Trackmania Turbo im Test: ein Action-Rennspiel wie eine Achterbahnfahrt
Simpel, schnell und ein bisschen verrückt. Mit Trackmania Turbo meldet sich die kultige Arcade-Raserei zurück. Vier Szenarien, tolle Mehrspielermodi, richtig viele Strecken und einen Editor bringt Turbo unter anderem mit. Reicht das für ein gutes Spiel? Unser Test zeigt wieso Trackmania Turbo ungezügelt modern und dennoch herrlich altmodisch ist.
Ein Hubschrauber fliegt den kunterbunt bemalten Buggy über der Rollercoaster-Lagune ein. Aus den Boxen erklingt ein leises "Drei, zwei, eins ... GO" ehe hämmernde Techno-Bässe die Kontrolle übernehmen. Der Wagen stürzt in die Tiefe, rauscht eine Rampe herunter und erreicht so binnen Sekunden über 200 Sachen. Wie eine Kanonenkugel schießt er in die erste Kurve, gerät ins Rutschen und ... prallt gegen einen Brückenpfeiler. Verdammt, Neustart!
Einen Klick später hängt der Flitzer wieder am Haken und wartet auf den Abwurf. Nadeos Rennspiel Trackmania Turbo fängt einen binnen Sekunden mit seiner simplen Spielidee, motiviert aber gleichzeitig für Stunden durch die Jagd nach Medaillen und Bestzeiten. Die Aufgabe ist vor jedem der 200 mitgelieferten Events gleich: Sei schneller als alle anderen - und wenn nicht, probiere es eben noch einmal.
Trackmania Turbo im Test: Inhalt
Höher, schneller, weiter
Die besagten 200 Strecken unterteilt Trackmania Turbo übersichtlich in die vier Szenarien Canyon Grand Drift, Down & Dirty Valley, Achterbahn Lagoon und International Stadium. Jede dieser Rennserien besitzt ihre Eigenheiten und darf nur mit den vorgegebenen Fahrzeugen bereist werden. In den Kursen der International-Stadium-Reihe prescht ihr also mit F1-ähnlichen Boliden durch futuristisch anmutende Asphaltwelten. In Achterbahn Lagoon dagegen eröffnet Trackmania Turbo den hauseigenen Freizeitpark und fordert euren Magen mit Loopings, wahnsinniger Geschwindigkeit und unglaublich spektakulären Streckenkonstruktionen heraus.
Quelle: PC Games
Die filigranen Fahrzeuge der International-Stadium-Serie haben es auf Schotterpisten schwer und verlieren allzu leicht die Bodenhaftung.
Die Steuerung der vier Fahrzeugklassen unterscheidet sich deutlich. Die Buggys von Down & Dirty Valley geraten etwa bereits bei kleinsten Bewegungen ins Schlingern. Entsprechend behutsam solltet ihr vorgehen, wenn ihr Bestzeiten eurer Freunde knacken oder die Goldmedaillen erringen wollt. Denn ähnlich wie in Trials Fusion dreht sich auch in Trackmania Turbo alles um das Perfektionieren der eigenen Fahrkünste. Bis auf wenige Ausnahmen dauert keine Herausforderung länger als eine Minute und kann mit einem Tastendruck entweder neu gestartet oder vom letzten Checkpunkt aus wiederholt werden. Ladezeiten gibt es nicht. Dadurch entwickelt sich schnell die berüchtigte "Nur noch ein Mal"-Motivationsspirale.
Neue Strecken schaltet ihr über Medaillen frei. Fairerweise müsst ihr aber nicht überall Gold erreichen, um auch die letzten Klassen zu aktivieren. Trackmania Turbo lässt euch mit dem Joker-System niedere Edelmetalle gegen höhere Medaillen tauschen. Das erspart euch unnötiges und frustrierendes Grinding.
Rasen geht auch offline
Quelle: PC Games
Die Rallye-Pisten erfordern viel Fingerspitzengefühl, ansonsten geraten die Buggys auf dem "seifigen" Untergrund schnell ins Schleudern.
Der französische Entwickler Nadeo verzichtet in dem aktuellen Ableger der Trackmania-Serie auf unnötigen Pomp und legt den Fokus stattdessen auf die pure Freude am Fahren. Durch die direkte Steuerung und die simplen Tastenbefehle findet sich jeder - selbst Anfänger oder jüngere Spielkinder - sofort zurecht. Diese Einsteigerfreundlichkeit greift Nadeo in den umfangreichen Mehrspieleroptionen auf. Als eines der wenigen aktuellen Rennspiele bietet Trackmania Turbo Couch-Koop- und Splitscreen-Funktionen. So könnt ihr beispielsweise mit bis zu vier Teilnehmern im geteilten Bildschirm um Platzierungen kämpfen oder euch im verrückten Double-Driver-Modus versuchen.
In dieser ungewöhnlichen Spielart kontrollieren zwei Teilnehmer gleichzeitig einen Wagen. Ihre Manöver werden dann miteinander verrechnet und ins Spiel umgesetzt. Das Ergebnis: Laute Siegesfeiern, wenn die ersten Rekorde fallen und noch böseres Schimpfen beim nächsten Unfall. Weitere Spieloptionen schaltet ihr - wie zu besten Cheater-Zeiten - über einfache Tastenkombinationen frei. Dazu gehört beispielsweise die Mono-Screen-Variante, die aus Trackmania Turbo einen Micro-Machines-Klon macht. Hinzu kommen der berüchtigte Hot Seat, bei dem bis zu 16 Teilnehmer nacheinander auf Rekordjagd gehen. Oder der Arcade-Modus, in dem ihr drei Credits zur Verfügung habt, um Bestzeiten zu knacken. Trackmania Turbo ist damit ein bisschen altmodisch, wirkt aber gerade angesichts der modernen Online-Only-Multiplayer-Konkurrenz erfrischend anders.
Carrerabahn war gestern
Gleichzeitig bedeutet aber diese Fokussierung auf den lokalen Mehrspielermodus längst nicht, dass die Online-Optionen in Trackmania Turbo zu kurz kommen würden. Jede eurer Bestzeiten wird sofort mit denen von Freunden und Spielern aus eurer Region verglichen. Darüber hinaus könnt ihr eigene Herausforderungen zusammenstellen oder selbst herunterladen. Als Variablen dienen dabei etwa der Spielmodus, die maximale Spieleranzahl und natürlich die Strecken. Da kann es durchaus vorkommen, dass statt nur einem Geist gleich eine ganze Armada durchsichtiger Fahrzeuge über die Kurse wuselt.
Quelle: PC Games
Im Editor bastelt ihr eigene Strecken zusammen. Drei Komplexitätsstufen legen die Hilfestellungen und Möglichkeiten fest.
Apropos Kurse: Sollten euch einmal 200 Strecken nicht mehr ausreichen, könnt ihr traditionell mit dem Editor selbst zur Tat schreiten. Der Baukasten umfasst drei verschiedene Komplexitätsstufen und würfelt auf Wunsch sogar die Bahnen zufällig zusammen. Wer selbst aktiv wird, muss sich mit den spürbar auf Gamepads zugeschnittenen Kontrollen herumärgern. Mit Tastatur und Maus hätten wir uns etwas mehr Komfort und Übersicht gewünscht. Nichtsdestotrotz garantieren der Editor und die damit zusammenhängenden Download-Funktionen unendlichen Nachschub an neuen Kursen. Damit dürften die nächsten lustigen Abende mit Trackmania Turbo gesichert sein.

Und auch die anderen TMs auf Steam vormerken.
Vor allem, weil man mit gleich starken (oder in meinem Fall gleich schwachen) Mitspielern unterwegs war.
Was mich allerdings gerade die Haare raufen lässt, ist der maßlos dumm gestaltete Baumodus. Sorry, aber kommt wieder Ubisoft Flair auf. Da frage ich mich wirklich, ob Spiele heutzutage vor Release nicht mehr getestet werden und vielleicht ein Tester über das übliche Beta-Verhalten "Yay ich dürfte vor Release spielen" hinaus geht und doch noch mal kritisch über das Spiel schaut. Ich verstehe, dass ein Spiel, dass auch auf Konsolen erscheint, einen etwas rudimentäreren Baumodus benötigt (um nicht einfacher zu sagen, denn das ist er nicht). Aber wieso muss er absolutes Frustpotenzial beinhalten und die Möglichkeit intuitiv bauen zu können entgegen all seiner Vorgänger vermissen lassen?
Insgesamt okay, beim Bauen traurig; setzten, 6.
Zusätzlich kann man die anderen Autos nicht mehr ausblenden, sein Auto nicht mehr in dem Umfang customizen wie zuvor und es gibt keine Möglichkeit mehr für Dedizierte Server.
Ach ja und Uplay-Zwang hat es auch noch.
Schade das der Tester die Unterschiede und Verschlimmbesserungen im Gegensatz zu den alten Teilen vollkommen außer acht lässt.