Ausblick auf 2016 - Roadmaps für Prozessoren und Grafikkarten von Intel, AMD und Nvidia

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Special Antonio Funes - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Vorstellung Nvidia Pascal
Quelle: Nvidia

Das noch frische Jahr 2016 wird natürlich auch Neuheiten von Intel, AMD und Nvidia bringen: einige neue Prozessoren und Grafikkarten sind zu erwarten. Wir fassen bisher bekannte Fakten, aber auch Gerüchte rund um die Roadmaps - also die Planungen - der drei Hardwaregiganten zusammen.

Vor kurzem schloss die Konsumentenmesse für Unterhaltungs- und Haushalts-Elektronik, die CES, in Las Vegas ihre Pforten. Wir haben vor einer Woche auch über einige interessante Hardware-Neuheiten berichtet, die dort vorgestellt wurden.

Doch was erwartet uns im Jahr 2016 von den drei für Gaming-PCs wichtigsten Herstellern, also Intel, AMD und Nvidia? Was ist in Punkto CPUs und Sockeln geplant? Wie sieht es mit neuen Grafikkarten aus? Wir haben Fakten und Gerüchte zu den Plänen der drei Hersteller für die Zukunft zusammengefasst. Dabei gehen wir bewusst nicht auf zu viele und tiefgehende technische Details ein - vielmehr wollen wir verständlich darlegen, mit was wir als Gamer rechnen können - und dabei auch die aktuelle Situation als Vergleich heranziehen. Die Informationen basieren oft auch auf offiziellen Vorträgen der Hersteller und deren "Roadmaps". Gemeint sind damit die Pläne seitens der Unternehmen für Produkt-Releases, die kurz- und mittelfristig anstehen, also für einen Zeitraum von meist zwei bis drei Jahre. Besonders interessant sind dabei natürlich Produkte, die das Unternehmen schon für eine Veröffentlichung innerhalb der nächsten 12 Monate vorsieht.

Intel-CPUs

Da Intel mit dem Sockel 1151 und der Skylake-CPU-Familie erst vor etwa sechs Monaten einen neuen Player im Mainstream-Segment vorgestellt hat, wird für 2016 von Spielern und Desktop-PC-Nutzern keine Welle an Neuheiten erwartet. Der Sockel 1151 löste den beliebten Sockel 1150 ab, der derzeit immer noch verbreitet im Handel vertreten ist mit Verkaufsschlagern wie dem Core i5-4460 oder Core i7-4790K oder dem Preis-Leistungs-Tipp Xeon E3-1231 V3, der wie ein Core i7 acht Threads verwalten kann und im Gegensatz zu den neuen Sockel 1151-Xeon-CPUs auf normale, günstige Consumer-Mainboards passt. Trotzdem hat Intel Pläne für 2016.

Intel Core i7-6700K, Skylake, Sockel 1151 Quelle: PC Games Hardware Intel Core i7-6700K, Skylake, Sockel 1151 So ist, eventuell bereits im Frühsommer 2016, eine neue CPU-Familie im Anmarsch:. Broadwell-E. Schon für den Sockel 1150 gab es zwei CPUs, die mit dem Codenamen Broadwell bezeichnet wurden, doch mit Broadwell-E werden neue CPUs für den High-End und Enthusiasten-Sektor erscheinen. Mit dem Sockel 2011-3 erschien ja bereits 2014 die HighEnd-Reihe Haswell-E. Der Broadwell-E wird aber, genau wie Haswell-E, nur für die absoluten Hardwarefreaks mit dickem Geldbeutel eine Option, aber keinesfalls nötig sein, um moderne Spiele auf maximalen Details spielen zu können. Mit Broadwell-E wird auch erstmals eine echte 10-Kern-CPU für den Mainstream-Prozessormarkt erscheinen. Nur im Server-Segment gibt es bereits einige Xeon-CPUs mit 10, sogar mit bis zu 18 Kernen. Als Vergleich: die CPUs für die Sockel 1150 und 1151 haben maximal vier echte Kerne und bis zu acht Threads (Core i7-4000er- und i7-6000er-Prozessoren), bei Haswell-E gibt es mit dem i7-5960X bereits eine CPU mit acht Kernen und 16 Threads - allerdings auch zu einem stolzen Preis ab etwa 1.150 Euro. Zudem sorgen mehr als acht Threads vor allem bei Spielen für keinen merkbaren Vorteil. Ein komplett neuer Sockel wird aber für Broadwell-E nicht nötig sein: Die neuen CPUs sollen auf Mainboards mit dem Sockel 2011-3 laufen, also auf den Hauptplatinen, die auch für Haswell-E geeignet sind. Diese sind allerdings nicht unter 200 Euro zu haben; bei den Sockeln 1150 und 1151 gibt es hingegen zahlreiche Mainboards schon ab 40 bis 50 Euro.

Sockel 1151 Mainboard von MSI mit dem Z170-Chipsatz Quelle: MSI Sockel 1151 Mainboard von MSI mit dem Z170-Chipsatz Ebenfalls für 2016 wird es auch für den noch jungen Sockel 1151 neue CPUs geben. Mit dem Namen Kaby Lake wird Skylake Nachwuchs erhalten - derartige Aufstockungen des Sortiments gab es bei Intel auch schon beim Sockel 1155 (auf Sandy Bridge folgte Ivy Bridge) und 1150, wo die Haswell-Familie um weitere Haswells, aber auch um je zwei Broadwell- und Devil's Canyon-Modelle erweitert wurde. Eine größere Leistungssteigerung oder deutlich mehr Leistung pro Euro kann man hier aber traditionell nicht erwarten - es ist eher damit zu rechnen, dass es mehr Auswahl bei den verfügbaren Taktfrequenzen gibt, die man auch entsprechend bezahlen muss. Zudem darf man mit einer verbesserten Effizienz rechnen, was bei den Übertaktermodellen auch für mehr Spielraum sorgen würde. Für Gamer, die ja so gut wie immer eine dedizierte Grafikkarte nutzen, eher uninteressant sind Verbesserungen bei der integrierten Grafikeinheit. Zu den neuen Kaby Lake-CPUs wird Intel wohl auch neue Chipsätze anbieten, die 200er-Namen tragen werden. Derzeit beim Sockel 1150 eingesetzt werden die Chipsätze Q170, B150, H110, H170 und Z170. Die Kaby Lake-Prozessoren sollen aber in aller Regel spätestens durch ein BIOS-Update mit den allermeisten bereits auf dem Markt befindlichen Sockel 1151-Mainboards kompatibel sein.

AMD-CPUs

Für AMD steht das Jahr 2016 unter dem Zeichen des Wiedereinstiegs in den Markt der Mittel- bis Oberklasse-Prozessoren. Denn seit Intels Sockel 1155 verlor AMD den Anschluss im Bereich der für Gamer interessanten und leistungsstarken CPUs ab etwa 150 Euro. AMD hatte und hat zwar die eine oder andere günstige CPU im Angebot, die ihr Geld auch wert ist - doch selbst die stärkste AMD-CPU kann im Durchschnitt bei modernen Games nicht mit Intels günstigeren Core i5-Prozessoren mithalten - und verbraucht obendrein auch noch erheblich mehr Strom. In diesem Jahr will AMD aber mit neuen CPUs und einem neuen Sockel, dem Sockel AM4 die Rückkehr in den Mainstream- und Oberklasse-Sektor einläuten. Der neue Sockel soll dabei auch alle anderen Sockel ablösen - das heißt, dass es keinen eigenen Sockel mehr für APUs geben wird, wie es aktuell mit beispielsweise dem Sockel FM2 der Fall ist. APUs sind CPUs mit intergrierter Grafikeinheit, und bei AMD traditionell Prozessoren, bei denen der Schwerpunkt auf einer vergleichsweise starken internen Grafikeinheit und relativ geringem Strombedarf liegt bei einem gleichzeitig geringen Anschaffungspreis. Für starke Spiele-PCs sind APUs meist nicht vorgesehen.

Die aktuelle Sockelvielfalt wird gestrichen zugunsten eines einzigen neuen Sockels, dem Sockel AM4 Quelle: AMD Die aktuelle Sockelvielfalt wird gestrichen zugunsten eines einzigen neuen Sockels, dem Sockel AM4 Die Codenamen der beiden wichtigsten neuen Familien lauten Summit Ridge und Bristol Ridge. Bristol Ridge ist eher für die günstigeren, stromsparenden CPUs mit integrierter Grafikeinheit gedacht, also APUs. Summit Ridge wiederum ist auch als Zen bekannt und soll der Hauptkonkurrent zu Intels starken CPUs sein, die auch für Gamer interessant sind. Dabei wird AMD wohl eine Umkehr von der bisherigen Technik wagen: Bislang hatten AMD-CPUs sechs oder acht Kerne beziehungsweise Module, was vor einigen Jahren noch als möglicher Vorteil im Vergleich zu Intel eingeordnet wurde. Intel hingegen arbeitet bei CPUs wie dem Core i3 oder Core i7 mit Hyperthreading: Pro Kern können zwei Aufgaben erledigt werden, ganz so als handele es sich um zwei Kerne. Der Nachteil für AMD war nämlich, dass nur wenige Anwendungen und kaum ein Spiel etwas mit den zusätzlichen Kernen anfangen konnten, so dass diese teilweise nutzlos waren. Durch die auch ansonsten zu alte Architektur konnte dann auch der im Vergleich zu Intel recht hohe Takt die AMD-CPUs nicht mehr retten: Intel bot mit einer Vierkern-CPU mehr Leistung als es AMD mit einer Achtkern-CPU tat, die sogar mehr Takt pro Kern besitzt. Mit Summit Ridge soll sich dies ändern, denn hier will AMD eine Architektur verwenden, die ähnlich wie Intels Hyperthreading-Technik arbeitet. Die Effizienz pro Kern soll stark steigen, und ein Kern wird ebenfalls zwei Aufgaben verwalten können. Aus einer Vier-Kern-CPU mit der neuen Technik wird also bei Bedarf eine Acht-Kern-CPU. Den Release der neuen CPUs können wir allerdings nicht genau bestimmen. Eigentlich sollten Bristol Ridge und Summit Ridge noch in diesem Jahr erscheinen, doch der für Frühjahr angekündigte Release der Bristol Ridge-APUs wurde bereits um einige Monate verschoben - was allerdings auch strategische Gründe haben kann: Möglicherweise will AMD nicht die naturgemäß im Vergleich zu Top-CPUs schwachen APUs auf den Markt bringen, bevor nicht auch offiziell klar ist, dass deutlich stärkere vollwertige AMD-CPUs bereits so gut wie marktreif sind.

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  1. Seite 1 Roadmaps 2016 Intel, AMD und Nvidia: CPUs von Intel und AMD
  2. Seite 2 Roadmaps 2016 Intel, AMD und Nvidia: Grafikkarten von Intel und AMD
    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von restX3 Spiele-Novize/Novizin
        Ich würde niemals Elektronik gebraucht kaufen niemals.
        Es sei denn es handelt sich um uralte Hardware wie eine Voodoo oder ein N64 oder so.
      • Von restX3 Spiele-Novize/Novizin
        Ich würde niemals Elektronik gebraucht kaufen niemals.
        Es sei denn es handelt sich um uralte Hardware wie eine Voodoo oder ein N64 oder so.
      • Von svd Mitglied
        Ja, ganz unbegründet sind die Bedenken nicht. Risiko ist natürlich immer da, sobald Menschen involviert sind.
      • Von MichaelG Mitglied
        Gebrauchte Hardware wäre mir in der Preisklasse zu "riskant". Bei mir käme momentan nur eine Grafikkarte mit 8 GB als nächster Schritt in Frage. Und bis da etwas in der Preislage von 350 EUR angeboten wird bleibt abzuwarten. Maximal vielleicht von AMD.
      • Von svd Mitglied
        Zitat von Wamboland
        Eine 970 Ti mit vollen 4GB oder sogar mehr wäre vermutlich ein schickes Teil und bei einem ordentlichen Preis ein gutes Produkt.

        Meine 770 2G stößt halt an ihre Grenzen, aber für 3,5 GB ist mir der Leistungsgewinn zur 970 nicht groß genug und die 980 zu teuer.
        Ich habe kürzlich meine 660Ti in Rente geschickt. Mein absolutes Limit für neue Grafikkarten liegt bei 350€, was immer noch einer neuen, wenn auch nicht "einer der besten", GTX970 entspricht.
        Im Endeffekt habe ich mich für eine, im Prinzip nicht notwendige, weil totaler Overkill für meinen Bildschirm, gebrauchte GTX980 (zufällig OC Modell, ziemlich leise) entschieden und meine 660Ti verkauft.
        Die GTX980 hat dadurch insgesamt 320€ gekostet, also, damals, weniger, als meine ursprünglich angepeilte "Zotac GTX970" (damals hat's auch noch kein "Tomb Raider" dazu gegeben, "Syndicate" wollte ich noch nicht).
        Damit kann ich leben. Und, wenn ich lustig bin, auch einfach die 3D-Vision-Brille anstöpseln und absolut ruckelfrei herumspielen.

        Gebrauchte GTX980 Karten bekommst du momentan für ca. 440€, wenn du Glück hast, ca. 420€. Für eine GTX770 (2GB), GTX960-Niveau (~200€), bekommst du noch immer ca. 150€.
        Das reduziert den Preis einer GTX980 auf ca. 270-290€. Eine gebrauchte GTX970 kostet, im Durchschnitt, 300€...

        Wer noch eine Grafikkarte mit gewissem Restwert besitzt, kommt also, auch beim Kauf einer aktuellen High-End Karte, relativ günstig, also weit unter 350€, davon.
        Wessen Karte allerdings einen Restwert unter 100€ besitzt, fährt wohl mit einer GTX970 trotzdem besser (und bekommt, falls neu, eine Augenweide von Spiel dazu).
        Insgesamt über 350€ in eine, schon nächstes Jahr "technisch veraltete", High-End-Karte zu stecken, macht da weniger Sinn.

        edit: Äh, natürlich kann man das Spiel auch mit einer gebrauchten GTX970 machen und "noch günstiger für sowieso ähnlich gute Leistung" davonkommen.
        Der Punkt ist aber, dass es, im besten Fall, gar nicht notwendig ist, je über 350€ für High-End auszugeben.
      • Von Gemar Mitglied
        Bei Intel herscht seit Jahren ja schon Stagnation, wohl weil AMD in diesem Sektor kaum etwas entgegen bringt oder bringen kann. Spannend wird es erst wieder mit den neuen Desktop-CPUs von AMD.
        Ansonsten kann man nur hoffen, dass AMD-GPUs so sparsam werden wie NVidia-Chips. Mit Vulkan könnte man in Zukunft ja auch so mehr Leistung aus der Karte kitzeln.
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