King's Quest im Test mit Video: So spielt sich die actionreiche Rückkehr eines Adventure-Klassikers

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Test Andreas Bertits - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
King's Quest: Episode 1 - Der seinen Ritter stand, beginnt mit einer Szene, die Fans der Spielreihe sicher wieder erkennen.

Lang lebe der König! Mit King's Quest feiert eine der ältesten Adventure-Reihen ihr Comeback, wie unser Test zeigt. Modernisiert und mit Actioneinlagen versehen, startet Sierra ein neues Abenteuer von König Graham.

Ups, das hat dem Drachen wohl nicht so gut gefallen, dass wir uns zu seinem Schlafplatz geschlichen haben, um den Zauberspiegel zu mopsen. Schnell nehmen wir die Beine in die Hand und versuchen, vor der Bestie zu fliehen! Doch die Brücke aus Betten, Holz und Matratzen stürzt ein und wir fallen in einen reißenden Fluss. Surfend auf einer Matratze räumen wir mit dem Bogen Hindernisse aus dem Weg, springen über Felsen und weichen der Klaue des Ungeheuers aus, das noch immer hinter uns her ist. Am Ausgang wähnen wir uns in Sicherheit, als plötzlich die Wand einbricht und uns die Fratze des Drachen anstarrt. Was tun? Die Glocke mit dem Bogen läuten, um den Drachen abzulenken? Ihn freilassen und sehen, was er mit dem Königreich anrichtet oder seine Ketten strammer ziehen, um ihn stärker zu fesseln? Jede Entscheidung hat später noch Konsequenzen…

King's Quest: Alter Held, neues Gamedesign

King's Quest: Episode 1 - Der seinen Ritter stand, beginnt mit einer Szene, die Fans der Spielreihe sicher wieder erkennen. King's Quest: Episode 1 - Der seinen Ritter stand, beginnt mit einer Szene, die Fans der Spielreihe sicher wieder erkennen. Willkommen in King's Quest, der Neuauflage der klassischen Adventure-Reihe, welche Entwickler Sierra in den Jahren 1984 bis 1998 anhand von acht Spielen veröffentlichte. Aus dem klassischen Adventure vergangener Tage ist nun aber ein moderneres Spielerlebnis geworden, welches mehr an die Telltale-Adventures wie The Walking Dead oder Game of Thrones erinnert. Nach wie vor löst man knifflige Rätsel, spricht mit vielen interessanten Personen und sammelt Gegenstände auf, die man benötigt, um Aufgaben zu erfüllen. Dabei steuert man den Held Graham durch bunte Comic-Landschaften. Quick-Time-Events und Actioneinlagen sorgen für Abwechslung. King's Quest ist in fünf Episoden unterteilt, von denen die erste mit dem Untertitel Der seinen Ritter stand nun erschienen ist.

King's Quest wird fortgesetzt…

Dialoge finden im Multiple-Choice-Verfahren statt und sind sehr gut vertont. Dialoge finden im Multiple-Choice-Verfahren statt und sind sehr gut vertont. Die Geschichte der ersten Episode dreht sich unter anderem darum, wie Graham anhand mehrerer Prüfungen versucht, ein Ritter zu werden. Dabei tappt er in das eine und andere Fettnäpfchen, was für lustige Situationen sorgt, bekommt es mit arroganten Rittern und streikenden Trollen zu tun und muss sogar irgendwie an das Auge einer blutrünstigen Bestie kommen! Dabei müssen typische Gegenstands-Kombinations-Rätsel aber auch Logik-Puzzles gelöst werden. So führt uns der Weg durch einen finsteren Wald, in dem Wölfe lauern. Eine Lampe wäre hilfreich, doch diese ist zerbrochen. Als neues Gefäß für die Kerze könnte der Kürbis auf dem Feld dienen, der jedoch von wütenden Eichhörnchen bewacht wird. Hier wäre die Hilfe des Dachses ganz gut, der sich in einem Busch versteckt. Doch der lässt sich nur mit einem Stück Fleisch herauslocken. Haben wir nicht ein solches an einem Seil über einer Falle hängen sehen…?

Humor spielt zwar immer eine wichtige Rolle, vor allem in den Dialogen, doch mitunter geht es auch dramatisch zu und selbst liebgewonnene Figuren können das Zeitliche segnen. Zusammengehalten werden die Erzählungen des alten Königs Graham durch den Besuch seiner Enkelin Gwendolyn, die ihrerseits an einem Turnier teilnehmen will. Dies ist spannend, manchmal aber auch etwas holprig erzählt. Zwar zündet nicht jeder Kalauer und in der deutschen Version gehen einige Wortwitze des Originals verloren, dennoch wartet man am Ende der ersten Episode gespannt auf die Fortsetzung.

Die Steuerung von King's Quest – ganz schön retro

Die Steuerung im Spiel könnte man einerseits als gewöhnungsbedürftig, andererseits aber auch als "retro" bezeichnen. Eines vorweg: Eine Maus wird kaum unterstützt, was bei einem Adventure etwas seltsam anmutet. Sobald das Spiel beginnt, greift man unweigerlich zur Maus und will die wunderschöne Landschaft nach interessanten Details abgrasen. Doch Pustekuchen. Graham lenkt man mit der Tastatur. Erreicht er einen Ort, an dem es etwas zu entdecken oder zu tun gibt, leuchtet ein Symbol auf und man drückt die Leertaste, um die entsprechende Aktion wie "Untersuchen" oder "Benutzen" auszuführen. Die Maus kommt allerdings beispielsweise beim Bogenschießen, im Inventar oder bei der Dialogauswahl zum Einsatz.

"Retro" ist diese Art der Steuerung deswegen ein wenig, da man in den alten King's Quest-Spielen aus den 1980er-Jahren ebenfalls nur mit der Tastatur gespielt hat. Auch in King's Quest 1 bis 3 steuerte man die Protagonisten lediglich mittels der Tastatur und musste erst nah zu den Stellen in der Landschaft laufen, an denen man etwas tun konnte, um die Aktion dort per Tastatureingabe auszuführen. Im Remake gewöhnt man sich zwar an die Steuerung, vermisst aber dennoch immer wieder die Freiheiten, alles mit einer Maus erkunden zu können.

King's Quest: Schnelle Reaktion

Actioneinlagen zählen zu den Neuerungen im Spiel. Ob das jedem Fan der klassischen Spielreihe zusagt? Actioneinlagen zählen zu den Neuerungen im Spiel. Ob das jedem Fan der klassischen Spielreihe zusagt? King's Quest ist kein reinrassiges Adventure, wie man dies vielleicht vom Namen her erwarten würde. Zwar trefft ihr auf viele interessante Charaktere, die euch Tipps und Hinweise geben und welche für das eine oder andere Rätsel sorgen, dennoch steht auch Action auf der Tagesordnung. In Quick-Time-Events rauscht ihr beispielsweise einen Fluss hinab und springt schnell und geschickt über Hindernisse. Oder man schießt mit Pfeil und Bogen auf bestimmte Objekte, um sie flott aus dem Weg zu räumen. Schafft ihr dies nicht und Held Graham findet so sein unrühmliches Ende, dann dürft ihr es allerdings nochmal versuchen. Denn schließlich erzählt ein gealterter König Graham die Geschichte rückblickend seiner Enkelin, die sich darüber amüsiert, wie ihr Großvater Dinge einbaut, welche offenbar überhaupt nicht so passiert sind.

Die Quick-Time-Events sind einerseits nicht besonders anspruchsvoll, nerven aber andererseits etwas. Man fragt sich einfach immer wieder, wenn ein solches Event stattfindet, was so etwas in einem Adventure in vor allem in King's Quest zu suchen hat. Ein großes Manko stellt das Speichersystem dar, bei dem man pro Spiel nur einen Speicherstand besitzt, der automatisch überschrieben wird. Ein manuelles Speichern und Laden gibt es nicht.

Märchenhafte Atmosphäre in King's Quest

Verrückte Charaktere wie der fahrende Händler sorgen für Lacher. Quelle: Sierra Verrückte Charaktere wie der fahrende Händler sorgen für Lacher. Schon die erste Szene, in der Held Graham im Wald steht und auf einen Brunnen zuläuft, könnte kaum malerischer sein. Die Comic-Grafik erschafft zusammen mit der melodischen und zauberhaften Musik eine fantastische Atmosphäre, die in das fremde Königreich Daventry entführt. Hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet und bringen die King's Quest-Serie gekonnt durch einen besonderen optischen Stil ins 21. Jahrhundert. Die deutsche Sprachausgabe ist durchweg gelungen. Die Sprecher von Graham – sowohl jung als auch alt – seiner Enkelin Gwendolyn und den meisten anderen Figuren sind sorgsam ausgewählt. Da es sich um professionelle Sprecher handelt, sind selbst Betonungen punktgenau umgesetzt. Auch der Humor kommt durch die Sprecher gut rüber und wirkt nicht aufgesetzt. So wünscht man sich das für ein spannendes Abenteuer, in dem die Geschichte im Vordergrund steht.

Nostalgie spielt in King's Quest mit

King's Quest Episode 1: Der seinen Ritter stand erzählt neue Abenteuer aus dem Leben von Graham, greift aber auch Geschehnisse auf, die bereits in den Vorgängerspielen erzählt wurden. Da Graham mittlerweile ein alter Mann ist, schmückt er seine Geschichten inzwischen etwas aus, sodass sie vielleicht anders ablaufen, als man das noch aus den alten Spielen kennt – vorausgesetzt, man kennt sie überhaupt. Die früheren Aktionen wie "Wirf Dolch auf Drache", der daraufhin tot umfällt, schmückt man nun durch Wildwasserfahrten, Schleicheinlagen, Versteckspiele und viele spannend inszenierte Szenen aus. Daher richtet sich das neue King's Quest ganz klar nicht nur an Nostalgiker, sondern auch an eine neue Generation von Spielern, die mehr mit Telltale-Adventures als mit klassischen Point-and-Click-Spielen anfangen kann. Aber im Grunde bietet das Spiel für alle Adventure-Fans jede Menge Spaß!

King's Quest: Fazit und Wertung

[STATEMENT ID=110689 TYPE=2]

Wertung zu King's Quest (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Märchenhafte AtmosphäreSchön inszenierte GeschichteSehr gute deutsche SprecherKnackige aber nicht unfaire RätselEntscheidungen mit KonsequenzenMehrere Lösungswege
Gewöhnungsbedürftige SteuerungActioneinlagen wirken manchmal unpassendErzählstruktur teilweise etwas holprigEinige Wortwitze gehen in der deutschen Fassung verlorenKeine lippensynchrone SprachausgabeSpeichersystem mit nur einem Spielstand, der automatisch überschrieben wird
Fazit

Teils klassische, teils ungewohnte Königsrückkehr.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Zitat von Spiritogre
        Ah, okay, danke für die Aufklärung, ich wusste nicht, dass das so funktioniert. Ich dachte, es kommt immer automatisch ein Thread, wenn eine News gepostet wird.
        Mittlerweile ist das so, ja. Damals aber noch nicht :)
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Zitat von Spiritogre
        Ah, okay, danke für die Aufklärung, ich wusste nicht, dass das so funktioniert. Ich dachte, es kommt immer automatisch ein Thread, wenn eine News gepostet wird.
        Mittlerweile ist das so, ja. Damals aber noch nicht :)
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von PeterBathge
        Der Thread wurde erstellt, weil Flashback1964 zwei Jahre nach Veröffentlichung darauf geantwortet hat.
        Ah, okay, danke für die Aufklärung, ich wusste nicht, dass das so funktioniert. Ich dachte, es kommt immer automatisch ein Thread, wenn eine News gepostet wird.
      • Von Peter Bathge Mitglied
        Zitat von Spiritogre
        Hmm? Warum kommt eine News zu einem zwei Jahre altem Test?
        Der Thread wurde erstellt, weil Flashback1964 zwei Jahre nach Veröffentlichung darauf geantwortet hat. Und das ist auch die Antwort, warum wir die anderen Episoden nie getestet haben: Offensichtlich hat das Spiel so gut wie niemanden interessiert.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Hmm? Warum kommt eine News zu einem zwei Jahre altem Test?

        Habe das Teil seit ewigen Zeiten durch ein Bundle (komplett) in meiner Bibliothek, allerdings bisher nicht mehr als angespielt. Einfach keine Zeit.
      • Von Flashback1964 Anfänger/in
        warum gibt es eigentlich keinen Test des gesammten Spiels?, leider scheint das Spiel von Episode zu Episode schlechter geworden zu sein. Auf Steam gibt es zwar etliche positive Bewertungen, die liegen aber von der Spielzeit meist unter 7 Std., also nicht wirklich aussagekräftig.
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