Enter the Gungeon im Test: Willkommen im Kugelhagel!

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Enter the Gungeon im Test: Willkommen im Kugelhagel!
Quelle: Dodge Roll

Genug von Binding of Isaac? Nuclear Throne auch schon durch? Dann kommt Enter the Gungeon gerade recht: Der sackschwere Bullet-Hell-Dungeon-Crawler überzeugt im Test mit toller Spielbarkeit und einem ganzen Berg an verrückten Knarren!

Enter the Gungeon inszeniert schnörkelloses Twin-Stick-Geballer in hübscher 2D-Retro-Optik. Quelle: PC Games Action pur: Enter the Gungeon inszeniert schnörkelloses Twin-Stick-Geballer in hübscher 2D-Retro-Optik. Der Indie-Geheimtipp ist schon längst keiner mehr: Wie die Entwickler Dodge Roll stolz auf Twitter verkündeten, hat sich Enter the Gungeon schon in seiner ersten Woche mehr als 200.000 mal verkauft. Ein waschechter Überraschungshit also, der auch im Test überzeugt: Irgendwo zwischen Binding of Isaac und Nuclear Throne findet der Roguelike-Shooter seine Nische - und motiviert uns mit pausenloser Action, knallharten Zufallselementen und klasse Spielbarkeit, selbst wenn wir schon dutzende Male ins Gras gebissen haben.

Enter the Gungeon im Test: Ab in den Knarrenkeller

Enter the Gungeon (Dodge Roll) Quelle: PC Games Niedlich: Viele Gegner sehen aus wie umherstolzierende Patronen. Der Name ist Programm: In Enter the Gungeon (man beachte das "G") steigen wir in einen zufallsgenerierten Kerker hinab, der vor knarrenschwingenden Gegnern nur so strotzt. Die Feinde sind schön abwechslungsreich, aggressiv und noch dazu stilecht designt: Viele von ihnen erinnern an umherstolzierende Patronenhülsen - das passt, immerhin dreht sich alles im Spiel ums Ballern!

Die Schießereien gehen dank der simplen, guten Steuerung super von der Hand, die liebevoll gepixelte 2D-Action fühlt sich stets flüssig, präzise und dadurch fair an - ob wir treffen oder getroffen werden, liegt ganz an uns. Mindestens so wichtig wie ein flinker Finger am Abzug ist auch unsere Fähigkeit, den gegnerischen Geschossen auszuweichen, denn in Enter the Gungeon werden wir in bester Bullet-Hell-Manier mit wahren Kugelhageln konfrontiert - und zwar selbst auf engstem Raum. Darum kann unser Held eine elegante Ausweichrolle vollführen, die ihn kurzzeitig unverwundbar macht und es ihm so ermöglicht, selbst durch Geschosse hindurchzuhuschen - eine unverzichtbare Fähigkeit, die wir perfektionieren müssen, wenn wir in Enter the Gungeon eine Chance haben wollen!

Enter the Gungeon (Dodge Roll) Quelle: PC Games Bullet Hell: Vor allem bei den Bossgegnern ist präzises Ausweichen absolute Pflicht. Das gilt besonders für die Bossgegner, die uns am Ende jeder Etage erwarten - sie schleudern uns derartige Kugelmassen entgegen, dass wir ohne geschicktes Ausweichen binnen Sekunden ins Gras beißen. Wenn das passiert, ist das Spiel vorbei, wir verlieren unsere gesammelte Ausrüstung und starten von Neuem. Anders als etwa in Rogue Legacy sammeln wir auch keine dauerhaften Boni oder Charakterupgrades, sondern starten immer wieder bei Null. Immerhin: Besiegte Bosse droppen eine spezielle Währung, mit der wir neue Ausrüstung freischalten. Ob wir die frischen Waffen und Extras dann aber auch bei unserem nächsten Spieldurchgang finden, bestimmt - wie nahezu alles in Enter the Gungeon - allein der Zufallsfaktor.

Enter the Gungeon im Test: Waffen bis zum Abwinken

Es gibt mehr als 200 Waffen und Items zu erbeuten - darunter viel gutes Zeug, aber auch ein paar Nieten. Quelle: PC Games Es gibt mehr als 200 Waffen und Items zu erbeuten - darunter viel gutes Zeug, aber auch ein paar Nieten. Jede Partie startet gleich: Wir wählen aus einem von vier Helden, die sich in ihrer Ausrüstung unterscheiden. Der Marine verfügt beispielsweise über einen Schutzhelm und eine präzise Pistole, während die Strafgefangene direkt mit einer Schrotflinte in die Schlacht zieht. Der Pilot freut sich dagegen über günstigere Handelspreise und einen Dietrich, mit dem sich Schatzkisten auch ohne seltene Schlüssel öffnen lassen - eine Fähigkeit, die wir im Test besonders geschätzt haben, denn immerhin enthalten die Kisten das Wichtigste am ganzen Spiel: die Waffen! Von denen gibt's mehr als 200 Stück, darunter konventionelles Kriegsgerät wie Revolver, Schrotflinten oder Lasergewehre, aber auch abgefahrenes Zeug wie einen Tannenzapfen-Granatwerfer, einen Liebesbogen, der Feinde zu Freunden macht oder - einer unserer absoluten Favoriten! - ein Bienennest, mit dem wir selbst dicke Bosse im Handumdrehen von tödlichen Insekten zerpflücken lassen. Unter den Wummen entdecken wir auch viele Anspielungen und Seitenhiebe - wer Glück hat, erbeutet etwa die Facemelter-Gitarre aus Brütal Legend, den Mine Cutter aus Dead Space oder eine Pistole namens "Deck4rd", natürlich eine Anspielung auf Blade Runner. Und welchen Ursprung die "Super Meat Gun" hat, bedarf wohl keiner Erklärung.

Die Auswahl ist gigantisch, absurd und motivierend - dadurch ist es immer wieder eine Freude, eine neue Truhe zu öffnen! Wer besonders großes Glück hat, der stößt auf eine der seltenen Regenbogentruhen - und freut sich gleich über einen ganzen Schwung frischer Waffen und Items. Neben Knarren gibt's nämlich auch nützliche Gegenstände, die uns aktive oder passive Boni spendieren. Darunter cooles Zeug wie beispielweise ein mächtiger Doppelschuss, extra Gift-Schaden oder Schock-Patronen, die zwischen jedem (!) unserer Projektile tödliche Blitze tanzen lassen - in Kombination mit MG oder Schrotflinte die reinste Gaudi!

Enter the Gungeon im Test: Zufallsfaktor sorgt für Frustgefahr

Auch die Bosse werden zufällig bestimmt - wer Pech hat, muss gegen einen harten Brocken antreten. Quelle: PC Games Auch die Bosse werden zufällig bestimmt - wer Pech hat, muss gegen einen harten Brocken wie den Beholster antreten. Allerdings muss man auch mit Enttäuschungen leben: Wer Pech hat, zieht nur eine nutzlose Erbsenkanone aus der Truhe oder erbeutet ein Upgrade, das so gar nicht zu unseren bisher gesammelten Waffen passen will. Die Konsequenz des hohen Zufallsfaktors: Manche Durchgänge geraten ohne brauchbare Fundstücke unschaffbar schwer. Das erste Stockwerk bezwingt man noch locker mit der Standardwaffe, doch schon in der zweiten Etage wird's deutlich kniffliger - spätestens hier sollte man eine solide Waffe finden, sonst braucht man sich im dritten Stock kaum noch Hoffnungen machen, denn hier steigt der Schwierigkeitsgrad spürbar an. Das betrifft insbesondere die Bosse, die ebenfalls zufällig ausgewählt werden: Auf der zweiten Etage besteht beispielweise die Chance, gegen die verhältnismäßig einfache Baller-Medusa "Gorgun" anzutreten - oder man zieht die Arschkarte und muss sich "Beholster" rumschlagen, einem schießwütigen Riesenvieh, das uns mit zielsuchenden Raketen in den Wahnsinn treibt.

Um den hohen Zufallsfaktor ein bisschen zu entschärfen, sammeln wir von besiegten Gegnern Moneten auf, die wir bei einem Händler verprassen dürfen. Das Geld ist knapp bemessen, wir müssen uns also jeden Kauf gut überlegen! Im Notfall können wir uns so aber mit Munition, Lebenskraft, Schlüsseln, neuen Waffen oder anderen Upgrades eindecken und unser Beutepech so ein Stück weit kompensieren. Später schalten wir zudem weitere Händler und NPCs frei, sodass wir in der Regel auf jeder Etage des Dungeons die Chance haben, neue Ausrüstung zu kaufen. Insgesamt bietet Enter the Gungeon übrigens nur fünf Levels (und einige ungeheuer gut verborgene Geheimlevels), was bedeutet, dass man es theoretisch - also bei sehr, sehr viel Beuteglück und großem Geschick - schon in einer Stunde durchschaffen könnte. Durch den enorm hohen Schwierigkeitsgrad, die zufällig angeordneten Räume und die Unmengen an Waffen liegt die reale Spielzeit aber natürlich sehr viel höher.
Enter the Gungeon (Dodge Roll) Quelle: PC Games Beim Händler decken wir uns mit neuer Ausrüstung ein, sofern wir das nötige Kleingeld zusammenkratzen können.

Enter the Gungeon im Test: Viel Spiel fürs Geld

Um lange Laufwege zu vermeiden, sind viele Räume mit Teleporterfeldern ausgestattet. Quelle: PC Games Um lange Laufwege zu vermeiden, sind viele Räume mit grünen Teleporterfeldern ausgestattet. So kann Enter the Gungeon selbst nach vielen Stunden noch überraschen. Einmal kommen wir beispielweise in eine Kammer, in der uns ein großer Spiegel erwartet, an anderer Stelle betreten wir eine Krypta oder ein Kaminzimmer, in dem sich weit und breit kein Gegner tummelt - was es mit diesem Räumen auf sich hat? Müssen wir selbst rausfinden, das Spiel erklärt uns nämlich so gut wie nix! Außerdem stoßen wir ab und zu auf Gefangene, die in verschlossenen Zelle auf uns warten - haben wir vorher den nötigen Schlüssel (natürlich zufällig) gefunden, können wir den NPC befreien, der uns danach seine Dienste anbietet. Einer von ihnen schaltet beispielweise Abkürzungen zu tieferen Ebenen frei, sofern wir ihn mit dem nötigen Material beliefern. Ebenfalls praktisch: Viele Räume sind durch Teleporter verbunden, dadurch entfallen nervige Laufwege fast komplett - die Spielzeit wird also nie künstlich gestreckt. Ein Erfahrungspunktesystem inklusive wählbarer Upgrades wie in Nuclear Trhone gibt es aber leider nicht, schade. Auch die Item-Kombinationen (Synergien) auf Binding of Isaac gibt es hier nicht, die Charakterentwicklung - wenn man sie so nennen mag - läuft in erster Linie über die Waffen. Dadurch spielt sich jeder Durchgang zunächst sehr ähnlich, bis man ein paar gute Items gefunden hat.

Enter the Gungeon (Dodge Roll) Quelle: PC Games Auf Wunsch können wir auch im lokalen Koop-Modus spielen. Wer mag, kann sich per Koop-Modus auch mit einem Freund in die Kugelhölle stürzen. Online-Multiplayer ist zwar nicht möglich, es können aber zwei Freunde lokal an einem PC beziehungsweise einer Konsole loslegen. Der zweite Spieler darf sich seinen Helden allerdings nicht frei aussuchen, sondern ist stets auf die Rolle des Kultisten festgelegt. Der hat zwar keine herausragenden Eigenschaften oder Waffen, doch dafür können sich die beiden Spieler im Notfall gegenseitig wiederbeleben. Alles in allem: Der Koop-Modus ist eine sinnvolle Ergänzung und macht Spaß!

Enter the Gungeon im Test: Retro-Grafik und Elektrogedudel

Die pixelige 2D-Retro-Optik mag zwar keinen Schönheitspreis gewinnen, in Bewegung sieht das Spiel aber gut aus: Fässer zersplittern bei Beschuss, Bücherstapel explodieren in Papierwolken, Patronenhülsen fliegen durch die Gegend, Kronleuchter krachen von der Decke herab, Figuren spiegeln sich im Wasser - dank solcher Effekte gewinnt die Action deutlich an Wucht. Immer wieder sind außerdem detailverliebte Animationen zu sehen, beispielweise wenn Gegner ganze Tische umwerfen, um dahinter in Deckung zu gehen - übrigens ein Trick, den auch wir anwenden können!

Weniger gelungen ist dagegen die Sounduntermalung: Viele Waffensounds klingen dünn und passen nicht so recht zu den teils riesigen Geschossen, die wir in Richtung unserer Gegner pusten. Noch lustloser wirkt aber der Soundtrack: Das Elektrogedudel ist zwar oft angemessen hektisch, hat aber so gut wie keine einprägsamen Melodien zu bieten - das wäre deutlich besser gegangen.

Enter the Gungeon im Test: Fazit, Preis und Wertung

Enter the Gungeon (Dodge Roll) Quelle: PC Games Am Ende jedes Levels wartet einer von mehreren möglichen Bossgegnern auf uns. Doch natürlich spielen wir Enter the Gungeon nicht für seine charmante Retro-Optik oder seine lieblose Musik. Es sind die Unmengen an Waffen, die gelungenen Zufallselemente und die gnadenlosen Schießereien, die uns immer wieder zurück in den Dungeon, pardon: Gungeon treiben. Mit seiner kompromisslosen Roguelike-Formel mag es zwar nicht lange am Stück motivieren, doch für ein paar flotte Runden zwischendurch ist Enter the Gungeon einfach ideal - solange man sich nicht leicht frusten lässt.

Enter the Gungeon kostet 15 Euro und ist für PC (über Steam, Humble Store oder DRM-frei über GOG.com) sowie PS4 erhältlich.

Wertung zu Enter the Gungeon (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Riesige Auswahl an Waffen und Items motiviertFordernde, spaßige Twin-Stick-ActionEinfache, präzise SteuerungSchneller, schnörkelloser SpielablaufCharmantes 2D-Retro-DesignKaum Leerlauf dank Teleporter-FunktionViel zu entdeckenJede Menge Details und SeitenhiebeLokaler Koop-ModusIdeal für eine Partie zwischendurch
Frustgefahr durch hohen ZufallsfaktorSchwierigkeitsgrad steigt rapide anEinige Waffen sind ziemlich nutzlosLangweiliger SoundtrackKein Aufleveln oder dauerhafte UpgradesNur vier HeldenViele Spielelemente nicht gut erklärt

Meinung

Bildergalerie

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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von schweibi Gelegenheitsspieler/in
        Ist eigentlich jemandem aufgefallen, dass einige Level und Gegner wie aus A Link To The Past kopiert aussehen? Zumindest in dem Trailer
      • Von schweibi Gelegenheitsspieler/in
        Ist eigentlich jemandem aufgefallen, dass einige Level und Gegner wie aus A Link To The Past kopiert aussehen? Zumindest in dem Trailer
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Zitat von Austrogamer
        Pixelshit
        Immer diese gut ausgearbeiteten und stichhaltigen Argumente, mit denen du die ganzen Leute hier überzeugen kannst. Da wird selbst wohl der Redakteur dieses Tests neidisch.
      • Von allusernamesaretaken Stille/r Leser/in
        Zitat von Austrogamer
        Pixelshit
        Ein für gamer unreiferer begriff ist dir wohl nicht eingefallen...

        BTW das game is brutal schwer. Da war hyper light drifter ein klacks gegen.
      • Von Austrogamer Mitglied
        Pixelshit
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