8-Bit Armies im Test: C&C-Kopie mit dünnem Umfang
Tank-Rush, blöde Sammler, übermächtige Superwaffen: 8-Bit Armies bietet all das, wofür die altehrwürdige Command & Conquer-Reihe steht - und zwar in einer bunten Voxel-Grafik. Warum das neue Echtzeit-Strategiespiel von den Grey Goo-Macher Petroglyph Games aber nur kurzweilig unterhält, schildern wir euch im Anspielbericht samt Let's Play-Video!
Was war Command & Conquer doch für ein klasse Echtzeit-Strategiespiel! Basen und Einheiten hochziehen, indem wir auf ein entsprechendes Icon in der rechten Bildschirmhälfte klicken. Blöde Sammler aus bedrohlichen Situationen herausmanövrieren, die sie sich selbst eingebrockt haben. Und Gegner verfluchen, die mit Superwaffen unsere mühsam zusammenstellte Armee ausradieren. Einige verfolgen diese Erinnerungen noch heute. Das Aus von C&C: Generäle 2 hat schließlich ein Loch hinterlassen, das nachfolgende Genrevertreter wie Act of Aggression nur bedingt füllen konnten. Nach Grey Goo versucht das Entwicklerstudio Petroglyph Games nun abermals die Magie von C&C heraufzubeschwören. Doch auch ihrem schnörkellosem und auf Zugänglichkeit getrimmten Strategiespiel 8-Bit Armies gelingt dies nur in Teilen.
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8-Bit Armies: Willkommen zurück, Commander!
Wer schon einmal Command & Conquer und Konsorten gespielt hat, findet sich in 8-Bit Armies sofort heimisch. Ein Interface zeigt uns die verfügbaren Einheiten und Gebäude an, die wir mit einem Klick in die Produktionswarteschleife legen. Kraftwerke versorgen alle Bauten mit Energie. Raffinieren schicken Sammler zu umliegenden Ölfeldern und dienen als Rohstoffdepot. Radaranlagen decken Gegner in Reichweite auf. Aus Fabriken rollen Panzer, Flugfelder ermöglichen die Produktion von Helikoptern, während Kasernen für Nachschub an Soldaten sorgen.
Quelle: PC Games
Leider nicht möglich, es wird bereits gebaut: Mehrere Gebäude einer Klasse erhöhen das Produktionstempo.
Der Technologiebaum fällt mit insgesamt zehn Einheiten und elf Gebäuden überschaubar aus. Upgrades, die wir während laufender Gefechte erforschen können, gibt es in 8-Bit Armies nicht. Ein Hauch Nostalgie weht spätestens bei den Gefechten, wenn wir mit Panzern Infanteristen plattwalzen oder mal wieder Sammler einfangen, die in der Nähe der Feindbasis ihren Job verrichten. Das I-Tüpfelchen setzt schlussendlich die treibende Elektromusik von Komponisten-Legende Frank Klepacki.
8-Bit Armies: Retro-Look
Quelle: PC Games
Explosionen aus Blöcken: Der geradezu niedliche Grafikstil hat seinen Charme.
Herrlich retro wirkt 8-Bit Armies im Hinblick auf die Grafik. Soldaten, Gebäude, Panzer: Nahezu alles auf dem Schlachtfeld besteht aus blockigen Voxeln. Die Technik hat ihre Vorteile: In 8-Bit Armies sind nahezu alle Objekte zerstörbar. Das hat hier spielerisch zwar keinen Nutzen, sieht aber klasse aus - vor allem, wenn eine Atomrakete einschlägt und nach der daraufhin erzeugten Pilzwolke blockartigen Rauchschwaden hochsteigen. Auch scheint die Engine augenscheinlich in der Lage zu sein, nahezu unendlich viele Einheiten gleichzeitig darzustellen. Ein Limit existiert nämlich nicht.
Gleichzeitig gibt sich 8-Bit-Armies in puncto Systemanforderungen genügsam. Auf unserem Dell XPS 13 Ultrabook mit dediziertem Grafikchip lief das Echtzeit-Srategiespiel selbst während großen Schlachten ohne spürbare Framerate-Einbrüche. Der Grafikstil hat aber auch einen Nachteil: Einheiten im Pulk sind kaum voneinander zu unterscheiden, das Anivisieren eines bestimmten Truppentyps kann dabei gerade in hitzigen Situationen zum einem echten Glücksspiel werden.
8-Bit Armies: Griff nach den Sternen
Quelle: PC Games
Viele bunte Sterne: Wer fleißig Nebenziele abschließt, bekommt zusätzliche Belohnungen wie Extra-Credits bei Partiebeginn.
Herzstück von 8-Bit Armies ist die Kampagne mit insgesamt 25 Missionen. In jedem Einsatz gibt es ein Primärziel und zwei optionale Sekundäraufgaben, repräsentiert durch Sterne in Bronze, Silber und Gold. Für jede Herausforderung, die wir meistern, belohnt uns das Spiel mit Boni. Das können zwei zusätzliche Panzer und Extra-Credits sein, mit denen wir ins Gefecht starten. Der Clou: Jene freigeschalteten Belohnungen bleiben für die Dauer der gesamten Kampagne erhalten.
Gingen uns etwa in älteren Missionen ein oder zwei Sterne durch die Lappen, können wir die Einsätze einfach zu einem späteren Zeitpunkt mit mehr und stärkeren Einheiten wiederholen und uns so die verbliebenen Extras holen. Das sorgt für einen höheren Wiederspielwert - zumindest in der Theorie. Das Konzept, auf dem auch viele Spiele für Smartphones und Tablets fußen, geht in 8-Bit Armies aufgrund mangelnder Aufgabenvielfalt nicht so recht auf.
Die Missionsziele beschränken sich in der Regel darauf, markierte Gebäude auf der Karte zu zerstören, dabei auf bestimmte Einheiten zu verzichten und die eingangs erwähnten Herausforderungen vor Ablauf eines Zeitlimits zu bestehen. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass wir im Verlauf der Kampagne immer wieder zu bereits gespielten Karten zurückkehren. In diesem Fall variieren die Startbedingungen zwar ein wenig, trotzdem bleibt ein Déjà-vu-Erlebnis nicht aus.
8-Bit Armies: Dürftige Inszenierung, kaum Spieltiefe
Quelle: PC Games
Öl ist die einzige Ressource in 8-Bit Armies.
Eine spannende Rahmenhandlung könnte darüber hinwegtrösten, doch die wird in 8-Bit Armies ausschließlich über Text erzählt. Skript-Sequenzen oder andere überraschende Momente fehlen gänzlich. So verlaufen viele Einsätze nach dem immergleichen Muster aus "Armee ausheben und damit den Gegner überrollen".
Nun fällt auch der Technologiebaum der einzigen Fraktion im Spiel klein aus. Einheiten gewinnen durch bestrittene Kämpfe nicht an Erfahrung, steigen im Rang auf und werden wie in C&C: Alarmstufe Rot 2 stärker. Über aktive Fähigkeiten verfügen Buggys, Helis und Panzer ebenfalls nicht. Auch die Karten sind größenteils erschreckend leblos. Wo wir beim offenkundigen Vorbild etwa Wohngebäude und Ölbohrtürme besetzen konnten, um uns einen Vorteil zu verschaffen, gibt es in 8-Bit Armies - von Nachschubkisten einmal abgesehen - keine strategisch relevanten Orte. Dementsprechend dürftig sind die taktischen Möglichkeiten.
Infolgedessen ist aus 8-Bit Armies einfach schnell die Luft raus. Die zehn speziell für Koop-Scharmützel entworfenen Missionen helfen da kaum, denn die Einsatzziele unterscheiden sich nur geringfügig von denen in der Einzelspieler-Kampagne. Immerhin steht noch ein kompetitiver Multiplayer-Modus für bis zu acht Spieler bereit, für den Hobby-Generäle vorher mit der KI trainieren können. Der Computer erweist sich im Übrigen halbwegs als würdiger Gegner, agiert die KI doch selbst auf dem einfachsten der drei Schwierigkeitsgrade aggressiv und lässt einem dadurch wenig Zeit zum Verschnaufen.

1. kam Dune 2 92 raus, was doller weise 24 Jahre sind
2. sacht mal, habt ihr irgendwie nen Knick in der Optik?
http://www.pcgames.de/screenshots/original/2012/01/dune_2.jpg
Da zieh ich mir doch lieber eine Partie C&C Tiberian Sun rein.