Germany goes Hollywood: 10 international erfolgreiche deutsche Schauspieler
WIDESCREEN hat sich anlässlich des Kinostarts der deutsch-französisch-luxemburgischen Produktion "Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück", in der Daniel Brühl neben Emma Watson (!) die Hauptrolle spielt, mal umgeschaut, welche deutschen Schauspieler auch international bekannt sind. Keines Schmankerl: Wusstet ihr schon, dass der allererste Oscar-Gewinner in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" ein Deutscher war? Nicht schlecht, was? Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, dann lest doch in unser Special rein...
Deutsche Schauspieler in Hollywood: Das ist gar nicht mehr so ungewöhnlich, wie früher. Dennoch haben nicht alle das nötige Talent oder das gute Aussehen, um sich dauerhaft die Rollen in Hollywood-Produktionen sichern zu können. Wir haben eine kleine Auswahl von 10 Künstlern herausgepickt, denen auch international der Durchbruch geglückt ist. Und da auch bald, genauer gesagt am 28. Februar, wieder die Oscar-Verleihung ansteht: Wisst ihr, wer 1929 den allerersten Oscar in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" gewonnen hat? Na? Haltet euch fest: Das war niemand anderes als der deutsche Schauspieler Emil Jannings, der auch mit einem Stern auf dem Walk of Fame geehrt wurde! Mehr erfahrt ihr darüber in unserem Special.Viel Spaß!
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Daniel Brühl (*1978)
Quelle: Constantin; Universal; Majestic (Fox)
Links: "Inside Wikileaks - Die fünfte Gewalt" (2013) / Mitte: "Inglourious Basterds" (2009) / Rechts: "Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück"(2015)
Daniel Brühl, 1978 in Spanien als Daniel César Martín Brühl González geboren, ist ganz klar einer DER Jungstars des deutschen Films. Dabei hat Brühl, der außerdem neben Deutsch fließend Spanisch, Englisch und Französisch sowie Katalanisch spricht, nie eine Schauspielschule besucht. Ein echtes Naturtalent also! Sein Kinodebüt in Deutschland gab er 1999 mit "Schlaraffenland", sein internationales Debüt folgte sechs Jahre später 2004 mit dem britischen Drama "Der Duft von Lavendel", in der Brühl neben den Filmgrößen Maggie Smith ("Harry Potter"-Filmreihe) und Judi Dench ("James Bond 007: Spectre") die Hauptrolle übernahm. In der nächsten Zeit wirkte er überwiegend in europäischen Produktionen mit, erhielt in dieser Zeit zahlreiche Auszeichnungen und bewies, dass er nicht nur auf eine Rolle festgelegt war, sondern über ein ganzes Repertoire der unterschiedlichsten Rollen verfügte.
Im Jahr 2009 wagte Brühl dann auch den Schritt nach Hollywood: Quentin Tarantino besetzte Brühl in "Inglourious Basterds" mit der Rolle des Kriegshelden Frederick Zoller. Erst 2013 spielte der talentierte Deutsche wieder in einer rein amerikanischen Produktion mit (davor war er sogar in der Hauptrolle einer isländischen Tragikomödie zu sehen!): In "Inside Wikileaks - Die fünfte Gewalt" mimte Brühl Daniel Domscheit-Berg, einen der beiden Begründer der Whistleblower-Internetplattform WikiLeaks. An seiner Seite: Benedict Cumberbatch als Julian Assange.Von da an ging es steil bergauf: Es folgten "Rush - Alles für den Sieg" (2013, neben Chris Hemsworth), "Die Frau in Gold" (2014, neben Helen Mirren und Ryan Reynolds), "A Most Wanted Man" (2014, neben Philip Seymour Hoffman) und "Im Rausch der Sterne" (2015, neben Bradley Cooper und Sienna Miller). Für seine Darstellung des österreichischen Rennfahrers Niki Lauda in "Rush - Alles für den Sieg" erhielt Brühl zahlreiche Nominierungen, u. a. für den Golden Globe als "Bester Nebendarsteller".
Ab dem 18. Februar 2016 ist Daniel Brühl im dem Drama "Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück" neben Emma Watson ("Noah") zu sehen, das von Florian Gallenberger inszeniert wurde. Dieser hatte Brühl bereits in seinem vielfach ausgezeichneten Film "John Rabe" (2009) besetzt. Seinen nächsten großen Coup hat der vielseitige Schauspieler bereits an Land gezogen: Er ist für "The First Avenger: Civil War" in die Rolle des Baron Zemo, einem Widersacher von Captain America, geschlüpft. Der Film startet am 28. April 2016.
Von Daniel Brühl können wir in den nächsten Jahren also noch so einiges erwarten!
Diane Kruger (*1976)
Quelle: Warner; EuroVideo; Disney
Links: "Troja" (2004) / Mitte: "Sehnsüchtig" (2004) / Rechts: "Das Vermächtnis des geheimen Buches" (2007)
Sie gilt immer noch als einer der größten "Exportschlager" aus Deutschland: Diane Kruger. Aber zu Recht? Wir forschen nach...
Diane Heidkrüger 1976 in Algermissen bei Hidelsheim geboren, hatte zu Beginn gar nichts mit der Schauspielerei zu tun. Sie wollte Tänzerin werden und begann eine Ausbildung am Royal Ballett in London. Doch eine Verletzung zwang die hübsche Blondine ins Modelbusiness, über welches sie dann zum Schauspiel fand. In der Zwischenzweit hat sie zur besseren Vermarktung auch ihren Nachnamen verkürzt.
Kruger spielt überwiegend in englisch- und französischsprachigen Filmen mit und ist eigentlich sehr selten in deutschen Produktionen zu sehen. Ihren internationalen Durchbruch im Filmgeschäft erlangte - tata! Wer hätte es geahnt! - natürlich durch die Darstellung der Helena, der schönsten Frau in der Antike, in dem actionreichen Historienfilm "Troja" (2004, neben Brad Pitt und Orlando Bloom). Für die Rolle musste sich Kruger gegen 3.000 Mitbewerberinnen durchsetzen. Im selben Jahr spielte sie an der Seite von Nicolas Cage die Rolle der Abigail Chase in Jerry Bruckheimers Abenteuerfilm "Das Vermächtnis der Tempelritter", der 2007 mit "Das Vermächtnis des geheimen Buches" ein Sequel erhielt.
Ein Karriere-Highlight war Krugers Rolle in Quentin Tarantinos Nazi-Satire "Inglourious Basterds" (2009): Darin spielt sie die deutsche Schauspielerin Bridget von Hammersmark, die als Agentin für die Alliierten arbeitet. Danach war die hübsche Blondine u. a. in "Unknown Identity" (2011, neben Liam Neeson), "Leb wohl, meine Königin" (2012, mit Léa Seydoux), "Seelen" (2013, neben Saoirse Ronan) sowie in der Serie "The Bridge" (2013-2014) zu sehen, in der Kruger die Hauptrolle spielte. Am 2. Juni 2016 startet das romantische Drama "Sky" in den deutschen Kinos, für das Diane Kruger gemeinsam mit "The Walking Dead"-Star Norman Reedus vor der Kamera steht.
Zu welchem Ergebnis kommen wir also am Ende unserer Betrachtung? International ist Diane Kruger wohl tatsächlich die erfolgreichste deutsche Schauspielerin, da sie in einer Unzahl französischer, britischer und spanischer sowie amerikanischer Produktionen mitgewirkt hat. Aber gerade in Hollywood hat Deutschland aktuell eindeutig bessere Pferde im Stall - beispielweise Daniel Brühl, Thomas Kretschmann oder Christoph Waltz!
Franka Potente (*1974)
Quelle: Universal; WVG; AL!VE
Links: "Die Bourne Verschwörung" (2004) / Mitte: "Cooper - Justice is brutal" (2012) / Rechts: "Unter der Sonne Australiens" (2007)
Franka Potente erblickte 1974 in Münster das Licht der Welt. Gleich für ihre allererste Rolle in demSpielfilm "Nach fünf im Urwald" (1995) erhielt sie den Bayrischen Filmpreis für die "Beste Nachwuchsdarstellerin". Der große Erfolg stellte sich dann mit Tom Tykwers Actionthriller "Lola rennt" (1998, neben Moritz Bleibtreu) ein, für den sie mit dem Publikumspreis "Schauspielerin des Jahres" bedacht wurde und der auch international für Aufsehen sorgte.
Ihren ersten Aufritt in Hollywood absolvierte sie 2001 in "Blow" neben Johnny Depp und Penélope Cruz, das nächste bedeutsame Engagement erhielt Franka Potente für den Actionfilm "Die Bourne Verschwörung" (2002), in dem sie neben Matt Damon die Hauptrolle spielt. Die Rolle nahm sie auch wieder in der Fortsetzung "Die Bourne Verschwörung" (2004) auf. 2007 erhielt sie in der britisch-ungarischen Produktion "Eichmann" eine Rolle. Ihr Regiedebüt gab Franka Potente 2006 mit ihrem 43-minütigen fast-SW-Stummfilm "Der die Tollkirsche ausgräbt", das bisher aber auch ihre einzige Regiearbeit ist.
Zuletzt war Potente in zwei US-amerikanischen Serien zu sehen: "Copper - Justice is brutal" (2012-2013) und "The Bridge - America" (2013-2014), in der Diane Kruger die Hauptrolle spielt. Für eine deutsche Produktion stand sie zuletzt als forsche Kriminalautorin Solveig Karlsdottir für die Filme "Solveig Karlsdottir - Der Tote von Isafjörour" und "Solveig Karlsdottir - Tod der Elfenfrau" vor der Kamera.
Franka Potente ist zwar präsent, aber irgendwie auch nicht: Ihr mangelt es an Wiedererkennungswert und deshalb kann sie zwar problemlos größere Nebenrollen spielen, aber für eine Hauptrolle mit viel Charakter reicht es dann irgendwie doch nicht - zumindest in Hollywood! Daher ist eher nicht damit zu rechnen, dass die deutsche Schauspielerin nach all den Jahren noch einmal groß international herauskommt.
Til Schweiger (*1963)
Quelle: Disney; Warner; Paramount
Links: "King Arthur" (2003) / Mitte: "Driven" (2001) / Rechts: "Joe & Max" (2002)
An dem 1963 in Freiburg geborenen Tilman Valentin "Til" Schweiger scheiden sich in Deutschland die Geister: Die Einen mögen ihn und seine Filme, die Anderen können mit ihm überhaupt nichts anfangen. Doch eins muss man ihm lassen: Schweiger ist unbestritten einer der bekanntesten Schauspieler Deutschlands und hat auch als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent nicht unwesentliche Erfolge verbuchen können. Das soll ihm mal so schnell einer nachmachen!
Schweigers "Karriere" begann abseits der Bühne, nämlich als Synchronsprecher für Pornofilme. Seine erste Rolle im Film spielte Til Schweiger 1991 in der Ruhrpott-Komödie "Manta, Manta" und wie Thomas Kretschmann wurde auch er mit dem Max-Ophüls-Preis als "Bester Nachwuchsdarsteller" für seine Leistung in der Komödie "Ebbies Bluff" (1993, neben Heiner Lauterbach) ausgezeichnet.
Hollywood-Luft durfte Til Schweiger das erste Mal 1998 mit dem Actionthriller "The Replacement Killers - Die Ersatzkiller" schnuppern, in dem er einen kurzen Auftritt absolvierte. Im gleichen Jahr folgte der Kriminalfilm "Judas Kiss" (1998, neben Alan Rickman und Emma Thompson), das Ensembledrama "Investigating Sex" (2001, neben Nick Nolte) und das Actionspektakel "Driven" (2001, neben Sylvester Stallone). In dem biografischen Sportfilm "Joe & Max" (2002), einer deutsch-amerikanischen Koproduktion, übernahm Schweiger sogar eine der Hauptrollen.
In den Jahren 2003 und 2004 spielte Schweiger gleich in zwei großen Hollywood-Produktionen mit: In "Lara Croft: Tomb Raider - Die Wiege des Lebens" verkörperte er einen skrupellosen Auftragsmörder, der Angelina Jolie ans Leder will und in dem Abenteuerfilm "King Arthur" mimte Schweiger den grimmigen Sachsen Cynric. 2009 dann der nächste Coup: Nicht nur Daniel Brühl und Diane Kruger wurden von Quentin Tarantino für "Inglourious Basterds" angeworben, sondern auch Schweiger durfte als Feldwebel Hugo Stiglitz an dem Kultfilm mitwirken. Danach trat er in "Die drei Musketiere" (2011), "Happy New Year" (2011), "Das gibt Ärger" (2012) und "Muppets Most Wanted" (2014) auf.
Schweiger hat in amerikanischen Produktionen bisher überwiegend kleine Nebenrollen erhalten und ehrlich gesagt sieht es in nächster Zukunft nicht so aus, als ob sich daran groß etwas ändern würde.
Thomas Kretschmann (*1962)
Quelle: Paramount; Universal; Universum
Links: "Resident Evil: Apocalypse" (2004) / Mitte: "King Kong" (2005) / Rechts: "Head in the Clouds" (2004)
Thomas Kretschmann, 1962 in Dessau geboren, ist international einer der gefragtesten deutschen Schauspieler, ist im Kino allerdings meistens nur in Nebenrollen zu sehen; dabei aber häufig in großen Hollywood-Produktionen: So geschehen in Blade II (2002, neben Wesley Snipes), Roman Polańskis "Der Pianist" (2002, neben Adrien Brody), "Resident Evil: Apocalypse" (2004, neben Milla Jovovich), Peter Jacksons "King Kong" (2005, neben Naomi Watts, Jack Black und Adrien Brody), Next (2007, neben Nicholas Cage), "Wanted" (2008, neben Angelina Jolie), "The Return of the First Avenger" (2014, neben Chris Evans), "Avengers: Age of Ultron" (2015) und "Hitman: Agent 47" (2015, neben Rupert Friend) - beklagen muss sich Kretschmann also wirklich nicht!.
Sein Filmdebüt hatte der Ex-Schwimmer aus dem DDR-Nationalkader 1989 mit dem Film "Der Mitwisser", für den er zwei Jahre später mit dem Max-Ophüls-Preis als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet wurde. Das Kriegsdrama "Stalingrad" (1993) war der erste deutsche Kinofilm, in dem Kretschmann mitspielte. Der Schauspieler wird in seinem Heimatland erst nach dem Umweg über Hollywood wirklich bekannt und spielt in einigen großen deutschen Produktionen mit, wie etwa dem 2008 produzierten Zweiteiler "Der Seewolf", in dem Kretschmann die Hauptrolle übernahm.
Seinen Erfolg hat Kretschmann sicherlich der Tatsache zu verdanken, dass er in Uniformen einfach eine verdammt gute Figur macht: Gerade sein eleganter Auftritt als deutscher Wehrmachtsoffizier Wilm Hosenfeld im Biopic "Der Pianist" ist einfach unvergesslich. Adrien Brody erhielt für seine Rolle den Oscar als "Bester Hauptdarsteller" und ist bis jetzt der jüngste Preisträger dieser Kategorie. Kretschmann scheint sich auch nicht daran zu stören, als Deutscher immer wieder die typische "Böser-Nazi-Offizier"-Rollen angeboten zu bekommen. Andererseits: Warum auch? Diese sind es, die ihm in Hollywood die Türen geöffnet haben!
Ursprünglich sollte Kretschmann in der deutsch-amerikanischen Koproduktion "Operation Walküre - Das Stauffenberg-Attentat" (2007) die Rolle des Claus Schenk Graf von Stauffenberg übernehmen, doch kurz vor der Vertragsunterzeichnung erhielt Tom Cruise den Zuschlag für die Hauptrolle und der Kretschmann musste sich mal wieder mit einer Nebenrolle begnügen.
In der US-amerikanischen Serie "Dracula" (2013-2014) mimte Kretschmann den Vampirjäger Abraham Van Helsing.
Thomas Kretschmann hat in Hollywood schon fest Fuß gefasst, doch wir würden uns für ihn wünschen, dass der talentierte Schauspieler auch mal die Hauptrolle in einem Blockbuster ergattert! Verdient hat er es auf jeden Fall!
Sebastian Koch (*1962)
Quelle: Fox; Warner; KSM
Links: "Stirb Langsam - Ein guter Tag zum Sterben" (2013) / Mitte: "Black Book" (2006) / Rechts: "Der Pirat - Legende - Held - Kaviar-König" (2012)
Der ein oder andere hat bestimmt ungläubig geschaut, wenn er in "Stirb Langsam - Ein guter Tag zum Sterben" unter dem schicken Bart den deutschen Schauspieler Sebastian Koch in der Rolle des Yuri Komarov erkannt hat. Vielleicht weil er a) gar nicht wusste, dass Koch international tätig ist oder b) fieberhaft überlegt hat, wie der Kerl noch mal heißt.
Aber den Namen Sebastian Koch sollte man im Hinterkopf gehalten, denn gerade im vergangenen Kinojahr wirkte der 1962 in Karlsruhe geborene Schauspieler an zwei Oscar-Nominierten-Filmen und einer US-amerikanischen Serie mit: In dem Drama "The Danish Girl"(2015, neben Eddie Redmayne) verkörperte Koch den deutschen Gynäkologe Kurt Warnekros, der an dem dänischen Maler Einar Wegener eine der ersten Geschlechtsangleichenden Operationen durchführte und in Steven Spielbergs "Bridge of Spies - Der Unterhändler" (2015, neben Tom Hanks) mimte er den Rechtsanwalt Wolfgang Vogel. Seit der 5. Staffel ergänzt Koch den Haupt-Cast der Serie "Homeland".
Koch hat eine Vorliebe für deutsch-französische Koproduktionen, hat aber auch schon in niederländischen, britischen, irländischen und russischen Filmen mitgewirkt. Von 1986 bis 2005 hat Koch bis auf einige Ausnahmen überwiegend in Fernsehfilmen mitgewirkt; Kinofilme waren eher die Ausnahme.
Die Engagements des letzten Jahres könnten dem wirklich talentierten Sebastian Koch den Weg zu weiteren großen Hollywood-Produktionen geebnet haben. Wir würden uns auf jeden Fall freuen, mehr von ihm zu sehen!
Nastassja Kinski (*1961)
Quelle: Koch Media; Koch Media; Paramount
Links: "Katzenmenschen" (1982) / Mitte: "Red Letters" (2000) / Rechts: "Cold Heart" (2001)
Nastassja...Wer noch mal? Kaum zu glauben, aber diese heutzutage zweifellos in Vergessenheit geratene Dame war 1975 bis 2005 eine der international wohl am bekanntesten deutschen Schauspieler. Nastassja Kinski wurde 1961 in Berlin als Tochter des exzentrischen Schauspielers Klaus Kinski geboren und drehte in Deutschland, Frankreich, Italien und Hollywood mit namhaften Regisseuren wie Wolfgang Petersen (Troja), Roman Polański (Der Gott des Gemetzels) und Francis Ford Coppola (Der Pate). Sie war zeitweise eine der meistfotografierten Frauen der Welt. Außerdem beherrscht die hübsche Blondine neben Deutsch die Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch und Russisch.
Nastassja Kinski gab ihr Debüt im Alter von 13 Jahren mit der Rolle der stummen Mignon im Film "Falsche Bewegung" (1974), vermochte es aber erst mit dem Fernsehkrimi "Tatort: Reifezeugnis" (1977), größere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ab 1977 nahm Kinksi in New York Schauspielunterricht. Ihre erste Kinofilmhauptrolle erhielt sie in dem Erotikfilm "Leidenschaftliche Blümchen" (1978). Nicht Unwesentlichem zu ihrem Erfolg trug der polnische Regisseur Roman Polański bei, der für das französische Modeblatt Vogue Fotos von Kinksi aufnahm, die in der internationalen Filmwelt auf großes Interesse stießen und der 1979 ihre erste größere Filmrolle "Tess" (1979) inszenierte. Trotz Natassja Kinskis Berühmtheit und ihrer von vielen bewunderten Schönheit wurde keiner ihrer Filme zu einem Kassenhit.
Im Folgenden eine kleine Auswahl aus Kinskis Filmografie: In dem US-amerikanischer Horror- und Fantasy-Thriller "Katzenmenschen" (1982) übernahm sie die Hauptrolle, wie auch in dem deutsch-französischen Drama "Paris, Texas" (1984), dem aufwändig inszenierten, aber gnadenlos gefloppten Abenteuerfilm "Revolution" (1985, neben Al Pacino und Donald Sutherland), dem Film "Harem" (1985, mit Ben Kingsley), dem italienischen Thriller "Die geheimnisvolle Blonde" (1992), dem amerikanischen Actionfilm "Tödliche Geschwindigkeit" (1994, mit Charlie Sheen), der Komödie "Ein Vater zuviel" (1997, neben Robin Williams), dem Drama "Ein amerikanischer Traum" (2001, mit Scarlett Johansson) und vielen anderen. Zuletzt war Nastassja Kinski in dem Thriller "Inland Empire (2006) zu sehen, in dem sie aber nur eine Nebenrolle spielte.
In ihrer Studienzeit schrieb die inzwischen zweifache Preisträgerin Jodie Foster einige Artikel für Zeitschriften und interviewte u. a. Nastassja Kinski. Die beiden Frauen wurden Freundinnen und suchten nach einer Möglichkeit, bei einem Filmprojekt zusammenzuarbeiten. Die Gelegenheit ergab sich 1984 bei dem Film "Hotel New Hampshire", der auf einem Roman von John Irving basiert.
Christoph Waltz (*1956)
Quelle: Universal; EuroVideo; Sony
Links: "Inglourious Basterds" (2009) / Mitte: "The Zero Theorem" (2013) / Rechts: "Django Unchained" (2012)
Jaja, wir wissen: "Christoph Waltz ist Österreicher und nicht Deutscher!" Aber aufgemerkt: Der 1956 in Wien geborene Waltz besitzt die deutsche und die österreichische Staatsbürgerschaft. Grund genug, ihn in unsere Liste aufzunehmen. Basta!
Jeder kennt Christoph Waltz. Punkt. Das ist aber erst seit 2009 so. Was ist den 30 Jahren davor geschehen, in denen Waltz bereits als Schauspieler aktiv war? Nichts an dieser Stelle unbedingt nennenswertes. In der deutschen Fernsehlandschaft auf labile Charaktere, Bösewichte und Melancholiker abonniert, triumphierte der Österreicher erst 2009 in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" (schon wieder!) als süffisanter, sadistischer, zynischer und grausamer SS-Offizier und Judenjäger Hans Landa. Der Lohn: Ein ganzer Preisregen, u. a. der Oscar als "Bester Nebendarsteller". Absolut zu recht!
Irgendwie schafft es Waltz, immer einen merkwürdig faszinierenden Charme auszustrahlen, sei es der Workaholic-Ehemann in "Der Gott des Gemetzels" (2011, mit Kate Winslet), der Entführer des Industriellen Oetker in "Tanz mit dem Teufel" (2002, mit Sebastian Koch), der machthungrige Kardinal in "Die drei Musketiere (2011, neben Orlando Bloom), der gewalttätige Zirkusdirektor in "Wasser für die Elefanten" (2011, neben Robert Pattinson) oder derJames Bond-Gegenspieler in "James Bond 007: Spectre" (2015, neben Daniel Craig). Seine Darstellung des deutschen Zahnarztes Dr. King Schultz in "Django Unchained" (2012, neben Jamie Foxx) sucht ihresgleichen.
Und Waltz' Siegeszug scheint zum Glück vorerst kein Ende zu nehmen: 2014 war er neben Amy Adams in "Big Eyes" und in "Kill the Boss 2" zu sehen. Für den Abenteuerfilm "The Legend of Tarzan", der hierzulande am 28. Juli 2016 startet, schlüpfte Waltz wieder in die Rolle des Bösewichts.
Ohne Frage hat Christoph Waltz den Hollywood-Olymp erreicht und wir hoffen sehr, dass er dort noch eine lange Zeit verweilt und uns weiterhin mit seinen Darstellungen erfreut.
Die bisher genannten acht Künstler haben es allesamt vollbracht, sich auch international einen Namen zu machen. Aber ob es jemals eine/r der "jungen Generation" schaffen wird, in einem Atemzug mit Marlene Dietrich genannt zu werden? Diese und Emil Jannings waren es nämlich, die bereits im 20. Jahrhundert den Durchbruch in Hollywood geschafft haben!
Marlene Dietrich (1901 - 1992)
Quelle: Koch Media; Universal; Warner
Links: "Die spanische Tänzerin" (1935) / Mitte: Kinoposter zu "Der große Bluff" (1939) / Rechts: "Die rote Lola" (1950)
Sie ist und bleibt für immer der größte Star des deutschen Fernsehens: Marlene Dietrich, eigentlich Marie Magdalene Dietrich. Die gebürtige (*1901) deutsche Schauspielerin und Sängerin ist eine der wenigen deutschsprachigen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, die auch international Ruhm erlangte. Dietrich nahm 1939 die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten an und galt weltweit als Stilikone: Einfach unverkennbar waren ihre langen Beine, ihre rauchige Stimme und ihre glamouröse Schönheit. Und Dietrich war es, die Hosenanzüge in den 1930er Jahren für Frauen salonfähig machte. Die Schauspielerin weigerte sich, die NS-Propaganda zu unterstützen und engagierte sich stattdessen im Zweiten Weltkrieg bei der US-amerikanischen Truppenbetreuung.
Dietrich begann ihre Karriere als Schauspielerin am Theater und in Stummfilmen in Berlin. Der Aufstieg zur internationalen Künstlerin gelang ihr 1930 mit der Hauptrolle in dem Film "Der blaue Engel" von Regisseur Josef von Sternberg. Mit ihm ging sie Anfang der 1930er Jahre nach Hollywood und war von da an fast ausschließlich in amerikanischen Produktionen zu sehen. Für ihre Leistung im Drama "Marokko" (1930, mit James Stewart), erhielt sie eine Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin. Mit Filmen wie "Shanghai-Express" (1932) und "Der große Bluff" (1939, mit James Stewart) etablierte sich Marlene Dietrich als erster deutscher Filmstar in Hollywood. So war sie an der Seite der zu der Zeit erfolgreichsten männlichen Hollywoodschauspieler, wie etwa John Wayne, Gary Grant, Gary Cooper und James Stewart zu sehen.
Anerkennung für ihre schauspielerischen Leistungen erhielt Dietrich u. a. für "Zeugin der Anklage" (1957) unter der Regie von Billy Wilder und für "Das Urteil von Nürnberg" (1961, neben Spencer Tracy). Nach den Dreharbeiten zu ihrem letzten Film "Schöner Gigolo, armer Gigolo" (1978, neben David Bowie) beendete die Künstlerin ihre Karriere aus gesundheitlichen Gründen.
Das im Film "Der blaue Engel" (1930)von Marlene Dietrich gesungene Lied "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" wurde ein Welthit.
Ihr schauspielerisches Können sowie ihr Ruf als Femme fatale haben Marlene Dietrich einen festen Platz in der Filmgeschichte gesichert, so dass sie wohl für immer als eine der erfolgreichsten deutschen Schauspieler in Hollywood gelten wird (Obwohl man nicht vergessen sollte, dass sie ab 1939 streng genommen gar nicht mehr Deutsche war).
Emil Jannings (1884 - 1950)
Quelle: Universum; Studiocanal; Edel
Links: "Der blaue Engel" (1930) / Mitte: "Der letzte Mann" (1924) / Rechts: "Varieté" (1925)
Der 1884 in der Schweiz als Theodor Friedrich Emil Janenz geborene deutsche Schauspieler Emil Jannings war nur zwei Jahre (von 1927-1929) in den USA. Warum er es in unsere Liste geschafft hat? Wie wäre es damit: Jennings erhielt für seine Darstellung in den beiden Stummfilmen "Der Weg allen Fleisches" und "Sein letzter Befehl"1929 den ersten Oscar überhaupt und ist der einzige Deutsche, der bisher bei der Verleihung in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" ausgezeichnet wurde. Zusätzlich erhielt der Künstler einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.
Wie schon in Deutschland wurde Jannings auch in Amerika meist als Mann gezeigt, der durch die Umstände und sündhafte Frauen ins Verderben gezogen wird. Bereits sein erster Film in Amerika, "Der Weg allen Fleisches" (1927) unter der Regie von Victor Fleming ("Vom Winde verweht"), wurde gewissermaßen zur Vorlage für alle weiteren Streifen. Es folgten im Jahr 1928 die Spielfilme "Der Patriot", "Sein letzter Befehl", "Die Sünden der Väter", "Der König von Sohi" und 1929 "Aschermittwoch" und "Fighting the White Slave Traffic". Nach dieser kurzen amerikanischen Periode kehrte Jannings für "Der blaue Engel" (1930, mit Marlene Dietrich) nach Deutschland zurück. Dies hing auch damit zusammen, dass sich der Publikumsgeschmack nach dem Wechsel vom Stummfilm zum Tonfilm geändert hatte und Jannings wohl - wie viele andere europäische Schauspieler - Probleme hatte, ein verständliches Englisch zu sprechen.
Danach drehte der Künstler noch einige erfolgreiche Filme in Deutschland, bis er von den Alliierten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wegen seiner Nähe zu den nationalsozialistischen Machthabern mit einem lebenslangen Auftrittsverbot belegt wurde.

Ralf Möller (u.a. in Spartacus)
Klaus-Maria Brandauer (bereits erwähnt)
Götz Otto (James Bond - Der Morgen stirbt nie)
Claude-Oliver Rudolph (James Bond - Die Welt ist nicht genug)
Franka Potente (Copper-Justice is brutal)
Allerdings sind deutsche Darsteller was die Anzahl der Produktionen im AAA-Bereich in Hollywood betrifft echt rar gesäht. Meistens gibt es für die Deutschen nur mal eine Nebenrolle oder 1 Hauptrolle (und dann meistens als Bösewichte). Aber keine häufigen Aufträge oder gar mehrere Filme, am besten noch als good Guy. Das ist wohl das größte Manko.
1. Armin Müller Stahl.
2. Daniel Brühl
3. Christoph Waltz
4. Udo Kier
5. Eric Braeden ( Obwohl nicht sicher noch deutscher Staatsbürger^^)
eher Nebenrollen, Serien
6. Sibel Kekilli
7. Antje Traue
8. Hollywod-B-Movie-Darsteller Til Schweiger^^
9. Diane Kruger
10. Franka Potente ( eher mehr erfolgreich in Serien als Filmen)
Btw. Ich fand damals Heike Makatsch toll und hatte immer gehofft sie mehr in US Produktionen zu sehen und nicht nur getötet durch ein Fahrstuhl.^^ Nehme aber an das Franka Potente, Heike Makatsch und andere um die 2000er die falsche Zeit noch erwischten. Heut zu Tage greift Hollywood bei Auslands.- oder Coproduktionen in Filmen gerne auf Schauspieler die vor Ort kommen und in den Rollen evtl. besser passen.
Persönlich finde ich es viel interessanter wie deutsche Schauspieler generell sehr Erfolgreich im Ausland waren und sind. Da würde eine Liste ziemlich anders aussehen. Wo Daniel Brühl wieder ganz vorne wäre, sowie ein Klaus Kinski oder
Jürgen Prochnow (2003 erst US-Staatsbürger).
Auch wenn ich eher Pamela Anderson als Silikone (ein wirklich wunderbarer Schreibfehler :-)) ansehen würde und nicht Marlene Dietrich.