God of War 3: Remastered im Test - Immer noch ein Meisterwerk

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Test Sascha Lohmüller - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
God of War 3: Remastered im Test - Immer noch ein Meisterwerk
Quelle: Sony

God of War 3: Remastered für die PS4 im Test! Der dritte Teil von Kratos' Rachefeldzug gehört zu den besten Spielen der letzten Konsolengeneration - nun könnt ihr ihn auf der PlayStation 4 nachholen. Ob sich der Kauf der grafisch aufgemotzten Schlachtplatte lohnt, klärt unser nachfolgender Testbericht.

God of War 3. Remastered Test. Schon wieder so ein "altes" Spiel. Klären wir daher die beiden wohl brennendsten Fragen, die Gegnern der Remaster-Welle auf der Zunge brennen: Nein, wenn ihr das PS3-Spiel bereits besitzt und durchgespielt habt, braucht ihr die Remastered-Version nicht. Die bietet nämlich nur die alten DLC-Inhalte, eine aufgehübschte Optik mit 60 Frames pro Sekunde und einen – zugegebenermaßen wirklich komfortablen, schicken – Fotomodus. Und ja, dafür sind 50 Euro dann tatsächlich etwas happig. 10 bis 15 Tacken weniger hätten es im Endeffekt wohl auch getan. Doch sieht man von diesen Einwänden einmal ab, muss einfach festgehalten werden: God of War 3 ist immer noch ein Action- Feuerwerk allererster Kajüte, auch auf der PS4.

God of War 3: Remastered - Magna Sparta

Stier gewinnt: Nur wer vernünftig blockt und ausweicht, übersteht größere Kämpfe oder Boss-Fights. Alle anderen werden von Minotaurus und Co. in den Boden gerammt. Quelle: Sony Stier gewinnt: Nur wer vernünftig blockt und ausweicht, übersteht größere Kämpfe oder Boss-Fights. Alle anderen werden von Minotaurus und Co. in den Boden gerammt. Das liegt vor allem an zwei Dingen: an der Inszenierung und dem gelungenen Gameplay. Erstere sucht auch heute noch ihresgleichen – wer über haushohe Titanen kraxelt, im Flug Harpyen zerhäckselt, Gegnern gleich reihenweise in rasanten Kamerafahrten Extremitäten ambulant amputiert und sich dabei mit Göttern Wortgefechte liefert, dem will die Kinnlade von Anfang bis Ende des rund zehn Stunden umfassenden Abenteuers nicht mehr hochklappen. Unterbrochen wird das Action-Feuerwerk nur hin und wieder, etwa wenn ihr eines der Rätsel löst oder mit anderen Charakteren plaudert. Fairerweise muss jedoch festgehalten werden, dass Kratos im dritten Teil der Reihe wohl den eindimensionalsten Eindruck hinterlässt. Schließlich ist God of War 3 der Serienableger, in dem der Geist von Sparta endgültig seiner Wut freien Lauf lässt und die Olympier ohne Rücksicht auf Verluste für ihre Taten büßen lassen will.

Hass Effect: Auf dem Höhepunkt seines Abenteuers ist von Kratos nur noch ein wütender Racheengel übrig. Andere Gefühle zeigt er im dritten Teil kaum noch. Hass Effect: Auf dem Höhepunkt seines Abenteuers ist von Kratos nur noch ein wütender Racheengel übrig. Andere Gefühle zeigt er im dritten Teil kaum noch. Die emotionale Seite Kratos', die vor allem in den beiden PSP-Ablegern Ghost of Sparta und Chains of Olympus thematisiert wird, kommt unserer Meinung nach etwas zu kurz. Ebenfalls schade: Auch wenn anfangs ein kurzer, sehr stilisierter Prolog-Clip versucht, die bisherige Geschichte zusammenzufassen, dürften Serien-Neulinge von der Story erst mal gar nichts verstehen. Das ist vor allem deshalb ungünstig, da ihr auf der PS3 immerhin die Möglichkeit hattet, euch die beiden Collections mit den Vorgängern zuzulegen – eine Möglichkeit, die sich reinen PS4- Zockern natürlich nicht bietet. Wir empfehlen daher die Lektüre unserer Story-Zusammenfassung im Special vor zwei Ausgaben. Die Kurzform: Kratos ist ein Halbgott und die Olympier um Zeus haben ihn nicht nur mehrfach hintergangen, sondern auch dazu gebracht, seine Familie zu töten. Grund genug also, mächtig angefressen zu sein.

God of War 3: Remastered - Der Mix macht's

Wo rohe Kräfte sinnlos spalten: Kraxeleien über Felsvorsprünge oder an wuchernden Pflanzen entlang gehören zur Tagesordnung, Sprünge auch. Quelle: Sony Wo rohe Kräfte sinnlos spalten: Kraxeleien über Felsvorsprünge oder an wuchernden Pflanzen entlang gehören zur Tagesordnung, Sprünge auch. Beim Gameplay ist es vor allem die tolle Mixtur, die so gefällt. Ihr duelliert euch nicht einfach nur mit Scharen von Gegnern, sondern löst auch diverse Rätsel, die sich meist auf das Verschieben von Statuen oder Säulen und das Umlegen von Schaltern beschränken, und meistert zahlreiche Geschicklichkeitspassagen. Auch in diesen wird Abwechslung großgeschrieben. Ihr hangelt euch an Ranken entlang, klettert Wände rauf und runter, hüpft über Plattformen, gleitet über Abgründe oder fliegt von Luftströmen emporgetrieben durch enge Schächte. Hinzu kommt, dass das Kampfsystem in mittlerweile sechs Serien-Ablegern perfektioniert wurde. Es ist actionreich genug, um trotz Dauereinsatz nicht zu langweilen, und bietet nebenbei auch genügend taktische Tiefe, um Action-Profis ordentlich zu fordern.

Hangelausflug: Auch in den zahlreichen Geschicklichkeitspassagen oder bei den Rätseln werdet ihr regelmäßig von Gegnern angegriffen. Quelle: Sony Hangelausflug: Auch in den zahlreichen Geschicklichkeitspassagen oder bei den Rätseln werdet ihr regelmäßig von Gegnern angegriffen. Prügelt man sich auf dem leichtesten der insgesamt vier Schwierigkeitsgrade (den letzten müsst ihr erst freischalten) noch ohne Probleme selbst durch die größten Gegnerhorden, ist spätestens auf dem dritten Grad Schluss mit Button- Mashing. Nur wer Gegnerangriffe abblockt, stärkeren Attacken ausweicht und von all seinen Zaubern, Fähigkeiten und Waffen Gebrauch macht, geht hier siegreich hervor. Und von denen findet ihr so einige: Jede Waffe, über die ihr stolpert, ist mit mehreren Zauberattacken gekoppelt. Heißt: Wollt ihr einen bestimmten Zauber einsetzen, müsst ihr auch die dazu passende Waffe einsetzen. Dass jede Waffe zudem über eigene Kombos verfügt, die ihr durch den Einsatz von roten Orbs freischaltet, versteht sich von selbst. Ein Sonderfall nimmt übrigens die Klinge des Olymps ein. Dieses mächtige Schwert nutzt ihr nicht ganz normal wie eure anderen Waffen, sondern nur im Rage-Modus. Den ladet ihr nach und nach auf und aktiviert ihn dann auf Knopfdruck.

Wie der Name schon vermuten lässt, seid ihr in diesem Modus kaum noch aufzuhalten. Neben Waffen findet ihr aber auch noch weitere Gegenstände wie einen Bogen oder eine recht … unübliche Laterne (wir spoilern mal lieber nichts dazu). Die könnt ihr sowohl im Kampf einsetzen, um Feinde etwa zu blenden oder zu betäuben, ihr nutzt sie aber auch sehr oft für eingangs erwähnte Rätsel. Das Highlight sind in diesem Zusammenhang übrigens die spektakulären Bosskämpfe gegen Götter, Halbgötter und Titanen, die meist in mehrere Phasen eingeteilt sind. Bis ihr hier das richtige Timing für die einzelnen Attacken heraushabt (und eure Aufmerksamkeit von der Bombast-Inszenierung abwendet) und wisst, mit welcher Waffen-Item-Kombo ihr am effektivsten seid, vergehen einige schmerzhafte Versuche.

God of War 3: Remastered - Handlings-Bedarf

Stopp! Hammertime! Diesen steinernen Buben klaut Kratos per Quick-Time-Event ihre handlichen Hämmerlein - und gibt ihnen damit dann gehörig auf die Zwölf. Quelle: Sony Stopp! Hammertime! Diesen steinernen Buben klaut Kratos per Quick-Time-Event ihre handlichen Hämmerlein - und gibt ihnen damit dann gehörig auf die Zwölf. Dass es bei einem mittlerweile fünf Jahre alten Spiel auch Bereiche gibt, an denen der Zahn der Zeit nagt, ist klar. Im Falle von God of War 3 ist das vor allem die Steuerung. Die war 2010 schon in einigen Abschnitten unnötig hakelig, wirkt 2015 aber mitunter richtig antiquiert. Vor allem die häufig eingesetzten Button-Mashing- Quick-Time-Events (was für ein hässliches Wort) sind unserer Meinung nach nicht mehr zeitgemäß. Ja, in den Kämpfen lassen wir uns eingeblendete Knöpfchen auf Kosten der tollen Inszenierung noch gefallen. Und ja, auch als Reaktionstest in irgendwelchen Sprungpassagen taugen QTEs durchaus nach wie vor. Aber muss wirklich jede Tür durch Hämmern der Kreis-Taste geöffnet werden? Das nervt mittlerweile nur noch. Auch die Kollisionsabfrage in dem ein oder anderen Geschicklichkeitsabschnitt wirkt mittlerweile irgendwie holprig. Das insgesamt zwar schwächere, aber drei Jahre jüngere God of War: Ascension machte in dieser Hinsicht schon einen reiferen Eindruck.

God of War 3: Remastered - Ich habe heute ein Foto für dich

Instagrim: Mithilfe des Fotomodus samt Filtern zaubert ihr im Handumdrehen echt hübsche Shots. Wie zum Beispiel fast alle in diesem Artikel. Quelle: Sony Instagrim: Mithilfe des Fotomodus samt Filtern zaubert ihr im Handumdrehen echt hübsche Shots. Wie zum Beispiel fast alle in diesem Artikel. Ein paar "neue" Features haben es allerdings auch auf die Disc geschafft. "Neu" deshalb in Anführungsstrichen, weil die DLCs natürlich auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben, aber immerhin nun erstmals in nicht digi- taler Form erhältlich sind. Wirklich vom Hocker hauen sie allerdings niemanden. Die Kostüme sind "nice to have", da sie nicht nur optisch für etwas Abwechslung sorgen, sondern auch das Spielgefühl verändern, indem sie euren Schaden, aber auch den der Gegner erhöhen. Wirklich neu sind hingegen ein paar kleinere grafische Anpassungen. Zum einen wurde das Beleuchtungssystem überarbeitet und wirkt nun noch stimmiger, als es bei der PS3-Fassung eh schon der Fall war. Zum anderen schnetzelt sich Kratos nun in flüssigen 60 Frames pro Sekunde durch die griechische Mythologie. Gerade bei einem rasanten Spiel wie God of War 3 fällt dies extrem positiv ins Gewicht. Auch das Charaktermodell von Kratos wurde dezent überarbeitet und ist nun einer Next-Gen-Konsole würdig. Schade, dass das nicht für alle Figuren gilt, gerade der oben abgebildete Hephaistos wirkt nicht mehr zeitgemäß.

Stimmung am Schmiedepunkt: Waffenmeister Hephaistos ist einer der wenigen Götter, die euch anfangs noch wohlgesinnt sind. Stimmung am Schmiedepunkt: Waffenmeister Hephaistos ist einer der wenigen Götter, die euch anfangs noch wohlgesinnt sind. Unser persönliches Highlight ist aber tatsächlich der neue Fotomodus, mit dem wir auch einen Großteil der Bilder in diesem Test angefertigt haben. Mit einem einfachen Knopfdruck – die linke Seite des Touchpads … wir haben auch ewig gesucht – friert das Geschehen ein und ihr könnt nach Belieben zoomen, den Bildausschnitt anpassen, Helligkeit und Bloom-Effekt regeln, Rahmen um den Shot basteln und sogar unterschiedliche Farb-Filter darüber legen. Das ist bei einem so auf Inszenierung ausgelegten Spiel wie God of War 3 ein großer Spaß. Nur eines dürft ihr nicht: die Kamera frei drehen. Logisch allerdings, denn das geht auch im laufenden Spiel nach wie vor nicht. Bleibt die Frage: Wer braucht dieses Spiel? Für Besitzer der PS3-Fassung lohnt sich der Kauf wie eingangs erwähnt nicht. Die Zielgruppe sind eher jene Zocker, die die PS3-Generation womöglich verpasst haben und somit auch niemals in den Genuss von Kratos' Abenteuern kamen. Für die ist God of War 3 Remastered ein wirklich tolles Erlebnis – und eine passende Einstimmung auf den bald dann hoffentlich angekündigten vierten Teil...

Meinung

Wertung zu God of War 3 Remastered (PS4)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Fantastische InszenierungGroßartiges Action-GameplayTechnisch immer noch beeindruckendPortierung auf die PS4 gelungen
Setzt Vorkenntnisse voraus, etwas teuerMitunter arg hakelige Steuerung
Fazit

Immer noch ein Meisterwerk, langsam nagt aber der Zahn der Zeit daran.

Bildergalerie

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    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gemar Mitglied
        50€ für eine Remastered Version ist einfach zu teuer. Nur wegen so einem Foto-Modus?
        Irgendwie schon Abzocke für so ein altes Spiel. 35€ wären angemessen. Aber man kann ja warten bis der Preis sinkt. 50-60€ hätte man für eine Remastered Trilogie verlangen können.
      • Von Gemar Mitglied
        50€ für eine Remastered Version ist einfach zu teuer. Nur wegen so einem Foto-Modus?
        Irgendwie schon Abzocke für so ein altes Spiel. 35€ wären angemessen. Aber man kann ja warten bis der Preis sinkt. 50-60€ hätte man für eine Remastered Trilogie verlangen können.
      • Von Zybba Mitglied
        Zitat von linktheminstrel
        dumm steht bei meinem kommentar nirgens.
        Wenn du von anderen Spielern als "bedingungslose Schafe" sprichst, klingt das aber deutlich durch.

        Zitat von linktheminstrel
        wenn jemand gerne den vollpreis für etwas zahlt... soll er das. ich nenne es bedingungslose unterstützung.
        Einfach mal über den Tellerrand schauen...
      • Von linktheminstrel Mitglied
        Zitat von Zybba
        Es hat halt nicht jeder die gleichen Bedingungen. Ist ja ok, dass du es für den Preis als deutlich zu teuer empfindest.
        Aber stell nicht die, die bereit sind das zu zahlen, als dumm hin.
        dumm steht bei meinem kommentar nirgens. wenn jemand gerne den vollpreis für etwas zahlt... soll er das. ich nenne es bedingungslose unterstützung. komischwerweise waren gow 1&2, bzw die zwei psp-titel bei weitem billiger als das grafische update EINES komplett fretigem und nicht erweiterten titels. auch ico und the shadow of collossus kosteten auf ps3 40€... also kostete ein spiel 20€, jetzt kostet ein spiel 50-60€... aber ja, wenn's die leute mit sich machen lassen... deswegen kommt ja ein remaster nach dem anderen raus.
        Zitat von Phone
        Ja ^^
        Da sollte stehen: Sieht für mich so aus als ob zwingend negative Punkte gesucht werden mussten.
        und du meinst, dass ein schlechtes preis/leistungsverhältnis (was es, wenn du den preisunterschied zum erhältlichen originalspiels ansiehst auch ist) nicht als negativ-punkt gelten sollte?
      • Von Zybba Mitglied
        Zitat von linktheminstrel
        also ist es für dich ok, wenn man für ein spiel gleich 2x den vollpreis verlangt? für mich ist es das nicht. gow3 ist ein reiner grafischer aufguss. dafür 50-60€ zu verlangen, ist mmn einfach nur frech. klar muss man es sich nicht kaufen, es gibt aber eben bedingungslose schafe, die diesen rip-off noch für gut heißen.
        Es hat halt nicht jeder die gleichen Bedingungen. Ist ja ok, dass du es für den Preis als deutlich zu teuer empfindest.
        Aber stell nicht die, die bereit sind das zu zahlen, als dumm hin.
      • Von Gast1712481002 Mitglied
        Zitat von golani79
        Fehlt da was?
        Ja ^^
        Da sollte stehen: Sieht für mich so aus als ob zwingend negative Punkte gesucht werden mussten.
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