Superhot im Test mit Video: Supergut und superkurz - innovativer Shooter mit fantastischer Puzzle-Mechanik

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Superhot
Quelle: PC Games

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Superhot ist wie eine Wunderkerze: Der Ego-Shooter brennt hell mit neuen Ideen, aber das Spektakel dauert nur eine kurze Zeit, dann ist der Ofen aus. PC Games hat Superhot getestet: Ist dieses per Kickstarter finanzierte Indie-Spiel wirklich der innovativste Shooter seit Jahren?

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Superhot sieht einfach stylish aus, die Mirror's Edge-ähnliche Grafik ist das, was der treibende Soundtrack für Hotline Miami ist. Levels sind ähnlich kurz wie in eben jenem Top-Down-Shooter, doch hier seid ihr aus der Ego-Perspektive unterwegs. Ein Treffer bedeutet den Tod - sowohl für eure Spielfigur wie auch für die zahllosen Gegner, die in tausend kleine Glassplitter zerfallen. Das sieht sensationell aus.

Ein Tastendruck spult in Superhot die Zeit zurück, ihr setzt am Levelstart neu an. Ohne Verzögerung und ohne Reue. Frust kommt so erst gar nicht auf, auch wenn beizeiten Gegner im Rücken des Alter Egos spawnen, wo man anfangs gar nicht mit ihnen rechnet. Die typische "Das muss doch zu schaffen sein!"-Mentalität macht sich jedoch innerhalb weniger Minuten breit, auch wenn Superhot bei weitem nicht so knifflig daher kommt wie Hotline Miami. Jedenfalls, sobald ihr es nicht wie einen handelsüblichen Ego-Shooter spielt. Wer stirbt, drückt 'R' und schon geht der Level von vorne los. Quelle: PC Games Wer stirbt, drückt "R" und schon geht der Level von vorne los. In Superhot läuft nämlich alles in Superzeitlupe ab - solange ihr stillsteht. Bewegt ihr eure Spielfigur oder die Kamera, wird das Geschehen auf Normalgeschwindigkeit beschleunigt. Schnell gewöhnt man sich als Spieler einen Rhythmus an, der nicht weiter von nervösen Speed-Shootern à la Doom entfernt sein könnte. Reflexe zählen hier nur so viel wie Übersicht und räumliches Bewusstsein: Wo stehe ich? Sind hinter mir noch Gegner? Kann ich zur Seite ausweichen, um diesen in Zeitlupe andüsenden Geschossen aus dem feindlichen Sturmgewehr zu entgehen? Superhot Quelle: PC Games Superhot enthält eine Reihe von Nahkampf- und Schusswaffen, darunter Katana, Schrotflinte und Pistole.

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Superhot spielt sich durch diesen Kniff fantastisch und als Spieler fühlt man sich wie der coolste Action-Held seit Neo im Kinofilm Matrix. So könnt ihr etwa mit einem Katana anfliegende Patronen zerteilen oder sie durch eigene, akkurat platzierte Schüsse aus der Luft zu ballern. Richtig beeindruckend ist zudem die Art und Weise, wie berstendes Glas in Zeitlupe durch den Raum schwirrt und dabei das Licht reflektiert, während ihr hindurch springt.

Viele Objekte wie diesen Aktenköffer könnt ihr in die Hand nehmen und auf Gegner werfen. Dabei kommt es aber manchmal zu Glitches. Quelle: PC Games Viele Objekte wie diesen Aktenköffer könnt ihr in die Hand nehmen und auf Gegner werfen. Dabei kommt es aber manchmal zu Glitches. Schöne Idee: Abseits der Waffen wie Pistole, Schrotflinte, Sturmgewehr, Baseballschläger & Co. könnt ihr auch viele herumliegende Gegenstände aufnehmen und werfen. So haut ihr einem Gegner am anderen Ende des Raums etwa eine Billardkugel um die Ohren, um ihn kurzzeitig zu betäuben, woraufhin er seine Waffe fallen lässt. Doof: Die Physik-Engine von Superhot spielt bei solchen Würfen nicht immer mit. Im Test hatten wir öfter mal das Problem, dass Gegenstände von einem unsichtbaren Wandvorsprung abprallten und der erhoffte Treffer daneben ging. Das sorgt zum Glück nur kurzzeitig für Frust, denn bei einem so verschuldeten Ableben starten wir den Level eben einfach neu.

Mit der nach einiger Zeit freigeschalteten Hotswitch-Fähigkeit tauscht ihr euren virtuellen Körper mit einem Gegner. Quelle: PC Games Mit der nach einiger Zeit freigeschalteten Hotswitch-Fähigkeit tauscht ihr euren virtuellen Körper mit einem Gegner. Im Verlauf der Einzelspieler-Kampagne (Superhot bietet keinen Multiplayer-Modus) erhält der Spieler zudem die Fähigkeit, in die Körper von Feinden zu schlüpfen. Zwischen zwei solcher Transformationen liegen immer einige wertvolle Sekunden, weshalb das Ganze nicht übermächtig wird. Zudem erfordern die späteren Levels durch cleveres Design den liberalen Umgang mit diesem Feature.

Superhot fühlt sich dank dieser gelungenen Gameplay-Mischung einzigartig an. Jeder der 30 kleinen Levels ist wie ein Puzzle, das es zu lösen gilt. Die Gegner-KI hat dabei außer "Auf Spieler zulaufen und schießen" kaum was drauf, muss sie aber auch gar nicht. Dafür sind die kleinen Momentaufnahmen, in die ihr in jeder Mission versetzt werdet, viel zu begrenzt. Das wirkt sich auch auf die Gesamtspielzeit aus; Superhots Kampagne hat einen Umfang von gerade mal zwei bis allerhöchstens drei Stunden. Wer sich clever anstellt, ist sogar noch schneller durch. Fantastische Idee und makellose Umsetzung: Die rot dargestellten Gegner zersplittern in Superhot bei Treffern in tausende Einzelteile. Quelle: PC Games Fantastische Idee und makellose Umsetzung: Die rot dargestellten Gegner zersplittern in Superhot bei Treffern in tausende Einzelteile.

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Was diesen Mangel an Inhalten halbwegs ausgleicht, sind unter anderem die Herausforderungen. Das sind zwölf spezielle Modifikatoren, die ihr bei einem erneuten Durchgang zuschaltet und die etwa als Speedrun-Hilfe einen Timer einblenden oder aus Superhot ein Permadeath-Spiel mit nur einem Bildschirmleben machen. Allerdings seid ihr dabei immer nur in den bekannten Umgebungen unterwegs. Wer sich nach dem Ende der Kampagne nach Abwechslung sehnt, der wird im Endlos-Modus fündig.

Neun Arenen hat das Superhot Team gebaut, in dem ihr solange Gegner verhaut, erschießt und vierteilt, bis euch die endlos respawnenden Widersacher überwältigen. Je mehr Feinde ihr in einem Zug abserviert, umso mehr Endlos-Arenen und Modifikatoren schaltet ihr frei. Damit können sich Spieler, die keinen Wert auf eine Story legen, noch mal gut fünf Stunden amüsieren.

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Dieser starke Fokus auf Speedruns und Endlos-Modus von Superhot ist uns im Test sauer aufgestoßen. Denn die Kampagne erzählt grundsätzlich eine schön erdachte Geschichte, die nur leider viel zu schnell vorbei ist. Zwischen den Missionen entfaltet sich der Plot mittels fingierter Chat-Nachrichten und über die ganze Bildschirmbreite eingeblendeten Ordern einer mysteriösen Regierungsbehörde. Die Levels bestehen aus etlichen, scheinbar eigenständigen Szenen, die sich langsam zu einem großen Ganzen zusammenfügen: Der Spielcharakter - ein stinknormaler Gamer - hackt sich in ein geheimes Waffenprogramm und kriegt schon bald Ärger mit den Behörden.

Superhot erzählt seine Story in Textnachrichten. Die werden in Kürze auch ins Deutsche übersetzt. Quelle: PC Games Superhot erzählt seine Story in Textnachrichten. Die werden in Kürze auch ins Deutsche übersetzt. Im Spielverlauf treibt dieser Story-Ansatz von Superhot einige verrückte Blüten. Wir wollen aus Spoiler-Angst nicht zu viel verraten! Es sei nur gesagt, dass wir gerne mehr von der Geschichte erlebt hätten als im kurzen Superhot steckt. Genauso verhält es sich mit den Levels. 30 Maps klingen erst mal nach viel, doch die meisten davon sind in wenigen Minuten, manchmal sogar nur Sekunden abgeschlossen. Das Design vieler Kampfarenen ist dabei exzellent, jede Szene setzt einen speziellen Fokus und hat eine Besonderheit. Es sind nur in der Gänze einfach viel zu wenige. Superhot macht uns Appetit auf sein großartiges Zeitlupen-Spielprinzip - und lässt uns dann hungrig nach mehr zurück.

Superhot ist ab dem 25. Februar für knapp 23 Euro auf Steam sowie DRM-frei bei Gog.com erhältlich. Der PC-Version soll im März eine Xbox-One-Umsetzung nachfolgen. Als Superhot-Demo fungiert ein kostenlos spielbarer Protoyp.

Meinung

Wertung zu Superhot (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Einzigartige ÄsthetikInnovativer Genre-Mix aus Shooter und PuzzleSehr coole Zeitlupen-SequenzenFantastisches Treffer-Feedback mit zersplitternden GegnernEinfallsreiche Level-IdeenVerquere Geschichte mit WTF-MomentenHerausforderungen und Endlosmodus reizen zum WeiterspielenAngenehmer SchwierigkeitsgradSehr präzise, frei belegbare Steuerung
Kampagne enttäuschend kurzAusnehmend kleine LevelsGegner-KI agiert eindimensionalStellenweise merkwürdige Physik-Effekte beim Werfen von ObjektenHandlung findet nur in Textfenstern stattKaum MusikBislang keine deutsche Übersetzung

Bildergalerie

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    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Zitat von gutenmorgen1
        Ich habe da mal eine Frage zum Minuspunkt "Gegner-KI praktisch nicht vorhanden (wird aber auch nicht benötigt)"

        Steckt dahinter irgend eine Logik?

        Es wäre doch das selbe wenn bei einem Shooter "fehlende 3rd-Person-Ansicht (wird aber auch nicht benötigt)" als Minuspunkt angegeben würde.
        Hast Recht, hab den Punkt geändert. Danke fürs Feedback.
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Zitat von gutenmorgen1
        Ich habe da mal eine Frage zum Minuspunkt "Gegner-KI praktisch nicht vorhanden (wird aber auch nicht benötigt)"

        Steckt dahinter irgend eine Logik?

        Es wäre doch das selbe wenn bei einem Shooter "fehlende 3rd-Person-Ansicht (wird aber auch nicht benötigt)" als Minuspunkt angegeben würde.
        Hast Recht, hab den Punkt geändert. Danke fürs Feedback.
      • Von Kinorenegade Gelegenheitsspieler/in
        Habe es auf der Gamescom mit Oculus testen können. Fand es schon ziemlich cool mit dem Teil. Ist die VR Unterstützung auch final mit dabei ?
      • Von Saji Mitglied
        Uff, 23 Euro ist nicht ohne. Ich will nicht abstreiten, dass die Entwicklung einiges an Geld gekostet hat, aber ein solches Kleinod für 23 Euro mit einer zweistündigen Kampagne... Persönlich hätte ich mit maximal 15 Euro gerechnet. Und da hätte ich dann schon kurz überlegen müssen. Hmm...
      • Von SergeantSchmidt Spiele-Enthusiast/in
        Habe das Spiel schon lange auf dem Schirm aber ich würde gerne wissen ob die Entwickler sich geäußert haben bezüglich Modding oder eher einem Map Editor? Würde dem Spiel doch unbegrenzt viel Potential geben oder? :)
      • Von gutenmorgen1 Spiele-Kenner/in
        Ich habe da mal eine Frage zum Minuspunkt "Gegner-KI praktisch nicht vorhanden (wird aber auch nicht benötigt)"

        Steckt dahinter irgend eine Logik?

        Es wäre doch das selbe wenn bei einem Shooter "fehlende 3rd-Person-Ansicht (wird aber auch nicht benötigt)" als Minuspunkt angegeben würde.
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