Batman: Arkham Knight - Wie Rocksteady und Warner das Vertrauen vieler Fans verspielten

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Mit Arkham Knight bringt Rocksteady seine große Batman-Reihe zu einem dramatischen Abschluss.
Quelle: Rocksteady / PC Games

Mit Batman: Arkham Knight haben sich Rocksteady und Warner Bros. keinen Gefallen getan. Grund hierfür ist nicht nur die vermurkste PC-Version. Denn auch das als große Neuerung angepriesene Batmobil entpuppt sich als echte Spielspaßbremse, findet jedenfalls PC Games-Redakteur Felix Schütz. Ein Kommentar zum "Knightfail".

Nicht Joker, nicht Scarecrow, ja nicht mal Bane ist es gelungen, Batman zu brechen. Kein Wunder: Die größte Gefahr droht dem Dunklen Ritter nicht von irgendwelchen Superschurken, sondern, wie wir nun wissen, von einer vermurksten PC-Umsetzung – und genau die haben Warner Bros. und Rocksteady ihren Fans mit Arkham Knight leider zugemutet.

The Shitstorm Rises

Da Warner Bros. vorab keine PC-Testversionen verschickt hatte, wusste niemand, was die Spieler in der Release-Nacht am 23. Juni 2015 erwarten würde – nämlich ein Debakel: Selbst auf einigen pfeilschnellen Rechnern lieferte das Finale der Arkham-Reihe eine schwache Performance, besonders wenn man im brandneuen Batmobil unterwegs ist. Eine Lösung für das Problem gibt es noch nicht. Während das Spiel auf manchen System schlicht ungenießbar ist, läuft es auf anderen (teils schwächeren) Rechnern kurioserweise zufriedenstellend. Ebenso blöd: Der PC-Umsetzung fehlen einige der tollen Regeneffekte aus den Konsolenversionen, außerdem werden Texturen oft verzögert nachgeladen.

Das Kampfsystem wurde in Details verfeinert. Schade: Große Bossgegner gibt's diesmal kaum. Quelle: Rocksteady / PC Games Das Kampfsystem wurde in Details verfeinert. Schade: Große Bossgegner gibt's diesmal kaum. Das Grafikmenü bietet nur wenige Optionen, da hatten die Vorgänger deutlich mehr zu bieten. Einzig die Maus-Tastatur-Steuerung erntet viel Lob, denn die ist ähnlich gut wie in den alten Arkham-Teilen. Die Reaktionen der Spieler ließen nicht lange auf sich warten: Selbst Wochen nach Release fährt das Spiel vernichtende User-Bewertungen auf Metacritic, Steam und anderen Seiten ein. Schnell wurde bekannt, dass die PC-Version gar nicht von Rocksteady selbst, sondern von dem bislang kaum bekannten Studio Iron Galaxy portiert wurde. Der Shitstorm war schon nicht mehr aufzuhalten, als Warner Bros. endlich Stellung bezog: Der Publisher nahm offiziell die Schuld auf sich und bot verärgerten PC-Spielern eine Rückerstattung des Kaufpreises an. Kurz darauf dann der Hammer: Warner gab bekannt, den Verkauf der PC-Version vorübergehend einzustellen! So will man sich Zeit verschaffen, in der Rocksteady die PC-Version auf Vordermann bringen soll, um sie für eine Neuveröffentlichung fit zu machen. Wann diese Neuauflage erscheint, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest – den Ruf des Spiels wird sie aber nicht mehr völlig retten können.

Batmobil als Spielspaßbremse Brillant inszeniert, aber auch oft nervig: Rocksteady rückt das Batmobil zu stark in den Mittelpunkt. Quelle: Rocksteady / PC Games Brillant inszeniert, aber auch oft nervig: Rocksteady rückt das Batmobil zu stark in den Mittelpunkt. PC hin oder her, der neue Batman hat auch mit spielerischen Hürden zu kämpfen. In unserer Schwesterzeitschrift play4 schneidet die PS4-Version von Arkham Knight "nur" mit einer sehr guten Wertung von 87 ab. Das ist zwar immer noch ein tolles Ergebnis, im Vergleich zum brillanten Vorgänger Arkham City (Wertung in PCG 01/2012: 92) aber auch ein klarer Rückschritt. Das liegt vor allem am Batmobil, das Rocksteady zu stark in den Mittelpunkt rückt. Die genialinszenierte Karre sorgt nämlich für allerlei Ärger, etwa nervige Verfolgungsjagden durch Gothams Straßen, bei denen die halbe Stadt in Schutt und Asche gelegt wird. Zudem muss Batman zig Panzerschlachten gegen feindliche unbemannte Drohnen bestreiten; bis zu vier Dutzend dieser Stahlklötze wollen so mühsam zu Schrott geballert werden.

Im Panzermodus ballern wir unbemannte Drohnen von der Straße. Eine eher stumpfe Materialschlacht. Quelle: Rocksteady / PC Games Im Panzermodus ballern wir unbemannte Drohnen von der Straße. Eine eher stumpfe Materialschlacht. Mit Batman hat das nur noch wenig zu tun! Um dem Batmobil gerecht zu werden, hat Rocksteady die Spielwelt deutlich größer gestaltet als in Arkham City – das sorgt für eine optisch beeindruckende Stadtkulisse, die aber auch mit Inhalten gefüllt werden will. Eben hier machen es sich die Entwickler zu leicht: Fast alle Nebenquests und Missionstypen wiederholen sich mehrmals, damit der Spieler immer genug zu tun hat – das macht anfangs noch riesigen Spaß, fühlt sich dann aber schnell nach Spielzeitstreckung an. Auch der neue Superschurke Arkham Knight entpuppt sich als allzu offensichtlich, Batman-Kenner dürften seine Offenbarung nur mit einem müden Lächeln quittieren – von Rocksteady ist man Besseres gewohnt.

Trotz allem: ein großes, edles Finale

Fan-Service: Robin, Oracle und andere wichtige Figuren spielen endlich größere Rollen in der Story. Quelle: Rocksteady / PC Games Fan-Service: Robin, Oracle und andere wichtige Figuren spielen endlich größere Rollen in der Story. Sieht man von dem aufgezwungenen Batmobil und den durchwachsenen Nebenquests einmal ab, ist Arkham Knight über weite Strecken aber ein packendes, beeindruckend inszeniertes und großartig spielbares Action-Adventure – eben weil es sich außerhalb der Bat-Karre genauso spielt wie der geniale Vorgänger! Rocksteady liefert diesmal zwar nur wenig neue Gadgets und Spielideen, verfeinert das brillante Grundgerüst aber noch mal in Details. So verfügt Batman nun über eine saucoole Möglichkeit, ahnungslose Feinde gleich reihenweise auszuschalten. Außerdem kämpft er in manchen Szenen Seite an Seite mit KI-Mitstreitern – das ist unfassbar gut inszeniert.

Selbst das Schleichen ist noch einen Tick spannender als in den Vorgängern. Obwohl manche Dialoge etwas platt ausfallen, überzeugt auch die Hauptstory mit dramatischen Szenen, viel Fan-Service und dem ein oder anderen Gänsehautmoment. Das letzte Arkham-Spiel ist damit trotz klarer Schnitzer ein würdiges, großes und brillant inszeniertes Finale geworden – als ein Meisterwerk wie Arkham City wird es aber nicht in Erinnerung bleiben. Die Kritikpunkte dürften Rocksteady allerdings ziemlich egal sein: Batman: Arkham Knight ist trotz mancher Schwächen das bislang am schnellsten verkaufte Spiel 2015.

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    • Kommentare (25)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MichaelG Mitglied
        Was AC betrifft: Von mir aus können die den Gegenwartsaspekt weglassen. Der Reiz von AC liegt für mich rein in der Historie. Und da sollte man zeitlich dem 20. Jahrhundert nicht zu nah kommen. Viktorianisches England geht noch ok.

        Was mich an BF gestört hat war, daß das Feeling von AC gefehlt hat. Gut man war Assassine. Aber auch nur weil man einen abtrünnigen Assassinen (aus vollkommen anderen Beweggründen) getötet hatte. Das Schiff herumfahren war nett und solange man sich einredet ein Piratenspiel zu zocken gehts auch in Ordnung. Aber AC machen bei mir andere Dinge aus. Und ein Unity oder auch ein Syndicate sind für mich auf dem ersten Blick AC. Allerdings müßte ich die Story noch detaillierter kennen. Da ich aber Spoiler vermeiden will warte ich bis zum Release. Aber bei Unity ist der Assassinenaspekt vertreten.
      • Von MichaelG Mitglied
        Was AC betrifft: Von mir aus können die den Gegenwartsaspekt weglassen. Der Reiz von AC liegt für mich rein in der Historie. Und da sollte man zeitlich dem 20. Jahrhundert nicht zu nah kommen. Viktorianisches England geht noch ok.

        Was mich an BF gestört hat war, daß das Feeling von AC gefehlt hat. Gut man war Assassine. Aber auch nur weil man einen abtrünnigen Assassinen (aus vollkommen anderen Beweggründen) getötet hatte. Das Schiff herumfahren war nett und solange man sich einredet ein Piratenspiel zu zocken gehts auch in Ordnung. Aber AC machen bei mir andere Dinge aus. Und ein Unity oder auch ein Syndicate sind für mich auf dem ersten Blick AC. Allerdings müßte ich die Story noch detaillierter kennen. Da ich aber Spoiler vermeiden will warte ich bis zum Release. Aber bei Unity ist der Assassinenaspekt vertreten.
      • Von Zybba Mitglied
        Zitat von RobinNyan
        es ist keine vermutung, es ist erstens offensichtlich, und zweitens hat ubi das damals auch so erklärt.
        Es ist "offensichtlich". Ok.
        PR Aussagen von Publishern sind nicht wirklich vertrauenswürdig.

        Worauf ich hinaus will:
        Du lieferst für mich genau so viele "echte Argumente", wie die, die du hier als Kinder bezeichnest.
      • Von bltpgermany Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von AC3
        black flag war das beste assassins creed bisher und wird es vermutlich auch weiterhin bleiben.
        unity ist schlecht und das nächste assasssins creed wird vermutlich genauso mies.

        Deine Meinung. :-) Ich fand es auch nicht schlecht, hatte für mich aber nichts mehr mit Assassins Creed zu tun.

        Dazu muss ich wohl schreiben was AC für mich ist.

        - Erforschung der Vergangenheit um ein gegenwärtiges Problem zu lösen, oder Taten zu vereiteln.
        - Erforschung der Vergangenheit erfordert einen Nachfahren jener Person, dessen Vergangenheit man erneut durchleben will.
        - Miterleben wie ein ahnungsloser auf den Pfad der Assassinen geführt wird, und lernt die Welt aus einem größeren Ganzen zu sehen.
        - Außerirdischer Einfluss (Tempel, Edensplitter, Visionen, Prophezeiungen ect.
        - Bis in die heutige Zeit herrschender Konflikt zwischen Templern (Frieden durch Kontrolle) und Assassinen (Frieden durch Freiheit).

        Was ist davon in AC4:

        - Erforschung der Vergangenheit (Ja), aber gegenwärtiges Problem? (Naja)

        Eine Maschine mit deren Hilfe man (sofern das Blut der Zielperson vorhanden) durch die Augen eines Anderen sehen kann. Was hätte man aus der Story machen können. Ein Abhörgerät in den Händen der Templer. Leider bleibt die Wichtigkeit dieser Maschine nur in der Vergangenheit vorhanden. DIe Gegenwarts Story wird völlig verharmlost. Man spielt einen absoluten Niemand, von höheren Zielen oder Auswirkungen in der Gegenwart keine Spur. Es wird lediglich aufgezeigt, was die Templer in der Gegenwart erreicht haben.

        - Erforschung der Vergangenheit erfordert das Blut eines der Nachfahren jener Person, dessen Vergangenheit man erneut durchleben will.

        Es ist mitlerweile völlig egal wer man ist, oder von wem man abstammt. Sofern das Blut des Nachfahren vorhanden ist, in diesem Falle das von Desmond Miles, kann sich jeder dessen Erinnerungen anschauen. (Wahrscheinlich wollte man sich die Entwicklung eines neuen Desmond Miles sparen) Für mich ein K.O. Kriterium. Es zeichnet sich immer weniger ab, dass der Assassinen Orden bis in die heute Zeit Bestand hat.

        - Miterleben wie ein ahnungsloser auf den Pfad der Assassinen geführt wird, und lernt die Welt aus einem größeren Ganzen zu sehen.

        Man spielt einen geldgierigen dauerbesoffenen Piraten. Ihm werden zwar nach und nach höhere Ziele eingetrichtert, er nimmt diese aber nur mäßig in sich auf. Ich hatte nicht wie bei Ezio Auditore die Hoffnung diesen Schwachkopf nochmal zu spielen. Im Gegenteil, während des ganzen Spiels dachte ich mir, boa wieso muss ich diese ahnungslose Niete spielen.

        - Außerirdischer Einfluss (Tempel, Edensplitter, Visionen, Prophezeiungen ect.)

        Völlig vermisst habe ich Szenen wie in z.B. AC3, in der einem ahnungslosen Indianer erklärt wird, was passiert, wenn er nicht dem Weg folgt, der ihm bestimmt ist. Oder Szenen in denen ein Ezio Auditore versteht (übrigens der Einzige Protagonist, der das erkennt), dass er nur ein Meilenstein in einer langen Entwicklung von Ereignissen ist, die weit über seinen Tod hinaus gehen. (Ende Assassins Creed Revelations, was ich für mich unter den Top 5 aller Spieleenden packen würde, die ich kenne)

        Juno kommt zwar vor, und lebt wohl jetzt im Internet weiter, aber man sieht ja an Rogue und Unity wie sehr sie an der Story festhalten. Nämlich null.

        - Bis in die heutige Zeit herrschender Konflikt zwischen Templern (Frieden durch Kontrolle) und Assassinen (Frieden durch Freiheit).

        Die Assassinen sind zu einer Gruppe von zwei Hackern geschrumpft, ohne dass weitere Assassinen großartig erwähnt werden. Die Temper hingegen sind eine riesige Organisation, die versucht ihre Kunden für sich arbeiten zu lassen, indem sie massenhaft die Vergangenheit erfoschen. (Unter dem Mantel des Entertainments)

        Im Gesamten war AC4 ein gutes Piratenspiel, aber mehr war es auch nicht. Jedenfalls kein Assassins Creed nach meinen Maßstäben.

        Die Gegenwarts Story von Unity war doch einfach nur lächerlich...
        Such mal in der Vergangenheit nach einem "Weisen" und finde herraus wie und wo er gestorben ist, damit wir die Überreste bergen können, bevor die Templer ran kommen.
        OK du hast die sterblichen Überreste gefunden, ist ja nix mehr da, naja OK aber kannst ja noch n weilchen im Animus abchillen. *Kotz*

        AC in London wird genauso ein bescheuerter Einheitsbrei. Das Ganze wird etwas auf Engländer getrimmt (Schlagringe und Prügeleien) und dazu noch das super neue Killer-Feature, die Kutschen. Laaaaaaaaaaangweilig. Wird von mir nicht gekauft. Ich schaue mir ein paar Folgen Lets Play auf YouTube an, und wenn keine Gegenwarts Story vorhanden ist, ist AC endgültig für mich gestorben.
      • Von RobinNyan Mitglied
        Zitat von Zybba
        Schade, dass die Trilogie nicht würdig zum Abschluss gebracht wurde. :I

        Dein Argument ist doch auch nicht mehr als eine Vermutung?
        es ist keine vermutung, es ist erstens offensichtlich, und zweitens hat ubi das damals auch so erklärt.

        Zitat von MichaelG
        Naja. Etwas ist sicher daran schon rein von der Theorie her.

        Zum Thema neue Engine kommt hinzu, daß Ubisoft parallel noch an dem Old-Gen-Ableger (Rogue) gearbeitet hat und dadurch auch Potential (personell, zeitlich, technisch) gebunden wurde. Dazu der ganze (in meinen Augen vollkommen überflüssige) Social Media Crap und der KOOP-Part....

        Unter anderen Vorraussetzungen hätte Unity durchaus das Potential gehabt für einen reibungslosen Release (den es aber nun einmal leider nicht gab). Die andere Geschichte ist sicher viel Spekulation, aber es wird vielleicht doch hier und da ein Teil Wahrheit drin stecken.
        rogue wurde von nem anderen internen studio (Ubisoft Sofia) gemacht, welche sonst die Portierungen auf die PS3 und xbox glaub ich übernommen haben.
      • Von MichaelG Mitglied
        Naja. Etwas ist sicher daran schon rein von der Theorie her.

        Zum Thema neue Engine kommt hinzu, daß Ubisoft parallel noch an dem Old-Gen-Ableger (Rogue) gearbeitet hat und dadurch auch Potential (personell, zeitlich, technisch) gebunden wurde. Dazu der ganze (in meinen Augen vollkommen überflüssige) Social Media Crap und der KOOP-Part....

        Unter anderen Vorraussetzungen hätte Unity durchaus das Potential gehabt für einen reibungslosen Release (den es aber nun einmal leider nicht gab). Die andere Geschichte ist sicher viel Spekulation, aber es wird vielleicht doch hier und da ein Teil Wahrheit drin stecken.
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