Deponia Doomsday im Test: Rufus wird zum Zeitreisenden
Das Spiel, das es eigentlich gar nicht geben sollte, ist da. Im Test von Deponia Doomsday erfahrt ihr, ob der vierte Teil an die erfolgreiche Trilogie anknüpfen kann. Wie immer, wenn Rufus in der Nähe ist, gibt es Chaos und böse Witze, aber immer mit Charme. Diesmal kommen auch noch Zeitreisen dazu, da ist die Verwirrung doch perfekt.
"Ihr könnt euch gerne darüber aufregen, die Geschichte im Kopf weiterspinnen oder andere mögliche Enden diskutieren... aber die Geschichte die ich euch erzählen wollte endet damit, [...]. Ich wollte es genau so haben wie es ist. Und das auch schon von Anfang der Trilogie an. Ein anderes Ende werdet ihr nicht bekommen." Mit diesen Worten verteidigte Deponia-Schöpfer Jan "Poki" Müller-Michaelis kurz nach dem Release das Ende von Goodbye Deponia. Er betonte dabei auch, dass es keinen Deponia-Nachfolger geben werde.
Und doch stehen wir nun hier und testen mit Deponia Doomsday den vierten Teil der spielerisch gar nicht schrottigen Saga. In einem stillen Kämmerlein des Daedalic Hauptquartiers entstand in den letzten Monaten eine Fortsetzung von Rufus' Abenteuer, ohne dass es die Öffentlichkeit mitbekam. Ein noch größerer Clou als die eigentliche Existenz eines vierten Deponia, war jedoch die erstmalige Ankündigung des Spiels nur wenige Tage vor der Veröffentlichung.
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Vierter Akt der Müll-Saga
Zwar fasst Goal zu Beginn des Spiels die vergangenen Ereignisse noch einmal grob zusammen, Vorkenntnisse aus der Trilogie sind zum Verständnis der Geschichte jedoch trotzdem von Vorteil. Immer wieder nimmt die Handlung Bezug auf vergangene (oder zukünftige) Ereignisse. Als Held wider Willen fungiert auch diesmal der selbstverliebte und tollpatschige Rufus. Doch was ist mit ihm nach seinem eher unschönen Abgang nach dem dritten Teil geschehen? Das verschweigt uns das Spiel zunächst.
Quelle: PC Games
War alles nur ein Traum?
Stattdessen erwacht Rufus aus einem tiefen Traum, oder war es doch eine Zukunftsvision? Egal, die neueste Erfindung des Hobby-Bastlers ist fertig, mit der er es zusammen mit seiner Freundin Toni endlich nach Elysium schaffen will. Zuvor trifft er jedoch auf den eigenartigen Professor McChronicle, der sich mit Zeitanomalien beschäftigt und zufällig auch eine Zeitmaschine dabei hat. Natürlich bekommt Rufus seine unverantwortlichen Hände an das Gerät und startet auf diese Weise in ein Abenteuer, bei dem er gleich in mehreren Zeitlinien Chaos stiftet.
Wie immer steht dabei nicht weniger als das Schicksal von ganz Deponia auf dem Spiel. Durch die unterschiedlichen Zeitebenen bleibt die Handlung stets spannend und serientypisch völlig überdreht. Gegen Ende leidet aber auch Deponia Doomsday unter dem gängigen Zeitreise-Story-Problem, dass die Handlung durch die Zeitreisen recht chaotisch und teilweise auch verwirrend wird. Wenn es von einer Zeitschleife zur nächsten und dann noch in eine Welt zwischen der Zeit und wieder zurück geht, verliert sich schnell mal das derzeitige große Ziel aus dem Auge.
Alte Bekannte und neue Gesichter
Bereits während der Trilogie stellte Deponia eine ganze Reihe seiner interessantesten Bewohner vor. Viele davon sind auch diesmal wieder mit dabei. Neben Goal, die natürlich nicht fehlen darf, sind auch Figuren wie Wenzel, Toni und Lotti wieder mit von der Partie. Aber auch an neuen Charakteren mangelt es nicht. Ob nun die Sonnenblumen-KI Ronny oder drei sprechende Erdnüsse, an ausgefallenen neuen Ideen mangelt es nicht.
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Alte Bekannte wie Toni, Wenzel und Lotti sind auch wieder mit dabei.
Zwar verschlägt es Rufus auch wieder in seine Heimatstadt Kuvaq, Schauplätze werden jedoch kaum wieder aufgewärmt. Stattdessen bietet Deponia Doomsday eine ganze Fülle an unterschiedlichen Locations, was vor allem durch die Zeitreise-Thematik erreicht wird. Diese hat wiederrum jedoch auch den Nachteil, dass sich bestimmte Spielabschnitte auch wiederholen. Langweilig wird es dabei trotzdem nie. Mit rund 15 Spielstunden fällt das Spiel noch einmal größer aus als Goodbye Deponia, der bisher längste Teil der Reihe.
Mit dem Kopf durch die Wand
So abgedreht wie die Welt von Deponia gestaltet sich auch das Rätseldesign. In McGyver-Manier werden aus völlig unscheinbaren Gegenständen die verrücktesten Apparate gebastelt, mit listigen Kniffen werden Charaktere
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Eine Hotspot-Anzeige hilft bei der Suche nach interessanten Objekten.
reingelegt und neue Wege eröffnet. Die eigenwilligen Gedankengänge von Rufus sind dabei nicht immer auf Anhieb nachzuvollziehen. Gut, wer auch bei komplexen Problemen in der Lage ist mal um die Ecke zu denken. Immerhin lassen sich auf Knopfdruck die Hotspots in jedem Schauplatz anzeigen.
Gerade im späteren Spielverlauf nerven einige Rätsel jedoch auch mit Lösungen, die ganz schön weit hergeholt scheinen. Eine optionale Hilfe mit dezenten Hinweisen in die richtige Richtung wäre hier wünschenswert gewesen. Wie schon in den Vorgängern fehlt ein solches Feature auch in Deponia Doomsday. Zwischendrin wird das Gameplay wieder von diversen launigen Mini-Spielen aufgelockert, die nie sonderlich viel Zeit kosten, aber bei Bedarf auch komplett übersprungen werden können. Neu sind gelegentliche Quicktime-Elemente und Zeitlimits, die jedoch stets fair verteilt und getimed sind.
Ein audiovisuelles Vergnügen
Keine Blöße gibt sich Deponia Doomsday bei der Präsentation, die den drei Vorgängern in nichts nachsteht. Für die deutsche Sprachausgabe haben sich wieder die bekannten Sprecher ins Tonstudio begeben, allen voran natürlich Monty Arnold als Rufus und Sinikka Compart als Goal. Dazu kommen Gastauftritte von Entwicklern wie Poki oder bekannten Stimmen wie Bernd Rumpf (Liam Neeson). Bei der Vertonung wurde wieder sehr viel Wert auf Details gelegt. So hat Rufus zu allem einen Spruch auf den Lippen und kommentiert auch falsche Rätselansätze entsprechend.
Quelle: PC Games
Das Spiel bietet zahlreiche hübsch gezeichnete Schauplätze.
Optisch ist alles beim Alten, doch das ist in diesem Fall nichts Schlechtes. Die aufwendig gezeichneten Charaktere und Schauplätze sind nicht nur hübsch, sondern lassen sofort wohlige Deponia-Stimmung aufkommen. Den Animationen wirken gegenüber den Vorgängern sogar etwas geschmeidiger. Grafik, Sprecher und auch die Musik wirken wie aus einem Guss, als hätte es niemals eine Pause zwischen den Deponia-Teilen gegeben.
Auf dem Müllplanet ist selbst der Humor dreckig
Beim sehr schwarzen Humor der Deponia-Reihe haben sich die Autoren noch nie sonderlich zurück gehalten. Auch diesmal ist Rufus kein Kind von Traurigkeit. So gilt es zum Beispiel in einer Szene eine Made in einem Mixer zu Met zu verarbeiten. Das wäre so gesehen noch nichts Besonderes, würde die Made mit ihrem niedlichen Grinsen nicht an die Raupe Spot aus The Whispered World erinnern.
Quelle: PC Games
Der Humor ist schwarz und dreckig.
Auch mit Seitenhieben haben die Autoren erneut nicht gespart. Neben popkulturellen Anspielungen nehmen sie diesmal jedoch vor allem sich selbst, die Trilogie und die Deponia-Fans auf die Schippe. Das fängt bereits im Intro an, in dem Goal mit den Worten "Ach, der Schluss gefällt euch nicht? Ihr hofft noch auf ein Happy End?" direkt die Kritiker des Endes von Goodbye Deponia anspricht. Ähnliche Anspielungen lassen sich im ganzen Spiel finden.
So überrascht dann auch das Ende kaum. Wir wollen hier natürlich nicht verraten, wie die Geschichte ausgeht. Dennoch ist der Ausgang der Story kein unwichtiger Teil der Gesamtbetrachtung. Schließlich störten sich viele Spieler beim Vorgänger vor allem am Ende. Und auch diesmal bietet das Finale Zündstoff für Diskussionen. Zumindest ist sich Poki am Ende doch treu geblieben, aber das findet ihr am besten selbst heraus.

Und sogleich nochmal von Teil 1 angefangen, was nach sovielen Jahren echt schon wieder riesig viel Spass gemacht hat und schon so sehr gespannt auf "Doomsday" gewesen bin. Für mich selbst der schwächste Teil und mir kommt es so vor, als wenn den Programmierern die Ideen ausgegangen sind, und auch lieblos beim programmieren waren:
Teilweise sind die "Flächen" was man anklicken kann, der Radium viiiel zu gross, wo man mit dem Mauszeiger schon längst ausser Reichweite von einem Gegenstand beispielsweise ist, und der wird immer noch angezeigt und auch gibt es in vielen Räumen und Bildern nicht mehr soviel zum untersuchen und zum anklicken wie in den ersten drei Teilen.
Und auch scheint die Stimme von Rufus jetzt von jemand anderem zu stammen, was echt schade ist.
Trotz allem hat man auch mit dem vierten Teil einen Heidenspass und habe das Abenteuer nach 27 Std und 45min durchgespielt gehabt. Man hat also einiges zu rätseln und tüfteln :)
Ich werde es definitiv kaufen denn es ist Rufus und nach so vielen Jahren der Totalausfälle in der Adventure Szene konnte mich Deponia restlos begeistern.