock Holmes-Vorbild des Spiels basiert offenbar auf den Guy Ritchie-Film "Sherlock Holmes" mit Robert Downey jr. und Jude Law in den Hauptrollen.
        Es ist ja auch nicht von der Hand zu weisen, das eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Figuren im Spiel und den Schauspielern vorhanden ist. :-)

        Ob das aber unbedingt nötig sein sollte, sei mal dahingestellt...
      • Von Neawoulf Mitglied
        Hm, eine kleine Enttäuschung, wenn ich das so lese. Spielen werde ich es sicher irgendwann, aber die Entwicklung gefällt mir nicht wirklich. Ich mag meinen Holmes altmodisch. Crimes and Punishments war (bis auf die teilweise zu kurzen Fälle) noch großartig, der Vorgänger ([Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] *edit* Korrektur: Testament) war noch einen Hauch besser, was den Fall angeht (ein großer Fann ist mir lieber, als viele kleine). Mal abwarten, wann ich diesem Spiel eine Chance gebe. Für den Moment hab ich erstmal noch genug andere Spiele zu spielen.
      • Von Seegurkensalat Mitglied
        Oh toll, Quick Time Events....
        Schade, C&P hat mir wahnsinnig gut gefallen.
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