The Elder Scrolls Online Tamriel Unlimited im Test - Gutes MMORPG mit viel Langzeitmotivation, aber mieser Kommunikation
So wirklich durchspielen kann man ein Online-Rollenspiel wie The Elder Scrolls Online ja in den seltensten Fällen. Nach anderthalb Monaten in der Konsolenwelt von Tamriel und einem weiteren Jahr im PC-Parallel-Universum ziehen wir an dieser Stelle aber einen Strich und vergeben unser finales Urteil - und das fällt gut, aber nicht herausragend aus. Warum das so ist? Das lest ihr im Test!
The Elder Scrolls Online Tamriel Unlimited im Test: Für alle Unkundigen fassen wir noch mal kurz zusammen, worum es hier überhaupt geht: TESO ist ein Buy2Play-MMORPG. Heißt: Ihr kauft das Spiel einmal und zockt dann ohne weitere Kosten in einer offenen Online-Welt mit unzähligen anderen Spielern. Die laufenden Kosten finanziert Zenimax über einen optionalen, integrierten Shop, in dem ihr Dinge wie Reit- und Haustiere, Tränke, Handwerksutensilien oder Account-Upgrades und Add-ons erwerbt. Eine äußerst faire Lösung, wie wir finden.
Communication Breakdown
Der Online-Part hingegen ist gleichzeitig Fluch und Segen für das aktuellste Elder Scrolls-Abenteuer. Beispielsweise leidet die Atmosphäre dann doch beträchtlich unter den allgegenwärtigen Mitspielern. Ihr seid im Rahmen der Hintergrundgeschichte zwar nach wie vor der strahlende Held, der die Welt rettet, die Jungfrau mit nach Hause nimmt und mit Gold und Anerkennung überhäuft wird. Alle anderen um euch herum sind das aber auch – das wirkt selbst nach ein paar Stunden Eingewöhnung noch etwas befremdlich. Hinzu kommt, dass der Fokus aufs Gruppenspiel auf der Maximalstufe 50+ dann doch einiges an Kommunikation verlangt. Kommunikation, die auf der Konsole in Ermangelung einer Tastatur einzig und allein über den Sprachchat stattfindet. Für Leute, die sich zusammenreißen und organisieren können, ist das sicherlich ausreichend, für Gelegenheitsspieler aber unnötig umständlich. Zumal die EU-Region über einen einzigen Mega-Server verfügt, ihr also in Städten des Öfteren französischen, russischen oder spanischen Unterhaltungen lauschen müsst – auch das schlägt auf die Atmosphäre. Wir würden uns wünschen, dass Zenimax sich hier noch etwas überlegt und beispielsweise den Anschluss einer Tastatur unterstützt.
Der Erkunder ist König
Quelle: Computec Media GmbH
Mr. Teabag: Durch das Fehlen eines Text-Chats sind die Kommunikationsmittel stark eingeschränkt. Euch bleiben nur Gesten und der Sprachchat.
Trotz dieser kleinen Schwächen überwiegen jedoch die positiven Aspekte im ersten Online-Abenteuer der altehrwürdigen Reihe. Denn trotz der mitunter mangelnden Atmosphäre ist das Story-Telling gelungen und packt den Spieler direkt von Beginn an. Die Macher verstehen sich einfach darauf, selbst die einfachste Boten-Quest in eine groß angelegte Geschichte rund um Verrat, Dämonen, Tod, Verlust und weiß Gott noch alles zu packen. Dazu leistet auch die toll designte Spielwelt einen riesigen Beitrag. Die Welt ist nicht nur enorm groß, sondern lädt auch im Gegensatz zum Großteil der Genrekonkurrenz zum Erkunden ein. Alle naselang stoßt ihr auf versteckte Solo- und Gruppen-Dungeons, Nebenquests, interessante Charaktere, Schätze, Rätsel und vieles mehr.
Wer nur stur von A nach B läuft und dabei auf den Straßen bleibt, verpasst jede Menge gut designten Spielinhalts. Sehr gelungen sind auch Crafting und PvP. Mit Ersterem zimmert ihr euch Waffen und Rüstungen zusammen, braut Tränke, verzaubert eure Ausrüstung oder kocht einfach was Leckeres. Rezepte und Materialien dafür findet ihr an jeder Ecke, wobei es sich vor allem für angehende Gastronomen lohnt, jede noch so kleine Kiste in der Spielwelt zu durchwühlen. Das PvP auf der anderen Seite schickt euch ab Stufe 10 in die zentrale Provinz Cyrodiil, wo ihr in einem Dreifrontenkrieg um die Vorherrschaft im Kaiserreich kämpft. Dabei ist es ganz euch überlassen, ob ihr in diesem Gebiet questet, kleinere Scharmützel bestreitet oder euch in größere Schlachten samt Belagerungswaffen stürzt. Nur eines müsst ihr hier mitbringen: ordentlich Zeit. Für einen kleinen PvP-Snack taugt TESO nicht. Dafür aber für fast alles andere.

Nicht nur, dass wir bislang keine Funktion wie z.B. die /zonede in der PC- Version gefunden haben, was vielleicht den Sprachmischmasch etwas sortieren würde, der Chat ist zudem erst einmal standardmäßig eingeschaltet und wird auch mitunter selbstständig aktiviert. (ich glaube, bei Zonenwechseln) Je nachdem, wie laut der Fernseher ist, kann das schonmal kurz schocken, wenn ein Kleinkind bei einem anderen Mitspieler ins Mikro brüllt. ;)
Auf der anderen Seite war es zumindest lustig zu sehen, wie in einer Stadt einer der Spieler Musik laufen ließ und sich eine große Gruppe zum virtuellen Tanz zusammenfand (inklusive Magier-Lichtshow). Nicht gerade RPG-mäßig, aber kurzweilig und mal was anderes. ;)
Ansonsten habe ich vom Zuschauen her den Eindruck, dass die Version für die Konsolen ganz ordentlich ist. Als PC-Spielerin fehlen mir allerdings Kleinigkeiten, wie die Anzeige, ob ein Gegenstand auf der Bank oder im Inventar ist (beim Handwerk bequem) oder die kompletten Spiegelungen auf dem Wasser. Auch finde ich es irritierend, dass man nicht den Namen angezeigt bekommt, den ein Spieler seinem Charakter gegeben hat, sondern den Gamer- Tag, der gerne mal aus Großbuchstaben und Zahlen besteht und dadurch nicht gerade zur Atmosphäre beiträgt.
Zu der Komunikation möchte ich noch etwas ergänzen.
Freilich stimmt es das die Komunikation mit nicht deutsch Sprachigen Leuten etwas mühsam ist, doch den Vorteil den ich auf der PS4 sehe ist das mitgelieferte Mikrofon. Somit hat endlich keiner mehr eine Ausrede das er kein Headset mehr hat.
Ein Chat ist für anfängliche orientierung sehr Hilfreich, doch am Ende muss gesprochen werden!
Als Tip, Einfach mal im TESO Forum nach deutschsprachigen Gilden suchen, so bekommt man leichte einen Anschluss zu Leuten die einem "manchmal" verstehen :P
Kann man auch alles bekommen, ohne das man auf den Shop zugreifen muss?
Kann man auch alles bekommen, ohne das man auf den Shop zugreifen muss?