TransOcean 2: Rivals im Test mit Video - Auch Teil 2 schippert nur auf der Oberfläche herum
Transocean 2: Rivals richtet sich an Spieler, die gerne Wirtschaftssimulationen spielen und ein großes Handelsimperium über den Transport von Waren mittels Schiffen errichten möchten. In unserem Test erfahrt ihr, warum Transocean 2 jedoch nur auf der Oberfläche herumschippert.
Endlich erreicht das Transportschiff Anchorage und kann die lange erwartete Ladung abliefern. Da der Kahn nicht mehr der jüngste ist und Treibstoff gespart werden musste, fällt eine Konventionalstrafe an. Der Gewinn ist kleiner als erwartet. Kein Problem, denn in Europa läuft es wegen näher beieinander liegender Häfen besser. Dafür sind die Gewinne etwas niedriger. Trotzdem ist es möglich, die Flotte um ein neues Schiff zu erweitern, mit dem wieder mehr Aufträge angenommen werden können. Der Rubel rollt! Vor allem auch, weil das Unternehmen stetige Einnahmen durch die Umsätze von Betrieben in den Zweigstellen erwirtschaftet.
Transocean 2: Rivals richtet sich an Spieler, die gerne Wirtschaftssimulationen spielen und ein großes Handelsimperium über den Transport von Waren mittels Schiffen errichten möchten. Ältere Semester erinnert dies vielleicht an den Klassiker Ports of Call, der 1987 für den C64 erschien. In Transocean 2: Rivals beginnt man mit einem kleinen Frachtbetrieb und etwas Geld. Davon kauft man sich das erste Schiff und schaut nach lukrativen Aufträgen. Hier sollte man allerdings nicht allzu lange überlegen, denn andere Firmen greifen einem unter Umständen die besten Verträge vor der Nase weg. Dennoch kann man nicht einfach jeden Auftrag annehmen. Denn es ist zu überlegen, ob die Fracht auf das Schiff passt und wann die Lieferung erfolgen muss.
Quelle: PC Games
Die Auftragsliste zeigt alle Missionen an und welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen.
Kann das eigene Schiff die Fracht in der angegebenen Zeit ausführen? Ist es schnell genug und reicht der Treibstoff? Wenn ja, dann geht es los, wenn nicht, muss man sich überlegen, ob die Konventionalstrafe durch verspätete Lieferung den Aufwand wert ist. Während man also zu Beginn nur ein Schiff besitzt und mit diesem Auftrag um Auftrag in der Liste abarbeitet, um an Geld zu kommen, ist es mit der Zeit möglich, die Flotte zu erweitern. Je mehr Schiffe man kommandiert, desto mehr Aufträge kann man annehmen, muss allerdings zudem immer den Überblick über alle Lieferungen bewahren und die Schiffe überdies verwalten. Alle wollen vollgetankt und in einem guten Zustand sein. Auf einer Weltkarte sieht man genau und übersichtlich, welche Schiffe gerade wohin unterwegs sind. Hier sieht man nicht nur die eigenen Frachter, sondern zudem die der Konkurrenz und erkennt so, welche Routen diese gerne abfahren.
Alles etwas einfacher
Quelle: PC Games
Über die Werft kann man sich neue Schiffe kaufen, um die Flotte zu erweitern.
Transocean 2 vereinfacht einige Systeme des Vorgängers. Manuelles An- und Ablegen der Schiffe gibt es noch, aber nur wenn gerade die Hafenarbeiter streiken. Das Feature ist also nicht optional und bringt auch keine Boni, wie es im Vorgänger noch der Fall war. Ihr müsst zwingend einen Schlepper bezahlen, Kosten, um die man im Vorgänger noch herumkommen konnte. Außerdem spielt im neuen Teil nur noch das Geld eine Rolle. Spezialaufträge oder der Ruf der eigenen Firma sind nicht mehr relevant. Das heißt auch, dass man sich jedes Schiff kaufen kann, solange man nur genug Geld hat - Banken und Darlehen gibt es ebenfalls nicht mehr. Das macht alles zwar etwas einfacher, aber auch weniger komplex. Dafür stehen drei verschiedene Schiffsklassen zur Wahl, die man je nach Ladung nutzen sollte.
Beteiligungen und Zweigstellen
Quelle: PC Games
Jeder Auftrag muss genau durchgelesen, gut überlegt und unterschrieben werden.
Eine Neuerung gegenüber dem Vorgänger stellen die Zweigstellen dar, die man in anderen Häfen errichten kann. Über diese erhält man an den entsprechenden Betrieben Beteiligungen. Hat man mit einer Zweigstelle eine Beteiligung an einer Ölraffinerie, so bekommt man für jeden Betankungsvorgang - selbst von Konkurrenten - etwas Geld. Zweigstellen zu eröffnen ist also sehr wichtig, um einen stetigen Strom an Einnahmen zu generieren. Wie der Name schon andeutet, spielt in Rivals der Mehrspieler-Part eine wichtige Rolle. In diesem treten bis zu acht Spieler gegeneinander an und versuchen, den Markt der Frachtschiffe zu beherrschen. Dazu muss man möglichst schnell Siegpunkte erspielen, indem man so viele Frachtaufträge erfolgreich ausführt wie nur möglich. Während man im Einzelspieler-Part und im freien Spiel noch (zugegebenermaßen umständlich) pausieren kann, um sich die nächsten Schritte gut zu überlegen, beziehungsweise sogar die Zeit beschleunigen darf, um die langen Transportzeiten zu überbrücken, ist dies im Mehrspieler-Modus nicht möglich. Dies kann dazu führen, dass eine Mehrspieler-Partie schon mal etwas länger dauert. Transocean 2: Rivals spielt sich zu Beginn ziemlich flüssig. Die ersten Aufträge gehen leicht von der Hand und man kommt schnell an mehr Geld. Je mehr Schiffe man aber kommandiert und je mehr Aufträge danebengehen, desto mehr gerät man in Stress. Die Zweigstellen muss man zudem noch im Auge behalten, genau wie die Konkurrenzfirmen. Die biedere Optik mit einer 2D-Weltkarte und nicht sonderlich hübschen 3D-Häfen sowie Unmengen an Listen und Menüs lassen außerdem wenig Langzeitmotivation aufkommen.
Viel zu brav und bieder
Quelle: PC Games
Kommt es zu einem Schlepperstreik, so manövriert man sein Schiff selbst in die Andockbucht oder aus dem Hafen heraus.
Transocean 2: Rivals wirkt insgesamt etwas brav, als hätte man auf eine Tiefgründigkeit und Komplexität verzichtet, um Gelegenheitsspieler anzulocken. Doch eine Wirtschaftssimulation lebt von der Komplexität, weswegen es unverständlich erscheint, warum man Elemente des Vorgängers gestrichen oder vereinfacht hat. Für zwischendurch macht das Spiel durchaus Laune - vor allem wenn man im Mehrspieler-Modus gegen andere Menschen spielt. Doch auf Dauer weiß Transocean 2 aufgrund der fehlenden Komplexität einfach nicht zu überzeugen.

Steigt denn wenigstens der schwierigkeitsgrad mit dem Spiel, indem es schwerer wird mit größeren Flotten die Betriebskosten zu erwirtschaften? Indem man sich überlegen muss, wann man schiffe ersetzt, etc.?
Edit: (nach Video betrachtung) Kosten die Kanaldurchfahrten (Panamakanal, Suezkanal) noch Geld? Sah im Video nicht so aus.