Testbericht

25.12.2002 19:00 Uhr

Genforscher gespielt, Viren freigelassen, Planet kaputt.

Beängstigend glaubwürdige Echtzeit-Taktik

PC Games-
Spielspaß-Wertung
(Ausgabe 01/2003)
84%
Durchschnittliche
Lesertestwertung:
        
88 %

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Wer das Glück hatte, in einem Bunker Schutz vor den Killerviren zu finden, hat nach zehn Jahren das Pech, wieder herauszumüssen. So jedenfalls geht es vier Soldaten, die sich im Jahr 2004 rechtzeitig in einen ABC-Bunker zurückgezogen haben. Das Tal, in dem einstmals eine Militärbasis stand, hat sich bis zum Jahr 2014 in eine grüne Idylle verwandelt, in der Bären und Rehe die einzigen Bewohner zu sein scheinen. Doch je tiefer sich der Trupp in die Wildnis traut, desto mehr Anzeichen menschlichen Leben sind erkennbar. Und tatsächlich, nach einigen Kilometern findet sich ein Dorf, das gerade von einer brutalen Gang versklavt wird - "jede Menge Leben", freuen sich die vier schwach gerüsteten Soldaten und retten die Dorfbewohner. Die sind dafür dermaßen dankbar, dass sie ihren Befreiern gleich zwei der Ihrigen schenken, zudem ein paar Waffen und etwas Munition.

Außerdem erzählen sie, dass alle bekannten Siedlungen von solchen Banden belästigt werden und dass der Spieler sie doch bitte von diesem Fluch befreien möge. Und da der Spieler ein netter Kerl ist, setzt er Himmel und Hölle in Bewegung, um der Bitte nachzukommen. Auf eine an Commandos erinnernde Weise schickt er seine mit unterschiedlichsten Begabungen (beispielsweise schwere Waffen, Athletik oder Sprengstoff) gesegneten Jungs kreuz und quer über die Karte, um in den meist verlassenen Siedlungen nach Spuren der alten Zivilisation zu suchen. Oftmals finden sich Waffen, selten aber auch verrostete Fahrzeuge.

Nach der ersten Mission, in der man maximal zwei Gefolgsleute und einen Jeep als "Beute" mit in die Basis nehmen kann, darf der Spieler erst einmal seine Wunden lecken. Die Teammitglieder können geheilt, die Fahrzeuge repariert und ausgerüstet, Medi-Packs und Aufputschmittel produziert werden. Für all diese Aufgaben hat man allerdings nur einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung, so dass man genau planen sollte, welche Prioritäten man setzt. Immerhin leisten die optionalen Automatikfunktionen sinnvolle (leider nicht reversierbare) Arbeit. Wer sich vor dem nächsten Einsatz aufrüsten möchte, der kann sich zuvor bei einem Händler eindecken, der 31 Waffen, 30 Munitionstypen, rund 20 Fahrzeuge und gelegentlich sogar Hubschrauber zum Tausch anbietet.

Danach geht es in die nächste der 13 sehr umfangreichen Missionen. Vor allem in den ersten Levels muss man - wieder ähnlich wie in Commandos - beim Einnehmen einer Radarstation, beim Sprengen einer Basis oder beim Befreien von Sklaven gegen eine große Übermacht kämpfen und entsprechend strategisch vorgehen. Dabei erweisen sich die Gegner jedoch als weitaus klüger als ihre Commandos-Pendants: Wenn sie beispielsweise einen leeren Wagen sehen, wird der sofort geklaut - da sie den Wagen anschließend nicht mehr verlassen, ist ein Zurückstehlen für den Spieler unmöglich.

Da man im Laufe des Spiels immer mehr Leute und bessere Waffen bekommt, wird Soldiers of Anarchy schrittweise zum Actionspiel, ohne dabei den Anspruch und den knackigen Schwierigkeitsgrad zu verlieren. Dafür, dass das Spiel nicht zur Massenschlacht ausartet, sorgt zudem eine einfache Mengenbegrenzung. Die maximal zehn Leute können höchstens zehn Fahrzeuge steuern, was einerseits große Gefechte verhindert und andererseits den Spieler vor eine schwere Entscheidung stellt: Je mehr Leute er in eine Mission schickt, desto weniger neue Zivilisten kann er rekrutieren.

In Szene gesetzt wird der Kleinkrieg mit einer schnellen und realistisch tristen 3D-Grafik. Die zeigt zwar weniger Details als der direkte Konkurrent Platoon, ermöglicht aber eine weitaus bessere Fern- und Übersicht. Auch die Bedienung ist einfacher ausgefallen. Ein simples Ziehen eines Gegenstandes aus dem Inventar auf den Empfänger reicht, um Gegenstände auszutauschen. Die Interaktion einer Spielfigur mit Freund und Feind fällt ähnlich leicht, da ein Rechtsklick ein Menü öffnet, aus dem Tätigkeiten wie Heilen, Angreifen oder Sprengen ausgewählt werden. Der Gipfel der Benutzerfreundlichkeit: Die Kämpfe lassen sich jederzeit pausieren, um beispielsweise den Kämpfern einzelne Ziele zuzuweisen, womit Silver Style die Vorzüge von Runden- und Echtzeit-Strategie kombiniert.
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Allgemeine Infos

Name Soldiers of Anarchy
Genre Taktik
Webseite http://www.soldiers-of-an...
Hersteller Silver Style Entertainment (DE)
Anbieter Bigben Interactive
VÖ-Termin 29.11.2002 - zu diesem Produkt einen Lesertest schreiben!
Preis nicht bekannt
Plattformen: pc.gif
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