Netzwerk über Strom: PC Games-Redakteur Stefan Weiß probiert's aus

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Heimnetzwerk ohne Strippenziehen - So funktioniert die dLAN-Einrichtung zu Hause.
Quelle: Devolo

Heimnetzwerk ohne Kabelverlegung? PC Games-Redakteur Stefan Weiß verbaut das Starter Kit dLAN 1200+ WiFi sowie das Powerline LAN Starter Kit von Devolo im Familienhaushalt und lässt euch an seinen Erfahrungen bei der Installation teilhaben. Neben LAN-Verbindungen über das heimische Stromnetz löst der WiFi-Adapter das WLAN-Problem durch abschirmende Betonmauern.

Wenn Breitbandverbindungen immer schneller und die Zahl der Internetnutzer plus deren Geräte im Familienhaushalt steigen, steht man als heimischer PC- und Internetbeauftragter vor der Wahl: "Entweder LAN-Kabel durch die komplette Wohnung verlegen, auf WLAN setzen oder das Netz aus der Steckdose nutzen, auch dLAN genannt." Welche Methode die Richtige oder ob gar eine Kombination aus allem praktikabel ist, hängt von der jeweiligen Wohn- und Familiensituation ab. Sind abschirmende Betonmauern zu berücksichtigen, die einem das WLAN vermiesen? Wie alt ist die Stromverkabelung? Wie viele Geräte sollen ins Netz? Wie weit sind die Geräte zum Router entfernt?

Schnelle 100-MBit-Leitung, aber veraltete dLAN-Adapter: Der Speedtest zeigt ein entsprechend mageres Ergebnis. Quelle: PC Games Schnelle 100-MBit-Leitung, aber veraltete dLAN-Adapter: Der Speedtest zeigt ein entsprechend mageres Ergebnis.

Ausgangssituation checken

Bevor man sich für eine geeignete Vernetzungsmethode entscheidet, heißt es erst mal: Bestandsaufnahme machen! In unserem Fall handelt es sich um ein Einfamilienhaus, Baujahr 2002. Bislang wurde darin eine 32-Mbit-Internetanbindung genutzt, jüngst aufgestockt zu einer 100-MBit-Leitung. Laut Verfügbarkeitscheck beim Anbieter sollte dies auch problemlos möglich sein. Der Anschluss für den Router mit WLAN befindet sich im ersten Obergeschoss. Für das LAN sind dabei zu berücksichtigen: Ein Arbeits-PC im zweiten Obergeschoss, ein Gaming-PC im ersten Obergeschoss, ein Internet-PC im Erdgeschoss, dazu Konsole/TV, ebenfalls im Erdgeschoss und mit Internetanschluss vorgesehen. Ergänzend kommen ein iPad, ein Laptop und Handys für WLAN-Betrieb zum Einsatz.

Problematisch erwiesen sich in der Vergangenheit die gut isolierten Wände im Haus, die eine WLAN-Nutzung im Erdgeschoss kaum möglich machten. Die LAN-Vernetzung erfolgte mit auf den Stockwerken verteilten dLAN-Adaptern von Devolo. Die genutzten Modelle liefen seit Jahren problemlos, waren technisch inzwischen jedoch mehr als überholt, was der letzte Speedtest zeigte. Gerade mal 12,3 MBit/s im Download schafften die alten Adapter, schlicht einfach und ergreifend nicht mehr diskutabel, wenn man schon eine 100-MBit-Leitung zur Verfügung hat.

Zum Vergleich brachte der Test-Anschluss des Gaming-PCs per LAN-Kabel direkt am Router eine Downloadleistung von 93,8 Mbit/s. Wer nun Zeit, Muße und etwas handwerkliches Geschick mitbringt, kann natürlich nun einfach sagen: "Auf geht's - alle Zimmer entsprechend verkabeln, mit festen, zusätzlichen Hotspots fürs WLAN versehen, fertig." Es geht aber auch anders, in unserem Fall wollten wir gerne weiter auf die flexible Lösung eines aktuellen dLAN-Systems setzen und auf die baulichen Maßnahmen einer Verkabelung durchs gesamte Haus verzichten.

Wie nutzt man ein dLAN-System?

Für unseren Praxistest nutzen wir ein 1200er-WiFi-Starterkit. Quelle: PC Games Für unseren Praxistest nutzen wir ein 1200er-WiFi-Starterkit. Für den Praxistest benutzen wir ein aktuelles Starter Kit, Modell dLAN 1200+ WiFi und ein dLAN 1200+ Powerline-Adapter-Starter Kit. Starter-Kits enthalten jeweils zwei Geräte, damit stehen uns insgesamt vier Adapter zur Verfügung. Der WLAN-Adapter ist mit zwei Gigabit-LAN-Anschlüssen und WLAN-Antennen im Frequenzbereich 2,4 GHz und 5 GHz ausgestattet. Zunächst nehmen wir einen der Powerline-Adapter, um ihn mit unserem Router zu verbinden. Dazu wird einfach das LAN-Kabel vom Router in den Anschluss des Adapters eingesetzt, fertig. Praktischerweise besitzen die dLAN-Adapter seit der 550er-Modellreihe integrierte Steckdosen, sodass beim Einsatz eines Adapters kein Steckdosenplatz mehr verloren geht. Eine spezielle Konfiguration des Adapters ist beim Router-Anschluss nicht nötig, der Adapter erkennt das Signal automatisch nach wenigen Sekunden. Die LED an der Frontseite signalisiert rasch die Einsatzbereitschaft des Adapters.

Im nächsten Schritt stecken wir den WiFi-Adapter zunächst in eine freie Steckdose, möglichst nicht weiter als 10 Meter von der Steckdose des Router-Adapters entfernt. Die Adapter selber und damit auch das Netzwerk lassen sich durch einfaches Betätigen der entsprechenden Drucktasten an der Seite verschlüsseln. Mit den zwei übrigen Powerline-Adaptern verbinden wir sowohl den Gaming-PC im ersten Obergeschoss als auch den Büro-PC im zweiten Obergeschoss mit dem Netzwerk und verschlüsseln die Geräte auf die gleiche, simple Weise. Das Ganze dauert keine zehn Minuten und wir machen einen ersten Speedtest. Im Ergebnis erreichen wir nun mit der dLAN-Verbindung eine Downloadrate von 93,3 Mbit/s am Gaming-PC im ersten Obergeschoss und liegen damit so gut wie gleichauf mit einer direkten Kabelverbindung zum Router. Hierbei sei angemerkt, dass sich dieser PC allerdings auch sehr nahe am Router (ca. 3 Meter Stromkabellänge) befindet.

WLAN-Empfang verbessern

Unseren WiFi-Adapter wollen wir nutzen, um damit die Empfangsschwachstelle im Erdgeschoss im Wohnzimmer zu beseitigen. Dafür nutzen wir die so genannte WiFi-Clone-Funktion des WiFi-Adapters und machen aus ihm quasi einen zusätzlichen Access-Point in unser WLAN. Die dafür notwendige Einrichtung lässt sich mit dem genutzten WiFi-Adapter und der im Haus angeschlossenen Fritz-Box problemlos installieren. Der anschließende Praxistest mit einem iPad zeigt im Wohnzimmer eine nun deutlich höhere und stabilere Signalstärke.

Zusatzgeräte per LAN-Adapter integrieren

Die beiden am WiFi-Adapter noch ungenutzten LAN-Anschlüsse nutzen wir, um damit Konsole/TV und PC im Erdgeschoss ebenfalls ins Netzwerk zu integrieren (Stromkabellänge zum Router ca. 12 Meter). Mit dem vierten Adapter wurde der im zweiten Obergeschoss stehende PC angeschlossen. Die Stromkabellänge zum Router beträgt dabei ca. 15 Meter. Damit wurden alle Geräte in kürzester Zeit ins Netzwerk integriert und das System verschlüsselt.

Verlust mit laufendem Meter

Tatsächlich erreichen wir mit unserer neuen dLAN-Verbindung von devolo fast annähernd die gleiche Downloadrate wie beim direkt verkabelten Anschluss. Quelle: PC Games Tatsächlich erreichen wir mit unserer neuen dLAN-Verbindung von devolo fast annähernd die gleiche Downloadrate wie beim direkt verkabelten Anschluss. Ein entscheidender Faktor für die gemessene Downloadleistung aller angeschlossenen PCs liegt in der jeweiligen Steckdosenentfernung zwischen Router-Adapter und dem Adapter des angeschlossenen Endgerätes. Während unser Gaming-PC mit seiner gemessenen Download-Rate von 93,3 Mbit/s hervorragend abschneidet, kommt der Internet-PC im Wohnzimmer noch auf gute 65,4 Mbit/s. Das Schlusslicht stellt der im zweiten Obergeschoss am weitesten vom Router entfernte PC dar. Bei diesem Gerät lag der gemessene Spitzenwert bei 54,7 Mbit/s. Gemessen wurde dabei mit verschiedenen Internet-Speedtest-Tools.

Auf Sicherheit achten

Insgesamt fallen die Installation und der Betrieb des dLAN-WLAN-Systems erfreulich unkompliziert aus. Dennoch gilt wie immer beim Netzbetrieb, die Sicherheit nicht außer acht zu lassen. Gerade die WPS-Technik gilt oft als Schwachstelle im Netzwerk. Achtet daher auf jeden Fall auf die entsprechenden Einstellungen eures Routers und nutzt beispielsweise auch die Kontroll-Software des dLANs, um etwa Netzwerkkennwörter manuell zu ändern. Solche nachträgliche Anpassungen lassen sich beispielsweise bequem per Einstellungssoftware der Fritz-Box und dem von devolo bereitgestellten Konfigurations-Tool (Cockpit) vornehmen.] Beim Praxiseinsatz mit Steam macht sich der Wechsel von den alten zu den neuen Adaptern deutlich bemerkbar. Jetzt lassen sich auch große Spiele-Clients schnell runterladen. Quelle: PC Games Beim Praxiseinsatz mit Steam macht sich der Wechsel von den alten zu den neuen Adaptern deutlich bemerkbar. Jetzt lassen sich auch große Spiele-Clients schnell runterladen. [h3Muss es ein 1200er-System sein?Für die Einrichtung unseres 100Mbit-Netzwerks erscheint ein 1200er-System von devolo sicher überdimensioniert. Für den reinen dLAN-Betrieb mit moderaten Entfernungen der Endgeräte zum Router sorgen die deutlich günstigeren 550er oder 650er-Systeme sicher ebenfalls für spürbare Verbesserungen. Doch in unserem Fall schlagen die unterschiedlichen Entfernungen der Endgeräte zum Router deutlich zu Buche und bezüglich unserer herben WLAN-Schwachstelle im Erdgeschoss sind wir dankbar, mit dem leistungsstarken WiFi-Adapter eine sehr gute Verbesserung erzielt zu haben.

Der große Vorteil des kombinierten dLAN/WLAN-Systems, das wir eingebaut haben, besteht in der kinderleichten Installation und Einrichtung sowie der Tatsache, dass keinerlei handwerkliche Arbeiten nötig sind. Bislang zeigt sich der Einsatz der Geräte erfreulich stabil und problemlos. Wie sind eure Erfahrungen mit dem Vernetzen mehrerer PCs, Konsolen oder anderer Geräte in den heimischen vier Wänden? Lasst es uns per Kommentarfunktion wissen.

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    • Kommentare (10)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rabowke Klugscheißer
        Zitat von BxBender
        Hey, cool, ich komme hier nur auf magere 3MB/s, trotz dem teuersten Gerät weit und breit. Kann nicht mal meine 50Mbit Leitung voll nutzen. Tja, Pech.
        Wirklich ein informativ hochwertiger Beitrag ... ;-)

        Ich hab ein 500'er Set von Devolo und komme vom Arbeitszimmer, Server, zum Wohnzimmer immer auf 100mbit. Selbst unser neuer T-Home Receiver läuft über die dLAN Leitung ohne Probleme. Ohne Probleme heißt: zwei HD Streams, einen sehen & einen aufnehmen.

        Man sollte wirklich keine Mehrfachsteckdosen nutzen bzw. Steckdosen auf Opas Zeiten, wenn man eine nutzen muss.

        Was mich an diesem "Test" hier etwas stört: die Verwendung komischer Benchmarkprogramme, sei es Steam oder irgendeine Speedtestseite.

        Ich hab mir damals einen Laptop und das Tool "iperf", gibt es für alle gängigen Betriebssysteme. Hier kann man wirklich genau und unter fast gleichbleibendenen Bedingungen das Netzwerk testen, vorallem nach frei definierbaren Werten wie Dauer, größe der Datei die übertragen werden soll etc.

        Alles unter 30 Minuten "Dauerlast" ist für mich nicht wirklich sinnvoll.
      • Von Rabowke Klugscheißer
        Zitat von BxBender
        Hey, cool, ich komme hier nur auf magere 3MB/s, trotz dem teuersten Gerät weit und breit. Kann nicht mal meine 50Mbit Leitung voll nutzen. Tja, Pech.
        Wirklich ein informativ hochwertiger Beitrag ... ;-)

        Ich hab ein 500'er Set von Devolo und komme vom Arbeitszimmer, Server, zum Wohnzimmer immer auf 100mbit. Selbst unser neuer T-Home Receiver läuft über die dLAN Leitung ohne Probleme. Ohne Probleme heißt: zwei HD Streams, einen sehen & einen aufnehmen.

        Man sollte wirklich keine Mehrfachsteckdosen nutzen bzw. Steckdosen auf Opas Zeiten, wenn man eine nutzen muss.

        Was mich an diesem "Test" hier etwas stört: die Verwendung komischer Benchmarkprogramme, sei es Steam oder irgendeine Speedtestseite.

        Ich hab mir damals einen Laptop und das Tool "iperf", gibt es für alle gängigen Betriebssysteme. Hier kann man wirklich genau und unter fast gleichbleibendenen Bedingungen das Netzwerk testen, vorallem nach frei definierbaren Werten wie Dauer, größe der Datei die übertragen werden soll etc.

        Alles unter 30 Minuten "Dauerlast" ist für mich nicht wirklich sinnvoll.
      • Von Sun007 Stille/r Leser/in
        Ich kann die Aussage von Wut-Gamer bestätigen. Benutze D-Land schon seit jahren weill w-lan bei mir im Haus nciht möglich ist. Am anfagn war alles top und ich war begeistert wie gut die Verbindung mit den Adaptern war. Dann wurde eine neues Telefon gekauft und seit dem nur Probleme mit dem D-Lan Adaptern. Auch andere Geräte machen den Adaptern zu schaffen. Die D-Lan adapter sind immer noch besser als W-lan aber bei jeden neuen gerät fragt man sich wie sich das wieder auf das D-Lan auswirkt. Etwas besseres als ein Normales Lankabel zum Router gibt es einfach nicht. Bei mir sind sowieso nur 5MB internet verfügbar das gerade noch so für youtube und für eine Person zum online zocken reicht.
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von Loosa
        Das ist kein Fehler sondern das sogenannte Hausmannfeature. Wenn der Staubsauger eingeschaltet wird soll Mann keine Daten im Internet saugen sondern das Offline-Reinigungsgerät bedienen. :-D
        Das macht doch keinen Sinn. Inwiefern hindert einen denn das Runterladen von Dateien konzeptionell daran, währenddessen Staubzusaugen?
        Bei funktionierenden kompatiblen Bauteilen kann ich doch problemlos den DL starten, Hausmannsarbeit tätigen und nach getaner Arbeit den fertigen Download begutachten ...
      • Von Loosa Senior Community Officer
        Zitat von Wut-Gamer
        ... der Staubsauger zuverlässig das dLAN abgeschossen, wenn sie eingeschaltet wurden.
        Das ist kein Fehler sondern das sogenannte Hausmannfeature. Wenn der Staubsauger eingeschaltet wird soll Mann keine Daten im Internet saugen sondern das Offline-Reinigungsgerät bedienen. :-D
      • Von Wut-Gamer Spiele-Kenner/in
        Ich rate von dLAN ab, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Habe es selbst einige Jahre genutzt. Die Bandbreite ist i.d.R. deutlich geringer als vom Hersteller angegeben und längst nicht jede Steckdoese bekommt eine stabile Verbindung hin. Besonders störanfällig wird das System wenn andere Geräte an der selben Steckdose hängen, manchmal reicht es aber auch, wenn sie im selben Raum angeschlossen werden. So hat eine bestimmte Stehlampe und der Staubsauger zuverlässig das dLAN abgeschossen, wenn sie eingeschaltet wurden.
        Dann kommt hinzu, dass die doch recht teuren Adapter nach einer Weile gerne mal angefangen haben zu spinnen und oder komplett den Geist aufgegeben haben.
      Direkt zum Diskussionsende
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